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Arthur Felan hatte schon so lange nichts mehr von Alice Cross geh�rt, da� er seine alte Freundin fast vergessen hatte. Nein, nat�rlich nicht vergessen - wer k�nnte auch einfach so eine telekinetisch begabte und mit einem �beraus �berzeugenden Zweiten Gesicht gesegnete Bibliothekarin vergessen?! Aber ihr Kontakt war in den letzten Jahren mehr als sporadisch gewesen, und so war er einigerma�en �berrascht gewesen, von ihr zu h�ren.
W�hrend er die Stra�en von Townsend entlangwanderte, dachte Arthur �ber den Anruf von Miss Cross nach. Nat�rlich hatte er ihre Bitte nicht abschlagen k�nnen - immerhin hatte sie ihn mehr als deutlich daran erinnert da� er ihr noch einen Gefallen schuldete, und als Ehrenmann stand er selbstverst�ndlich zu seinem Wort. Aber trotzdem - h�tte sie ihn nicht um etwas angenehmeres bitten k�nnen als Babysitter f�r ihre bald Ex-Kollegin zu spielen?! Miss Cross hatte ihm versichert da� die junge Frau namens Liberty Neiva sehr nett war und ihm sicherlich nicht zur Last fallen w�rde. Und nat�rlich w�re es sch�n, wenn sie in Townsend gleich jemanden hatte, der sich ein wenig um sie k�mmerte - ihr die Stadt zeigte, und so. Trotzdem wurde Arthur das Wort "Babysitter" nicht los. Er seufzte. Seine raumgreifenden Schritte hatten ihn durch die stillen Stra�en ins Zentrum gef�hrt. Dorthin, wo in anderen St�dten eine Kirche, oder ein Marktplatz mit einem stolzen Rathaus stehen w�rde.
Im Zentrum von Townsend jedoch stand, d�ster und trutzig wie eine uralte Burg, mit einer abweisenden Aura die jedem Unbefugten zuzurufen schien:"Wage es ja nicht einzutreten!", eine Bibliothek. Die Bibliothek am Ende der Welt.
Mit ihren typischen kleinen wieseligen Schritten eilte Francine Shannon zu der doppelfl�geligen Eingangst�r. Sie hatte Arthur schon an seiner Silhouette durch die in den T�rfl�geln eingelassenen Butzenfenster erkannt - sonst h�tte sie sich auch nicht so beeilt die T�r zu erreichen. Aber Arthur war einer der wenigen Besucher die in der Bibliothek am Ende der Welt jederzeit willkommen waren. "Hallo, Arthur!" Francine mu�te sich recken, um den Begr��ungsku� an seiner Wange vorbeizuwerfen. "Francine, wie immer ist es eine Freude Dich zu sehen!" erwiderte Arthur galant und mit echter W�rme in der Stimme, ehe er der verhutzelten kleinen Frau eine kr�ftige Umarmung verpa�te. "Die ungest�me Jugend!" rief Francine obligatorisch aus und wieselte vor Arthur her in Richtung der kleinen K�che, die gleich neben ihrem B�ro lag. Noch bevor er sich an ihren kleinen, mit einem rot-wei� karierten Tischtuch und einer Vase mit getrockneten Blumen (die Arthur sehr an ihre Besitzerin selbst erinnerten) geschm�ckten Tisch setzte fragte er Francine:"Hast Du es schon geh�rt?" Die alte Frau drehte sich so schnell zu ihm um da� sie fast die Balance verloren h�tte und rief mit leuchtenden Augen:"Ja!! Ist es nicht toll? Ich wu�te da� Alice eine w�rdige Nachfolgerin f�r mich finden w�rde!" Sie holte eine Tasse aus dem H�ngeschrank und go� Arthur etwas von der fast schwarzen Fl�ssigkeit aus der Kaffeekanne ein. Dazu stellte sie ihm Milch und Zucker auf den Tisch, obwohl sie wu�te da� er keins von beidem nahm - es war nur ihre Art ihm zu zeigen da� er ein Gast war, den sie gern umsorgte. Arthur nahm einen tiefen Schluck aus der Tasse, nicht nur um seinen zweifelnden Gesichtsausdruck hinter dem blauwei�en Porzellan verstecken zu k�nnen. Francine schob sich auf die Bank, die Arthurs Stuhl gegen�berstand. Selbst im Sitzen mu�te sie zu ihm hochsehen, und der junge Mann fragte sich wieder einmal, wie die fast zwergenhaft kleine Frau �berhaupt an die mehr als mannshohen Regale in der Bibliothek heranreichte. Er hatte es einfach immer noch nicht verinnerlicht, da� die Bibliothekarinnen wie Francine und Alice - und auch Liberty Neiva - telekinetische Kr�fte hatten. Die Schwerkraft spielte f�r diese Damen (und die wenigen Herren, die ihren Beruf teilten) keine Rolle. Francine hatte ihn eingehend gemustert und legte ihm jetzt ihre schmale, wie verwelktes Laub wirkende trockene Hand auf den Arm. "Du bist nicht einverstanden mit ihrer Wahl?" Sie formulierte den Satz zwar wie eine Frage, doch er war eher wie eine Feststellung gemeint. Arthur winkte ab. "Ich kenne diese junge Kollegin von Alice ja noch gar nicht. Aber..." Er nahm Francines Hand in seine und dr�ckte sie leicht, "Du wirst mir fehlen!" Die alte Frau kicherte wie ein Schulm�dchen. Arthur l�chelte und fuhr fort:"Nach allem was wir durchgestanden haben wird es seltsam sein hier jemand anderen hinter dem Tresen zu sehen. Wer wei� ob die Neue mich �berhaupt als Besucher hier duldet?" - "Ach, sei nicht albern, Arthur", wiegelte Francine resolut ab. "Ich vertraue voll auf Alices Urteilsverm�gen, sie w�rde nicht irgendjemanden hierherschicken - gerade WEGEN dem was vor zehn Jahren geschehen ist!" Ein Schatten huschte �ber die Gesichter der beiden, als w�rde ein mordl�sterner Raubvogel �ber ihnen seine Kreise ziehen, doch er verschwand ebenso schnell wie er gekommen war. Francine nickte vor sich hin. "Es wird Zeit f�r mich. Ich bin froh da� Alice Liberty herschickt. Zeit f�r junges Blut." Das letzte Wort weigerte sich, die K�che zu verlassen, schlich sich an Arthur heran und kroch wie ein eisiger Schauer �ber seinen R�cken. Unwillk�rlich fa�ten seine H�nde die Tasse fester, doch auch der hei�e Kaffee konnte die pl�tzliche, unangenehm prickelnde K�lte in ihm nicht vertreiben. |
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