Westfälischer Anzeiger Montag 9. Juni 1975:
Der "eiserne Gustav" von
Wiescherhöfen machte seinem Namen alle Ehre
Neue Regenten: Wilhelm und Edelgard Niemann
Wie immer beim Schützenfest Wetter
nach Maß
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Auf den Namen "eiserner Gustav" war der Adler der Schützengesellschaft 1909 Wiescherhöfen-Weetfeld getauft worden. Der zähe Vogel machte diesem Namen alle Ehre. Dreieinhalb Stunden brauchten die Schützen, um ihn von der Stange zu holen. Das Interesse der Bevölkerung galt neben dem Vogelschießen diesmal insbesondere dem neuen Schützenplatz an der Wilhelm- Nabe- Straße. Er liegt zwar zentral, doch konnte er das Naturerlebnis, das der Hof Gößlinghoff bot, nicht ersetzten. Dichtes Gedränge machte außerdem deutlich, daß der Platz zu klein ist. Das tat aber der Stimmung keinerlei Abbruch- zumal traditionsgemäß-gutes Schützenwetter war. |
| Nach dem Abholen des Vorjahreskönigs Gustav Kemper und Königin Ingrid eröffnete Bezirksvorsteher Walter Cryns um 15.40 Uhr das Vogelschießen im Auftrag des Oberbürgermeisters. Ehrenschüsse gaben dann König Gustav und der König des Pelkumer Vereins, Josef II. ab. Mit dem 5. Schuß traf Heinz Fickermann das Zepter. Karl Bierkämper holte mit dem 7. Schuß den Apfel, Hans Bröker mit dem 18. Schuß die Krone. Erst um 19.10 Uhr gelang es Wilhelm Niemann, mit dem 528. Schuß des Rest von der Stange zu holen. Zur Mitregentin erkor er sich seine Frau Edelgard. Oberst Horst Kleine-Horst proklamierte ihn zum König Wilhelm II. von Wiescherhöfen-Weetfeld und dankte dem alten König für die gute Regentschaft. Ein stimmungsvoller Königsball schloß sich an. Am Tag vorher hatten die Schützen Gedenkfeiern an den Ehrenmalen in Wiescherhöfen und Weetfeld gehalten, wo Heinrich Gößlinghoff und Diakon Marx die Gedenkansprachen hielten. Am Sonntagmorgen erfreute das Tanz- und Blasorchester Castrop-Rauxel mit einem Frühkonzert, bei dem auch der Jugendfanfahrencorps des Schützenvereins 1879 Westenfeldmark unter Tambourmajor Herbert Weischer mitwirkte. Nach dem Abholen der Königspaare und des Hofstaates formierten sich die Schütze und die Gastvereine zum großen festzug durch den Stadtteil. Neben den Castrop-Rauxeler Musikzug waren auch die Spielmannszüge aus Bergkamen und Unna dabei. Die Königsparade auf der Bahnhofstraße bildete vor vielen Besuchern den Höhepunkt. Abend herrschte Hochstimmung beim Schützenball, der mit dem Fackelzug und dem Zapfenstreich am Bahnhof einen besonderen Akzent erhielt. Am heutigen Montag sollen im Zelt verdiente Jubilare geehrt werden. | |