bitte unbedingt weiterleiten:
zeugInnenberichte diverser polizeiübergriffe vom 19.2.:ich hab hier mal einige darstellungen zusammengefaßt, die die
sogenannte "gewaltbereiten autonomen" betreffen.vor allem die letzte lesen.
es folgen andere darstellungen der geschehnisse vom 19. februar 2000
schockiert hat mich gestern abend ein situation im burgtheater, wo nach
der demonstration wie immer diskussionen und gespräche stattfanden:Mitten drin schrie plötzlich jemand vom 2. oder 3. rang, das gerade ein
paar junge menschen vor dem theater von der polizei verprügelt worden
wären, und ob nicht jemand rauskäme, um ihnen zu helfen. auf der bühne
dachte man, das zu viele ins theater gewollt hatten (war ziemlich voll),
und deshalb die polizei eingeschritten war, jemand wurde rausgeschickt,
um sich zu kümmern.10min. später unterbrachen ein paar junge menschen die diskussion und
kletterten auf die bühne, einige waren sichtlich aufgebracht, und
erzählten von prügelnden und perlustrierenden polizisten im rathauspark.
die meisten gäste im theater wollten das nicht hören, und sie so schnell
wie möglich von der bühne hinunter komplementieren (buh!, gehts heim !)
als ein deutscher versuchte, ganz ruhig zu erzählen, daß er ohne jeden
grund 3 stunden lang von der polizei daran gehindert wurde, an der
demonstration teilzunehmen, kam es zu folgender aussage von luc bondy,
(ich glaube, das ist der leiter der wiener festwochen): (nicht
wortwörtlich) "das sind die 200 deutschen autonomen ! gehts heim! wir
brauchen euch hier nicht!"im sinne von duden bedeutet "autonom": gr.:"nach eigenen Gesetzen
lebend", selbständig, unabhägig.also bin ich auch eine autonome, oder versuche es zumindest zu sein.
was also unterscheidet einen deutschen autonomen von einem
österreichischen autonomen? was unterscheidet einen autonomen von einem
gewaltbereiten autonomen? wie sieht ein autonomer aus? schwarzer
kapuzenpulli und palestinenser schal? vermummt?WAS SOLL DIESE POLARISIERUNG LUC BONDYs?
ps. jener deutsche auf der bühne trug keine der oben genannten
"merkmale" (brrr...wort): keine kapuze, dafür jeansjacke, irgendein
schal, alles eigentlich ziemlich propper und "unauffällig".ich bin dann nach draußen gegangen, um mir von den menschen die dabei
waren, genaueres erzählen zu lassen.nur 2 kurze schilderungen von 2 szenen: (von l., ein fotograf und
augenzeuge)1) die demonstrantinnen vor der övp zentrale wollten den verkehr
verlangsamen und legten deswegen steine auf die straße. (sie schmissen
nicht wild damit herum, sondern legten sie hin) daraufhin wurde von der
polizei hart durchgegriffen.2) ca. 7 "autonome" (auf die die beschreibung kapuze passen könnte)
gingen quer durch den park aufs burgtheater zu. kurz vorm theater
stoppte sie ein polizeiauto, einige stiegen aus, und pügelten drauflos.
einfach so.ich hoffe, l. macht seine fotos bald publik.
ich, als autonomer mensch, solidarisiere mich mit jenen autonomen
menschen, die grundlos verprügelt werden, nur aufgrund ihren aussehens
(schwarze kapuze, ...)Niemandem, gleich ob weiß, schwarz, kapuzenträger, mann, frau, vermummt,
(und 1000 weitere äußerliche merkmale) darf so eine menschenverachtende
behandlung widerfahren. das hat nichts mit ausweiskontrolle zu tun !!
alles liebe
a.
19.2.2000, 15:30 Rosa Antifa Wien
Die Wiener Polizei hat wieder einmal bewiesen, welcher Gesinnung sie
anhaengt. Um 14:00 war am Westbahnhof Sammelpunkt u.a. fuer den
autonom-antifaschistischen Block. Als sich dieser versuchte in Bewegung
zu setzen, stuermten vermummte WEGA-Beamte in die Demo, und versuchten
den Block von der restlichen Demo abzuspalten, es war vorher zu
keinerlei Provokationen seitens der DemonstrantInnen gekommen. In folge
setzte die Polizei das Abtrennen und Isolieren des Blocks mit brachialem
Schlagstockeinsatz durch. Ob es zu Verhaftungen gekommen ist, ist zur
Stunde noch unklar.Das ist also die Freiheit, die sie meinen. Eine Frage sei erlaubt: Ist
das die Deeskalationsstrategie die SOS Mitmensch und die Polizei
besprochen haben? Dieser Schlagstockeinsatz war offensichtlich ein
Versuch die Situation eskalieren zu lassen, um damit den Widerstand zu
spalten. Wir lassen uns nicht spalten!!!Rosa Antifa Wien
P.S.: Wir sind jetzt schon gespannt, wie dieser Vorgang in den
buergerlichen Medien kolportiert werden wird.
Wien, 19.02.2000Presseaussendung "Grünalternative Jugend Wien"
Betrifft: Polizeiwillkür
Auseinandersetzungen auf der Mariahilferstrasse
Wir möchten den ORF-Berichten zu angeblichen gewalttätigen
Ausschreitungen von seiten autonomer AntifaschistInnen heute nachmittag
auf der Mariahilferstraße widersprechen. Wenn Franz Schnabl in der ZIB
um 17.00 Uhr behauptet, dass auf der Mariahilferstrasse eine
"gefährliche Situation" entstanden sei, weil sich "Autonome mit normalen
Demonstranten" mischen wollten, gibt er damit - unfreiwillig - zu, dass
die Wiener Polizei offensichtlich nicht bereit ist, dass Recht jedes
Menschen sich einer Demonstration anzuschließen, zu respektieren.Ohne jeden Anlass, versuchte die Polizei, die Demonstration zu spalten,
indem sie den sogenannten autonomen Block am Losgehen hinderte. Beamte
blockierten die Demoroute und prügelten auf DemonstrantInnen und
Umstehende ein. Diesem gewalttätigen Akt waren keinerlei (!)
Provokationen vorausgegangen.Wir wollen hiermit gegen die verfälschte Darstellung im ORF protestieren
und unsere Solidarität mit den Opfern der Polizeigewalt ausdrücken.
Diese Mail geht an diverse WebSites / Gruppen in Osterreich. Wir wurden
Euch bitten, diese Infos in geeigneter Form (!) fur Eure
Veroffentlichungen zu verwenden.Wir selbst sind Aktivisten folgender Gruppen:
- PDS Baden-Wurttemberg (drittgrößte Partei Deutschlands, ich selbst bin
Mitglied des BaWu-Landesvorstandes)
- PDS-Hochschulgruppe Tubingen
- Linke StudentInnen-Assoziation Tubingen (hat nichts mit der PDS zu
tun).Vielen Dank und beste Wünsche aus Deutschland
P R E S S E E R K L Ä R U N G
Die PDS-Hochschulgruppe Tubingen, die Linke StudentInnen-Assoziation
(LiSta) Tubingen, Titus Stahl, Mitglied des PDS-Landesvorstandes
Baden-Wurttemberg:Bei der Teilnahme von jungen Linken aus Tubingen an den Protesten gegen
die FPO-OVP-Koalition in Wien kam es zu einem Uberfall eines
Sondereinsatzkommandos "COBRA" der osterreichischen Bundespolizei auf
vier Menschen.Nach Auskunft der Beteiligten, wurden sie im Vorfeld der Demonstration -
ohne irgendeinen Anlass dazu zu geben - von der Einheit abgefangen, in
einen Hausflur gezerrt dort verprugelt, beschimpft und unter Anwendung
von Schlagen und Tritten verhort. Die Kleidung, die Handys, die
Handy-SIM-Karten, Uhren und andere Wertgegenstande der Opfer wurden
systematisch und ohne Ausnahme zerstort. Der Sachschaden liegt weit im
vierstelligen Bereich (DM).Nachdem die Sondereinheit sie ungewohlich lange bearbeitet hatte, sie
fotografiert hatte, wurden ihnen die Schuhe, Unterlagen uber die
Demonstration und verschiedene andere Gegenstande weggenommen und ihnen
angedroht, wenn man sie irgendwo finden wurde, wurden sie verhaftet und
sie konnten sich ausmalen, was dann mit ihnen geschehe.Dieser Vorfall war offenkundig illegal, reiht sich ein die Geschichte
der Menschenrechtsverletzungen in Osterreich und wirft ein Licht auf die
neuen "freiheitlichen" Verhaltnisse in Osterreich. Deshalb erklaren
die beteiligten Gruppen: Der rechtsextreme und menschenfeindliche
Charakter der FPOOVP-Politik muss weiter publik gemacht werden.Vorfalle wie dieser strafen die Regierungspropaganda in Osterreich
(Zitat ORF: "Die Polizei musste lediglich einige aufgebrachte
Demonstranten beschwichtigen") Lügen.Linke in Osterreich werden weiterhin auf die Solidaritat der
internationalen antifaschistischen Bewegung zahlen konnen. Nazis
bekampfen - uberall - gemeinsam - auf allen Ebenen - mit allen Mitteln!"T. S.
Mitglied des Landesvorstandes der PDS-Baden-Wurttemberg
20.2.2000Stellungnahme der Rechtshilfe zu den Polizeiübergriffen vom 19.2.2000
Bereits 3 Tage nach Beginn der Massenproteste gegen die FP/VP-Regierung
schwenkte der ORF auf die Linie der neuen Regierung um. 2 Reporter von
fm 4 wurden wegen Haider-kritischen Äußerungen bereits suspendiert. Am
Freitag vor der europaweiten Großdemo wurden im ORF die gewalttätigen
Polizeiübergriffe medial vorbereitet. Interviewpartner waren in erster
Linie Regierungsvertreter der FPÖ, die permanent von gewaltbereiten
Ausländern und Kommunisten sprachen, die Polizei versprach daraufhin,
die angeblichen Gewalttäter zu isolieren unter Mitarbeit der
Demonstrationsveranstalter. Bundeskanzler Schüssel: "Die Altlinken, die
68-Generation, die Jungen und die Internetgeneration konnten sich
austoben. nach heute sind die Demonstrationen zu Ende". Herr Schüssel
ist der erste Kanzler der Nachkriegszeit, der es wagte, ein
Demonstrationsverbot auszusprechen.Demonstrationsverbot im Vorfeld DemonstrationsteilnehmerInnen in anderen
europäischen Ländern wurden daran gehindert, zu der Demonstration zu
reisen. Aus einer Stellungnahme von französischen AntifaschistInnen:
"Gestern abend haben wir (ca 200 AntifaschistInnen) versucht, in einen
Zug nach Wien einzusteigen. Die französische Polizei hat uns daran
gehindert. Mehrere Genossen sind vorübergehend festgenommen worden. Für
uns ist klar, dass die französische Regierung und mit ihr die
französische Sozialistische Partei nicht wollten, dass radikale
AntifaschistInnen in Wien demonstrierten, sie wollen einen einzigen
staatlichen Antifaschismus, einen bürgerlichen etablierten
Antifaschismus. Sie präsentieren sich als Antirassisten, während sie für
brutale und tödliche Abschiebungen von ImmigrantInnen verantwortlich
sind. Als sogenannte Antifaschisten demonstrieren sie heute in Wien,
nachdem sie ihrer Polizei befohlen haben, radikale AntifaschistInnen
anzugreifen. Aber das wundert uns gar nicht und in der Zukunft wird es
uns auch nicht wundern, wenn sie sich mit Haider oder mit anderen
FPÖ-Ministern an denselben Tisch setzen würden." So ernst ist die
Ablehnung der FP-VP-Regierung durch die Regierungsvertreter der
EU-Staaten zu nehmen.Brutale Polizeiübergriffe in Wien vor Demobeginn Bei der Teilnahme von
jungen Linken aus Tübingen an den Protesten gegen die FPÖ-ÖVP-Koalition
in Wien kam es zu einem Überfall eines Sondereinsatzkommandos der
österreichischen Polizei auf vier Menschen. Nach Auskunft der
Beteiligten wurden sie im Vorfeld der Demonstration, ohne irgendeinen
Anlass dazu zu geben, abgefangen, in einen Hausflur gezerrt, dort
verprügelt, beschimpft und unter Anwendung von Schlägen und Tritten
verhört. Die Kleidung, die Handys, die Handy-SIM-Karten, Uhren und
andere Wertgegenstände der Opfer wurden systematisch und ohne Ausnahme
zerstört. Nachdem die Sondereinheit sie ungewöhnlich lange bearbeitet
hatte, wurden ihnen die Schuhe und verschiedene andere Gegenstände
weggenommen und ihnen angedroht, wenn man sie irgendwo finden würde,
würden sie verhaftet und sie könnten sich ausmalen, was dann mit ihnen
geschehe.An Treffpunkten für aus dem europäischen Ausland anreisenden
DemonstrantInnen wurden während des ganzen Tages Personenkontrollen
durchgeführt und deren Fahrzeuge kontrolliert.Übergriffe auf der Grossdemonstration Als die Demo sich in Bewegung
setzte, stürmten Spezialeinheiten der Polizei in die Demo, um den
Autonomen Block am Weggehen zu hindern. Als dies nicht gelang, begann
die Polizei wie wild auf die DemonstrantInnen einzuprügeln, zu
Verhaftungen kam es aber vorerst nicht.Obwohl die Polizei massiv provozierte, kam es nicht zu den von ihr
gewünschten Auseinandersetzungen.Um zehn traf sich eine Demonstrationsgruppe vor der ÖVP-Zentrale. Herr
Haider hatte sich ausgerechnet ein Restaurant, das 10 Minuten von der
Grossdemo entfernt war, ausgesucht, wo er sich in ein gut einzusehendes
Fenster setzte. Aus einem e-mail an den Standard: "Dieser Zwischenfall
war provoziert, wenn nicht sogar inszeniert." Das ist nicht der einzige
Leserkommentar in diesem Tenor. Rund 500 Menschen zogen zu dem Lokal.
Unter Polizeischutz konnte Haider das Lokal jedoch noch rechtzeitig
verlassen. Die DemonstrantInnen wurden unter Gewaltanwendung
auseinandergetrieben und zogen daraufhin einzeln und in Kleingruppen ab.
Ungefähr gleichzeitig gingen noch unbestätigten Meldungen zufolge einige
Scheiben in Bruch. Wenig später setzte jedenfalls eine polizeiliche Jagd
gegen alles, was irgendwie nach DemonstrantIn aussah, ein. In einer
Seitengasse wurden 15 Jugendliche ungefähr eine Stunde lang eingekesselt
und mehrfach perlustriert. Während dieser Zeit mussten sie mit erhobenen
Händen und dem Gesicht zur Wand an Hausmauern gelehnt aushalten. Das
selbe Szenario war auch auf der Zweierlinie zu beobachten. Der nächste
Polizeiangriff fand vor dem Burgtheater statt. Im Rathauspark wurde
einem Demonstranten die Schnürriemen durchgeschnitten.Als Resultat der Polizeiaktionen wurden vier Leute ins
Polizeigefangenenhaus überstellt mit Anklagen wegen "Widerstand" und
"Landfriedensbruch". Drei davon waren EU-Bürger. Den gesammelten
Aussagen und Gedächtnisprotokollen nach wurden den ganzen Abend lang
insbesondere nichtösterreichische junge Menschen gejagt, um das
Konstrukt der "gewalttätigen Demonstranten aus dem Ausland" zu
rechtfertigen. Durch ihre Zusammenarbeit mit der Polizei und ihre
Distanzierung von angeblichen Gewalttätern, die in Wirklichkeit Opfer
der Polizeigewalt waren, trug SOS-Mitmensch massgeblich zur
Gewalteskalation von seiten der Polizei bei.
siehe auch:
http://www.egroups.com/group/infopool/1158.html
http://www.egroups.com/group/infopool/1160.html
http://www.egroups.com/group/infopool/1163.html
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