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Belle starrte Notar Fortenberry mit offenem Mund an, und es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder sprechen konnte. Dennoch war auch dann das einzige was sie herausbrachte:"Hei�t das...?" Zum ersten Mal seit er seine Geschichte begonnen hatte l�chelte der Notar wieder, nickte bed�chtig und sagte ruhig:"Ja, das hei�t es. Stella Manor und seine gesamten L�ndereien geh�ren Dir." Belles Hand, die das Samtband mit dem verh�ngnisvollen Anh�nger hielt, begann zu zittern. Sie schluckte ein paarmal, dann holte sie tief Luft. "Und was... was ist mit dem Haus in all den Jahren nach dem Krieg passiert?" Notar Fortenberry seufzte. "Nun, nachdem der Krieg endlich vorbei war wurden manche L�ndereien an ihre rechtm��igen Eigent�mer zur�ckgegeben - wenn diese noch lebten. Dort wo es keine Besitzer mehr gab - oder wo sie, wie in Yvettes Fall, nicht mehr aufzutreiben waren - fielen die Grundst�cke an den Staat. �blicherweise versuchte die Regierung dann sie weiterzuverkaufen." Wieder machte er eine Pause und schien in eine entr�ckte Ferne zu blicken. "Und...?" soufflierte Belle gespannt. "Nun", machte Fortenberry, und Belle bemerkte, da� ihm das Thema zusehends unangenehmer wurde, "das Grundst�ck um das niedergebrannte Stella Manor wollte allerdings niemand haben. Die Makler bissen sich die Z�hne aus. Manche potenzielle Kunden wollten das Haus nicht mal sehen, andere hatten es gesehen und wollten es danach erst recht nicht mehr kaufen. Das Grundst�ck lag brach, ewige Jahre, Jahrzehnte lang. Irgendwann wurde es der Regierung zu bunt, denn sie wollten ein so gutes Grundst�ck nicht ungenutzt lassen. Man kam auf die Idee, Stella Manor wieder aufzubauen und ein Museum �ber den Unabh�ngigkeitskrieg zu er�ffnen." Er r�mpfte die Nase, und Belle fragte sich, ob ihm diese Idee einfach nicht zusagte oder ob er den Kolonisten ihren Sieg nicht verzeihen konnte. "Mit gro�em Aufwand wurde in der Umgebung nach Bildern des Hauses gefahndet und nach Einrichtungsgegenst�nden, wie sie f�r diese Zeit typisch waren - Sachen, die vielleicht sogar aus Stella Manor selbst stammten, und sie fanden erstaunlich viel. Doch trotz der gro�en M�he die man sich mit dem Aufbau des Museums machte, die Besucher blieben fern. Es schien als ob einfach niemand etwas mit Stella Manor und der Plantage zu tun haben wollte." - "Aber warum?" fiel Belle ihm ins Wort. "Nun ja..." Notar Fortenberry zog diese beiden W�rter wie Gummi in die L�nge. Er rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl hin und her, und seine Wangen zeigten eine tiefrote Farbe. "�hm, ich meine, Du wei�t doch bestimmt was man �ber H�user sagt in denen ein Gewaltverbrechen ver�bt wurde - und die dann lange leer standen..." Belle lehnte sich in ihrem Stuhl zur�ck, blickte den Notar mit schiefgelegtem Kopf an, und zum ersten Mal seit Fortenberry seine Geschichte angefangen hatte l�chelte sie nun wieder, und in ihren Augen tanzte ein koboldhaftes Funkeln. "Sie haben doch nicht etwa Angst vor Geistern... oder... Notar Fortenberry?" Fortenberry holte tief Luft und plusterte sich in seinem Stuhl auf, �berlegte es sich dann aber offensichtlich anders und sagte nur im Ausatmen:"Jedenfalls wurde das Museum nach ein paar Jahren wieder geschlossen und seitdem staubt es vor sich hin. Das ist alles was ich wei�." Er schob Belle das kleine K�stchen hin, die vorsichtig das Band mit der Schriftrolle hineinlegte, das K�stchen zuklappte und es in beide H�nde nahm. "Eine Kopie der Abschrift des Testaments ist in der zust�ndigen Beh�rde in Georgetown hinterlegt. Die Yankees haben seine Echtheit auch akzeptiert - naja, nachdem ich mir lange den Mund fusselig reden mu�te." Er zwinkerte Belle zu. "Stella Manor geh�rt Dir - wenn Du willst."
1775
Das Land unter ihm verwischte zu einem wilden Farbwirrwarr. Er streckte zitternd die Hand aus, dachte er m�sse doch die Luft an sich vorbeizischen sp�ren, doch er f�hlte nichts. Er wollte vor Schreck den Atem anhalten, doch er atmete nicht. Er sah den riesigen Blutfleck auf seinem Hemd langsam verschwinden, so als w�rde das tiefe Rot von dem Stoff aufgesogen, und er versp�rte keinen Schmerz, als sich die t�dliche Wunde wieder schlo�. Kreischende Stimmen drangen an sein Ohr, und er bemerkte, da� aus den verwischten Farben wieder eine deutlich erkennbare Landschaft geworden war. Unter ihm tauchte eine Plantage auf, in ihrem Herzen die Ruine eines niedergebrannten, herrschaftlichen Hauses. "Das war mein Werk...?!" Es war Frage und Feststellung zugleich. Er n�herte sich dem Grund. Wie eine Feder landete er in versengtem Gras. Kaum da� er den Boden ber�hrt hatte - nicht da� er die Ber�hrung h�tte sp�ren k�nnen - schossen drei weibliche Gestalten aus der Ruine des Hauses auf ihn zu. Drei Furien, mit verzerrten Gesichtern, aufgerissenen M�ndern, schwarzes Haar flatternd im Wind wie Piratenflaggen. Sie waren es, deren Kreischen er geh�rt hatte. Nun, da er ihnen so nahe war, verstand er auch ihre Worte. "Wo ist sie? Wo ist unsere Tochter?" "Du hast sie auf dem Gewissen! Du hast sie zerst�rt!" "Was Du ihr angetan hast, mu� ges�hnt werden!" "S�HNE! S�HNE! S�HNE!" Gleichzeitig streckten alle drei ihre bleichen H�nde nach ihm aus. Als h�tten sie ein Netz �ber ihn geworfen, gefertigt aus Tauen so stark da� er sich nicht befreien konnte, fingen sie ihn m�helos ein und zogen ihn zu der Ruine hin�ber. Er wu�te da� er den drei dunklen Damen aus eigener Kraft nicht entkommen k�nnen w�rde. Er geh�rte Stella Manor - ob er wollte oder nicht. |
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