SCHULSTREIK!
WIDERSTAND!
Es war ein Symbol: Die neue Regierung konnte ihren Amtssitz nur durch unterirdische Gänge erreichen. Eine solche Welle des Widerstands gab es in Österreich seit Jahrzehnten nicht mehr. Eines ist allerdings völlig neu: Die Proteste werden nicht von etablierten, großen Organisationen organisiert, sondern werden von unten – von „ganz normalen Leuten" – täglich neu und spontan organisiert. Nach Tagen des Demonstrierens stellt sich für viele nun die Frage: Wie weiter?
Harald Mahrer, SLP-Bundesvorstand
Klar ist: Der Widerstand muß organisiert werden. Widerstand macht sich nicht von selbst, er braucht Menschen, die ihn organisieren. Tausende haben in den letzten Tagen gezeigt, daß sie bereit dazu sind. Es ist nun notwendig, daß sich die AktivistInnen der Bewegung auf eine längere Phase des Widerstands vorbereiten. Dazu müssen sich alle, die aktiv an der Organisation des Widerstands teilnehmen wollen, miteinander vernetzen. Auch Du/Sie bist/sind gefragt: Einfach bei der SLP unter Tel.: 01/ 524 63 10 bzw.
[email protected] melden, gemeinsam können wir ein Netzwerk des Widerstands auf die Beine stellen, welches an den Schulen, in den Universitäten, in Betrieben, oder auch im Grätzl „Aktionsgruppen gegen Blau-Schwarz" gründet und miteinander verbindet. Diese Komitees bieten die Chance, daß der Widerstand nicht nach der ersten Welle der Empörung wieder abzuebben beginnt, sondern weiter vorangetrieben werden kann. Und: Ein lang anhaltender Widerstand wird gerade angesichts des Belastungspakets der neuen Regierung notwendig sein. Dieses Belastungspaket bedeutet für viele Menschen einen radikalen Einschnitt in ihren realen Lebensstandard (siehe nebenstehenden Artikel).
Aktionstag 18.2.2000
Als nächster Schritt haben wir ein österreichweiter Schulstreik und Aktionstag am 18.2. vorbereitet. Sternmärsche von den Schulen zu einer zentralen Demonstration am Stephansplatz werden den Mittelpunkt eines vielfältigen Aktionstags gegen Blau-Schwarz darstellen.
Dieser Aktionstag darf nicht auf SchülerInnen beschränkt bleiben. Auch berufstätige Menschen, von den angekündigten Sparmaßnahmen Betroffene sollen sich anschließen und Kundgebungen und Aktionen machen. Und unser Aktionstag ist international: Auch in vielen Ländern Europas wird es u.a. vom Komitee für eine ArbeiterInneninternationale und Jugend gegen Rassismus in Europa Solidaritätsaktionen geben..