Westfälischer Anzeiger Montag 7. Juni 1971:
Dramatischer Kampf um Königswürde
Michael Gesche und Helga
Düfelshöft regieren in Wiescherhöfen
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Der schwergewichtige Adler der Schützengesellschaft 1909 Wiescherhöfen-Weetfeld tat seinem Namen "Jumbo" alle Ehre und leistete den treffsicheren Schützen erbitterten Widerstand. 384 Schuß waren notwendig, ehe der Rest des stabilen Vogels von der Stange fiel. Gutes Wetter und viele Gäste bildeten auch diesmal wieder einen wunschgemäßen Rahmen für das 41. Schützenfest des Vereins, das zum zweiten Male in einem Großzelt gefeiert wurde. Eingeleitet wurde es mit kurzen Gedenkfeiern an den Ehrenmalen in Wiescherhöfen und Weetfeld vor Ortsvorsteher Gößlinghoff und Vorsitzender Holtschulte Kränze niederlegten. |
| Zahlreiche Gäste hatten sich zum Dorfabend eingefunden, der von der Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine gestaltet wurde. Am Samstag wurde zunächst König Heinz Freitag abgeholt. Unter Vorantrag des Spielmannszuges DJK "Westfalia" Bönen (Leitung Hermann Westhoff) und der Kapelle Waldeck (Bockum-Hövel) unter Joachim Chiemielarz ging es dann zur Vogelstange in Weetfeld. Nach Stärkung beim Erbsensuppenessen eröffnete Ortsvorsteher Gößlinghoff den Kampf um 15.25 Uhr und traf sogleich das Faß. Den 2. Schuß gab. stellv. Bürgermeister Heinz Bülling ab. Die Insignien holten sich Friedhelm Schröer (17. Schuß Zepter), Herbert Strathmann (21. Schuß Apfel) und Heinz Seydel (27. Schuß Krone). Der Endkampf dauerte länger, als man allgemein erwartet hatte, denn der Adler ließ sich nur in kleinen Bruchstücken von der Stange holen. Bei den zahlreichen Bewerbern stieg die Spannung mit jedem Schuß. Erst um 18.50 Uhr gelang es Michael Gesche, sich die neue Königswürde zu sichern. Als Mitregentin erkor er sich Frau Helga Düfelshöft. Geschäftsführer Emil Böckmann proklamierte ihn zum König Michael I. und dankte dem alten König für die milde Regentschaft. Im voll besetzten Zelt klang der Festtag mit einem Königsball aus. Am Sonntagmorgen gab die Kapelle Waldeck bei einem Platzkonzert einen Einblick in ihr reichhaltiges musikalische Repertoire. Höhepunkt des Tages bildete der große Festzug, in dem auch eine starke Abordnung des Schützenvereins 1838 Lohauserholz mit dem Spielmannszug Ueter (Bockum-Hövel9 vertreten war. Außerdem durfte man sich über den schmucken Fanfahrenszug aus Kamen freuen.Mit der Königsparade am Selmigerheideweg fand der Festzg sienen krönenden Abschluß. Abends feierte man im Zelt und zog nach Einbruch der Dunkelheit erneut zum Selmigerheideweg, wo der Zapfenstreich Anlaß gab, allen Mitwirkenden für das Gelingen der Festtage zu danken. Heute findet man sich zur Nachfeier zusammen. Dabei werden die Flamingos zum Tanz aufspielen. | |