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| Michael Bluemel - Tage von 1908 |
| Die Tage von 1908 |
| In diesem Jahre stand er ohne Arbeit da, lebte deshalb vom Kartenspiel - und auch von Tavli, borgte viel. Ein Arbeitsplatz, mit Monatslohn drei Pfund nur, in einem kleinen Papiergeschaeft war ihm geboten worden, doch lehnte er ab, ohne auch nur zu zoegern. Es war's nicht wert. Das war kein Lohn fuer ihn, den jungen Mann, mit Bildung, und von fuenfundzwanzig Jahren. Zwei, drei Schillinge am Tag gewann er, oft auch nicht. Was soll der Junge schon verdienen, mit Tavli und mit Karten, in den Lokalen seines Standes, den aermlichen, wie schlau sein Spiel, wie klug er auch die Dummen waehlte, die Schulden, sie waeren immer da, und waren's. Selten gewann er einen Taler, viel haeuf'ger einen halben, und manchmal war's auch nur ein Schilling. Manch eine Woche, zuweilen oefter, entrann er den durchwachten Naechten, erfrischt' er sich in Baedern, beim Schwimmen in der Fruehe. Seine Kleider waren unbeschreiblich schaebig, ein einziger Anzug, den er immer trug, ein Anzug zimtfarben und verschossen. Den Tagen des Sommers von neunzehnhundertacht fehlte der Anblick, den ihr so genossen: der Anzug, zimtfarben und verschossen. Der Eindruck blieb euch wohl bewahrt: wie er sie auszog und von sich hernieder warf, die ungemaesse Kleidung und die geflickte Waesche. Und er war gaenzlich nackt, vollkommen schoen, ein Wunder: Ungekaemmt und wild zerzaust die Haare, die feinen Glieder etwas braun gebrannt von morgendlicher Nacktheit in den Baedern und am Strand. |
| (1932) |
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| Eine der Spielarten von "Tavli" ist Backgammon. Im oestlichen Mittelmeerraum werden aber noch einige andere Versionen gespielt, weshalb mir der Begriff "Backgammon" unzureichend und ueberhaupt viel zu westlich erscheint |