DGS - SPORTINFO 
Nr. 13
November 2000

Liebe MitarbeiterInnen, liebe Freunde,

obwohl der Deutsche Gehörlosen-Sportverband jetzt auf 90 runde Jahre des Bestehens zurückblicken kann, legen wir nicht die Hände in den Schoß und ruhen uns auf Lorbeeren aus. Unser Sportverband blüht wie eh und je, und die Jugend drängt nach vorn. Neue Namen stehen neben alten Routiniers in den Siegerlisten und bald zeigt es sich wieder, wer zur Weltspitze zählt. Rom rüstet zum Endspurt für das nächste große Treffen der Gehörlosensportler. Hier werden die Besten für ihr jahrelanges mühevolles, aber auch Freude bringendes Training belohnt. 
Ältere Semester halten die Geschicke des Gehörlosensports in ihren Händen und setzen sich dafür ein, den Jüngeren die Wege zu ebnen für sportliche Begegnungen auf nationaler und internationaler Ebene. So füllen die Älteren eine wichtige Aufgabe als Ehrenamtliche aus. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter kann kein Verband, kein Verein bestehen. 

Im Deutschen Gehörlosen-Sportverband sind es nicht wenige, die mit dem gleichen Schwung und Elan wie die Jugend beim aktiven Sporttreiben ihren "Sport am Schreibtisch" ausüben, manchmal mit Frust und Ärger, aber überwiegend auch mit Freude am Einsatz für "unseren" Gehörlosensport.

Jetzt mussten wir uns von 2 treuen Mitarbeitern trennen, die durch den Tod abgerufen wurden. Zuerst im August von Robert Brück, der im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit starb. Bis zuletzt bekleidete er das Amt des 1. Vorsitzenden des Gehörlosen-Sportverbandes Rheinland-Pfalz. Robert Brück hatte viele Ehrenämter, ihm wurden unzählige Auszeichnungen zuteil, unter anderem auch die Heinrich-Siepmann-Plakette und die Goldene Ehrennadel des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes für seine langjährigen Verdienste um den Gehörlosensport. 

Ebenfalls im Alter von 74 Jahren verließ uns plötzlich der ehemalige Vizepräsident und bis April 2000 amtierende 1. Vorsitzende des Gehörlosen-Sportverbandes Berlin-Brandenburg, Harry Förster. Mit ihm verloren wir einen unermüdlichen Kämpfer, der sich seit seiner Jugend dem Sport verschrieben hatte, insbesondere der Leichtathletik. Harry Förster hob die Internationalen Leichtathletik-Sportfeste des DGS aus der Taufe. In Koblenz konnte er noch dem 15. Internationalen Leichtathletik-Sportfest beiwohnen und viele alte Kameradinnen und Kameraden begrüßen. Er leitete die Sparte Leichtathletik im DGS 20 Jahre lang. 8 Jahre war er Vizepräsident im CISS und erwarb sich überall auf der Welt hohes Ansehen. Seine Verdienste wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, mit der Heinrich-Siepmann-Plakette und vielen goldenen Ehrennadeln gewürdigt. Der Deutsche Gehörlosensport trauert um seine verdienstvollen Kameraden

Doch auch Jüngere trifft es. So unseren hoffnungsvollen Nachwuchssportler Florian Göbel, der bei den Europameisterschaften im Radsport in Kladno/CZE einem grauenvollen Unfall zum Opfer fiel. Eine große Trauergemeinde – darunter auch der Präsident des DGS, Hubert Wilhelm, und viele gehörlose Kameraden - geleitete den jungen Radsportler zur letzten Ruhe.

So liegen Freud und Leid auch im Sport dicht beisammen. Wichtig ist, dass wir gemeinsam die Lasten tragen und Freude gemeinsam erleben. So wird es dem Deutschen Gehörlosensport auch in Zukunft nicht an Nachwuchs mangeln, der sich für den DGS einsetzt. 

Allen Mitarbeiter/innen in den Sportverbänden und Vereinen sowie allen Freunden recht frohe, besinnliche Festtage und einen guten Start in das Weltspieljahr. 
 
  Präsidium des DGS
  i. A. Käthi George

 
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