INTERVIEW MIT SCANNER

Erst einmal Hallo an das „Metal Mag“

Als Interviewpartner steht Euch Marc Simon ( Bass ) Rede und Antwort.
Ich bemühe mich, alles ausführlich zu beantworten.

1. Es hat ja in den letzten 6 Jahren kräftig bei euch rumort. Was war genau los?
Sechs Jahre? Vor sechs Jahren haben wir gerade die „Ball..“ vorbereitet!
Klar ist da einiges passiert. Ich versuche es chronologisch zu ordnen.
Ich kam zu Scanner als gerade die „Mental Reservation“ im Studio
fertiggestellt worden ist, nicht als Musiker, sondern eher als
Konsument. Ich hatte zu der Zeit als SCANNER im Studio waren, ein
Praktikum im selbigen gemacht. Durch einen Zufall wurde ich mit A.J.
bekannt. Ein Kollege von mir sollte seine Hamer lackieren. So kam man
ins Gespräch.
Erst als der damalige Bassist Dario “die Segel strich“, war ich wohl ein
Thema für die Band, da Axel der Meinung war, man sollte mich mal
antesten. So wurde ich zur Probe geladen und lernte die Band kennen.
Zunächst war das erst einmal ein Kulturschock. Einerseits wusste ich ja
was die Band im Studio produziert hat, doch das der Level der Band so
hoch war, nahm mir fast den Mut. Drei Proben weiter, mit blasen an den
Fingern, bekam ich das o.k. von der Band. Ich war drin.
Weitere acht Wochen später waren wir im Studio und spielten das Japan
Demo ein. Nach weiteren sechs Wochen waren wir mitten in der Produktion
von „Ball of the Damned“

Während der Produktion haben Axel und ich sehr eng zusammengearbeitet.
Ich übernahm einen großen Teil der Bedienung der Studiotechnik während
Axel sich um das musikalische kümmerte. Alles lief wie geschmiert, bis
zu dem Tag als Axels Vater plötzlich verstarb.
Von diesem Tag an war tiefe Betroffenheit und Mitgefühl für Axel an die
Stelle gerückt, wo sonst die „Ball of the damned“ gestanden hatte. Die
Band war wie gelähmt.
Ich für meinen Teil kannte Axels Vater nicht. Darum viel es mir etwas
leichter die geschäftlichen Interessen der Band in die Hand zu nehmen um
die CD pünktlich bei der Plattenfirma abzuliefern. Der einzige Haken an
der Sache war; ich hatte von diesem ganzen Drum und Dran keine Ahnung.
Letztendlich hat es aber geklappt, und dann zählt nur das!

„Ball of the damned“ wurde von den Fans auch gut angenommen. Für mich
selber war das schon irgendwie ein unheimliches Gefühl, so wegen von 0
auf 100.

SCANNER bekam von Volker Raabe das Angebot eine Tournee zu machen.
„Unrest“ aus Bremen als Support mit dabei. Da gab es nichts zu
überlegen. Ab in den Tourbus und los und weg. Ich kann zu der Tour nur
eines sagen; GEIL!!! Zu UNREST kann ich nur sagen; SUPER GEIL!!! Auf
diesem Wege schöne Grüße an Guido und Gerd!

Die nächste Tour in dem Jahr war dann mit Fates Warning und OMEN. Zwei
Ami Bands wie sie nicht unterschiedlicher sein konnten. Omen waren mit
bei uns auf dem Tourbus, echt spaßig und cool. Fates Warning dagegen
kapselten sich über die ganze Tour hinweg von allen ab. War aber auch
nicht schlimm, denn sie benahmen sich wie Arschlöcher, den Veranstaltern
und uns gegenüber. Gerade beim Catering bestanden sie unter anderem
darauf, dass jede Banane die auf ihre Anweisung hin vorher mit Fates
Warning signiert und genauestens rationiert wurde, dann natürlich auch
nur von ihnen gegessen werden durfte. Cool oder schwul??? Fressneid???
Einzigst netter war der Basser Joey.

Nun hatten wir zwei Touren hinter uns. Also ran an neue Songs. Doch das
wurde schwierig.
Stefan Nicolei, unser zweiter Gitarrist, hatte nur noch sein Italiano
Grupi im Kopf und verbrachte häufiger seine Zeit in Italien.
Unser Leo war mit seiner Pizzeria zugange und unser Stefan Braun wollte
unbedingt Elektriker werden.

Als Höhepunkt war dann noch das WACKEN OPEN AIR. Auch dort hatten wir
Verstärkung durch unsere Background Sängerin Chris Schmitt. Von meiner
Seite aus würde ich sagen, der Auftritt war voll in Ordnung und die Fans
waren der Hammer.

In der Band wurde die Planung gemacht wie es weiter gehen soll, nur
dumm, dass sich kaum einer daran hielt. Wir hatten das Ziel ein eigenes
Recording - Studio zu errichten, doch die Arbeit blieb nur an Axel und
mir hängen.
Inzwischen verließ Leo die Band, er war der festen Überzeugung, das er
allein besser als SCANNER ist und sich jetzt auf Solopfaden bewegen
müsste. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.

Wir suchten lange einen neuen Sänger. So versuchten wir es erst einmal
ohne Sänger die neuen Songs zu schreiben. Je länger wir nach einem
Sänger suchten, desto demotivierender wurde die Situation bei SCANNER.

Zuletzt blieben nur noch Axel und ich übrig. Wir beide warfen all unsere
Zeit und Energie in das Vorhaben, die neue Platte komplett selber
einzuspielen, das war ein steiniger Weg. Böse Zungen behaupteten schon,
dass Axel und ich miteinander verheiratet waren, so viel Zeit
verbrachten wir zusammen.

Nach einiger Zeit bekam ich einen Anruf von meinem Kumpel Charly
Kalkhofer. „Ruf doch mal diese Nummer an, da ist eine, die meint, sie
kann singen!“ Das habe ich auch getan und so kamen wir dann zu Lisa. Mit
ihr haben wir dann zunächst als Trio die „SCANTROPOLIS“ fertig gestellt.

Als die Produktion fast fertig war, hatten wir dann auch die geeigneten
Mitstreiter an den Instrumenten gefunden um auch für die Zukunft als
funktionierende Band agieren zu können.

Ich hoffe, dass die erste Frage damit zum größten Teil zufriedenstellend
beantwortet ist.

2. Nun ist es ja endlich da das neue Album. Eine wichtige Frage:
Warum habt ihr den Song " Till The Ferryman Dies " gleich 2 mal auf dem Album ( er ist als Studio- und als Liveversion vertreten ).
Es war an der Zeit auch die Live Power der Band mal zu präsentieren.
Wenn es gut ankommt werden wir nächstes Jahr ein Live Album aufnehmen.
Es ist halt ein Bonustrack.

3. Um was drehen sich die Songs textlich?
Textlich sollte jeder auf sich die Songs erst einmal wirken lassen. Nur
so wird man erkennen, dass es sich eigentlich wieder um eine Story
handelt, die zum einen die Wut und Enttäuschung und zum anderen die
Hoffnung zum Inhalt hat. Anders als bei den bisherigen SCANNER Alben
handelt es sich hier nicht um eine vorgegebene Geschichte, sondern hier
werden einmal mehr die Situationen des Lebens wiedergespiegelt die manch
einer vielleicht auch schon erlebt hat.

4. Wer hat die Scheibe produziert und vorallem wo habt ihr sie aufgenommen?
Die Produktion war das Werk von Axel und in Co von mir. Mein Part war
zum größten Teil die Technik sowie das Recorden. Axel hat das
Musikalische und den Mix gemacht. Man kann sagen das Axel einen 1a Job
abgeliefert hat.
Aufgenommen haben wir die CD komplett in unserem Projektstudio in
Gelsenkirchen. Alle Instrumente wurden von Axel oder mir selbst
eingespielt. Lisa hat alle Voices und Backings
gemacht. Zu einigen Passagen haben wir ein paar befreundete Musiker zur
Mithilfe eingeladen. Der Mix wurde im SquareOneEntertainment Studio in
Essen gemacht und auf der Mastering Ranch vom EROC ist das ganze
gemastert worden.

5.Und das Artwork hat wer gemacht?
Das Artwork? Ich hab keine Ahnung, Der, der es machen sollte, ein
bekannter Schwede, Kristian „Walium“ oder so wurde nicht rechtzeitig
fertig und dann ging alles in zwei Tagen bei einem anderen Zeichner in
Deutschland klar, dessen Namen ich leider nicht parat habe.

6. Wie siehts eigentlich mit einer Tour aus?
Eine Tour ist für Herbst 2002 geplant, doch die genauen Termine und mit
wem wir touren ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher zu sagen.
Sie werden aber aktualisiert auf unserer Homepage zu finden sein.
www.scanner4u.de

7. Danke für das Interview!
Scanner bedankt sich für Euer Interesse und wünscht dem METAL MAG alles
Gute.
 

By Eric

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