Klippen

K�sten, die aus Sand bestehen und leicht von Wellen verformt werden, sind darum meist relativ gerade. Anders ist es bei Felsenk�sten, die nicht von Natur aus gerade verlaufen. Wenn Wellen sich einer K�ste n�hern, die nicht rechtlinig verl�uft, passiert etwa das gleiche wie bei einer Welle, die sich der K�ste in einem bestimmten Winkel n�hert. Rund um vorspringende Felsspitzen werden Wellen zur Felsspitze hin geleitet, weil dort der Meeresboden untief ist. Dadurch verlangsamen sich die Wellen und werden von den ihnen folgenden Wellen eingeholt. Sie neigen sich zu dem vorspringenden Punkt hin und werden dort gebrochen. An einer solchen Spitze kommen also mehr Wellen an, was bedeutet, da� die Felsspitze den Kr�ften der Wellen st�rker ausgesetzt ist. In den Buchten hinter den Felsspitzen ist es genau umgekehrt: Dorthin kommen weniger Wellen, so da� Material abgelagert wird. Eigentlich ist der Ozean also damit besch�ftigt, die Strandlinie zu begradigen.

Da mehr Wellen an vorspringenden Felsspitzen brechen, sind diese verst�rkter Abrasion ausgesetzt. Bei jeder Welle, die bricht, wird Luft in den Haarrissen des Gesteins zusammengepre�t. So k�nnen L�cher im Felsen entstehen. Treffen zwei solcher L�cher, die sich an beiden Seiten der Felsspitze befinden, zusammen, entsteht ein Tunnel. Die Wellenwirkung l��t nicht nach, und der Tunnel wird immer breiter. Schlie�lich entsteht ein sog. Sea Arch bzw. Seebogen. Die Bildung eines Seebogens h�ngt ab von der Gesteinsart: Das Gestein mu� massiv sein und darf nicht schnell abbr�ckeln. Von der Festigkeit des Gesteins h�ngt auch ab, wie gro� ein solcher Bogen werden kann. In hartem Gestein kann ein solcher Bogen recht gro� werden, ist das Gestein weich, br�ckelt er schneller ab und st�rzt schlie�lich ein. Im Meer, in einiger Entfernung von der K�ste, bleibt dann eine Art Pfeiler �brig, den man Sea Stack nennt

Nicht nur vorspringende, sondern auch relativ gerade Klippen werden vom Ozean erodiert. Die Wellen besch�digen sie an der Basis, so da� das �berh�ngende Gestein einst�rzen kann und die Klippen sich zur�ckziehen. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Proze� sich abspielt, ist abh�ngig von dem Ausma�, in dem das Gestein bricht. Relativ weiches Gestein ist daf�r anf�lliger als massives. Ein ber�hmtes Beispiel sind die Kreidefelsen des �rmelkanals. Die Klippen an der englischen Seite haben sich seit der r�mischen Zeit vor rund 2.000 Jahren um drei bis f�nf Kilometer zur�ckgezogen, wobei ganze D�rfer im Meer verschwunden sind. Die Klippen des �rmelkanals bestehen aus unz�hligen Kalkskeletten von Tieren und Pflanzen, die vor Millionen Jahren im Ozean lebten. Als sie starben, sanken ihre Skelette zum Meeresboden, wo sie schlie�lich eine dicke Schicht bildeten. Die Klippen bestehen aus diesem Kalkstein, vermischt mit Sand. Eine sehr weiche Kombination, die von den Wellen des Kanals relativ schnell angegriffen wird.

Am Fu� einer solchen Klippe bleibt in der H�he, bis zu der die Wellen noch erodierend einwirken, eine flache, glattpolierte Platte, die sog. Brandungsplatte, �brig. Dies geschieht vor allem dort, wo der Unterschied zwischen Ebbe und Flut nicht allzu gro� ist und die Wellenwirkung sich auf eine begrenzte Zone der Klippe konzentriert. In diesen F�llen kann die Klippe sich aus dem Bereich der Wellen zur�ckziehen, so da� die Wellen nur noch auf der Brandungsplatte gebrochen werden. Eine solche Platte ist oft von Kieselsteinen bedeckt, die - aufgrund ihrer Bewegung mit den Wellen - die Platte weiter abschleifen. Die Klippe ist dann zur fossilen Klippe geworden. Wellenwirkung ist zwar in den meisten Gebieten der Erde der vorherrschende Erosionsverursacher, sie ist jedoch nicht alleine f�r das Erodieren von Klippen verantwortlich. Verwitterung und Massenbewegung spielen ebenfalls eine Rolle, vor allem da, wo die Wellenwirkung gering ist.

Hosted by www.Geocities.ws

1