Westfälischer Anzeiger   Montag 22. Juni 1970:

Neuer König gab nur einen Schuß ab
Volltreffer durch Heinrich Freitag in Wiescherhöfen

In Wiescherhöfen-Weetfeld brauchte sich der neue König nicht besonders anzustrengen, um die hohe Würde zu erringen. Verspätet kam Heinrich Freitag zum Festplatz Gößlinghoff in Weetfeld. Das Schießen war schon in die Endphase eingetreten. Es war gerade Feuerpause. Die Ansichten über die Widerstandsfähigkeit des Vogels gingen auseinander. 176 Schuß waren bis zur Pause abgegeben worden. Um 17.13 Uhr wurde der Kampf wieder aufgenommen. Zwei ernsthafte Bewerber zielten genau, aber der Vogel hielt stand. Dann kam Heinrich Freitag vom Gallberger Weg. Mit seinem ersten und einzigen Schuß versetzte er dem Vogel einen derartigen Volltreffer, daß kein Reststück mehr auf der Stange blieb. Es war 17.15 Uhr. Völlig überrascht, aber doch stolz auf seinen Erfolg, nahm der Schütze die Ovationen entgegen. 
Vorsitzender Friedrich Holtschulte proklamierte ihn zum König Heinrich VIII. und sprach dem alten König Edmund Mennenkamp den Dank für die vorbildliche Regentschaft aus. Königin wurde die Gattin des Schützenbruders Friedhelm von den Berg, Erika I. Unter Vorantritt des Spielmannszuges (Leitung Tambourmajor Helmut Westhoff)  und der Eisenbahnerkapelle Hamm (Leitung Willi Hardes) hatten sich die Schützen zum Festplatz Gößlinghoff begeben, wo der Orsvorsteher Gößlinghoff den ersten Schuß abgab. Es folgten Oberst Schröer und König Edmund. Zuerst fiel das Bierfaß durch Kurt Blankenhagen (11. Schuß). Der 2. Geschäftsführer des Vereins, Heinz Elling, bewies seine Treffsicherheit, als er mit dem 13. Schuß einen Flügel und zugleich den Reichsapfel holte. Günter Schmidt traf das Zepter (30. Schuß) und schließlich holte Friedhelm Schröer mit dem 50. Schuß die Krone. Insgesamt hielt der Adler nur 179 Schuß aus. 60 Jahre hatte der Verein seine Feste im Saal gefeiert. Erstmalig in der langen Geschichte fand der Königsball in einem Großzelt statt, daß reichlich Platz bot und bei den hochsommerlichen Temperaturen durchaus der rechte Platz war. Mit Schwung sorgte die Eisenbahnerkapelle für die rechte Stimmung. Sie erfreute ach beim Platzkonzert am Sonntagmorgen. Nachmittags zog sich der Festzug durch die geschmückten Straßen der Ortsteile und fand feinen Höhepunkt bei der Königsparade im Selmigerheideweg. Abend tanzte man im Zelt weiter und unterstrich bei Fackelpolonaise und Zapfenstreich di Verbundenheit des Schützenvereins mit der Bevölkerung. Am heutigen Montag klingt das fest mit der traditionellen Nachfeier aus.
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