Westfälischer Anzeiger Dienstag 05. Juni 1978:

Avantgardist wurde neuer König
Norbert und Annegret Wiemann übernahmen in Wiescherhöfen die Regentschaft

Die Mitglieder der Avantgarde der Schützengesellschaft Wiescherhöfen-Weetfeld jubelten. Elf Jahre hatten sie warten müssen, ehe wieder ein Avantgardist beim Schützenfest den Rest des Vogels von der Stange holte. Norbert Wiemann war der treffsichere Schütze, der selbst schon vier Jahre auf diesen Augenblick gewartet hatte, aber immer wieder in den Endkämpfen nicht zum rechten Zeitpunkt an der Reihe war. Die Festtage konnten bei großem Interesse der Bevölkerung in bester Harmonie abgewickelt werden. Das Wetter gab einen vortrefflichen Rahmen. 
Mit Gedenkfeiern an den Ehrenmälern in Wiescherhöfen und Weetfeld leitete der Verein die Festtage ein. Vorsitzender Friedrich Holtschulte und Diakon Heinz Theo Marx betonten dabei, daß die feste Verankerung der Gedenkfeiern in die Schützenfesttage eine Grundstellung deutlich mache, die auch die gemeinsame Verantwortung für den Frieden zum Ausdruck bringe. Der Dorfabend schloß sich an. Schon früh fuhr der Spielmannszug der Feuerwehr Bergkamen (Leitung: Heinz Storchmann) am Samstag zum Wecken durch die Stadtteile. Am frühen Nachmittag holten die Schützen mit dem Spielmannszug und dem Blas- und Tanzorchester Castrop-Rauxel (Leitung: Günter Huse) das amtierende Königspaar Willi und Paula Heermann und das silberne Königspaar Emil und Herta Böckmann in der Knüwensiedlung ab. In einem Umzug ging es zur Schützenwiese, wo um 16.15 Uhr Bürgermeister Heimbeck nach kurzen Grußworten das Königschießen eröffnete. Ehrenschüsse gaben der König, der Jubelkönig, Oberst Horst Kleine-Horst und der Avantgardenkönig Andreas Frede ab. Jürgen Krass sicherte sich mit dem 19. Schuß den Apfel und Horst Schwikal bewies beim 23. Schuß seine Treffsicherheit. Das Zepter war seine Trophäe. Die Krone holte sich Albert Sombecki mit dem 23. Schuß. Erst um 19.55 Uhr war mit dem 455. Schuß die Enscheidung gefallen. Oberst Kleine-Horst proklamierte den König Norbert I. und dankte dem alten König für die vorbildliche Regentschaft. Schwungvoll ging es dann beim Königsball im großen Festzelt zu, wobei Königspaar und Hofstaat im Mittelpunkt standen. Das Frühkonzert am Sonntagmorgen hatte wieder viele Gäste angelockt. Erstmals wirkte auch der MGV Harmonier mit Frühlings und Wanderliedern mit. Zusammen mit dem Schützenverein Lohauserholz und der "Kompanie Wildschütz" aus Holzwickede un der 6. Sanitätskompanie zug ein langer Festzug am Nachmittag durch den Stadtteil. Die Königsparade auf der Bahnhofstraße bildete dabei den Höhepunkt. Der Schützenball am Abend erhielt seine besondere Note durch den Fackelzug zur Besitzung Karl Bierkämper, wo auch der große Zapfenstreichgehalten wurde. Am Montag um 20.00 Uhr trafen sich die Schützen zur Nachfeier. Eine große Tombola steht im Mittelpunkt des Abends.
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