Lauf am 29.10.2000

Analyse ----

Ein Jahr ist vergangen seit ich meinen ersten Marathon hier an der gleichen Stelle lief.

Bereits am Freitag um 18 Uhr holte ich mir meine Startunterlagen und erstand am Polarstand einen neuen Brustgurt, da meiner nach 5 Jahren am Sonntag vorher gebrochen war und nicht mehr richtig sendete. Beim Bummel �ber die Messest�nde erstand ich nur noch ein paar Power-Gel-T�ten, die ich f�r den Lauf mitnehmen wollte.

Am Abend kam dann Werner Holtgrefe aus Aurich, mit dem ich den Hamburg Marathon 2000 gelaufen war, �bers Wochenende zu Besuch, um auch am EuroMarathon teilzunehmen.

Am Samstag sind wir dann fr�h zur Messe gefahren, haben seine Startunterlagen geholt und uns einem Fitnesstest bei Polar unterzogen. Da ich im Training gerade in der Endphase der Regeneration steckte, war ich durch das Ergebnis beruhigt. Mein Wert von 42 lag am unteren Ende der Gruppe 6 von 7 mit der Bezeichnung "sehr gut" :-))).

Danach bummelten wir (Werner, seinem Sohn Dennis und ich) noch ein wenig durch Frankfurt, um dann gegen 16 Uhr einen letzten lockeren Lauf mit 3 Steigerungen zu absolvieren.

Der Sonntag begann so gegen 6:30 mit langsamen Aufstehen, Lockerungs�bungen, letzte Vorbereitungen und der Abfahrt gegen 8 Uhr gen Frankfurt. Zum Gl�ck kannten sich die wenigsten Anreisenden aus, so dass wir den Stau auf der Autobahn, durch die ge�ffnete Abk�rzung zur Messe umgehen konnten und um 9 Uhr in der Messehalle waren.

Dort habe ich meine Laufkollegen von Passtschon98 getroffen und noch ein wenig geplaudert, bevor wir uns je nach "Vorhaben" = Laufzeit in alle Richtungen verstreuten. Werner wollte gerne neue Bestzeit laufen, doch im Vordergrund stand nach einer l�ngeren Verletzungspause eher das Bestreben einen Marathon ohne Komplikationen zu �berstehen. (Bild01: beim Umziehen in der Festhalle. Volker als Supporter sucht noch seine Standorte)

Ich wollte zwei Marathon-Neulingen (Axel und Petra) bei ihrem Abenteuer ein wenig zur Seite stehen. Petra wollte gerne 3:45h laufen, Axel an sich so um 3:50, wollte sich uns aber anschliessen und solange mithalten wie es eben ging. Heiko der vierte im Bund wollte eine neue Bestzeit (<3:54) aufstellen.

Wir sortierten uns dann am Ende der Startgruppe A2 kurz vor dem Zugl�ufer (3:45) vom Spiridon Club ein. Nach dem Start liefen wir der Masse nach, ohne durch Querspr�nge, Sidsteps, Kreuzen und Spurteinlagen irgendwelche Kr�fte zu vergeuden. Die Zeit von 11 min nach 2 km beunruhigte uns auch nicht, da wir diese 2km als Einlaufen einkalkuliert hatten. Als uns der Zugl�ufer 3:45 �berholte blieben wir die n�chsten km an ihm dran.

Zwischen km 6 und 9 lief der Zugl�ufer jedoch fast einen Schnitt von 5min/km, was eindeutig zu schnell war und wir liessen abreissen. Kurz danach hatte der Zugl�ufer wohl selber gemwerkt, dass er zu schnell wurde und bremste ab. Inzwischen hatten wir uns auf eine mittlere Zeit um 5:10 eingependelt und �berholten den Zugl�ufer wieder. Nur bei den Verpflegungstellen war ein "deutlicher Anstieg" siehe Aanalyse bei den km-Zeiten ersichtlich.

Mittlerweile (ab km 10) musste ich besonders Petra immer wieder bremsen, damit die drei nicht zu fr�h zu schnell wurden. Trotz Gegenwind bis km 25 konnten wir das Tempo halten und lagen beim Halbmarathon gut 2,5 min �ber dem Soll. Da wir dann bald R�ckenwind haben sollten, waren wir guter Dinge. Bei km 25 hatte ich die P�ckchen mit Power-Gel-Schokolade verteilt, vorher hatten wir bereits gemeinsam einen Power-Bar-Riegel-Banane vertilgt.

Bei km 30 haben wir dann einen Rucksackl�ufer gesichtet, als Axel bemerkte, dass der wahrscheinlich f�r den Marathon des Sables trainiert. Da ich dies genau wissen wollte, bin ich zu ihm aufgelaufen und habe mir dass von ihm best�tigen lassen und dass er wir uns am 25.11. beim Info-Treffen wieder sehen werden.

Bei km 31 stieg dann Sabine, die Freundin von Heiko, f�r die letzten 11km mit in das Rennen ein. Ab km 32 l�ste sich dann leider unsere Musketier-Runde auf. Zuerst blieb Heiko mit Sabine zur�ck und dann meinte Axel wir (Petra und ich) sollten unser Tempo weiter laufen.

Da ich merkte, dass es Petra noch sehr gut ging, bremste ich sie nicht mehr und nach km 34 zog ich das Tempo bis auf einen Schnitt von ca. 5min/km an. Diese Geschwindigkeit war dann zu diesem Zeitpunkt in etwa die Grenze, die sie noch gut vertragen konnte.

So sammelten wir auf diesen letzten 7km Dutzende bis Hunderte von anderen L�ufern ein, die ihren Lauf etwas anders eingeteilt hatten, was nat�rlich sehr motivierend f�r Petra war. Am Wegesrand hatten wir die ganze Zeit eine tolle Unterst�tzung von den frierenden Zuschauern, den fidelen Sambagruppen, den eifrigen Passtschon98 Supportern, den Freunden und Bekannten von Petra und sogar einem Arbeitskollege konnte ich bei km 40 noch schnell die Hand reichen, um ihm f�r das "Fr�haufstehen" zu Gratulieren.

In der Innenstadt kam dann wieder der etwas unberechenbare Wind von allen Seiten, so dass man insgesamt den Eindruck hatte, mehr gegen den Wind als mit dem Wind gelaufen zu sein. Trotzdem meisterten wir die letzten Meter ohne dass Petra wirklich knatschen musste.
Die Zeit von 3:38:36, was den 131. Platz unter 964 L�uferinnen in Ihrem ersten Marathon bedeutete, war dann wirklich ausgezeichnet.

F�r mich war es eine Best�tigung der Trainingskonzeption f�r Petra, die ihre Zeit durch reines Ausdauertraining und lange L�ufe seit Mai 2000 erzielt hat und das bei einem Trainingsumfang von nicht mehr als 60km/Woche. Besonders wenn man bedenkt, dass ihr l�ngster Lauf bis zum Mai bei etwa 14km gelegen hat und sonst nur im Schnitt 10km/Trainingstag gelaufen ist. �ber drei HM-Wettk�mpfe im August und September zwischen 1:46 und 1:41h wurde dann die Zielzeit von 3:45 festgelegt.

Axel kam mit einer 3:46h und Heiko mit neuer Bestzeit von 3:48h ins Ziel. Desweiteren sind die H�lfte aller Passtschon98 mit neuen Bestzeiten ins Ziel gekommen.
Bei mir habe ich schon auf den letzten 10km gemerkt, dass ich seit ca. 7 Wochen keinen Lauf mehr �ber 21km absolviert hatte, so dass mein Puls bei der Geschwindigkeitssteigerung h�her als im besser trainierten Zustand war. Aber ansonsten f�hlte ich mich einen Tag nach dem Marathon unbelastet und kann nun in das Training f�r den Marathon des Sables einsteigen.

Werner war mit seinem Lauf zufrieden, da er ihn ohne Beschwerden ca. 4min �ber seiner Bestzeit in 3:17h durchziehen konnte. (Bild05: Werner und ich in Aufl�sung gefangen)

In der Messehalle habe ich mich von den Passtschon98 und Petra verbschiedet und bin mit Werner und Sohn gen Bruchk�bel gefahren. Nach dem nachgeholten Mittagessen, mussten Werner und Dennis dann nach einem Laufwochenende in Frankfurt wieder gen Aurich fahren.

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