| Was ist Ethik? Eine Frage, die nicht allzu leicht zu beantworten ist (schon gar nicht unbelastet zu Beginn des 1. Semesters), schon alleine deshalb, weil heutzutage Ethik in aller Munde ist. Zum Teil auch in solchen, die nicht allzu viel davon zu verstehen scheinen. Ethik steht heute f�r so viel, dass es schwierig ist zum Kern des Sachverhaltes vorzudringen. Ich m�chte daher versuchen meine pers�nliche Auffassung von Ethik anf�nglich in einem Satz zusammenzufassen, und diese im darauf Folgenden n�her erschlie�en. Ethik ist f�r mich jene Disziplin, die sich mit der Bewertung des pers�nlichen Handelns in Bezug auf das Gute und das B�se, sowie mit den Auswirkungen meiner Handlungen auf mein Wohl, als auch auf das Gemeinwohl besch�ftigt und die Grundz�ge dieser �berpr�fungsstruktut - dieses Wegweiserinstruments - in ein theoretischen und auf die Allgemeinheit anwendbares Schema zu bringen versucht. Zu den grundlegenden Elementen der Ethik z�hlen die Ihalte von Gut und B�se. Was ist das Gute? Was ist das B�se? Was ist gut an meinem Handeln und was ist es nicht? Hierbei stellt sich mir (und wahrscheinlich auch anderen) die Frage, worin die Definition von Gut/B�se begr�ndet ist und ob es etwas Erlerntes, aus dem jeweiligen Kulturkreis Stammendes, oder etwas allgemein G�ltiges ist. Gut und B�se sind zwei Worte, die in allen Religionn verwurzelt sind. Jede Religion legt eien ethischen Grundsatz vor, dem ihre Anh�nger Folge leisten (sollen). F� mich pers�nlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen Ethik und Religion. Bereits im ersten Buch der Bibel (Genesis) ist vom Guten (gut, Gutes) 36mal die Rede. Das spannt sich von Gott, der seine Sch�pfung "gut" nennt: "Gott sah alles an, was Er gemacht hatte: Es war sehr gut." (Gen 1,31) �ber so manche Aussage, wie gut ein Mensch, etc. ist, bis Gen 50,20 , wo es hei�t: "Ihr habt B�ses gegen mich im Sinn gehanbt, Gott aber hatte dabei gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: viel Volk am leben zu erhalten." (Gen 50,20). Auch darin zeigen sich die Folgen des Guten f�r das Wohl der Allgemeinheit, das Wohl des Volkes. Ethisches Handeln beh�lt immer das Wohl der Allgemeinheit, das (um ein altes, oft Vorurteil behaftetes Wort zu gebrauchen) Heil(-sein) der Mitmenschen im Auge. Hier tritt ebenfalls eine Verbindung zwischen Ethik und Religion zu Tage. Augustinus schreibt zum Beispiel in seinem Werk "De vera religione": "Alles Heil aber kommt von dem, von welchem auch alles Gute kommt. Alles Gute kommt von Gott, also auch alles Heil." Auch das B�se, Menschen die B�ses tun und schlechte Entscheidungen treffen, finden in der Bibl Erw�hnung. All das kann, in unsere heutige Zeit �bersetzt, eine Hilfe darstellen und in manchen Situationen ein Wegweiser f�r die richtige Entscheidung sein. Im 3. Johannesbrief findet sich besipielsweise die folgende Stelle: "Lieber Bruder, ahme nicht das B�se nach, sondern das Gute! Wer das gute tut, ist aus Gott, wer aber das B�se tut, hat Gott nicht gesehen." (3 Joh 11) �hnliches findet sih auch in Psalm 34 "...Bewahre deine zuge vor B�sem, und deine Lippen vo falscher Rede! meide das B�se, und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach!" (Ps 34,14-15) Ethik ist f�r mich gnau dieser Wegweiser, der mir zeigt, wo es in die richtige, gute Richtung geht. Davon hei�t es auch in der Bibel bei Jeremia: "Stelle dir Wegweiser auf, ..., achte genau ..., auf den Weg, den du gegangen bist!" (Jer 31,21) Ich erkenne, durch Erfahrung, durch Beobachtung, durch Erlernen, etc..., das Gute und kann es vom Schlechten unterscheiden. In Bezug auf diese Unterscheidung kann/muss ich in Folge meine Entscheidungen und Handlungen einer �berpr�fung unterziehen. In dieselbe Richtung zielt auch die Goldene Regel aus der Bergpredigt. "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen" (Mt 7,12) Die gesamt Sammlung von Gesetzten und Geboten in der Bibel, von den Zehn Geboten bis zur Bergpredigt und dar�ber hinaus, dienen als Hinweise zum richitgen Handeln und Verhalten. Ethik wird heutzutage fast mir Moral gleichgesetzt. Oft wird vernachl�ssigt, dass Ethik eigentlih von Tugend oder T�chtigkeit (Tauglichkeit) herr�hrt. Thomas von Aquin erkl�rt sieben Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Ma�) und stellt eine eigene Tugendlehre auf. "Das Gute des Menschen, sofern er Mensch ist, liegt darin: dass die Vernunft vollendet sei in der Erkenntnis der Wahrheit und die untergeordneten Begehrungskr�fte geleitet werden gem�� der Richtschnur der Vernunft." Die Voraussetzung f�r ein sittliches, ethisches Handeln ist f� Thomas, und dem schlie�e ich mich an, die Willensfreiheit (vgl. u.a. STh II) "Nicht der hei�t ein guter Mensch, der einen gute Erkenntniskraft, sondern der einen guten Willen hat." und weiter "Es ist unm�glich, dass ein Mensch gut sei, au�er er stehe im rechten Bezug zum gemeinen Wohl." Damit w�re ich wieder beim Handeln im Blick auf das Gemeinwohl angekommen und schlie�e diese kurz Abhandlung mit der Aussage "Wir sind dazu geschaffen, g�cklich zu sein" (Kardinal Sch�nborn, Rimini 2003) die letztlich nur dann erf�llbar ist, wenn Menschen ethisch handeln. (c) Pia Hecht, Oktober 2004 |
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