Westfälischer Anzeiger Dienstag 17. Mai 1954:    

Richard Kemper König in Wiescherhöfen
45. Schützenfest in bester Harmonie - Überfüllter Saal und großes Festzelt

Herrliches Frühlingswetter, festlich geschmückte Straßen und frohgestimmte Gäste verhalfen der Schützengesellschaft von 1909 Wiescherhöfen-Weetfeld zu einem Schützenfest, wie es besser und harmonischer nicht gewünscht werden konnte. Nach zwei Stunden und 37 Minuten erbitterten Kampfes um die Königswürde erlegte Richard Kemper den winzigen Rest des Königsadlers "Walter".
Generaloberst Gößlinghoff, der das Adlerschießen eröffnete, holte schon mit dem 3. Schuß das Zepter herunter und der Kommandeur der Avantgarde Willi Schröer traf mit dem 7. Schuß den Reichsapfel. Die Krone fiel erst nach 125 Schuß durch Otto Schlotmann. Erbittert wurde dann um die Königswürde gerungen. Den kleinen winzigen Rest in luftiger Höhe erreichte Richard Kemper mit dem 254. Schuß. Unter dem Jubel der versammelten Schützenschar wurde der wackere Schütze zum König Richard I. proklamiert, dabei mit der Königskette geschmückt. Zu seiner Mitregentin erkor er sich seine Frau Hildegard. Der Abend vereinte die Schützenbrüder und Gäste im überfüllten Saal und in dem angrenzenden Festzelt des renovierten Lokals Bürger. Am Sonntag fand in den Mittagsstunden in den Gartenanlagen des Lokals das große Platzkonzert statt. Den Höhepunkt bildete am gestrigen Tage der große Festzug. Nach dem Abholen des Königspaares und Hofstaates ging es durch die Straßen wieder zum Festlokal. Königsball und Fackelzug gaben dem letzten Abend das Gepräge.
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