FESTIVALBERICHT VOM HEADBANGERS OPEN AIR
HEADBANGERS OPEN AIR 2002-06-21/22
Am 21. Juni war es also wieder soweit – Lokalmatadoren,
Newcomer Bands und etwas bekanntere Headliner lockten die Fans des schweren
Metalls zum Arsch der Welt. Und wenn ich das sage, muss es stimmen, denn
eigentlich wohne ich schon so gut wie am Arsch der Welt. Auf einer Kuhwiese
mitten in der Wallachei ist die traditionelle Location des Open Airs. Das
Festival Gelände ist das Grundstück eines abgebrannten Bauernhofs,
wo nur noch 2 (verdammt coole) Türme stehen und mittlerweile eine
kleine Bühne. Fressbuden etc. befinden sich im Privatgarten eines
ganz normale Einfamilienhauses. Ich dachte, ich gucke nicht richtig. Also
wenn das mal kein Ansporn für die eigene Metal Party im Garten der
Eltern ist! Hannes Holzkiste besattete die Fans, die aus ganz Deutschland
und teilweise sogar international angereist waren, mit Leckereien und Bier
gab es sowieso genug.
Organisatorisch hat alles (für den Zuschauer)
gut ausgesehen. Die kleinen Probleme mit den Dichtungen der Kohlensäureflaschen
wurde durch vermehrtes Genießen diverser Flaschengetränke ausgeglichen.
Nun ein wenig zu den Bands:
Die 3 Bands,
die mir besonders gut gefallen haben, waren „Skull Harvest„, „Holy Moses„
und „Dark Age„. Erstere mussten am Freitag die Show beginnen und dementsprechend
war die Stimmung auch noch nicht auf dem Höhepunkt. Nachdem dann mehrere
(eigentlich nur) melodic und true metal Bands ihre Texte abgetrillert hatten,
musste erst eine Frau ans Mirkophon, um den Männern zu zeigen, dass
man auch tiefer als das C2 singen kann... Die Front Frau von Holy Moses
lies von der ersten Sekunde an keinen Zweifel: Diese Band ist groß
– verdammt groß. Einigen Zuschauern kam der Gedanke, dass ein derartiger
Act auf bekannteren Open Airs wahrscheinlich auch keinerlei Probleme hätte,
mit größeren Bands mitzuhalten. Holy Moses gab alles, und die
Masse ging ab wie bei keiner der anderen Bands. Insgesamt eine sehr gute
Thrash/Death Show dieser Band, die auch mit am besten bei den Gästen
ankam.
Des nachts durften die Zeltenden dann vor allem
Die apokalyptischen Reiter genießen, allerdings nicht im Original,
sondern mit Hilfe eines (ich glaube) eines VW Polos und einem glorreichen
Quartett (ja, ich war einer von Ihnen, hehe). Und wie sollte es anders
sein – wer auch nur annähernd vernünftig geschlafen hat, musste
schon taub gewesen sein. Ich denke, der geübte Festival Besucher weiß,
was ich meine.
Der frühe Morgen des Samstages brachte leider
wenig Gutes. Der erste vorsichtige Blick aus dem Zelt: Regen und Wolken.
Dementsprechend war die Stimmung nach durchgemachter Nacht auch recht niedergeschlagen.
Vor allem, weil wieder nur True Metal Bands auf der Liste standen. Immerhin
eine Band hat es dann am Samstag noch geschafft, ein wenig andere Musik
zu bringen, und das waren „Dark Age„. Die Jungs sehen nicht nur verdammt
evil aus, sondern machen auch verdammt guten black metal. Hätten sie
eine günstigere Zeit als 16 Uhr bekommen, hätte sie der Knüller
des Tages werden könnnen.
Im großen und ganzen war das Festival echt
gut. Sogar Fernseher für die Fußball Fans wurden bereitgestellt!
(danke danke danke!!!). Nun aber mein einziger und leider etwas gravierender
Kritik-Punkt: Die Auswahl der Bands war viel zu eintönig. Nicht einmal
die härtesten True Metal Fans können sich 2 Tage lang immer dasselbe
Gedüdel anhören. Man hätte mehr Rücksicht auf andere
Stilrichtungen nehmen sollen und ein paar mehr black- und Death-Metal Bands
wären schon sehr gut gewesen. Denn spätestens nach der dritten
Band in Folge (I am a metal warrior, steel, fight, war, metal) hat man
irgendwie keine Lust mehr dazu.....
Dennoch: Das wird nächstes mal bestimmt
vielseitiger werden und wir sehen uns wieder! Bis dahin, stay heavy!!!
By Heyko