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| Michael Bluemel - Zwei junge Maenner von 23 bis 24 Jahren |
| Zwei junge Maenner von 23 bis 24 Jahren |
| Seit halb elf schon sass er im Kaffeehaus und erwartete in Kuerze sein Erscheinen. Es wurde Mitternacht - er wartete noch immer. Es wurde halb eins - schon hatte das Kaffeehaus sich nahezu geleert. Er wurde es muede Zeitungen zu lesen, mechanisch. Von seinen armseligen drei Schillingen war ihm einer nur geblieben, so lang, wie er gewartet hatte, gab er die andern aus fuer Cognac und Kaffees. Hatte auch alle seine Zigaretten schon geraucht. Das lange Warten erschoepfte ihn. Denn - wie er da so lang alleine sass, ergriffen bittere Gedanken von ihm Besitz: von seiner dekadenten Lebensfuehrung. Doch als er seinen Freund nun kommen sah - sofort war'n Mattheit, Langeweile und Gruebelei dahin. Der Freund bracht' eine unverhoffte Nachricht: er hatte beim Kartenspielen sechzig Pfund gewonnen. Ihre schoenen Gesichter, ihr jugendlicher Reiz, die sinnliche Liebe, die die Beiden teilten, bluehten auf, belebten und verstaerkten sich, durch diese sechzig Pfunde von dem Kartenspiel. Erfuellt mit Freude und mit Kraft, Gefuehl und Schoenheit gingen sie - nicht heim zu ihren ehrbaren Familien (die ohnehin nichts mehr von ihnen wissen wollten): zu einem Haus, das ihnen wohlbekannt, einschlaegig ung verrucht, um zu verlangen ein Zimmer fuer die Nacht und teuere Getraenke. Sowie die teueren Getraenke ausgetrunken waren, und schon die vierte Morgenstunde nahte, gaben sie sich selig ihrer Liebe hin. |
| 1927 |