Westfälischer Anzeiger Montag 08. Juni 1964:    

Der 333. brachte die Würde
Karl Mielke wurde König von Wiescherhöfen

  Selten hat es in Wiescherhöfen einen solch spannenden Kampf um die Königswürde gegeben wie am vergangenen Samstag beim Schützenfest der Schützengesellschaft Wiescherhöfen-Weetfeld. .
Dreieinhalb Stunden dauerte das Ringen. Schließlich holte der bekannte Posaunenchorleiter Karl Mielke mit dem 333. Schuß den Rest des Vogels von der Stange. Als Karl der I. erkor er sich seine Gattin Else zur Mitregentin. Nach Abholen des vorjährigen Königs Friedhelm II. erinnerte Pastor Wörner am Ehrenmal an die verstorbenen Schützenbrüder. Selten hat ein Verein das Glück bei einem Schützenfest das goldene Jubelkönigspaar abzuholen. Wilhelm Schröer und Frau frederike waren 1914 die Regenten und sie durften jetzt wieder die Front abschreiten Mit dem Spielmannszug Altenbögge-Bönen (Leitung Horst Heinsch) und  der Feuerwehrkapelle Münster (Leitung Edmund Schulze) marschierte der Zug zur Vogelstange Weetfeld, wo um 16.20 Uhr Oberst Gorholt den ersten Schuß abfeuerte. Schon mit dem 4. Schuß traf Hans-Josef Schulte das Zepter. Kurt Blankenhagen sicherte sich mit dem 21. Schuß die Krone und mit dem 22. Schuß fiel durch Heinz Seydel der Reichsapfel. Erst um 19.50 Uhr konnte der Vogel mit einem Volltreffer von Karl Mielke erledigt werden. Auf dem Schützenplatz wurde ervo Oberst Gorholt als König ausgerufen. Der Königsball verlief im Haus Refus in wiederum harmonischer Weise. Nach einer Ansprache des neuen Königs wurde eifrig getanzt. Nach einem Platzkonzert am Sonntag vormittag umsäumten am Nachmittag viele Gäste aus der Gemeinde und der Umgebung beim großen Festzug die Straßen. Höhepunkt war die Königsparade auf der Weetfelder Straße. Ein Gartenkonzert leitete zum Königsball über. Mit dem Fackelzug und dem großen Zapfenstreich auf dem Bahnhofsvorplatz fand dieser Tag seinen Abschluß.
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