Gedichte ...
Auf dem Friedhof
sehe ich Gräber,
schön gepflegt mit
Blumen und Sträuchern.
Lasst mein Grab
verwildern und
gebt mir zu Lebzeiten die Blumen!!!
by Kristiane Allert-Wybranietz
Vom Sterben:
Manche sterben durch Unfall.
Manche sterben durch Krankheit.
Manche sterben durch Gewalt.
Manche sterben an Altersschwäche.
Manche sterben durch eigene Hand.
Viele sterben durch Lieblosigkeit-
das ist der schlimmste Tod,
weil man danach noch weiterlebt
Tu was!
Ein Mann lebt in
einem kleinen Haus an der Küste. Ein Sturm zieht auf und stürmt
fünf Tage lang ganz schrecklich. Als sich der Sturm etwas gelegt
hat, beschließt der Mann an den Strand zu gehen und zu sehen,
was sich geändert hat. Als er dort ankommt, sieht er Tausende
von Seesternen am Strand. Er denkt kurz nach, dann bückt er sich
und packt einen Seestern und wirft ihn zurück ins Wasser und
dann greift er den nächsten und wirft ihn zurück ins Meer und
so weiter. Da kommt ein Bekannter vorbei und fragt: "Was
machst du da ? Das ist doch sinnlos bei den Tausenden von
Seesternen, die angeschwemmt wurden."
Da antwortet der Mann: "Für diese nicht."
Bevor ich sterbe
Noch einmal sprechen
von der Wärme des Lebens
damit doch einige wissen:
Es ist nicht warm
aber es könnte warm sein
Bevor ich sterbe
noch einmal sprechen
von Liebe
damit doch einige sagen:
Das gab es
das muß es geben
Noch einmal sprechen
vom Glück der Hoffnung auf Glück
damit doch einige fragen:
Was war das
wann kommt es wieder?
von Erich Fried
Wenn Du erwachst in der Morgenfrühe bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel im kreisenden Flug. Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht. Steh' nicht weinend an meinem Grab, ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht. © American Indian
Aus sich
selbst herausgehen
Es ist einfach unnahbar zu sein.
Man braucht sich nur von den anderen Menschen fernzuhalten und
wird so niemals leiden.
Wir ersparen uns so die Risiken, die Enttäuschungen, den Traum
von einer Liebe, der sich nicht erfüllt.
Es ist einfach, unnahbar zu sein.
Wir brauchen uns nicht um die Telefonate zu kümmern, die mit
Menschen gemacht werden müssen,
die unsere Hilfe, unsere Unterstützung brauchen.
Es ist so einfach, unnahbar zu sein.
Wir brauchen nur so zu tun, als lebten wir in einem
Elfenbeinturm, und wir werden nie eine Träne vergiessen.
Wir brauchen nur bis zum Ende unseres Lebens eine Rolle zu
spielen.
Es ist einfach, schwer zugänglich zu sein.
Man braucht nur das Beste am Leben aufzugeben.
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust so ist dir,
als leuchten tausend Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache
Und wenn du dich getröstet hast ,
und man tröstet sich immer
dann wirst du froh sein mich gekannt zu haben.
Dann wirst du froh sein mich gekannt zu haben.
(Antoine de St. Exupêry)
Menschen, die etwas
nicht mehr aushalten, ertragen es noch lange. Dann plötzlich
brechen sie aus - unerwartet und brutal!
(Alexander Kluge, "Die Macht der Gefühle")
Eine Art
Liebesgedicht
Wenn es Sinn hätte
zu leben
hätte es Sinn
zu leben.
Wenn es Sinn hätte
noch zu hoffen
hätte es Sinn
noch zu hoffen.
Wenn es Sinn hätte
sterben zu wollen hätte es Sinn
sterben zu wollen.
Fast alles hätte Sinn
wenn es Sinn hätte.
Mondnacht
Es war, als haett
der Himmel
Die Erde still gekueßt,
Daß sie im Bluetenschimmer
Von ihm nun traeumen mueßt.
Die Luft ging durch
die Felder,
Die Aehren wogten sacht,
Es rauschten leis die Waelder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele
spannte
Weit ihre Fluegel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als floege sie nach Haus.
(Joseph von Eichendorff)
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los. Befiehl den letzten Fruechten voll zu sein; gib ihnen noch zwei suedlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Sueße in den schweren Wein. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und herunruhig wandern, wenn die Blaetter treiben. (Rainer Maria Rilke)
Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglueck
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist laecherlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmoeglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
(Erich Fried)
Ohne Dich
Dich nicht naeher
denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist
Dich nicht aelter
denken
und dich nicht juenger denken
nicht groeßer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kaelter
Dich denken und
mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist
(Erich Fried)
W.H. Auden
Funeral Blues
Stop all the
clocks, cut off the telephone.
Prevent the dog from barking with a juicy bone.
Silence the pianos and with muffled drum
Bring out the coffin, let the mourners come.
Let aeroplanes circle moaning overhead
Scribbling on the sky the message He Is Dead.
Put crêpe bows round the white necks of the
public doves,
Let the traffic policemen wear black cotton gloves.
He was my North, my South, my East and West,
My working week and my Sunday rest,
My noon, my midnight, my talk, my song;
I thought that love would last forever:
I was wrong.
The stars are not
wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood;
For nothing now can ever come to any good.
Zu leben
Rabbe Enckell (geb.1903 in Tammela)
Zu leben
ist nur ein ewiges Wahrnehmen
Die Luft ist so groß und schwer.
Meine Augen zittern.
Sie haben zu viel getrunken.
Ich gehe in die Stille
Impi Kauppila (geb. 1909 in Helsinki)
... Ich gehe in die Stille, geschlagen, ohne ein einziges Wort auszulösen.
Sehnsucht
Arvid Möme (geb.1876 in Kuopio, gest.1946 in Helsinki)
Vieles habe ich überlebt,
was man nicht überleben soll:
Freundschaft, Liebe.
Noch eines werd ich
überleben:
mein Werk.
Doch mich wirst du
überleben,
du, die in der Liebe Wohnung nahm
wie der Zugvogel in dem warmen Nest,
du, die einen Glanz über das Werk gebreitet
wie der Sonnenstrahl an einem Wolkenabend
auf eine arme Ackerfurche
das Licht fallen lässt.
Du, die ich mit dem schönsten Namen nenne,
du, meine Sehnsucht.
Der Schwan des
Todes
*Kuoleman joutsen*
Aino Kallas (geb.1878 in Viipuri, gest.1951 in Helsinki)
Der bleiche Schwan
des Todes
schwimmt auf dem dunklen Strom,
doch wer sein Singen vernommen
nicht fragt nach den Reizen der Welt.
Schon zweimal, oh
Schwan des Todes,
hast du gesungen vom Dachfirst herunter,
hör' ich dich nun zum dritten Male,
mein eigener Aufbruch naht.
When he shall die
take him
And cut him out in little stars
And he will make the face of Heaven so fine
That all the world will be in love with night
[Romeo & Juliet]
Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt du von den Schmerzen, die in mir sind, und was weiß ich von deinen. Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest du von mir mehr als von der Hölle, wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle.
(Franz Kafka)
Der sensible
Mensch,
leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde,
sondern ganz allein,
weil nichts auf dieser Welt
seine Sehnsucht stillen kann....
Schweigen ist manchmal der
lauteste Schrei ...
"Ich glaube",
sagte der kleine Prinz, "dass die Sterne leuchten, damit
jeder den seinen eines Tages wiederfinden kann."
("Der Kleine Prinz", Antoine de Saint-Exupéry)
Der Überlebende
Wünscht mir nicht
Glück
zu diesem Glück
dass ich lebe!
Was ist Leben
nach so viel Tod?
Warum trägt es
die Schuld der Unschuld?
Die Gegenschuld die wiegt so schwer,
wie die Schuld der Töter
wie ihre Blutschuld
die entschuldigte abgewälzte.
Wie oft muss ich sterben
dafür dass ich dort
nicht gestorben bin?
(c)Erich Fried (1921-1988)
Wenn ich
im Glanz der Sonne
dein Lächeln nicht sehe
Wenn ich
im Gesang der Vögel
deine Stimme nicht höre
Wenn ich
im fallenden Regen
deine Tränen nicht sehe
Wenn ich
in fremden Gesichtern
deines nicht suche
Dann
erst dann
bist du wirklich gestorben
Helga Hochmann
Du bist nicht tot, sondern nur untergegangen wie die Sonne. Wir trauern nicht über jemanden der gestorben ist, sondern über jemanden der sich vor uns verborgen hat. Nicht unter den Toten suchen wir dich, sondern unter den Seeligen des Himmels.
Wenn Du eines Tages
stirbst,
zerfällt Dein Körper in tausend Sterne,
und alle, die in den Himmel schauen,
werden sich in die Nacht verlieben ...
Wir verletzen unser Äußeres, um in Wahrheit unser Innerstes zu töten. [Girl, Interrupted]
I hate myself and I want to die. [Kurt Cobain]
Literarische Würdigung
Einige Zeit
nach dem Selbstmord
werden vielleicht
ihre verzweifelten Verse
nicht mehr nur
als besonders geglückte Gedichte
sondern sogar
auch
als Verzweiflung erkannt.
Man muss nicht tot sein, um nicht mehr zu leben.
In den meisten Fällen ist die Todesursache
eines Menschen sein Leben. Voltaire
Man muss noch Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können
(Friedrich Nietzsche)
Alles beginnt mit der Sehnsucht.
Nelly Sachs (1891 - 1970)
Seit einiger Zeit geht etwas seltsames in mir vor. Wenn ich an dich denke, schwappt eine Welle über mir zusammen, die die Realität um mich herum wegspült.
Vernunft ist die Hölle der Sehnsucht...
Adré Gest (*1963)
Weißt Du, wie groß Deine Sehnsucht ist, nach den
Sternen, die in Deiner Kindheit vom Himmel fielen?
Ernst Wessely
Wenn Du einst an mich denkst, dann soll
keine Träne Dein Antlitz trüben.
Wenn Du einst an mich denkst, sollst in hellstem Glanz
erstrahlen,
dich im Licht unserer schönsten Zeit nur ahlen.
Oder willst Du etwa,
dass sich meine Seele plagt, weil ich schon vorzugehen hab gewagt
?
G.Putschögt
Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.
Bertold Brecht (1898 - 1956)
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.
Mark Aurel (121 - 180)
Alle weltlichen Dinge sind nur ein Traum im Frühling. Betrachte den Tod als Heimkehr.
Kung-fu-tse (551 - 479 v. Chr.)
Das Schlimme am Tod, ist nicht die Tatsache, daß er uns einen geliebten Menschen nimmt, sondern vielmehr, daß er uns mit unseren Erinnerungen allein läßt.
Unbekannt
Das, was Ihr seid, waren wir.
Das, was wir sind, werdet Ihr sein.
Grabinschrift
Death makes angels of us all and gives us wings, where before we had shoulders, smooth as raven´s claws.
Jim Morrison
Denk dir ein Bild, weites Meer, ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die offene See. du siehst, wie es kleiner und kleiner wird. Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es. Da sagt jemand: Nun ist es gegangen. Ein anderer sagt: Es kommt.Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts anderes, als die Grenze unseres Sehens. Wenn wir u einen Menschen Trauern, freuen sich andere, ihn hinter der grenze wiederzusehen.
Nachruf in der Nordwest-Zeitung, Oldenburg, vom 27. Oktober 2001
Der Tod eines Menschen wirft in den meisten Fällen nur eine Frage auf:
Welchen Sarg nehmen wir?
Unbekannt
Nackt duschen widerspricht katholischer
Moral
( Generalkirchenvikariat Köln )
Was nicht der Wahrheit oder Sittennorm
entspricht, hat kein Recht auf Existenz.
(Papst Pius XII, 1876-1958 im Jahr 1954)
Und dann kehrt man heim mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, und es ist so, als wär´ man nie dabei gewesen. Ödon von Horvath
Für Selbsttäuschung gibt es keine Grenze.
Elias Canetti (1905 - 1994)
Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr.
François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Ein Hilfeschrei formte sich in ihrer Kehle. Helft mir doch -
irgend jemand! [...] Doch der Schrei wurde nie ausgestoßen. Er
blieb in ihrer Kehle stecken, und schon schluckte sie ihn
hinunter, wie sie schon unendlich viele Schreie
hinuntergeschluckt hatte.
"Wenn ein Teller zerbricht, wirft man ihn weg. Zerbricht
ein Mensch, kann man weiter nichts tun, als die Scherben aufheben
und versuchen, sie so gut man irgend kann wieder zusammenzukitten..."
"Er hat versucht, Selbstmord zu begehen."
"Versucht? Sie haben doch eben gesagt, er sei tot."
"Der Arzt meint, er habe etliche Schlafpillen geschluckt und
sich an einem Arm die Pulsader aufgeschnitten. Aber die
eigentliche Todesursache sei ein Schlag gegen den Kopf gewesen.
Wahrscheinlich hätte er einen Ohnmachtsanfall gehabt und sei im
Fallen mit der Schläfe auf die Kante des Wachsbeckens geschlagen."
Sie wandte sich ab und sah zum Fenster hinaus. Aber nicht, um
ihren Schmerz zu verbergen, sondern damit er den Anflug des
geringschätzigen Lächelns nicht sähe, das um ihre Mundwinkel
zuckte. [...] Er konnte aber auch nichts anständig erledigen,
noch nicht einmal sich selbst.
"... Alle sagen, es täte ihnen leid, und es ist völlig
gleichgültig; es ist völlig gleichgültig, ob es ihnen leid tut
oder nicht."
"Wenn ich jeden umbringen würde, den ich hasse, würden
die Leute in der ganzen Stadt sterben wie Fliegen."
(aus: Liebe
Mutter, es geht mir gut...)
"...Man kann
sich auch in Gesellschaft anderer einsam fühlen..."
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[Richard von Weizsäcker (*1920),]
..."Das
Sterben gehört zu den Spielregeln..."
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[Stephan Lackner (1910-2001)]
..."wenn eine Seele weint sind die Traenen nicht zu sehen.."
..."dead heart in a dead world..."
..."Menschen gehen vorrueber
schließen die Augen bei jedem Schrei
mein Herz wird immer trueber
und ich wuenschte meine Seele sei frei..."
..."das ist das schwerste , sich zu verschenken
und zu wissen das man überflüssig ist
sich ganz zu geben und zu denken
das man wie rauch im nichts zerfliesst.."
Blut bedeutet in der russischen Sprache zugleich schön.
Und sie hat recht.
...Die Einsamkeit so leer ,
das ich den Tod zu moegen anfange..
..."Ich weiß nicht warum ich lebe
nur das ich am leben bin...."
..."Seltsam im Nebel zu wandern,
Leben ist einsam sein ,
kein Mensch kennt den anderen ,
jeder ist allein..."
Die Sonne scheint, die Vögel singen, ein schöner Tag, sich umzubringen.
Michael Patrick Kelly
Eines Tages hast du nicht mehr die Kraft für andere, und willst nur noch von deinem Selbstmord abgelenkt werden
Und immer fort und weiter fortdrängt mich das Gefühl, daß ich mich so wie ich jetzt bin nicht mehr haben will. Drum laßt mich fliegen - sterben.
Nachruf auf Markus, der sich an seinem 27. Geburtstag das Leben nahm, Stuttgarter Zeitung vom 4. Januar 1998
"Ich muß feststellen, daß ich nicht einmal für mich unentbehrlich bin "
Elmar Kupke (*1942)
Wer grundsätzlich den Empfehlungen anderer folgt,hat aufgehört, sich selbst zu sein.
Willy Meurer (*1934)
Wie soll jemand, der sich selbst nicht leiden kann, andere lieben können?
Ernst Ferstl (*1955)
Irgendwann kommt immer dieser Moment.
Der Punkt, an dem die Umkehr unmöglich wird, an dem klar ist, das weitergehen bedeutet,
nie wieder zurückzukönnen.
Ich wollt, sie hätten
statt der Wiege
mir einen kleinen Sarg gemacht,
dann wär mir besser wohl, dann schwiege
die Lippe längst in feuchter Nacht.
dann hätte nie ein wilder Wille
die bange Brust durchzittert, - dann
wärs in dem kleinen Körper stille,
so still, wies niemand denken kann.
nur eine Kinderseele stiege
zum Himmel hoch so sacht, - ganz sacht.
was haben sie mir statt der Wiege
nicht einen kleinen Sarg gemacht?
(R.M. Rilke)
Keiner wird gefragt,
wann es ihm recht ist
Abschied zu nehmen -
von Menschen,
Gewohnheiten,
sich selbst.
Irgendwann plötzlich heißt es
damit umgehen,
ihn aushalten,
annehmen,
diesen Abschied,
diesen Schmerz des Sterbens,.
dieses Zusammenbrechen -
um neu Aufzubrechen.
(entnommen aus einer Todesanzeige)
Alles beginnt und endet,
zur richtigen Zeit,
am richtigen Ort.
Die Gerechtigkeit,
Ladies and Gentleman,
die Gerechtigkeit
wird siegen!
Aus dem Film "The James Gang"
So sitzt sie,
wie ein Vogel in einem goldenen Käfig.
Das Lächeln hat man ihr aufgemalt.
Aber ihre Augen wollen die Geschichte erzählen.
Doch sprechen kann sie nicht mehr,
denn ihre Stimme ist unter den Tränen begraben,
die wie ein stummer Bach,
Tag ein, Tag aus über ihre Seele fließen,
zurück bleibt die Leere, nur ab und zu,
wenn sie sich unbeobachtet fühlt,
träumt sie von der Freiheit.
Doch ihr Wille ist zu schwach,
um ein weiteres Mal zu kämpfen.
Denn die Türe ist verschlossen
und der Schlüssel ist der Tod...
Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In den Himmel?
Der ist zu hoch
In die Wolken ?
Die sind zu fluechtig
In den Baum
der gefaellt und verbrannt wird?
Ins Wasser
das alles fortschwemmt?
In die Erde
die man zertritt
und in der nur die Toten liegen?
Sag
in was
schneide ich
deinen Namen?
In mich
und in mich
und immer tiefer in mich...
[Erich Fried]
... Wenn ich schreien koennte waert ihr alle taub ...
Elizabeth Bernstein
Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn
dann brauche ich es am meisten!
Sieh nicht zu, wie das Leben an dir
vorbeigeht - geh mit ihm.
José Narosky
Steh' nicht weinend an meinem Grab, ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht.
Ich bin tausend Winde, die weh' n, ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee,
ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn, ich bin der sanfte Regen im Herbst.
Wenn Du erwachst in der Morgenfrühe, bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel
im kreisenden Flug.
Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht.
Steh' nicht weinend an meinem Grab, ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht.
Wir können nur für das leben, wofür wir auch zu sterben bereit sind.
Das Beste was diese Welt bietet, ist die Sehnsucht nach einer anderen.
Es gibt keinen Himmel auf Erden, aber einen Weg zum Horizont.
Denkst du an Engel, so bewegen sie ihre Flügel.
Per aspera ad astra. Durch die Schwierigkeiten zu den Sternen.
Der Mensch das sonderbare Wesen: Mit den Füßen im Schlamm, mit den Kopf in den Sternen.
Es gibt nichts anderes als den Trost des Sternenhimmels.
Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
Je dunkler der Himmel, desto heller werden die Sterne erscheinen.
Ich könnte stundenlang mich nachts in den gestirnten Himmel vertiefen, weil mir diese Unendlichkeit fernher flammender Welten wie ein Band zwischen diesem und dem künftigen Dasein erscheint.
Phantasie ist wichtiger als Wissen.
Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als eure Schulweisheit sich träumt.
Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Das ist absolute Unmenschlichkeit.
(George Bernard Shaw, Dramatiker, 1856-1950)