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NACHRUF
Florian Göbel, aussichtsreiches Nachwuchstalent der Sparte Radsport im DGS, ist tot. Für alle Beteiligten unfassbar, verstarb der 19-Jährige aus Oberkirch bei einem tragischen Unfall während der Radsport-EM im tschechischen Kladno.
Der von Geburt an gehörlose Florian besuchte von 1987 - 1990 die Staatliche Schule für Schwerhörige und Gehörlose in Stegen. Seinen Abschluss machte er mit der Note 1,0 und wurde zudem zweimal zum besten Sportler der Schule gewählt. Im Anschluss daran, von 1990 - 1992, war er Schüler der Carson Elementary School in Denver/Colorado in den USA. Von 1997 bis 1999 besuchte er die Berufsfachschule für Metalltechnik am Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte in Frankenthal und schloss diese als Jahrgangsbester ab.
Am 1.8.1999 begann Florian eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker bei der Firma Sander, Umformtechnik GmbH & Co. KG in Renchen-Ulm.
Florian war sehr sportlich eingestellt und ging bereits seit 1994 seinem Hobby, dem Mountain-Bike-Fahren nach. Er war Mitglied im (hörenden) Verein RMSV Obersasbach und nahm mehrfach erfolgreich an Rennen teil. 1995 belegte er im Schülerwettbewerb den 3. Platz beim MTB-Bergrennen in Bad Peterstal. 1998 wurde er Erster Sieger der Jugend beim 7. MTB-Bergrennen in Bad Peterstal. 1998 nahm er am Black Forest Ultra Bike Marathon in Kirchzarten teil. Großartige Erfahrungen machte er mit 17 und 18 Jahren, als er zweimal mit einer Gruppe die Alpen mit dem Mountain Bike überquerte: 1998 Oberstdorf - Gardasee und 1999 Karwendel - Dolomiten.
Im Herbst 1998 nahm er mit dem Radsport-Fachwart des DGS Kontakt auf, um seinen gliebten Radsport unter seinen Schicksalsgenossen zu betreiben, wo die Kommunikation untereinander nicht so schwierig ist, wie in der hörenden Umwelt. Da jedoch Mountain-Bike nicht zu den Sportarten des DGS gehört, wechselte er ins Lager der Straßenradsportler über, die auch an Europameisterschaften und Weltspielen teilnehmen.
Florian war sehr wissbegierig und kam schnell in dem neuen Metier zurecht. Zu seinen neuen Sportkameraden fand er schnell Kontakt, und man schätzte ihn sehr. Sein Traum, einmal im Nationaltrikot an Wettbewerben teilzunehmen, wurde langsam Realität. Im Jahr 1999 nahm er erstmals an den Vorbereitungsmaßnahmen der Sparte Radsport teil und wurde in dieser Sparte auch in den DGS-Kader für internationale Wettbewerbe aufgenommen. Er nahm seitdem regelmäßig an den Vorbereitungslehrgängen teil. Seinen ersten Wettkampf bei den DGS-Radsportlern bestritt Florian im Frühjahr 2000. Im Juli 2000 belegte er bei den DG-Radsportmeisterschaften in Heilbronn einen 3. und einen 4. Platz.
Dass er nun bei seiner ersten Europameisterschaft, wenige Tage nach dem Gewinn der Bronzemedaille, in Ausübung seines geliebten Radsports sein junges Leben lassen musste, ist für uns alle immer noch unfassbar.
Das besondere Mitgefühl des DGS-Präsidiums, der MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle, sowie aller gehörlosen Radsportler im In- und Ausland gilt Florians Eltern und seiner Familie.
Lieber Florian, wir vermissen dich und werden deiner stets gedenken!
Gottfried Paulus, Vfw.
M. Rettweiler, Geschäftsstelle Deutscher Gehörlosen Sportverband
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