| 1. 10 Jahre MIRROR OF DECEPTION: Lasst doch bitte noch mal die sch�nsten und lustigsten Momente Revue passieren (Jochen) Da gab es vieles, was in der Erinnerung haften blieb, am Frischesten sind noch die Erinnerungen an unseren Englandtrip und die beiden Konzerte mit WARNING und SOLSTICE dort im Februar. War alles perfekt organisiert und wir hatten wirklich eine gute Zeit. Einziger Wermutstropfen war, dass unser Basser Klaus nicht mit konnte, da ihm kurzfristig der Urlaub gestrichen wurde. Das reich und explizit bebilderte Tourtagebuch sollte bis zum offiziellen Erscheinen dieses Interviews auf unsere Homepage zu finden sein. Was noch? Wir hatten eine ganze Reihe erinnerungsw�rdiger Konzerte, wie z.B. letztes Jahr im August im W�scherschloss hier bei uns in der N�he (dort haben auch IN EXTREMO und andere schon Live-Mitschnitte aufgenommen)., wo wir zusammen mit END OF GREEN und SACRED STEEL in den ehrw�rdigen Mauern gespielt haben. Die Show mit unseren Faves COUNT RAVEN Ende 1992 war auch unvergesslich, auch mit EVEREVE hatten wir Mitte/ Ende der 90er einige sehr coole Shows. Dann bleibt noch nachtr�glich unser Auftritt f�r einen Geh�rlosenverein (die Leute hatten aber nat�rlich H�rger�te!) in Erinnerung und so einiges andere, wor�ber ich lieber den Mantel des Schweigens h�lle... 2. Ihr seid momentan bei MISKATONIC FOUNDATION, dem Label von Rich Walker von SOLSTICE unter Vertrag: Wie gestaltet sich so bis jetzt die Zusammenarbeit? Kann man schon bzgl. der Promotion der neuen Scheibe ein Res�mee ziehen? Zieht ihr aus den Connections, die Rich in der Szene so hat, einen Nutzen? Bislang l�uft die Zusammenarbeit sehr gut. Das war aber auch nicht anders zu erwarten, schlie�lich sind wir seit Jahren gut befreundet. Die Gesch�ftsbeziehung ist dabei eher Nebensache. Es ist nat�rlich noch ein sehr kleines Label mit begrenzten finanziellen Mitteln, aber wir hatten und haben keine gro�en Erwartungen und auch kein Problem damit, vieles in Eigeninitiative zu machen. Wir haben von Rich�s Connections genauso profitiert, wie er von unseren. Dankenswerterweise haben uns Iron Glory hierzulande in Sachen Vertrieb und Promotion sehr unter die Arme gegriffen. Ohne Ihr Zutun, was Promo und Vertrieb angeht, w�re es bislang sicherlich lange nicht so gut gelaufen. Bisher k�nnen wir uns �ber die Resonanzen wahrlich nicht beklagen. 3. Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, euer Debutalbum `Mirrorsoil` auf die Menschheit loszulassen? Mir ist eigentlich keine weitere Band bekannt, die so lange gebraucht hat, eine Scheibe zu ver�ffentlichen. Einerseits ist das ja als gutes Omen anzusehen, zumal die Zahl der uninspirierten und voreiligen Schnellsch�sse kaum mehr zu ertragen ist, und wie bedeutet uns doch ein altes Sprichwort so sch�n: "Was lange w�hrt, wird endlich gut." Worin lagen denn die Gr�nde f�r diese Verz�gerung konkret begr�ndet? Bei Doomern dauert eben alles ein wenig l�nger... ;-)) Nein, ernsthaft: zum einen lief Einiges schief, zum anderen haben wir uns auch bewusst Zeit gelassen, da es, wie Du ja erw�hnt hast, gen�gend Combos gibt, die �berst�rzt halbgare CDs ver�ffentlichen und den Markt �berschwemmen. Daher wollten wir erst ein gewisses Level erreichen und haben auch lange Zeit nicht nach einem Label gesucht. Erst ab dem 3. Demo haben wir uns so langsam umgeschaut. �Mirrorsoil� h�tte allerdings urspr�nglich schon im Fr�hjahr 1998 erscheinen sollen. Die Aufnahmen begannen im Dezember 1997 und daher w�re der Termin durchaus realistisch gewesen. Aber zu der Zeit kam unser damaliges Label, auf dem die 1997 Mini-CD �Veil of Lead� erschien, in Schwierigkeiten und so lagen die einzelnen Studiosessions im labeleigenen Studio immer weiter auseinander. Irgendwann waren wir dann auch so gefrustet, dass bei uns auch die Luft ziemlich drau�en war. Aber es ging dann irgendwann doch weiter und im August 1999 wurde die Aufnahmen und der Mix dann endlich abgeschlossen. Dann waren wir ein gutes Jahr auf Labelsuche, bis Rich Walker anbot, die Platte �ber Miskatonic Foundation zu ver�ffentlichen und im Januar 2001 war es dann endlich soweit. Aber so gesehen ist es im Nachhinein ganz gut, dass es alles so gekommen ist. In der Zeit, in der es im Studio nicht vorw�rts ging, hat sich bandintern einiges getan, es gab eine Menge neuer musikalischer Ideen und ich denke, die Platte w�rde nicht so klingen, wenn sie schon vor 3 Jahren erscheinen w�re. 4. K�nntet Ihr noch einmal s�mtliche Ver�ffentlichungen von euch erw�hnen und einen Kommentar dazu schreiben? �Mirror of Deception� Demo (1993): Die ersten Aufnahmen, weit mehr von Enthusiasmus als von K�nnen gepr�gt. Anfang 1993 im Kinderzimmer eines Kumpels auf sehr einfachem Equipment live eingespielt. Unsere Vision war dennoch schon sp�rbar, wenn auch noch sehr grob modelliert. John Perez von SOLITUDE AETURNUS hat damals ein Demo bestellt, was eine gro�e Ehre war und zeigt, dass es unter Doomern sehr famili�r zugeht und man sich auch f�r den �Nachwuchs� interessiert. Glaube kaum, dass sich beispielsweise SLAYER oder DEICIDE sich noch um Demos von Newcomern k�mmern. Insgesamt wohlwollende Kritiken, aber dem allgemeinen Tenor nach doch noch ausbauf�hig. �Words Unspoken� Demo (1994): Zweites Demo, im Januar 1994 eingespielt. Ein Jahr nach dem ersten Tape, in dem sich h�rbar etwas getan hat. In einem professionellen Studio aufgenommen und von J�rg M. Knittel mit ein paar kurzen Keyboardpassagen veredelt. Brachte uns ein gutes St�ck weiter und verkaufte sich recht ordentlich. �Veil of Lead� Demo (1996): Drittes Demo, aufnahmetechnischer Einstand von Gunnar (Schlagzeug) und Klaus (Bass) bei uns. Durch die neuen Mitglieder kamen einige fast schon progressive Elemente hinzu. Erste Versuche von Siffi als zweiter S�nger. Im Gegensatz zum Vorg�nger eher Low-Budget, was Aufnahmezeit und Cover angeht. Wurde von uns auch nicht so umfassend verschickt und beworben wie �Words Unspoken�. Insgesamt eher Zeit des Zusammenwachens mit den neuen Mitgliedern. �Veil of Lead� Mini-CD (1997): 1997 aufgenommen, wieder unter der Regie von Ecki. Erste Versuche mit deutschen Texten, die guten Zuspruch fanden. Das Coverkonzept, das urspr�nglich f�r�s vorige Demo vorgesehen war, konnte nun umgesetzt werden. Daher der selbe Titel, aber nur ein gleicher Song. �Mirrorsoil� CD (2001 erschienen): Die Zeit der Aufnahmen war der Tiefpunkt, das Resultat einer der bisherigen H�hepunkte in der Geschichte der Band. Drei Songs (von acht) von vorigen Releases (�Asylum�, �Be Kept in Suspense� von der Mini-CD, �Veil of Lead� vom gleichnamigen Demo) in �berarbeiteten Versionen eingespielt. Bislang sicherlich unsere abwechslungsreichste und ausgereifteste Ver�ffentlichung. Wir sind auch noch gut 2 Jahre nach Fertigstellung noch sehr zufrieden damit. 5. Was ist auf dem Cover von `Mirrorsoil` zu sehen und wie steht dieses Bild in Zusammenhang mit dem Albumtitel? Eine Person (in diesem Fall verk�rpert von Gitarrist Siffi), die die Scherben eines Traums, einer Existenz, einer Beziehung oder (offensichtlicher: eines Spiegels) zusammensucht. Oder auch (Spontaninterpretation): zerbrochener Spiegel = 7 Jahre Pech = DOOOOOM! ;-)) Ist zwar nicht die 100%ige Umsetzung des Titelkonzepts, aber doch recht nahe und auch passend. �Mirrorsoil� an sich steht f�r eine Bestandsaufnahme � wo wir zum jetzigen Zeitpunkt stehen, unsere Wurzeln (der Boden, in dem sich die Gegenwart wiederspiegelt) und der unendliche Himmel (Zukunft) dar�ber. In der Regel versuchen wir, unsere Coverideen selbst umzusetzen, da wir nicht auf etwas zur�ckgreifen m�chten, was Jemand mit v�llig anderen Intentionen erschaffen hat und vielleicht schon anderweitig Verwendung gefunden hat oder dieses noch tun wird.. Zudem sollte es einen gewissen Wiedererkennungswert haben. Mit den Covern von der �Veil of Lead� Mini-CD und �Mirrorsoil� zeichnet sich so langsam eine Linie ab und daran werden wir auch weiterhin arbeiten.. 6. Unl�ngst habt ihr anl�sslich des Bandjubil�ums eine Compilation-CD heraugebracht, welche alte sowohl als auch neue Aufnahmen beinhaltet: Welche Songs werden darauf vertreten sein, lohnt es sich f�r die Die-Hard-Fans, sich diesen Sampler zu kaufen oder sind nur altbekannte Sachen drauf vertreten? Da wir immer wieder nach den alten Demos gefragt werden, bot es sich an, einiges davon auf CD zu ziehen und diese exklusiv �ber unsere Homepage anzubieten. Neben Tracks von den ausverkauften 3 Demos, sind noch einige Songs vertreten, die nie offiziell angeboten wurden, sowie fr�he Versionen von einigen Songs, die auf �Mirrorsoil� zu finden sind und sich doch ziemlich von den Albumversionen unterscheiden. Des weiteren gibt es 3 Tracks zu h�ren, die wir August 2000, also nach dem Album aufgenommen haben und die aufzeigen, wo MIRROR OF DECEPTION derzeit stehen. In mehr als 70 Minuten kann man hier die Entwicklung der Band im Laufe der Jahre nachverfolgen und sich auf den aktuellen Stand bringen. Ist aber wohl eher etwas f�r Leute, die schon mit unserer CD oder de Mini-CD vertraut sind. 7. Hattet ihr nur dieses Konzert in G�ppingen anl�sslich der 10-Jahresfeier, zusammen mit solch begnadeten Combos wie DAWN OF WINTER und VOODOO SHOCK im Vorprogramm, oder hat es noch ein paar "inoffizielle" Feiern gegeben? Nein, eigentlich war das die einzige richtige Fest aus diesem Anlass. Ich wei� allerdings nicht, ob man das eine oder andere Gelage im Proberaum oder in der Stammkneipe der Freude �ber das 10-j�hrige Bestehen zuschreiben soll oder einfach der puren Lust auf k�hlen Gerstensaft. Der Englandtrip war dann noch so etwas wie eine versp�tete Feier. 8. Wie waren �berhaupt eure Eindr�cke von diesem Konzert? Es war ein gelungener Abend, an den wir uns noch lange und gerne erinnern werden. Einige Leute haben hunderte von Kilometern Anfahrtsstrecke auf sich genommen, um dabei zu sein. Es hat uns auch sehr gefreut dass unsere Freunde von DAWN OF WINTER, END OF GREEN, WELL OF SOULS, VOODOOSHOCK und THE BLUE SEASON gespielt haben. Letztere haben sogar eine hammerm�ssige Coverversion unseres Songs �Be Kept In Supsense� extra zu diesem Anlass einstudiert. Unsere beiden Ex-Mitglieder waren auch dabei und haben mit uns ein St�ck aus alten Tagen zum Besten gegeben. Unser selbstgebrautes Spezialgetr�nk �Groddasoich� hat auch regen Zuspruch gefunden. Jedenfalls war das 50 Liter Fass am Schluss leer und einige Leute haben sich an dem Abend wohl den ges�ndesten Rausch ihres Lebens geholt... Die Kr�nung war dann noch, dass wir just an diesem Tag unsere fertige CD aus dem Presswerk kam. Alles in allem mehr als gelungen. Freue mich schon auf die n�chste Jubil�umsparty! 9. Ihr habt zwei Coverversionen gespielt, zum einen von `One Mind` und zum anderen von `Hippie`s Triumph`: Leider bin ich zu sp�t geboren und kenne die Originale nicht: Von wem stammen sie und wieso habt ihr gerade diese Songs nachgespielt? �One Mind� stammt SAINT VITUS (von ihrer finalen Scheibe �Die Healing�, 1995) und �Hippie�s Triumph� von COUNT RAVEN (auf dem zweiten Album �Destruction of the Void�, 1992, zu finden). �One Mind� haben wir urspr�nglich f�r ein Saint Vitus Tribute Album, dass nun im Juni 2001 erscheinen soll eingespielt und da uns das Cover ganz gut gelungen ist, spielen wir es auch ab und an live. �Hippie�s Triumph� hatten wir Mitte der 90er fest im Liveprogramm und haben es anl�sslich der Jubil�umsparty exhumiert und mit unseren damaligen Bandkollegen Ingo (Drums) und Hampi (Bass) dargeboten. 10. Was macht eigentlich eurer Meinung nach eine gute Coverversion aus? Einerseits sollte eine Band, die ein St�ck covert ihre eigene Identit�t einflie�en lassen und andererseits sollte man das zu covernde St�ck auch mit Respekt behandeln. Man muss allerdings auch nicht immer alles bierernst nehmen, kommt immer darauf an, was man mit einer Coverversion bezwecken m�chte. EL�KEL�ISET z.B. d�rfen gerne auch respektlos covern. Wir haben �ber die Jahre hinweg schon so einige Coverst�cke gebracht (z.B. auch �Snowblind� von BLACK SABBATH und �Albino Flogged in Black� von STILLBORN), aber momentan legen wir mehr Wert auf eigene St�cke. Es kann aber sein, dass wir mal wieder etwas in die Richtung machen, aber dann wohl eher etwas aus einem anderen Genre. 11. Ihr wart ja nicht immer vom Erfolg verw�hnt: Wie erkl�rt ihr euch diese Tatsache und frustriert es euch nicht, wenn untalentierte Newcomercombos, die einen gerade angesagten Stil runterleiern, mehr Beachtung finden als ihr? Wenn uns das ernsthaft zu schaffen machen w�rde, w�ren wir sicherlich nicht mehr dabei. Uns ist es schlichtweg egal, obwohl wir uns nat�rlich auch freuen, wenn Leute an unserer Musik Gefallen finden und wir Resonanzen bekommen. Wir ziehen unser eigenes Ding durch und haben unter Doomern mittlerweile einen guten Namen. Was in der gro�en, weiten Welt des Metals sonst so abgeht und wer die aktuellen Superstars sind, ist nicht weiter relevant f�r unsere Musik. Ich bin der Einzige von uns, der noch regelm��ig Magazine liest und so einigerma�en auf dem Laufenden ist, die Anderen interessieren sich kaum noch daf�r. Doom Metal war schon immer eine Randerscheinung und wird es auch bleiben, was in gewisser Weise auch gut so ist. Wir wissen, was wir machen, warum und wof�r wir das tun und das ist Grund genug. Erfolg ist auch Definitionssache. Ist es Erfolg, wenn man f�r 2-3 Monate im Gespr�ch und dann vergessen ist oder wenn sich die Leute auch noch nach Jahren an einen erinnern und einer Band die Treue halten? Ist es Erfolg, wenn man alles tut und seine Ideale aufgibt, um die breite Masse zu erreichen oder wenn man konsequent seinen eigenen Weg verfolgt? 12. Welche musikalischen Inspiratoren habt ihr so? Haupteinfluss waren und sind klassische Doom Bands wie eben CANDLEMASS, COUNT RAVEN, SAINT VITUS, PENTAGRAM, REVELATION, TROUBLE, SOLITUDE AETURNUS, BLACK SABBATH � die alte Garde also. Aber mittlerweile flie�en immer wieder neue Vorlieben ein, mal merklich, mal unmerklich. Unsere Musikgeschm�cker sind recht breit gef�chert und es wirkt vieles auf die eine oder andere Art ein, was um uns herum geschieht. Daher kann ein guter Popsong genauso inspirierend sein, wie Folk, Rock oder Black Metal, ein Buch, ein Film, ein Erlebnis oder Gedanke. Ich mag generell auch Bands, die aus dem eher extremen Spektrum kommen, sich aber mit der Zeit entwickelt haben und vermeintlich �ausgewimpt� sind, wie KATATONIA, ANATHEMA, ULVER, BEYOND DAWN, PRIMORDIAL, PARADISE LOST, in meinen Augen dadurch aber an emotionaler Tiefe gewonnen haben. Oder auch solche, die gekonnt und geschmackvoll mit elektronischen Elementen arbeiten, wie SEIGMEN, THE TEA PARTY, GARMARNA. Wir setzen uns keine bewussten musikalischen Grenzen, jedoch haben wir unseren Sound mittlerweile so verinnerlicht, dass alles, was wir in dieser Besetzung machen, automatisch nach MIRROR OF DECEPTION klingt. 13. Wovon handeln eure Texte? Sind sie eng im Gesamtkontext mit der Musik verbunden? Wir schreiben nicht bewusst Texte, die die Atmosph�re des jeweiligen Songs wiederspiegeln und auch nicht umgekehrt. Trotzdem geh�rt und w�chst beides zusammen. Weder Texte noch Musik kann man als sonderlich fr�hlich bezeichnen und wir schreiben eben meist �ber Dinge, die uns pers�nlich zu schaffen machen. Emotionen, Erfahrungen, Tr�ume, �ngste, Hoffnungen, Entt�uschungen. Damit k�nnen wir uns besser identifizieren, als mit Fantasystories, Politik oder Religion. 14. Wie komponiert Ihr eure Songs? Was entsteht zuerst: Der jeweilige Text oder die Musik? Seit geraumer Zeit entstehen alle Songs spontan im Proberaum. Es kommt nur noch selten vor, dass jemand bereits mit fertigen Riffs oder Songs ankommt. So k�nnen alle ihren Teil bereits im Entstehen beitragen. Die Musik kommt zu 95% zuerst. Dann wird meist lange Zeit mit Arbeitstexten geprobt, bis die Gesangslinien stehen und dann kommt normalerweise erst der endg�ltige Text. Wir sind alle keine allzu flei�igen Textschreiber und der Schwerpunkt liegt insgesamt schon eher auf der Musik. Ein Song kann auch ohne einen sonderlich tiefsinnigen Text bestehen, aber wenn nur der Text gut ist und daf�r die Musik ins Hintertreffen ger�t, wird es schwierig. Was wiederum auch nicht hei�en soll, das wir die Texte als l�stiges Beiwerk betrachten und vernachl�ssigen. Sie bedeuten uns und vor allem dem jeweiligen Verfasser viel. Aber wir haben eben keine spezielle Botschaft, die wichtiger w�re, als die Musik. 15. K�nntet Ihr mir mittels drei Worten die Essenz MIRROR OF DECEPTIONs n�her bringen? Laut, langsam und langweilig! :-)) Aber im Ernst: emotional, heavy und eigenst�ndig bringen es wohl treffender auf den Punkt. 16. Die Bands, mit denen ihr bis jetzt u.a. gespielt habt, lesen sich wie ein "Who`s who" der Doom-Szene: Wenn ich da Namen wie COUNT RAVEN, SOLSTICE, THE LORD WEIRD SLOUGH FEG, WARNING oder GRIEF OF GOD lese, �berkommt mich die Vermutung, dass ihr euch die Bands, mit denen ihr live spielt, sehr genau aussucht. Welchen Gesichtspunkten muss eine Band entsprechen, um mit euch ein Konzert spielen zu k�nnen? Wir spielen schon sehr gerne mit Bands, die wir pers�nlich gut finden und die zu uns passen. Es ist eine Menge Arbeit, Gigs zu organisieren, daher picken wir uns eben auch gerne mal die �Rosinen� heraus, sofern es m�glich ist. Wir verbinden das N�tige mit dem N�tzlichen und wollen nicht nur etwas f�r uns, sondern f�r die gerne �bersehene Doom Community im Ganzen tun und dem Publikum besondere Gruppen nahe bringen, auf die sonst wohl nur wenige sto�en w�rden. Aber wir sind auch nicht so engstirnig, uns ausschlie�lich unter Gleichgesinnten zu vergraben. Wir haben kein Problem, mit Bands jeglicher Richtungen zu spielen, da wir auch gerne Neues entdecken und man so auch mal anderes Publikum erreicht. Am sch�nsten ist es eben, wenn man sich mit den Bands menschlich gut versteht, auch nach dem Gig noch ordentlich einen draufmachen kann und da spielen Musikstile keine weitere Rolle. 17. Habt ihr zu den Leuten von DAWN OF WINTER/ SACRED STEEL/ MY DARKEST HATE eine besondere Beziehung? Gerrit, J�rg und Oliver sind seit Jahren gute Freunde von Siffi und mir. Wir haben schon so manches Fass zusammen aufgemacht. MY DARKEST HATE habe ich leider bislang noch nicht geh�rt. SACRED STEEL finde ich in Ihren Bereich herausragend und g�nne Ihnen den Erfolg, da ich wei�, wie hart sie daf�r arbeiten und sie voll und mit aller Konsequenz dahinter stehen. Aber DAWN OF WINTER liegt mir definitiv am meisten am Herzen. Vor kurzem haben sie endlich wieder etwas neues aufgenommen. Gerade neulich habe ich alle drei getroffen, als Oli mit seiner MISFITS Coverband TEENAGERS FROM MARS ordentlich abgerockt hat. Nicht zuletzt ist J�rg auch einer der Leute hinter Iron Glory und so schlie�t sich der Kreis. 18. Doch jetzt m�chte ich noch wissen, ob`s von Anfang an feststand, dass ihr Doom Metal zocken solltet oder ob ihr nicht auch andere Stilistika ausprobiert hattet? Als Siffi und ich uns zusammentaten, waren CANDLEMASS, BLACK SABBATH und SANCTUARY unsere erkl�rten Lieblingsbands, wobei ich von Anfang an der Doom Fanatiker und er noch nicht so festgelegt war. Von SANCTUARY blieb nicht allzu viel �brig und auch den beiden Anderen kamen wir nie wirklich nahe, aber bereits unser erster gemeinsam geschriebener Song (�Mirror of Deception�) war eindeutig Doom und hat unsere Linie recht klar definiert, auch wenn anfangs nat�rlich alles noch ziemlich roh, primitiv und unausgegoren klang. Es sind aber schon immer auch andere Elemente eingeflossen. Wir sind mit der Band gewachsen und die Band mit den und durch die involvierten Personen. Als wir anfingen, waren wir alle mehr oder weniger blutige Anf�nger an unseren Instrumenten und keiner von uns hatte vorher ernsthaft Musik gemacht. Erst mit Gunnar und Klaus stie�en dann 1995/ 96 Musiker zu uns, die schon einige Jahre in anderen Formationen aktiv waren. Das hat neue Einfl�sse und Sichtweisen in die Musik gebracht, auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis wir uns musikalisch angen�hert haben und die Einheit wurden, die wir mittlerweile sind. 19. Eure Plattenfirma preist `Mirrorsoil` als "True Heavy Metal", so manche Trendkiddies von heute s�hen diese Stilbeschreibung eher auf Bands wie HAMMERFALL und Konsorten zugeschnitten. Was haltet ihr von dieser neuen Welle (die hoffentlich bald wieder an uns vorbeigeschwappt ist), HELLOWEEN so dreist (und schlecht) zu kopieren? Der Begriff �true� wurde im Zusammenhang mit Heavy Metal in den letzten 3-4 Jahren derart inflation�r ge- (um nicht zu sagen miss-) braucht, dass er seine Bedeutung nahezu vollst�ndig verloren hat und nicht viel mehr ist, als eine sinnentleerte, nichtssagende Worth�lse und Promofloskel. Ich bin bestimmt nicht der Einzige, der in dem Zusammenhang mittlerweile erst mal entnervt die Augen verdreht. Wenn man jedoch �ber den ganzen Hype hinwegsieht, passt es letztendlich doch. Denn eine Heavy Metal Band sind wir definitiv und �true� im Sinne, dass wir hinter dem stehen, was wir machen, daran glauben und es nicht n�tig haben, ein k�nstliches Image vorzugeben, lassen wir gerne auch so stehen. Eben all dieses nehme ich 95% der Combos, die heutzutage unter dem �True Metal� Banner segeln, nicht ab. Wo waren sie, als der �traditionelle� Metal am Boden lag und wo werden sie sein, wenn das allgemeine Interesse daran wieder abebbt? Ich habe den Eindruck, viele springen nur auf einen fahrenden Zug auf und versuchen, die momentan angesagten Acts bis ins Detail zu kopieren. Mich pers�nlich langweilt das enorm. Es gibt wichtigere und vor allem interessantere Dinge, denen ich meine Aufmerksamkeit und mein Geld widmen kann. 20. Zum Schluss d�rft ihr Leute gr��en, Lob- und Danksagungen, Verw�nschungen loswerden... Dann gr��en und danken wir mal allen, die uns kennen, die sich dieses hier alles durchgelesen haben, uns unterst�tzen und nat�rlich Dir und GARDENS OF GEHENNA f�r die M�glichkeit uns hier so ausf�hrlich zu �u�ern. Wer mehr �ber uns erfahren m�chte, wen es nach Neuigkeiten, T-Shirts oder CDs von uns verlangt, sei an unsere Homepage (www.mirrorofdeception.com) verwiesen oder darf uns auch gerne schreiben. D o o m M e t a l l e b t ! |
| GARDENS OF GEHENNA Mag (gef�hrt von Chris Wachter im Mai 2001) |