Wir sind doch nur Freunde, oder? von MelChan
(Taito)
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Kapitel 1: "Zwei dicke Freunde"
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"Hey Taichi!!! Gib endlich den Ball ab!!!", doch der braunhaarig Junge hörte
nicht, er wollte jetzt dieses Tor schießen um endlich das Spiel zu gewinnen. Es
stand bereits 2:2 und nur noch wenig Zeit verblieb um das runde Leder in den
rechteckigen Kasten, namens Tor, zu katapultieren. Der Ergeiz ergriff den
Jungen. Er spielte leichtfüßig, als ob er tanzte. Führte den Ball an den
Angreiffern vorbei. Trickste. Die Fangemeinde am Rande des Spielfeldes grölte.
Die Mädchen, die sich eindeutig nur wegen der Jungs hier befanden, schrieen und
kreischten: "LOS YAGAMI! MACH EIN TOR!" Noch knapp eine Minute war zu spielen
und die Zeit verstrich immer mehr. Erneut kam ein Spieler der gegnerischen
Mannschaft um Taichi den Ball abzujagen. "Vergiss es Yagami, an mir kommst du
nicht vorbei.", schrie der große dunkelhaarige Gegner, der versuchte durch
hinterhältige Manöver an den Ball zu kommen. "Denkst du dir so, Kantai!",
entgegnete ihm der braungebrannte Junge und spielte, einem Gott gleich, den Ball
durch die Beine, seines Angreifers. Mit ein breiten siegessicheren Grinsen
kickte der Junge den Ball ein wenig an und lief ihm weiter hinterher. Das Tor
war schon befreiend nahe. Gleich kann er schießen. Weit und breit keiner, der
ihn hindern könnte. Taichi holte mit seinem rechten Bein aus. "Und Tor!!!!!!",
stieß er hinaus, während er das Bein gen Leder bewegte. Der Fuß traf das Weiß
mit den schwarzen Sechsecken und beschleunigte dieses somit. Der Ball, von
immensem Drall und Geschwindigkeit, schoss in Blitzeseile auf das Tor zu. Ein
kurzer Moment der Anspannung folgte, und alle Spieler starrten auf das Tor.
Würde Taichis Mannschaft als Sieger aus dem Spiel hervorgehen? Der Torwart der
gegnerischen Mannschaft sprang in Richtung geflogenen Ball, doch leider zu spät,
das Leder streifte nicht einmal ansatzweise die Handschuhe des Keepers und
knallte in das Netz des Tores und riss es somit sich. Der Ball drehte sich kurz
im Tornetz und fiel dann gebremst zu Boden. Ein Pfiff war zu hören. Das Spiel
war zu Ende. "Wir haben gewonnen.", murmelte Taichi vor sich hin, dann besann er
sich und ein breites frohes Grinsen erschien unter den braunen Augen. "Wir haben
gewonnen!", schrie er nun und sprang dabei in die Luft, den rechten Arm gen
Himmel gehoben und konnte erkennen, wie ein Horde von weiteren 10 Mann in blauen
Trikots auf ihn zugerannt kamen. "Taichi ist der Größe!", schrieen sie. "Yagami
unser Torschütze.", erklang es aus der anderen Richtung. Die Jungen fielen sich
um den Hals und grölten. Alle lachten und waren glücklich über den Sieg. Mit
Stolz und Anerkennung wurde auf die Schulter Yagamis geklopft oder durch seine
braune Löwenmähne gewuschelt. Dieser lachte immer noch quietsch vergnügt und gab
das Victory-Zeichen von sich. Erneut konnte man vom Spielrand ein kreischende
Menge hören. Die Mädchen, die sich dort befanden hüpften auf und ab und sahen
mit wässrigen Augen zu den Jungs hinüber, immer mal wieder tuschelten sie dann
und kicherten, freuten sich und schwärmten für die Sieger. Ja, man kann sagen,
dass nur Mädchen als Zuschauer anwesend waren, mit einer Ausnahme: Yamato
Ishida. Dieser stand ebenso am Rande des Spielfeldes und hatte die letzten
Minuten des Spieles mit Anspannung verfolgt. Auf seinem Rücken trug er seine
Elektrogitarre, da er gerade von seiner Bandprobe kam und eigentlich nach Hause
gehen wollte, jedoch durch das spannende Spiel aufgehalten wurde. Ein leichtes
und stolzes Lächeln breitete sich auf den zarten rosa Lippen aus, immerhin, war
es sein bester Freund, der da gerade das entscheidende Tor geschossen hatte, und
diese Tatsache machte ihn insgeheim unheimlich stolz. Er sah Tai an und
beobachtete, wie er immer noch von der Horde blauer Trikots umarmt wurde. Er sah
glücklich aus. Die blauen Augen fixierten den Jungen und hofften insgeheim wahr
genommen zu werden, was auch wenige Sekunden darauf geschah, denn die braunen
Kreise hatten sich nun dem im Genick spürenden Blick zugewandt und erkannten
seinen Freund. Ein noch helleres Leuchten glühte in ihnen auf und auch das
Lächeln wurde noch breiter, als Taichi Yamato sah. Dieser beäugte diese
Situation genau und fragte sich stillschweigend, wie denn noch ein größeres
Lächeln in das Gesicht seines Freundes gezaubert werden konnte, da es nun locker
von einem Ohr zum anderen reichte. Diese Tatsache schien für Yamato ein immer
ungelöstes Rätsel zu bleiben und doch freute er sich, dass Tai nur wegen ihm
erstrahlte und nur wegen ihm ein noch fröhlicheres Grinsen zauberte. Yamato sah
nun, wie der gebräunte Junge sich aus den Umarmungen der anderen löste und mit
Schnelle zu seinem blonden Freund rannte. Diesem fiel er erneut um den Hals.
"Yama, wir haben gewonnen, hast du das gesehen! Ich hab das entscheidende Tor
geschossen!", das braunhaarige Anhängsel klammerte sich an seinen Freund und
strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Yamato, der nicht anders konnte legte beide
Arme um Tais Körper, um von der Wucht der Umarmung nicht umgerissen zu werden
und gleichzeitig ihm damit zeigen zu können, dass er sich mit ihm freute. Dabei
fühlte er die Wärme, die von Taichis Körper ausging. ,Klar, er schwitzt ja
schließlich und da strahlt man besonders viel Wärme ab.', dachte der
Blondhaarige. Dann löste er wieder die Umarmung, schließlich waren die beiden
kein Paar, das sich stundenlang um den Hals fallen zu brauch. Der blonde konnte
nun in die von Glück und Freude erfüllten Augen blicken und lächelte fröhlich.
"Klar, hab ich gesehen, wie du das 3. Tor geschossen hast. Bin bloß froh, nicht
der Ball gewesen zu sein, der hatte ja voll die Geschwindigkeit drauf." Diese
Kompliment erfreute den Braunäugigen zusätzlich und er strahlte nochmals auf.
Die blauen Augen betrachteten das ganze Spiel erneut, wie sich die Augen, des
Gegenübers wieder weiteten und ein warmes und glückliches Leuchten in ihnen
erschienen. Ja, er konnte sogar einen feuchten Schimmer erkennen.
"Danke, Yama.", antwortete das quietschvergnügte Honigkuchenpferdchen. Danach
wurde der blondhaarige Junge betrachtet und festgestellt, dass dieser seine
Gitarre auf dem Rücken trug. "Kommst wohl gerade von deiner Bandprobe?!",
stellte Taichi klugerweise fest. "Ja, haben mal wieder seit langem geprobt, doch
war wirklich produktives ist dabei nicht rausgekommen.", mit einem Zucken der
Schultern und einer leicht enttäuschten Stimme wurde dem immer noch grinsenden
Pferdchen geantwortet. "Was ist? Hast du jetzt Schluss mit Fußball? Dann können
wir zusammen Heim gehen.", schlug Yamato schließlich vor. "Au ja, ich muss mich
nur noch schnell umziehen gehen. Warte hier." Gesagt getan mit einem Ruck drehte
sich der Wirbelwind um und flitzte in Richtung Umkleidekabine. Yamato, der sich
seelisch schon auf einige Minuten Wartezeit vorbereitete staunte nicht schlecht,
als er das braunhaarige Energiebündel nach kürzester Zeit auf sich zurennen sah.
"Das ging aber schnell.", staunte Yamato, der dabei wie Fragezeichen aussah, da
er es einfach nicht gewöhnt war, dass sein Freund sich so fix beeilen würde.
Taichi bemerkte den Gesichtsausdruck von seinem blondhaarigem Freund und fing an
zu lachen. "Naja", entschuldigte sich dieser dabei, "ich wollte dich noch
schnell auf ein Eis einladen, bevor die Eisdiele zu macht. Immerhin, kann ich
meine Fans doch nicht enttäuschen.", grinste der Braunäugige dem Blauäugigen an.
"Endlich mal ne gute Idee, die von dir stammt. Ich hoffe du hast genügend Geld
dabei, ich brauch unbedingt was kühles nach dem Singen.", entgegnete er seinem
Freund und setzte sich dabei in Bewegung Richtung Eisdiele. "Na klar, du kannst
so viel haben, wie du willst, schließlich bist du ja mein bester Freund.", dabei
sah Taichi Yamato aus den Augenwinkeln an und stupste mit seiner Schulter gegen
die seines Freundes, welches ein rhetorisches ,Nicht wahr?' bedeutete. Yamato
antwortete diesem darauf mit der selben Reaktion. "Klar.", mehr sagte er nicht.
Die beiden Jungen wussten, wie der andere fühlte, sie verstanden sich gut und
brauchten in manchen Dingen nicht unendlich lange Erklärungen abzugeben. Dazu
reichte ein Blick in die Augen und alles war klar. Auf dem Weg zur Eisdiele
berichtete Yamato von der heutigen Probe. Das sie gerade mal ein Song richtig
durchgegangen sind und die anderen nur angesungen haben. Das die Jungs mal
wieder nur Scheiße im Hirn hatten und herumalberten, während Yamato bemüht war
endlich was auf die Beine zu stellen und das er mal wieder ausgetickt ist, als
dies nicht geklappt hatte. "Habt ihr eigentlich mal irgendwann einen Auftritt?",
fragte Taichi schließlich neugierig. "Naja, da gibt es so ein Bandfestival und
da wollte ich eigentlich mit den ,Teenage Wolves' auftreten, aber ich hab's den
Jungs noch nicht gesagt. Die wollen wahrscheinlich gar nicht wirklich und nehmen
die Musik nicht ernst.", antwortete Yamato leicht bedrückt. "Sag's ihnen, und
vor allem sag ihnen, wie viel dir die Musik bedeutet, ich nehme mal an, genau so
viel, wie mir der Fußball. Vielleicht sehen sie es ja als eine Art Ansporn und
strengen sich mal an.", antwortete der Braunhaarige und fügte weiter hinzu:
"Außerdem würde ich dich unheimlich gerne mal singen hören, das hab ich nämlich
noch nie." Der blondhaarige Junge sah seinen Freund auf einmal verblüfft an.
Also so kluge Worte, hätte er jetzt von ihm nicht erwartet. ,Wirkt ja richtig
erwachsen.', dachte Yamato so. Die zweite Reaktion auf Tais Kommentar war ein
freudiges Lächeln und ein klopfen in seiner Brust: ,Tai, würde mich gerne mal
singen hören. Mh, das wusste ich ja gar nicht.' Mit einem sehr dankbaren und
leichten Lächeln wurde dieser mal eben beschenkt. Die blauen Augen strahlten und
wurden leicht schwimmrig, von der Rührung der Worte, die sein bester Freund eben
geäußert hatte. Taichi unterdessen blickte in dieses Meer von Blau und freute
sich, seinen Kumpel glücklich gemacht zu haben. Danach wurde der Blick abgewandt
und mit einem überaus frohem Lächeln wieder die Honigkuchenpferdgrimmasse
aufgesetzt und geschrieen: "Yama, da die Eisdiele. Wir sind da. Dumdidumdidum.
Lalalalala." Dieser hüpfte nun leicht neben seinen blonden Freund her, der dabei
mal wieder nur dachte: 'Typisch Taichi.' Doch wirklich übel nehmen konnte dieser
die Reaktion seines Freundes nicht. Das ist nun mal Taichi: Fußballfreak, Kind
und Fresssack in einer Person und dabei war er schon 17. Mit einem Grinsen in
Gesicht betrachtete Yamato wieder seinen Freund, der inzwischen bereits an der
Schlange beim Eismann anstand und ungeduldig darauf wartete endlich dran zu
sein. "Yama. Was willst du denn für Sorten haben?" Das war durchaus eine gute
Frage, die sich der Blonde doch gleich mal stellen sollte. "Öh, mal überlegen.
Öh, mh...", dabei wurde sich die Hand an das Kinn geführt und gedankenversunken
in den Himmel gestarrt. Man konnte richtig sehen, wie sich über Yamatos Kopf
eine kleine weiße Wolke bildete, in der alle möglichen Eistypen auftauchten und
die gedanklich gekostet wurden, um auch die richtigen Sorten auszuwählen. Der
Braunäugige wartete immer noch auf die Antwort seines Freundes. Er selber hatte
sich bereits entschlossen ein Eis mit 2 Kugeln Schokolade, 2 Kugel
Kirsch-Joghurt, 1 Kugel Erdbeere und 1 Kugel Wallnuss zu nehmen. Zustimmend
wurde kurz dazu vor sich hergenickt und sich bereits innerlich höchst auf den
süßen Geschmack des Eises gefreut. Inzwischen hatte auch Yamato seine
Kombination festgelegt. "Also ich will ein Eis mit 1 Kugeln Vanille, 1 Kugel
Stracciatella und 1 Kugel Himbeere." Zustimmend wurde von Taichi genickt, um zu
zeigen, dass er den Eiswunsch seines Freundes verstanden hatte. Bald darauf
erreichten sie endlich die Bedienung. "Sie wünschen?", fragte eine freundliche
junge Verkäuferin. "Also", antwortete Taichi und setzte an seine Bestellung auf
zu geben. "Mein Freund hätte gern ein Eis mit drei Kugeln und zwar:
Stracciatella, Vanille und Himbeere." Während Taichi den Wunsch äußerte hangelte
sich die junge Frau bereits in die Tiefkühltruhe um von jeder Sorte eine Kugel
herauszunehmen und zusammen in eine Waffeltüte zu drücken. Nachdem die Frau mit
dem ersten Eis fertig war fuhr Taichi fort: "Und ich hätte gerne ein Eis mit 6
Kugeln und zwar: 2 Schoko, 2 Kirsch-Joghurt, 1 Erdbeere und 1 Wallnuss." Die
Frau folgte den Anweisungen und quetschte die 6 Kugeln ebenfalls in eine
Waffeltüte. Yamato staunte nicht schlecht. Gleich die doppelte Anzahl an Kugeln,
hatte sich der Sonnengebräunte bestellt. Aber, eigentlich müsste es Yamato
besser wissen und beobachtet weiter wie Taichi die beiden Eis bezahlte und an
sich nahm. Er reichte seinem Freund, das wesentlich kleiner Eis hinüber. Dieser
nahm es an und schaute nur noch einmal zwischen seinem und Tais hin und her um
zu vergleichen. ,Und da bleibt der so dünn? Muss wohl am Fußball liegen. Ja, so
muss es sein." Bestätigend wird nur vor sich hin genickt, während die braunen
Augen dabei beobachteten. "Is' was?", fragte dieser um herauszufinden, wieso
sein Freund vor sich hingenickt hatte. "Nee, nee, is' nix. Wollen wir da in den
Park gehen und unser Eis essen?", fragte die blauen Augen die Braunen um von
sich abzulenken. Mit einem breiten Grinsen wurde der Vorschlag angenommen und
man begab sich in den Park. Der war zwar nicht sonderlich groß, aber schön. Er
hatte 2 Springbrunnen und viele Grünflächen. Auf denen tummelten sich bereits
eine Menge von Menschen, die natürlich das bomben Wetter genießen wollten.
Immerhin war es später Frühling oder früher Sommer und die Temperaturen waren
längst warm und mollig. Die zwei Jungen schlenderten zu einer Bank, die gerade
von zwei Omas geräumt wurde und nahmen platz. Taichi natürlich stürzte sich mit
Gier auf das Eis und schmatzte genüsslich los, während Yamato sich zurücklehne
und erst mal einen Blick über den Park schweifen lies, dabei fiel ihm ein, dass
er sich noch gar nicht für die Köstilichkeit bedankt hatte. Also wurde dieses
eben jetzt schnell getan. "Danke, Tai, bist echt der beste Freund den man haben
kann." Taichi, der diese Worte nun vernahm sah von seinem Eis auf und blickte in
die dankenden blauen Augen, die ihn anlachten. ,Seine Augen schimmern ja
richtig. Sieht aus wie ein kleiner See, der die Sonne reflektiert, so sehr
strahlen sie.', dachte dieser dabei und lächelte seinen Freund lieb an in dem
Gedanken, ihm eine Freude bereitet zu haben. Danach fiel der Junge mit der
Wuschelmähne wieder über sein Eis her, welches bereits bedeutend kleiner
geworden war. Auch Yamato leckte nun an der ersten Kugel. ,Mh, Himbeere.' Er
konnte genau den beerigen Geschmack erkennen und leckte genüsslich daran, danach
stürzte er sich auf die Vanille und kombinierte es mit der Stracciatella.
Einfach herrlich, wie sich die Kühle auf seine rauen Stimmbänder legte, die
vielleicht nicht vom vielen Singen, aber vom rumbrüllen so in Anspruch genommen
wurden, und diese somit wieder regenerierte. Dabei schloss er genüsslich die
Augen. Nach einer Weile, war das Eis dann auch schon aufgeschleckt. Sein neben
ihm sitzender war in etwa zur gleichen Zeit fertig geworden, vielleicht so gar
ein wenig früher. ,Fazit: Er ist doppelt so schnell, wie ich.' Bei dem Gedanken
musste Yamato grinsen und blickte seinen Freund nun an. Dieser bemerkte dies
natürlich. "Warum grinst du so dämlich?", doch diese Frage amüsierte Yamato nur
mehr, denn Taichi hatte sich dafür zu ihm herumgedreht und Yamato konnte in ein
durchaus bis über die beiden Ohren beschmiertes Gesicht blicken. Er fing an zu
prusten. Doch Taichi blickte nur wie Fragezeichen. "Wieso lachst du nun auch
noch, was ist bitte so komisch?", fragte er mit einem leicht beleidigten
Ausdruck. "Dein Gesicht, hihihihi, das ist voll beschmiert.", und Yamato
kringelte sich dabei auf der Bank. "Boah, das ist doch nicht so schlimm, du
kennst mich doch nun schon ein paar Jahre.", mit einem Taschentuch wurde
angefangen das Eis aus dem Geicht zu entfernen. "Ja, aber so schlimm, wie heute
war es noch nie.", antwortete der Blonde, dem inzwischen die Tränen in die Augen
gestiegen sind und dort hängen blieben. Taichi, der nun fertig geworden war das
Eis aus dem Gesicht zu wischen fragte ungeduldig: "Weg?" und guckte Yamato dabei
an. "Nein! Hihihiihihi!" und lachte weiter. Taichi, nun bereits dem Nerventod
einen Schritt näher führte die Säuberungsbewegungen erneut aus. Wisch, wisch
und nochmal: "Weg?" und erneut ein fragender Blick. "Öh... nö. Hihihihii"
Langsam löste sich eine der kleinen Lachtränen und rollte ein wenig über die
Wange, doch blieb dort hängen und trocknete in die Haut von Yamato ein. "Menno,
Yama, mach doch mal weg, lass mich doch nicht hier so sitzen, was sollen denn
die anderen denken?" Taichi, der nun wie auf heißen Kohlen saß bettelte seine
Freund an. Dieser beruhigt sich nun langsam. "Das kommt davon, wenn man zu
gierig ist. Ist dir mal aufgefallen, dass du doppelt so schnell dein Eis
gegessen hast, als ich.", dabei grinsten blau Augen in Braune. "Und nun hast du
Eis im Gesicht kleben, klar oder? Du musst dich ja richtig in die Eistüte gelegt
haben, so wie du aussiehst." Yamato erhob nun seine rechte Hand und wischte erst
einmal über die linke Wange und behob dort die erste Eisspur. Dann wanderte die
Hand zum Kinn, wo bereits der Zweite Eisfleck prangerte und darauf wartete
entfernt zu werden. Dabei streifte Yamato die Wange von Taichi leicht, der
daraufhin eine Gänsehaut bekam und ein kleiner Schauer über seinen Rücken jagte.
Der letzte Eisfleck war auf Taichis Nase. Also rubbelte dort Yamato herum, doch
war er hartnäckig und schon zu sehr eingetrocknet. So streckte Yamato kurz die
Zunge heraus und befeuchtete seinen Finger um damit dann die getrockneten
Schandflecke wegzuzaubern. Als der benässte Finger, die Nasenspitze berührte
wurde es kalt auf Taichis Nase. Yamato sah in liebevoll an. Taichi blickte in
die blauen Augen seines Gegenüber und errötete etwas, als er Yamato weiter
beobachtete. Kurz darauf hörten die beiden Jungen ein Kichern, das von der Wiese
vor ihnen kam. Sie blickten gleichzeitig in die Richtung, aus der das Kichern
sie erreichte und erblickten zwei Mädchen, die über sie lachten. Es scheint, als
ob sie die ganze Situation und das Putzritual beobachtet hatten. Zusätzlich
vernahmen die beiden den Ausspruch, den die eine zu der anderen sagte: "Ist ja
fast, wie bei einem frisch verliebten Paar. Niedlich." Die beiden Jungen, die
diesen Satz durchaus mitbekommen hatten sahen sich nun an und starrten in das
jeweilige Augenpaar gegenüber. In diesem Moment schien es in beiden Hirnen
,klick' zu machen und sie bekamen mit, dass die Mädchen nicht ganz unrecht
hatten, doch beide empfanden die Situation gar nicht so wie bei einem Paar. Das
stimmte doch vorne und hinten nicht, immerhin waren sie beste Freunde, und da
machte man das schon einmal, oder etwa nicht? Dennoch konnten die beiden es
nicht unterdrück gewaltig rot zu werden. Dies bekamen die beiden Gören vor ihnen
erneut mit. "Nun werden beide rot. HIHIHIHIHIHIIHI", glucksten sie. Dieser
Ausspruch hatte die Auswirkung, dass das bis eben noch leichte Rot in ein
Tomatenrot überwechselte. ,Wieso wird Tai rot?', fragte sich der blonde? ,Yama,
wird ja auch rot.", dachte der andere. Verwegene Blicke trafen sich erneut. Dann
ein kleines zartes Lächeln von Yamtao, welches Taichi dazu aufforderte auch
seinem Gegenüber zurückzulächeln. "Ich würde vorschlagen, dass wir jetzt gehen,
okay? Ich meine wir müssen uns ja nicht ewig das Gelaber reinziehen." Sprach der
Blondhaarige zu dem Braunhaarigen. "Ja.", mehr erwiderte die Wuschelmähne nicht.
Immer noch waren die roten Wängchen der beiden erkennbar. Letztendlich stand
Yamato auf und erfasste Taichis rechter Hand um ihn heraufzuziehen. Taichi
durchfuhr ein unheimlich kribbelndes Gefühl, als er von seinem Freund
heraufgezogen wurde. Die Stelle an der Yamato die Haut von Taichi berührte wurde
von einem betörenden Kitzeln erfüllt. Und dieses Kitzeln kroch sich zuerst über
den Handrücken, dann den Unterarm entlang, passierte den Oberarm, ließ die
Schulter hinter sich und schlich sich in die Brust des Sonnengebräunten. Direkt
in sein Herz, das alsbald von diesem Gefühl eingeschnürt zu werden schien und
die Atmung erschwerte. Des weiteren scheint nur diese simple Berührung von
Yamato eine Gänsehaut auf dem gesamten Körper seines Freundes ausgelöst zu
haben. Taichi, der versuchte dieses Gefühl zu genießen und gleichzeitig doch
dagegen anzukämpfen stand nun auf und sah dem blonden Leadsänger der ,Teeanage
Wolves' mit gemischten Gefühlen in die Augen. Doch als er in ihnen dieses warme
und liebevolle Leuchten erkannten und diese unglaublich beruhigende
Ausstrahlung, die von ihnen ausging, aufnahm, wurden die Gefühle geordnet und
Taichi lächelte seinen Freund leicht an. Yamato, der inzwischen die Hand wieder
losgelassen hatte, schnürte sich seine Gitarre auf den Rücken, die er vor dem
Eis essen abgesetzt hatte, damit seinem kostbaren Instrument ja nichts passieren
könnte. Mit einem Blick wie ,Na komm lass uns gehen!' und einer hinweisenden
Kopfbewegung forderte Yamato Taichi auf diesen Park zu verlassen. So wurde nur
noch mal der Kopf mit der Wuschelmähne nach oben und nach unten bewegt, was
gleichzeitig ein Nicken ergab, und die Treter wurden in Bewegung gesetzt. Die
ausgelatschten Turnschuhe des einen und die gepflegten Turnschuhe des anderen
setzten ihre Bewegung fort in Richtung Heim. Lange herrschte ein Schweigen
zwischen den Beiden. Dem Anschein nach, grübelten beide über die Situation nach,
die ihnen soeben widerfahren ist. ,Sag doch was!', fluchte Yamato sich selber
zu. ,Los komm schon, sprich über irgendetwas, aber was?!', schrie sich der
andere in Gedanken zu. ,Das ist dein bester Freund, also wirklich! Taichi bist
du ein Mann oder eine Maus?', fluchte dieser sich erneut ins Gewissen. "Ähm...",
Yamato fing mit diesen überaus klugen und intelligenten Worten an dieses
peinliche Schweigen zu brechen. ,Na also Herr Ishida, wenn du willst kannst du
doch.', sprach eine kleine Stimme dem blonden Jungen Mut zu. "Ähm...", erneut
folgten diese Worte. ,Sag mal, kann es rein zufällig sein, dass du dich
wiederholst, Herr Ishida Yamato?', meckerte ihn diese noch eben ermutigende
Stimme seines Selbst an. "Ähm...", ,Na toll, aller guten Dinge sind 3, gell?',
jetzt wurde sie schon zynisch. Yamato musste was unternehmen. "Lust noch zu mir
zu kommen? Warst ja schon länger nicht mehr bei mir." ,Hey, macht ne Flasche
Sekt auf der Junge hat's geschafft!', nun machte sich dieses kleine Stimme in
ihm auch noch lustig über ihn. Frechheit. Eigentlich wollte er gerade ein
Gefecht mit seiner inneren Stimme ausführen, als ihm einfiel, dass da ja noch
eine Antwort kommen musste. Also wurde der beschlossene Kampf erst einmal
aufgeschoben und nun fragend der blonde Kopf nach links geschwenkt, wobei die
Haare leicht in die selbe Richtung flogen und nun vereinzelt vor den blauen
Augen hingen. Dort nämlich lief das sonstige Honigkuchenpferd. Dieses entschloss
sich nun auf die gestellte Frage zu antworten. "Nein, ich muss nach Hause, weil
ich noch Mathe lernen muss, ich schreib morgen so nen Test über irgendwelche
Funktionen, die auch noch analysiert werden sollen.", dabei versuchte der Junge
sachlich zu klingen. Eigentlich lernte er ja nie sonderlich viel, was auch sein
Freund wusste, dennoch wurde die Antwort akzeptiert ohne auch nur einen Gedanken
zu äußern, dass dies doch eigentlich gar nicht so die Art von Taichi sei.
Anstelle wurde nur ein: "Ja, klar, müsste ja auch eigentlich mal was tun", den
braunen Augen entgegen gesetzt. ,Ja, wer's glaubt wird seelig.', äußerte sich
erneut die innere Stimme auf eine ironische Art und Weise. Yamato verdrehte die
Augen, so dass es Taichi aber nicht erkenne konnte, denn immerhin galt diese
Augenverdrehen nur Yamato selber, da der sich wie eine Jungfrau aufführte. Was
bitte schön ist denn schon dabei, dass sein Freund Mathe lernen muss und er ja
eigentlich auch noch irgendetwas zu tun hatte? Während Yamato so einige Gedanken
durch den Kopf schossen verstrich die Zeit nicht unbemerkt, denn nun standen sie
vor Yamatos Wohnung. Der Blonde hat sich schon gewundert, warum auf einmal
angehalten wurde, bis er erkannte, dass sie bereits angekommen waren. Taichi,
der inzwischen irgendwie ruhiger geworden war, klar Fußball strengt ja
unheimlich an und dann noch das viele Eis zu essen ermüdet zusätzlich, blickte
nun seinem Freund wieder einmal in diese blauen Augen. ,Mann, so blau...', mehr
dachte er vorerst nicht. Doch dann versuchte er endlich diese so befremdlich
Situation zu retten indem er sich überwand sein frohes breites Grinsen auf die
Lippen zu zaubern und versuchte nun auf übliche Art und Weise, sich von seinem
Freund zu verabschieden. "Also, Yama..to..", 'Warum spreche ich auf einmal
seinen vollständigen Namen aus?', "ich muss dann mal. Also wenn ich heute noch
fertig werden will, wegen Mathe und so. Nun bis morgen, in der Schule.", mit
diesen Worten lief das Honigkuchenpferdchen los winkte noch einmal und
verschwand dann aus der Sicht, der blauen Augen, die nur wie Fragezeichen,
seinen Freund verfolgten. ,Also, dass war ja eben überhaupt nicht komisch,
was?', dachte dieser und drehte sich Richtung Tür, die er aufschloss und darin
verschwand.
Unterdessen rannten noch immer die ausgelatschten Turnschuhe über den Asphalt
und verlangsamten allmählich ihr Lauftempo, da der Junge nun weit genug von
seinem Kumpel entfernt war. ,Taichi Yagami, also wirklich, du hast dich
benommen, wie der letzte Arsch auf Erden. Du hast überreagiert, nur weil du
diese Gefühle wieder nicht ordnen konntest. Das ist dein Freund, das ist doch
nur Yamato. Der rebellische, launische, unerträgliche, meckernde, musikalische,
gutaussehende, nette, freundliche, blauäugig, blondhaarig, verführerisch
lächelnde Freund.' Taichi erschrak, als er seinen letzten Gedankengang
realisierte. ,Seit wann, bitte schön, denkt einer wie ich über das Aussehen, von
Yamato nach?', doch eine Antwort darauf ergab sich nicht. Statt dessen wurde in
sich hineingeflucht, weshalb ihn diese Situation im Park so aus der Rolle warf
und gegrübelt, wie er sich seinem besten Freund, wohl den nächsten Tag gegenüber
verhalten sollte, während auch er sein Heim erreichte und die Tür zur Wohnung
aufschloss.
Zwischenzeitlich hat es sich Yamato in seinem Zimmer gemütlich gemacht. Die
Wohnung, war wie jeden Nachmittag leer, sein Vater war also wieder bis spät in
die Nacht arbeiten, was für Yamato jedoch nichts neues war. Der lag inzwischen
auf seinem Bett und starrte an die Decke, mit seinen Armen verschränkt hinter
dem Kopf dachte er über Taichi nach. ,Komisch, so blöd und abweisend, war der ja
noch nie. Wollte der mich los werden? Von wegen Mathe lernen, der lernt doch
kein Stück, wie jedes Mal. Lernen, das war für Tai doch ein Fremdwort. Aber
wieso sage ich dann noch, dass ich auch noch was zu tun habe??? Yamato Ishida,
was ist nur los mit dir?'. Die Augen wurden geschlossen und mit einem Seufzer
nur noch laut die folgenden Worte geäußert: "Ach Tai..."
Der nächste Morgen, sah da vielversprechender aus, als der rechtliche gestrige
Tag. Zwar hatte Taichi krampfhaft versucht sich zu konzentrieren und doch ab und
zu einen Blick in den Hefter zu werfen, jedoch schien ihn eine durchaus
wichtiger Frage einfach nicht zur Ruhe kommen: ,Wie verhalte ich mich nun
gegenüber Yamato? Eigentlich is ja nix passiert, oder? Ich meine, is ja nix
dabei, wenn mir mein Freund mir das Gesicht sauber macht, oder?', dabei wurde
vom verwühlten Schreibtisch aufgestanden und aufs Bett geschmissen und die
Gedanken wieder aufgenommen. ,Klar, da is nix dabei.', sprach sich der
Braunhaarige selber zu und dabei erschien wieder das Honigkuchenpferdlachen.
Zustimmend wurde dazu noch einmal genickt und dann glücklich auf die rechte
Seite gedreht. ,Er ist ja mein bester Freund, und Freunde tun das eben. Diese
doofen Zicken, haben mich ja völlig aus dem Konzept gebracht.' Erneut wurde ein
breites Grinsen aufgesetzt und die braunen Augen schlossen sich, um ein wenig
,mental' den Mathestoff durchzugehen. Dabei bemerkte er jedoch nicht, dass er
langsam ins Land der Träume sank.
Nun, da der schreckliche und zugleich doch angenehme gestrige Tag vorüber war,
warteten die braunen Augen am Schultor auf seinen Freund Yamato, der wie so oft
wenige Minuten vor Unterrichtbeginn erschien. Tai wollte die Sache aus dem Weg
räumen. ,Wäre doch voll scheiße, wenn wir uns deswegen weiter so blöd
benehmen.', dachte dieser so bei sich. Mit dem Rücken an die Schulmauer gelehnt
sah er in die Richtung aus der Yamato gewöhnlich kam. Ein kleiner notierender
Blick auf die Digitaluhr geworfen, die sagte, dass noch 3 Minuten bis
Unterrichtsanfang verblieben. Danach erneut der braune Blick in Richtung Yamato,
der alsbald in der Ferne auftauchte. Lässig locker, seine Schultasche unter dem
rechten Arm und ein leicht mürrisches Gesicht, wie jeden Morgen zog. Der blonde
sah bereits von weitem seinen Kumpel an der Schulmauer lehnen und registrierte,
dass er auf jemanden zu warten schien. Die gepflegten Turnschuhe standen nun vor
den Ausgetretenen. "Hallo Tai.", wurde freundlich gegrüßt und dabei ein
zauberhaftes Lächeln die Lippen umgab. "Hi Yama, schön dich zu sehen. Hast gut
geschlafen? Ich wollte schnell noch mit dir reden" "Schieß los, aber lass uns
schon mal zur Schule gehen, okay?", daraufhin wurde zustimmend genickt und der
braunhaarige fuhr fort. "Tut mir leid, dass ich so blöd war gestern. Die blöden
Ziegen haben mich vollkommen aus der Bahn geworfen. Ich meine war ja nix
besonderes, oder?", die braunen Augen sahen fragend und auf die Antwort wartend
in die Blauen. "Ich wollte dich auch drauf ansprechen. Klar , war nichts
besonderes, was auch?" Die blauen Kreise konnten eindeutig erkennen, dass diese
Antwort seinen gegenüber glücklich machen zu schienen, denn sie leuchten auf
einmal wieder auf und das Honigkuchengrinsen erschien. Damit war diese
unangenehme Sache zwischen den beiden Freunden beseitigt und es wurde sich ins
Schulgebäude begeben.
Die erste Stunde hatte Tai nun Mathe und konnte sich seinem Test
gegenüberstellen, für den er allerdings kaum etwas gelernt hatte. Als die
Aufgabenblätter verteilt wurden, und jeder Schüler sich die Aufgaben durchlas,
konnte man bereits eine Horde Fragezeichen über Taichis Kopf erkennen. Klar,
Kurvendiskussionen, war nicht gerade sein Fall, genau so wenig wie Analytische
Geometrie oder Stochastik. Zahlen, Variablen und Operationszeichen, schienen für
den braunhaarigen Jungen ein genau so großes Rätsel wie die Hieroglyphen in
Ägypten. ,Mist, und dabei habe ich gelernt!', wurde kurz geflucht und versucht,
wenigstens ansatzweise diese schwere quadratische Funktion zu analysieren. Was
den anderen Schüler anscheinend mit Leichtigkeit von der Hand ging erwies sich
für die Wuschelmähne als eine wahrhaft schmerzliche Tortur.
Unterdessen, langweilte sich ein Yamato Ishida ein paar Räume weiter. ,Wie es
Tai, wohl geht? Ob er genug gelernt hat?' Fragen, die den Sänger durchaus mehr
interessierten als den Worten der Lehrerin zu lauschen, die gerade mit
physikalischen Formeln um sich schmiss. ,Physik! Wer braucht denn so etwas?
Schwachsinn!', dabei wurde sich angeekelt zur Seite gedreht und ein leicht
würgendes Gesicht gemacht. "Geschwindigkeit ist gleich Weg durch Zeit, merkt
euch das!", Worte die Yamato nun einmal wieder wahrnahm. ,Zeit? Ein
hervorragendes Stichwort!', dachte dieser und checkte seine Uhr, worauf sich
kurz danach die blauen Äugelein weiteten und glücklich einen Moment warteten
bis... DING DONG DUNG, die Schulglocke läutete. Die Schüler erhoben sich von
ihren Plätzen. Die Mädchen versammelten sich an den Fenstern und tratschten,
während die Jungen, auf der entgegengesetzten Seite standen und diskutierten und
lachten. Natürlich gab es auch Schüler, die an ihren Plätzen blieben, wie
Yamato. Er fand es blöd, sich zu den Jungs zu stellen, das hat er noch nie und
das wird er auch nie tun. Mit seinem Arm auf der Tischplatte sein Gesicht
stützend und sich irgendwie auf seiner Bank hingelümmelt, überlegte er, was er
jetzt tun könnte, doch weiter brauchte er gar nicht denken, als plötzlich jemand
vor ihm stand und ihn ansprach: "Na, Yama, wie war Physik?", Yamato nun nicht
mehr ganz so gelangweilt blickte hinauf und in die braunen Augen die sich über
dem breiten Grinsen Taichis befanden. "Spannend. Um ehrlich zu sein einen Stift
auf der Nase zu balancieren ist wesentlich aufregender. Ist ja egal, ist nun
Vergangenheit. Aber dein Mathetest, wie war der?" Yamato erkannte die typische
Reaktion seines Freundes. Mit leicht verlegenem Blick starrte er auf seine Füße.
"Naja...", fing er an zu stammeln. Doch sein Freund unterbrach ihn: "Schon gut,
also wie immer, tadellos.", während er diese Worte geäußert hatte war er bereits
aufgestanden und hatte trostspendend eine Hand auf die Schulter gelegt und ihn
aufmunternd angelächelt. So war mal wieder alles zwischen den beiden geklärt,
wie schon einige Male zuvor und es wurde zum nächsten Thema übergegangen, ohne
nur noch ein Wort über den Mathetest zu verlieren, den Taichi mal wieder
verbockt hatte. "Sag mal, Tai, wollen wir heute nicht noch was unternehmen, wir
haben schon so lange nix mehr zusammen gemacht.", fragte schließlich Yamato die
Wuschelmähne. "Ich hab doch nach der Schule gleich Training.", antwortete diese.
Doch fügte gleichzeitig hinzu: "Aber Yama, wenn du willst, können wir danach was
machen." Yamato, der zuerst leicht geknickt von der Antwort war, fing doch mit
lächeln an, als er den Ausgang dieser erhörte. "Toll! Ich hol dich ab und dann
können wir ja mal ins Einkaufszentrum gehen." Zustimmend wurde genickt, dann
ging Taichi wieder in sein Klassenzimmer, doch zuvor blieb er im Türrahmen
stehen und drehte sich zu seinem Freund um, der ihn immer noch beobachtete, und
grinste in frech an und schrie nur noch ein "Mate!" (jap. = bis später) Dann
verschwand das Honigkuchenpferd auch schon wieder. Mit einem Lächeln auf den
Lippen sah Yamato immer noch zur Tür. Sein Freund hatte echt eine unheimlich
fröhliche Art an sich. ,Irgendwie bringt er mich immer zum lächeln. Ich bin
einfach fröhlicher, wenn er bei mir ist.', dachte Yamato bis er seine Gedanken
nun der reizenden Englischstunde schenkte.
Die Schulstunden vergingen irgendwie im Flug, denn es war bereits nachmittags
und die letzten Minuten der Schultages wurden nun auch noch mit Leichtigkeit
durchgestanden. Endlich kam das befreiende Läuten der Schulglocke und Yamato
packte seinen Kram zusammen. ,Ich wollte ja Tai, vom Fußball abholen. Aber da
hab ich ja noch knapp anderthalb Stunden Zeit. Was mach ich denn da?', Yamato
grübelte. Unterdessen verließ er sein Klassenzimmer und wurde schon bald von
seinem braunhaarigen Kumpel gesichtet. Dieser stürmt mit Schnelligkeit an ihm
vorbei und rief ihm zu: "Bis nachher Yama, gegen 3 ist das Training vorüber!",
er winkte nur noch und dann verschwand er mit Sack und Pack in Richtung
Sportplatz. Die Gänge des Schulgebäudes waren voll von Schülern, die lachten und
mit Freunden erzählten. So war es nur ein Akt von Sekunden, in denen der
Wirbelwind zwischen den Menschenmengen unterging und Yamato ihn aus den Augen
verlor. Ishida versuchte diverse Freizeitmöglichkeiten durch den Kopf gehen zu
lassen, jedoch eine wirklich sinnvolle Beschäftigung ergab sich dabei nicht. Er
setzte seine Füße in Bewegung und ging auf eines der großen Schulfenster zu und
schlängelte sich dabei geschickt durch die Schülermassen. Dort angekommen,
lehnte er seinen Kopf gegen die Fensterscheibe und starrte ziellos durch die
Gegend, bis die blauen Saphire am Fußballplatz hängen blieben. Sie erspähten das
Fußballteam der Schule und ebenso Taichi Yagami, seinen besten Freund. Yamato
musste unfreiwillig grinsen, da sein Honigkuchenpferdchen gerade auf das Feld
stürmte und irgendwie hüpfende jeden Spieler anvisierte um diesen anscheinend zu
nerven. ,Ich könnte ihm ja zuschauen.', dachte Yamato so bei sich und setzte
sich kurz darauf in Bewegung. Sein Ziel: das Fußballfeld.
Yamato setzte sich auf eine von den unzähligen Bänken, die einige Meter vom
Spielfeldrand entfernt standen. Seinen Rucksack platzierte er neben sich. Die 19
Spieler der Fußballmannschaft waren gerade dabei Runden zu laufen. Taichi,
eindeutig glücklich zu trainieren rannte irgendwo in der Mitte der Gruppe von
Jungen. Nach dem Rundenlaufen konnte Yamato beobachten, wie nun diverse
Ballübungen durchgeführt wurden. Er ließ dabei nicht seine Augen von seinem
Freund ab und beobachtete diesen, wie er mit dem Fuß den Ball balancierte oder
wie er diesen auf seinem angewinkeltem Knie leicht in die Luft kickte, ohne das
der Ball die Erde berührte. Während Yamtao so Taichi beobachtete fiel ihm auf
wie bei jeder Bewegung das braune anscheinend weiche Haar hin und her wippte und
wie die braunen Augen wie gebannt auf den Ball starrten, genau so sehr wie
Yamtao auf Taichi starrte. Als dieser jene Tatsache bemerkte wurde schnell
weggeschaut und auf den blassen Wangen zeichnete sich ein leichter roter Ton ab.
,Wieso verdammt noch mal glotze ich Tai so an. Also ob ich ihn noch nie
angeguckt hätte.' Kurz nach dieser Bemerkung schaute er unbemerkt erneut zu
seinem Freund. Mit den Händen in den Hosentaschen vergraben sahen die blauen
Opale nun, dass zum Trainingsspiel auffordert wurde und dass das
Honigkuchenpferdchen gleich wieder in seinem Element war, auf und ab sprang, und
fröhlich wieherte. ,Langsam, muss mich der Trottel doch mal bemerkt haben.',
schoss Yamato plötzlich in den Sinn. ,Ich meine, wenn ich die ganze Zeit
angeglotzte werde, bekomme ich das doch mit.', sprach er sich gedanklich zu.
Doch Taichi schien das heute irgendwie nicht aufzufallen. Nach etlichen Minuten
Erwärmung und diversen Ballübungen entschied der Trainer nun ein Trainingsspiel
zu starten. Aus den 19 Spielern wurden provisorisch 2 Mannschaften gespielt, mit
je 9 Spielern und einem Schiedsrichter. Die eine Mannschaft hatte sich zur
Erkennung ein rotes Band um den Körper geschnallt, damit auch die Spieler der
beiden Teams auseinander gehalten werden konnten. Auch Taichi hatte solch ein
Band, welches er natürlich nicht, so wie die anderen um den Oberkörper hängt,
sonder es sich als eine Art Stirnband um den Kopf schnallte, so dass sein Pony
nun noch zerzauster durch die Gegen stiezte als sonst. ,Du kleiner Spinner.',
dachte Yamato nur so als er seinen Kumpel mal wieder genau beobachtete, jede ach
so kleine Bewegung beobachtete er. Unfreiwillig musste Yamato grinsen und doch
zugleich verspürte er wie sein Herz härter gegen seinen Brustkorb schlug, als es
sonst üblich war. Zugegeben Taichi sah irgendwie cool und rebellisch aus, so
stark und ungebrochen. Yamato senkte seinen Blick und sah zur Erde und fixierte
einen der kleinen Kieselsteine und grinste still schweigend vor sich hin,
während seine Wangen erneut ein rötlicher Schimmer zierte. Genau zu diesem Blick
schien Taichi endlich seinen Freund mitbekommen zu haben und als er diesen dort
sah, erstrahlte erst einmal sein Gesicht vor Freude. ,Yama, ist ja schon da. Wie
lange sitzt der denn da? Und warum grinst der so bekloppt den Boden an? Sag mal,
kann es sein, dass er rot ist? Hat wohl nen Sonnenbrand. Aber so doll scheint
die Sonne doch nun auch nicht.' Fragen, die den Kopf mit der undefinierbaren
Frisur erfüllten. Doch mehr Gedanken konnte sich Tai nicht machen, denn der
Anpfiff zum Spiel erklang. Sofort konnte sich Taichis Mannschaft den Ball
erkämpfen und stürmte Richtung gegnerisches Tor. Yamato sah als er den Anpfiff
erhörte wieder vom Boden auf und blickte nun der Horde blauer Trikots zu die von
einer zur anderen Seite einem runden Etwas hinterher jagten. Taichi, der nun
noch mehr in seinem Element war als zuvor versuchte verbissen den Ball zu
erhaschen um ihn dann taktisch einem seiner Mitspieler zukommen zu lassen. Die
Bewegungen von Tai waren einzigartig. Wieder tänzelte er und trickste seinen
Gegner aus. Dabei fing die braune Haut an seidig im schwachen Sonnenlicht zu
glänzen. Tai fing an zu schwitzen und Yamato konnte erkennen, wie sich
vereinzelt kleine Schweißperlen auf der Stirn bildeten. Die Haare wippten erneut
bei jeder Bewegung hin und her. Der flattrige Stoff des Trikots wurde bei jeder
ach so kleinen Bewegung an Taichis Körper geweht, so dass er leicht den gut
trainierten Korpus zum Vorschein brachte. ,Warum? Warum sehe ich auf einmal
Dinge, die mir Jahre zuvor nie aufgefallen sind?', dem blondhaarigen Sänger
stellten sich nun die Nackenhaarchen auf und er merkte wie erneut sein Herz
stärker gegen die Brust schlug. Taichi faszinierte ihn einfach. Vielleicht lag
es an der Begeisterung, die sein Freund dem Fußball entgegen brachte und mit
welchem Eifer er sich dafür einsetzte. Die Minuten vergingen, Yamato schaute auf
seine Uhr, nur noch 4 Minuten, dann ist Schluss mit Training. Er sah von der Uhr
auf und hörte einen Pfiff. "Schluss für heute Jungs, war ein sehr schönes
Trainingsspiel.", rief der Trainer. Die jungen Männer, leicht außer Atem
keuchten nach Luft und begaben sich in die Umkleidekabine. Yamato erschrak
plötzlich, als er realisiert, wie Taichi ihm anscheinend schon länger zuwinkte.
,Shit, jetzt hab ich ihn angeglotzt ohne zu bemerkten, dass der mich gesehen
hat.', dachte Yama so bei sich und starrte weiterhin fassungslos Richtung
Yagami, der sich nun auch in die Umkleidekabine begab.
"Toll, toll, toll!", rief das Honigkuchenpferdchen, als es neben Yamato herging.
"Endlich unternehmen wir mal wieder was.", wieherte es erneut. "Ja, wenn du
willst können wir ja erst mal was trinken gehen, hast ja bestimmt Durst nach
deinem Training." Das braune Pferdchen nickte quietschvergnügt. So gingen die
beiden Freunde auf eines der unzähligen Bistros zu, die sich im Einkaufszentrum
befanden. Kurzerhand wurde sich auf einen Platz geschmissen und 2 Colas
bestellt. "Sag mal Tai, was wollen wir denn heute noch machen?", fragte der
Blonde schließlich. "Öhm, ja wir können ja mal ein bisschen rumgucken in den
Sport- und natürlich Musikgeschäften und dann, mh...", Tai überlegte und
grübelte fügte dann aber optimistisch hinzu: "Kommt Zeit kommt Rat. Ah und da
kommen unsere Colas!", scherzte er fröhlich seinem Freund zu. Die Bedienung
servierte die kühlen schwarzen Getränke und kassierte sofort ab, denn in dem
Bistro herrschte ein reges Kommen und Gehen. Yamato griff zum Getränk und führte
es an seine Lippen und nippte daran. Danach leckte er sich genüsslich mit der
Zunge über die Lippen um die Süße die dort hängen blieb auch noch zu sichern.
Tai machte es seinem Freund gleich und genoss das Getränk. Zwischen den beiden
herrschte nun Stille, ein angenehmes Schweigen und beide träumten so vor sich
hin bis plötzlich eine helle Stimme erklang. "Entschuldige bitte.", sprach die
Stimme. Yamato blickte nun aufwärts und erkannt ein Mädchen, ungefähr in ihrem
Alter, was an ihren Tisch gekommen war. Sie hatte lange hellbraune Haare und
grüne Augen. Yamato und auch Taichi, die sie fragend ansahen, warteten darauf,
dass sie weiterredete. "Ähm...", sie druckste etwas herum sah leicht verlegen zu
Boden und lächelte. "Ich habe dich jetzt schon, seid du zur Tür reingekommen
bist beobachtet und nun ja..." Yamato stockte der Atem. ,Sie hat was? Mich
beobachtet?' Taichi blickte zu seinem Freund herüber, der nun gar nicht mehr so
locker in seinem Stuhl hing wie zuvor. Er betrachtete die ganze Situation mit
Skepsis und verhielt sich ruhig, nippte dabei immer wieder an seiner Cola. "...
weißt du, ich find dich ziemlich süß und nun..." bei diesen Worten verschluckte
sich Taichi und fing an zu husten. Yamato der nun hilflos zwischen seinem Freund
und dem Mädchen hin und her blickte wusste nicht recht was er tun sollte,
während sein Freund gerade versuchte nach Luft zu ringen und sich beherrschen
musste, dass ihm die Cola nicht aus der Nase heraus schnellen würde. "... ja,
ich wollte fragen, ob wir uns vielleicht mal treffen könnten." Yamato versuchte
nun krampfhaft eine Lösung für dieses, vor ihm stehende etwas zu finden.
,Flucht? Unmöglich, die versperrt ja den Weg. Ohnmacht? Ne, dann hängt die sich
noch an mich. Hilfe lieber Gott!!!! Ich brauche Hilfe!!! H I L F
E ! ! !" Yamato sah nun erneut zu seinem Freund, der nun wieder den
Normalzustand angenommen hatte und weiterhin diese Situation beobachtete. "Ja,
ich meine, wenn du keine Zeit hast dann geb ich dir mal meine Adresse und meine
Nummer, damit du mich mal anrufen kannst." Mit einem liebreizenden
Augenaufschlag wurde zu Yamato geguckt und ihm eine Visitenkarte zugesteckt,
wobei der Blonde dachte, wo die denn so schnell herkam. Das Mädchen schmachtete
Yama weiterhin an und lächelte verträumt. ,Wieso glotzt die Yama so doof an? Die
grinst ja wie Frankenstein.', Taichi trommelte nun inzwischen mit seinen Fingern
auf der Tischplatte herum, wartete ab, was nun kommen würde. Er blickte zu
Yamato dieser sah ihn hilfebetend an. Tai konnte so etwas wie Angst in den Augen
von Matt lesen. Tai blickte ihn mitleidig an. Das Mädchen jedoch hörte nicht auf
seinen Kumpel weiterhin anzugraben und sagte noch: "Ach ja, ich bin Momoko, aber
du kannst mich ruhig Momo nennen.", dabei wippte sie leicht mit den Füßen und
himmelte den armen Yamato weiterhin an. Taichi merkte wie ihm dieses Geschehen
hier mal eben so gar nicht passte und nun immer heftiger auf die Tischplatte
trommelte. Das Mädchen nun beugte sich zu Yamato vor. ,Was nun, will sie ihn
küssen?', Tai fielen fast die Augen aus dem Kopf. Yama sah nun wirklich
verzweifelt seinen Freund an und presste sich so weit es ging in seinen Stuhl um
dem Mädchen zu entkommen. Angstschweiß bildete sich auf seiner Stirn und er biss
sich auf die Unterlippe. ,Na aufdringlich ist die ja überhaupt nicht.' Taichi
kocht nun langsam vor Wut. Kurz bevor die Lippen des Mädchens Yamato erreicht
hatten sprang Tai auf und stemmte seine beiden Hände auf die Tischplatte, so
dass ein lautes Knallen erhallte. "Nun reichts aber!!! Lass ihn doch mal in Ruhe
du doofe Ziege. Wenn er nicht will, will er eben nicht." , Taichi hatte eine
stärkere Lautstärke entwickelt. ,Warum regt mich diese Ziege so auf? Vielleicht,
weil sie sich so unmöglich benimmt?', fragte sich Tai unterdessen. Yama sah
seinen Freund nun erleichtert und glücklich an, der ihm wie ein Held aus einer
schlimmen Krise geholfen hatte. ,Tai!!!', dachte er nur noch und lächelte vor
Rührung. Auf seinen Freund kann man sich eben verlassen. Das Mädchen, dass nun
beleidigt und gekränkt war blitzte Tai nur noch einmal wütend an und ging zu
ihrem Tisch hinüber. Tai verfolgte sie optisch mit blitzenden Augen. Dann wandte
er sich seinem Freund zu nahm einen letzten Schluck von der Cola und sagte
entschlossen: "Komm wir gehen. Hier hält es ja kein Mann aus!" Yamato stimmte
seinem Kumpel nickend zu und erhob sich. Beide verließen das Bistro und Tai
merkte nur noch die tötenden Blicke des Mädchens als sie an ihr vorbei gingen.
"Also, vielen Dank!!! Danke Tai, du hast mir mein junges Leben gerettet.", sagt
Yama leise zu Tai. Sie waren bereits auf dem Weg zu Matt. Der Einkaufsbummel
hatte sich nach dem Ereignis wirklich nicht mehr ergeben und Taichi war immer
noch wütend auf diese dumme Zicke von eben. Matt, stupste ihn mit der Schulter
an, das bedeutete wie: ,Hey, du mein Held, danke! Echt ich bin dir was
schuldig.' Dieses Stupsen nahm Taichi nur allzu gerne wahr und verbesserte
zugleich seine Stimmung. Mit einem gleichen Stupsen an Matts Schulter antwortete
er indirekt: ,Schon klar, hättest du doch auch gemacht.' Beide grinsten sich nur
noch an und erreichten letztendlich Yamas Wohnung. Er steckte den Schlüssel in
das Schloss öffnete die Tür. Die beiden Freunde betraten die Wohnung der Ishidas
und durchquerten den Flur. Tai schmiss seine Tasche auf den Boden und folgte
seinem Freund in sein Zimmer. Dort angekommen schmiss er sich erst einmal aufs
Bett. Seine Gedanken hingen immer noch an dieser Person von einem Mädchen. Wieso
ärgerte ihn das alles so? ,Vielleicht bin ich ja nur neidisch, weil ich keine
abkriege.', dachte Tai. Yamato bemerkte, die komische Art seines Freundes. Der
sonst ach so heitere Taichi Yagami lag nun stumm, wie ein Fisch in seinem Bett
und starrte an die Decke. Zugegeben, er konnte ahnen, was mit ihm los ist, doch
so sicher sein konnte er sich nicht. Was ihn auf jeden Fall gefreut hatte, war
die Art, wie Tai ihn verteidigt hatte. Es stimmt schon, dass sein Herz gleich
einen Hüpfer gemacht hatte, als er sah wie aufbrausend Tai aufgesprungen war um
dem Mädchen die Meinung zu geigen. ,Das hätte doch jeder Freund getan, oder?'
Und klar, es war auch ganz normal, dass eine unglaublich starkes Hämmern des
Herzens die Brust fast zersprengt und gleichzeitig so viel Blut durch Yamatos
Körper pumpte, dass er die reißenden Fluten von Blut sogar in seinen Ohren
rauschen hören konnte. ,Das wäre doch bei jedem so, oder?' Sicherlich war es nur
die Freude so einen duften Kumpel zu haben, auf den man sich immer verlassen
konnte. Matt nickte sich gedanklich zu und ließ sich neben Tai auf das Bett
fallen. Dabei lag sein Kopf nun nah neben Tais und er fühlte einige der braunen
Haarspitzen in seinem Gesicht, die ihn leicht kitzelten. Die Haarfarbe erinnerte
ihn unfreiwillig an das Mädchen. ,Die doofe Kuh, hatte auch braune Haare. Aber
so blöde hellbraune. Nicht so schönen Schokohaare wie mein Tai hat.' Yama
erschrak. Hatte er da ,mein Tai' gedacht. Seit wann war Tai für ihn denn ,sein
Tai' geworden? Yamato blickte seinen Freund aus den Augenwinkeln an. Er sah,
dass Taichi immer noch die Decke anstarrte und grübelte. ,Beunruhigt ihn die
Situation so sehr? Aber warum?' Yamato wollte es wissen und fing an die Stille
zu durchbrechen. "Wieso denkst du immer noch über das Mädchen nach?", Tai zuckte
zusammen. Also mit so einem plötzlich und direkten Satz hätte er von Yamato
jetzt nicht gerechnet und immerhin kannte dieser ihn sehr gut. Tai setzte sich
aufrecht hin und betrachtete seinen liegenden Freund. "Sag schon. Ich will's
wissen.", drängte Yama ihn. "Boah, na weil... " BONG! Doch weiter kam er nicht,
da sich der nun von Energie durchflutete Junge schlagartig für die Antwort
aufgerichtet hatte, aber nicht mit einem Regalbrett gerechnet hatte, dass ihn
ziemlich unsanft am Kopf getroffen hatte. Yama konnte sehen, wie sich das
Gesicht des Braungebrannten vor Schmerz verzog und er sich beide Hände an die
schmerzende Stelle hielt. "Aha, scheiße!!! Verdammte... so ein Mist.. Mann tut
das weh." Tai fluchte und zeterte. In die schokobraunen Augen traten nun ein
paar Tränen des Schmerzes. Yama, der nun erschrocken und zugleich mitleidig
seinen Freund betrachtete richtete sich auf. "Was machst du den auch immer?",
diese Frage wurde mal eben in den Raum gestellt ohne darauf auch eine Antwort zu
erwarten. "Weil du immer so quirlig bist. Da siehst du was man davon hat.",
sprach Yama seinem Freund zu, der immer noch mit einer Hand die schmerzende
Stelle festhielt. "Wird bestimmt eine Beule, wenn du nix dagegen tust.", während
Matt diese Worte äußerte griff er zu der freien Hand von Tai und zog ihn an sich
heran. Dieses Gefühl in Tais Hand durchzog seinen ganzen Körper. Wie neulich
schienen ganze Armeen von Ameisen seinen Arm entlang zu krauchen. Yama zog ihn
aufs Bett und drückte ihn behutsam in die Kissen. Dann nahm er eine Schere, die
irgendwo in greifbarer Nähe lag und presste mit der kühlen Klinge auf die
schmerzende Stelle auf dem Kopf. Yamatos Gesicht war Taichis gefährlich nahe als
der Blonde flüsterte: "Das hat mir meine Mutter früher mal gezeigt, als ich mich
gestoßen habe. Sie meinte, dass die Beule so nicht so groß werden würde." Yama
sah Tai liebevoll ihn die Augen und beobachteten wie die braunen Augen
schwimmrig wurden. Taichi durchfluteten tausend von elektrischen Impulsen. Er
spürte wie die blonden Strähnen sein Gesicht streiften und ihn kitzelten. Der
heiße Atem von Yamato erwärmte sein Gesicht. Yamatos Druck auf Taichis Beule
ließ allmählich nach. Die Tatsache, dass Matt praktisch fast auf seinem Freund
lag und seine Wärme spürte machte ihn irgendwie glücklich. Er lächelte Taichi
an, dessen braunen Haare nun auf seinem Kissen lagen und sich dessen Form
anpassten. Ganz plötzlich stellt sich Yamato eine Frage: ,Seine Haare sehen
unheimlich weich aus, so wie die sich da ins Kissen schmiegen. Ob sie so weich
sind, wie sie aussehen?', und schon hob er automatisch eine Hand um sie durch
Tais Haar zu streicheln, dann murmelte er laut: "Ja, sie sind wirklich so weich,
wie sie aussehen." Und die blauen Opale wurden zunehmend größer während Tais
Herz inzwischen raste und ihm die Röte ins Gesicht schoss. Das Blut durchströmte
seinen Körper. Was machte da sein Freund nur mit ihm? ,Seine Berührung sind so
weich und zart. So warm und einfach herrlich. Bitte nicht aufhören!', winselte
Tai insgeheim und spürte nun noch ein fremdes Klopfen, dass eindeutig nicht von
ihm stammen konnte. ,Rast Yamas Herz etwa auch so wie meines?', fragte sich Tai
und blickte in die verträumten blauen Augen von Matt, der nun inzwischen genauso
rot war wie Tai. Ihre Gesichter waren nur Millimeter von einander getrennt. Tai
keuchte leicht, und er wollte nun wissen, ob Matts Herz genauso schnell schlug
wie seines. Er hob eine seiner Hände und legte sie auf Yamatos Brust, fühlte
wie stark das Herz praktisch in seiner Hand schlug. . Yamato schloss
genießerisch die Augen, die Stelle an der Tai ihn berührte schien in heißen
Flammen aufzugehen und beschleunigte nur noch mehr die Atmung von Yamato.
"Yama...", hauchte Tai und erinnerte sich noch vage an die eine Frage, die ihm
sein Freund vorhin gestellte hatte. ,Vielleicht denke ich an das Mädchen, weil
mir die ganze Situation so unheimlich an die Nieren ging. Vielleicht war ich
neidisch. Vielleicht war ich ja aber auch nur...' "eifersüchtig." Yamato weitete
die blauen Augen, als er das eine zusammenhanglose Wort erhörte, dass sein
braunhaariger Freund geäußert hatte. Auch Tai sah erschrocken, darüber dass er
so laut gedacht hatte, seinen Freund an.,Eifersüchtig? Wieso eifersüchtig? Kann
es sein, dass er wegen dem Mädchen eifersüchtig ist? Aber wieso sollte mein
bester Freund auf ein Mädchen eifersüchtig sein? Wie so nur?'
...
Fortsetzung folgt!
(C) MelChan