| Acher-Rench-Zeitung 4. Oktober 2000 |
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Viele trauerten um Florian Göbel Der 19-jährige starb bei einem Radsport-Unfall Viele trugen Trauer, als Florian Göbel am Samstag auf dem Nußbacher Friedhof zu Grabe getragen wurde. Der 19-jährige war bei den Radsport-Europameisterschaften der Gehörlosen in Kladno/Tschechien durch einen tragischen Unfall gestorben. Ein Autofahrer hatte die Absperrung ignoriert und war ihm entgegen gefahren. Florian Göbel hatte keine Chance. Von Heinz Hättig Oberkirch-Nußbach. Florian Göbel wurde im März 1981 in Baden-Baden geboren. Er war schwerhörig. Das wirkte sich dann auf seine Schullaufbahn aus. Er besuchte die Staatliche Schule für Schwerhörige und Gehörlose in Stegen/Freiburg und später die Berufsfachschule in Frankenthal, wo er mit der Bestnote 1,0 die Mittlere Reife erwarb. Dazwischen lag ein zweijähriger Amerika-Aufenthalt der Familie. Vor einem Jahr begann Florian Göbel bei der Sander Umformtechnik in Ulm eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Die große Leidenschaft von Florian Göbel war das Mountainbiken und das Rennradfahren. Zweimal überquerte er mit dem Mountainbike die Alpen; eine ebenso erlebnisreiche wie anstrengende Tour. Nach vielen Erfolgen ging sein großer Wunsch in Erfüllung: Er wurde als Rennfahrer ins Nationalteam des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes aufgenommen. Drei Tage vor seinem Tod errang er bei den Europameisterschaften eine Bronzemedaille. Dann der tragische Unglücksfall, der nicht nur die Sportkameraden schockierte, war Florian Göbel doch aufgrund seines fröhlichen und aufgeschlossenen Wesens bei allen, die ihn kannten, beliebt. Er galt als Strahlemann. Tief die Trauer bei der Beerdigung, die mit einer überaus großen Beteiligung zu einer Dokumentation seiner Wertschätzung wurde. Nicht nur die Freunde, seine Freundin und die Zwillingsschwester sprachen Nachrufe, sondern auch hohe Vertreter des Radrennsports. Die Beerdigung hielt Pfarrer Fehrenbach; den musikalischen Rahmen gab der Posaunenchor. Ein Detail am Rande: Nach Beendigung der Europameisterschaften war für Florian Göbel ein Zeitungsbericht anvisiert worden. Dass dieser zu einem Nachruf auf einen jungen, hoffnungsvollen Mann werden würde, konnte niemand ahnen.
So kannte man Florian Göbel. Seine große Leidenschaft war der Radsport. |