Westfälische Rundschau und Westfälischer Anzeiger   Dienstag 05. Juni 1962:

Klaus I. regiert Wiescherhöfen
Nach 286 Schuß fiel der Rest des Vogels von der Stange

Viele Gäste aus den Nachbargemeinden hatte auch diesmal das Schützenfest der Schützengesellschaft 1909 nach Wiescherhöfen gelockt. Sie wurden nicht enttäuscht, denn der Verein hatte es verstanden, erneut ein Fest mit Niveau aufzusiehen. Wesentlich trugen dazu die Feuerwehrkapelle Münster unter Heinz Fischer und der Spielmannszug Altenbögge- Bönen unter Horst Heinsch bei. Beide gaben dem harmonisch verlaufenden Fest eine besondere Note. Regenschauer bildeten am Samstagnachmittag den Auftakt zum Fest, doch dann ließ sich bei klarer Witterung noch die Sonne sehen. 
Die Witterung mag auch der Grund dafür gewesen sein, daß beim Vogelschießen nicht so viele Gäste anwesend waren, wie man sie am Abend und auch am nächsten Tag verzeichnen konnte. Vor Beginn des Schießen hatte man den König Kurt I. abgeholt und in Gedenkfeieern in Wiescherhöfen (Ansprache durch Pfarrer Wenzel) und in Weetfeld (Gedenkworte von Ernst Böckmann) der Verstorbenen gedacht. Pünktlich um 15.00 Uhr gab König Kurt I. den ersten Schuß auf den Vogel "Ernst von der Heide" ab und traf sogleich den Apfel. Beim 3. Schuß holte sich Fritz Büscher das Zepter. Dann dauerte es sehr lange, bis sich Friedhelm Schröer mit dem 190. Schuß die Krone sicherte. Nach genau 3 Stunden holte Klaus Erhardt mit dem 286. Schuß um 18.00 Uhr den Rest des Vogels on der Stange. Oberst Gorholt proklamierte ihn zum König Klaus I. und überreichte ihm die schwere Königskette. Dem alten König wurde Dank und Anerkennung für seine gute Regentschaft ausgesprochen. Ein Orden war das äußere Zeichen des Dankes. Zur Königin erkor sich Klaus Erhardt Fräulein Elsbeth Wiese und bildete einen stattlichen Hofstaat um sich. Mit einer großen Festgemeinde wurde anschließend im überfüllten Saal Bürger ein zünftiger Schützenball gefeiert. Am Sonntagmorgen erfreute zunächst ein Platzkonzert durch die Feuerwehrkapelle Münster. Kurz nach Mittag wurde das neue Königspaar mit Gefolge abgeholt und mit einem großen Festzug durch die beiden Gemeinden geleitet. Viele Gäste umsäumten dabei die Straßen. Die große Königsparade bildete Höhepunkt und Abschluß des Festzuges. Zum Nachmittagskonzert wurde für alle freier Eintritt gewährt, um damit die Verbundenheit zwischen Verein und Bevölkerung zu dokumentieren. Abends fand sich alles zum Fackelzug zusammen, der mit dem Zapfenstreich am Knüwen zu einem recht eindruckvollen Ereignis der Festtage wurde. Am Montag kommen alle Schützen zur Nachfeier bei Bürger zusammen.

Königspaar 1962/63

mit Hofstaat

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