Haetten wir in Deutschland bleiben sollen? Dort gab’s den Jahrhundertsommer. Hitze, Sonne im Ueberfluss sagte uns die Internet-Wetterkarte und die Kollegen und Freunde in Deutschland. Renfra’s kamen Anfang August aus dem Urlaub zurueck nach Tokyo. Dem wenig warmen Juli mit umsomehr Regen, waren sie geschickt ausgewichen. Die Regenzeit war als beendet erklaert, so sagte man ihnen. Offensichtlich hatte dies der Regen aber nicht mitbekommen oder aber es gab diesmal den direkten Anschluss an die Taifunzeit. Statt einem trockenen heissen August, gab es meist weiter tagelang Regen.
Der fast 3 woechige Urlaub in Sued-Afrika war klasse. Renfra’s bei den wilden Tieren Teil 1. Gerne wuerden wir noch einmal hinfliegen. Schon in Deutschland gibt es meist hoechstens mal ein Reh zu sehen. Der Wahnsinn gar, wenn mal ein Eichhoernchen vorbeihuscht. In Tokyo gibt es nur deformierte Schoss-huendchen und fette schwarze Kraehen (uurrgg). Und nun echte Loewen, Leoparden, Elefanten, Hyaenen, Nasshoerner, Zebras, Giraffen und vieles mehr, was man sonst hoechstens im Fernsehen bei National Geographik zu sehen bekommt.
Frau Ren blieb danach nur kurze Zeit in Tokyo. Mitte August flog Renate nach Queensland/Australien, um eine Freundin zu besuchen, aber in 1. Linie um im Bereich Massage in Port Douglas zu arbeiten. Es galt Erfahrungen unter „echten“ Marktbedingungen zu sammeln. Dies wiederum zwang Herrn Fra die Rolle des „Strohwitwers“ auf und das, wo doch die philippinische Gelegenheitsputzhilfe nicht mehr frei war. Einst die Unabhaengigkeit in Person, haben die vielen Auslandsjahre Herr Renfra wieder in den Ring zum Kapmpf mit den Anleitungen der verschiedensten Haushaltsgeraete geworfen. Ausserdem wo war doch gleich noch XYZ zu finden? Da hilft es sich schnell auf eine Geschaeftsreise zu begeben. Also ab nach China.
Nach vielen Besuchen in Shanghai sind diesmal folgende Eindruecke haften geblieben. Hier unser Beitrag zur Bildung von Klischees und Vorurteilen: Das alte Shanghai gibt es zwischen den vielen neuen Hochhaeusern noch viel mehr als gedacht; schlurfen bis die Sohle durch ist; Unterhemden und T-shirts hoch, damit Luft an den chin. Bauch kann; schamloses Anstarren in der U-Bahn (kommt der Krawattenheini vom Mars?), schmatzen ohne Ende (oh Mutter warum hast Du mir bloss beigebracht, dass sich das nicht gehoert?); super als Kneipe getarnte DvD-Shops mit riesen Auswahl und alles zu ca. 1,30 Euro. Herr Renfra verfiel dabei in einen Rausch und zog mit 30 Stck. von dannen.
Und dann war da noch der Gesundheitscheck am Airport: Formular ausfuellen und an einer Infrarotkamera vorbeigehen, abstempeln lassen, sonst gibts es keinen Check-in. So manch einer musste mehrmals hin und her laufen…
Samba in Tokyo. Jedes Jahr im Sept. gibt es ein Sambafestival in Tokyo. Das liess sich unser rasender Lokalreporter nicht entgehen. Flachaerschige Japonesinnen im String zu Sambarythmen. Das muss man gesehen haben. 3 Stunden ging die Parade, genutzt von den Sambavereinen und einigen Firmen, dem interessiertem Volke (50% Rentner, einige wenige Gaijins [Auslaender]) die selbstgemachten, teilsweise recht aufwendigen Kostueme vorzufuehren. Dazwischen immer wieder Musikzuege, die mit Trommel und Playbackmusik die Stimmung anheitzten. Ein paar wenige, ganz echte Brasilianerinnen gab es dann kurz vor Schluss auch noch und dann war er sichtbar, der Unterschied. Alles in allem war es amuesant und den Besuch Wert.
Im September boten Feiertage Herrn Ren die Moeglichkeit Frau Fra (oder war es anders herum?) in Down Under zu besuchen. Schoen war’s natuerlich. Man haette gleich da bleiben koennen. Im Oktober, gleich nach der Rueckkehr von Frau Fra aus Oz, kamen ebenso liebe wie alte Freunde unsere Renfra’s in Tokyo besuchen. Nach einer organisierten Rundreise blieben noch 9 Tage fuer den Besuch. Aus diesem ehrenhaften Anlass mieteten Renfra’s erstmals ein Auto, um zwei Tage in Nikko zu verbringen. Man sagt: Du hast Japan nicht gesehen, wenn Du nicht in Nikko warst. Bergregion, Herbstlaub, Hotel am See, Natto (fermentierter Sojaschleim) bzw. zum Ausgleich kaltes, westliches Spiegelei zu zaehem Toast bereits zum Fruehstueck, wirklich sehenswerte Tempel und Schreine (das eine budhistisch, das andere shintoistisch), spektakulere Wasserfaelle und nervenaufreibende Stau’s (3 Std. fuer 5 km) waren die Ausbeute. Der Halt in Maschiko, der Toepferstadt, auf dem Rueckweg war ebenfalls die Sache wert.
Und schon haben wir wieder Herbst, es wird wieder kuehl in der Wohnung, bald wird das Kerosinoefchen wieder aus dem Versteck geholt. Dem Jahr 2003 bleiben nur noch max. 10 Wochen und fuer 2004 gilt es den Vertrag fuer Japan zu erneuern. Vorher stehen noch Reisen nach China und Deutschland an. Dann gibt es hoffentlich auch ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen geneigten Leser. Bis dahin,
Sayonara
Renate & Frank