Mittelmeer


Die Tochter des Atlantiks und ein Abk�mmling tropischer Regionen des Indopazifiks, so k�nnte man in wenigen Worten die Geschichte des Mittelmeers zusammenfassen, das auf so unentwirrbare Weise mit der Geschichte der Menschheit verbunden ist. Das Mittelmeer ist von Afrika, Asien und Europa umschlossen und wird von einer gebogenen Barriere, die sich vonTunesien bis nach Sizilien und S�ditalien erstreckt, in zwei Teile geteilt. Auf der einen Seite befindet sich das westliche Mittelmeer mit seinen gro�en Tiefsee-Ebenen und dem tyrrhenischen Becken. Viele vergleichen es mit einem kleinen Ozean, weil sie sich hier auf engem Raum R�cken-, Tiefseegebiete und untergetauchte vulkanische Gebirge befinden. Das �stliche Mittelmeer hingegen ist durch einen gro�en untermeerischen Bergr�cken gekennzeichnet, der sich von Kalabrien bis in das Gebietwestlich von Zypern erstreckt. Er ist rund 1600 Kilometer lang und zwischen 2300 und 3200 Meter tief. Am S�drand befindet sich der vulkanische lnselbogen, der aus den Inseln Milos, Nisyros, Kos und Santorin besteht. Hier herrscht eine geologische Situation, wie wirsie auch in der N�he der japanischen Inseln im Pazifik beobachten k�nnen. An die tropische Vergangenheit des Mittelmeers erinnern zum Beispiel die fossilen Riffe der Dolomiten. Dieses Gebirge entstand durch den Druck, den die Afrikanische Platte auf die Europ�ische aus�bte. ln der Zeitspanne, die vor 20 Millionen Jahren begann und vor 15 Millionen Jahren zu Ende ging, verschlo� die Afrikanische Platte jede Verbindung zwischen dem fr�heren Mittelmeer und den tropischen Ozeanen. Diese Bewegung der Afrikanischen Platte ist noch nicht zum Stillstand gekommen.

In ferner Zukunft soll dadurch eine Bergkette im Gebiet des heutigen Meeres zwischen Libyen und �gypten einerseits und Griechenland und derT�rkei andererseits entstehen. Die J�ngste Vergangenheit des Mittelmeers beginnt paradoxerweise mit dessen Untergang vor sechs bis sieben Millionen Jahren. Damals schlo� sich die Stra�e von Gibraltar, und die Karpaten entstanden. Dadurch wurde das Mittelmeer isoliert. Die Sonne lie� das Wasser verdunsten und verwandelte das gesamte Becken in eine riesige Salzw�ste. Dann entstand das Mittelmeer erneut durch den Atlantik. Der nat�rliche Damm, der sich bei Gibraltar gebildet hatte, brach, und ein unvorstellbar gro�er Wasserschwall drang in die W�ste ein. Mit dem Wasser kam auch das Leben, teilweise aus dem Norden, teilweise aus dem S�den. Einige Arten pa�ten sich an, andere starben aus, wiederum andere blieben unver�ndert. Heute ist das Mittelmeer weiterhin mit dem Atlantik verbunden und doch ein selbst�ndiges Meer. Die Schwelle bei Gibraltar sorgt daf�r, da� das Tiefenwasser viel w�rmer ist als das Ozeanwasser in derselben Schichth�he. An der Oberfl�che dringt leichteres salz�rmeres Wasser ein, flie�t bis in die �stlichsten Teile des Mittelmeers und sinkt dabei ab. Nach fast 80 Jahren flie�t das nun salzhaltigere Wasser in den Atlantikzur�ck und passiert dabei die Stra�e von Gibraltar in gr��erer

Das Mittelmeer ist einzigartig durch seine weitgehende Isolation, und die horizontale wie vertikale Durchmischung des Wassers, die von Winden wie dem Mistral oder der Bora und vom Wechsel der Jahreszeiten ausgel�st wird. Die Meeresbiologen halten es f�r ein armes Meer weil es wenig Phosphor und Stickstoffsalze enth�lt, die die Grundlage f�r die Nahrungketten bilden. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Planktonarmut, so da� das Wasser �hnlich wie in tropischen Meeren sehr klar ist und das Licht tief eindringen kann. Diese Klarheit desWassers machte es auch m�glich, da� hier die Menschen schon seit Jahrtausenden nach Badeschw�mmen und Korallen tauchen. Auf den ersten Blick mag das Mittelmeer karg erscheinen, weil hier kaum echte Steinkorallen vorkommen. Wer aber genau hinschaut, wird aber erkennen, da� dieses Meer sehr viel reicher ist an Farben und Formen, als man sich zun�chst vorstellt.

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