Petra's Karrierechance

Gelangweilt stopfte Petra die n�chste Schokowaffel in ihren Mund. Wieder einmal war sie damit besch�ftigt, im Internet nach den neuesten Skandalgeschichten sogenannter Stars und Sternchen zu suchen. Petra arbeitete halbtags in der Redaktion einer dieser Hochglanzmagazinen f�r die "Frau des 21. Jahrhunderts". Zwar nahm das Magazin f�r sich in Anspruch, "gehobene" Anspr�che zu erf�llen, ganz ohne doofe Reportagen �ber das Privatleben diverser Pop- und Filmstars glaubte man offenbar nicht auskommen zu k�nnen. Petra hatte die spannende Aufgabe erhalten, die "interessantesten" dieser Geschichten zusammenzustellen. Diese f�llten meistens irgendeine der hinteren Seiten der Zeitschrift. Wiederholt hatte Petra ihre Chefredakteurin gebeten, auch mal einen gr��eren Artikel schreiben zu d�rfen - nat�rlich ohne Erfolg.

Im Grunde war Petra selber Schuld, dass sie diesen langweiligen Job machen musste, um ihr Studium zu finanzieren. Nach dem Abitur hatte sie schon ein halbes Jahr f�r die Zeitschrift gearbeitet, als ein Modefotograph, mit dem das Magazin eng zusammenarbeitete, sie fragte, ob sie nicht einmal f�r Probeaufnahmen im Studio vorbeikommen wolle. Der Fotograph hatte gerade die neuesten Modeaufnahmen f�r die aktuelle Ausgabe in der Redaktion abgegeben und sie gesehen, als sie gerade an ihren Schreibtisch marschierte. Der Typ war der Meinung, dass sie, sowohl was ihr Aussehen als auch ihre "Ausstrahlung" betrifft, Talent h�tte. Vielleicht war er ja blo� von ihrem kurzen Rock so begeistert. Wie auch immer, Petra lieferte Probeaufnahmen ab und wurde auch f�r die n�chsten Fotoshootings engagiert. Ihren Job bei der Zeitschrift hing sie an den Nagel.

Dann absolvierte Petra zwei Auslandssemester in Amerika. In dieser Zeit entwickelte sich nicht nur ihr Englisch und ihr makro�konomisches Wissen weiter - leider handelte sich Petra in dieser Zeit auch ein paar zus�tzliche Kilos ein. W�hrend Petra in den Staaten war, bemerkte sie zwar, das sie etwas zunahm, doch zerbrach sie sich dar�ber nicht den Kopf - bisher hatte sie noch nie Probleme mit dem Gewicht gehabt - die paar Kilos w�rden in Deutschland wieder bald herunten sein. Wenn sie sich in Amerika im Spiegel betrachtete, war sie sich au�erdem ziemlich sicher, dass man die paar Extrakilos kaum ansah. Sie sah im Spiegel nur eine 176 Zentimeter gro�e, dunkelhaarige und schlanke junge Frau, die in ihren Jeans und dem engen Rollkragenpullover eine ziemlich gute Figur machte. Vielleicht hatte sie etwas an den Oberschenkeln zugelegt - kaum merklich nur, wie Petra fand. Im gro�en und ganzen war sie mit ihrem Spiegelbild ziemlich zufrieden.

Als sie dann allerdings wieder zu Hause angekommen war, bemerkte sie an den Reaktionen von Eltern, Bruder, Freuden und Bekannten, dass man ihr die vielen Burger und Dognuts doch mehr ansah, als sie sich selbst zugestanden hatte. Am deutlichsten brachte es ihr zwei Jahre j�ngerer Bruder auf den Punkt. Der meinte frech: "Wieviele Dognuts braucht es f�r so einen Hintern?" Petra betrachtete sich zu Hause kritisch im Spiegel - ihr war es noch immer ein R�tsel, warum alle sofort eine Gewichtszunahme diagnostizieren konnten. Ihre Klamotten waren zwar etwas enger geworden, passten im Grunde aber noch immer, ohne �bertrieben knapp zu sein. Dass das Gewebe an Bauch und Oberschenkel um eine Spur weicher war als vor ihrem USA-Aufenthalt, konnten die anderen ja nicht sehen. Dachte Petra zumindest.

Nach ihrer R�ckkehr wollte Petra wieder mit den Modeaufnahmen weitermachen. Als sie das erste Mal wieder im Studio auftauchte, teilte man ihr allerdings mit, dass ihr Typ inzwischen leider nicht mehr so gefragt war wie noch vor wenigen Monaten. Petra konnte sich schon vorstellen, was die wahren Gr�nde daf�r waren.

Nun sa� sie also wieder an ihrem Schreibtisch in der Redaktion. Urspr�nglich hatte sie ja vorgehabt, mit intensivem Sport und radikaler Di�t wieder in die gew�nschte Form zu kommen, doch machte ihr ihre eigene Bequemlichkeit bisher einen Strich durch die Rechung. Sie war immer ein Sportmuffel gewesen und hatte ihr Gewicht auch ohne Joggen, Radfahren, Schwimmen oder gar Fitnessstudio gehalten. Sie hatte sich zwar nach der Niederlage bei ihrem Comebackversuch als Modell mit Laufschuhen, Running-Tights und Pulsmesser eingedeckt, mehr als zwei Mal war sie in den zwei Monaten seit ihrer R�ckkehr jedoch nicht laufen gegangen. Sie hatte sich jedes mal einen derartigen Muskelkater eingehandelt, dass sie in den darauffolgenden Tagen kaum Stiegen steigen konnte. Dies konnte einfach nicht gesund sein, dachte Petra. Zwar nahm sie sich noch immer vor, wenigstens einmal in der Woche Schwimmen zu gehen, doch auch das schaffte sie nicht. Eine strenge Di�t musste ausreichen, um wieder in Form zu kommen.

Nach zwei Monaten zu Hause stellte Petra allerdings fest, dass dies gar nicht so einfach war. Tats�chlich hatte sie ihr Gewicht nur gehalten, abgenommen hatte sie kein bisschen. Schuld daran war nicht nur ihre Sportverweigerung, sondern auch die neue Kollegin in der Redaktion, die ihr direkt gegen�ber sa�. Sie war Sportstudentin und eigentlich ganz o.k., wenn sie nicht ununterbrochen Schokowaffeln und andere kalorienreiche Dinge w�hrend der Arbeit vertilgte. W�hrend Sara - so hie� ihre neue Kollegin - aber am Nachmittag ihrem schwei�treibenden Studium nachging und die Kalorien, die sie am Vormittag zu sich nahm, locker wieder loswurde, sah dies bei Petra etwas anders aus. Petra musste sich ununterbrochen unter Kontrolle halten, um nicht jedes Mal, wenn Sara zugriff, selbst auch zuzulangen. An manchen Tagen gelang ihr dies ganz gut, an anderen weniger. Dann verzichtete sie auf ihr Mittagsessen und lief bis abends mit knurrendem Magen herum. Inzwischen war Petra zum Schluss gekommen, dass sie froh sein musste, seit ihrer R�ckkehr nicht weiter zugenommen zu haben.

Es war wieder einer jener langweiligen Vormittage in der Redaktion. Wenigstens regnete es, sodass Petra ihren Vorsatz, heute auf jeden Fall wieder laufen zu gehen, nicht einl�sen musste. Heute war einer jener Tage, an denen sie sich �berhaupt nicht unter Kontrolle hatte, was Saras S��igkeiten betraf. Diese Vormittage h�uften sich in letzter Zeit bedenklich und dementsprechend schlechtes Gewissen hatte Petra, wenn sie das n�chste Schokokeks in den Mund steckte. Lang konnte dies figurm��ig nicht mehr gut gehen, war Petra �berzeugt.

Petra tippte gerade an einem ihrer kleinen Texte, als pl�tzlich ihr Chef an ihrem Schreibtisch stand. "Sie wollten doch schon immer mal eine gr��ere Story schreiben, stimmt doch?", meinte er. Petra hatte gerade ein weiteres Keks im Mund - im ung�nstigsten Moment. Hastig schluckte sie die s��e Masse hinunter und brachte ein hei�eres "Ja, stimmt!" hervor. "Um Gottes Willen, lassen sie sich doch Zeit - wir wollen doch nicht, dass Sie hier in der Redaktion ersticken!", lachte ihr Chef, und blickte auf die fast leere Kekspackung. "Ich glaube, ich habe das Richtige f�r sie", meinte er nun grinsend und dr�ckte ihr eine kleine Mappe mit Unterlagen in die Hand.

Aus den Unterlagen in der Mappe konnte Petra entnehmen, dass sich in der Stadt einige offenbar nicht ganz dem g�ngigen Sch�nheitsideal entsprechende Frauen zu einer Initiative zusammengeschlossen hatten, die sich zum Ziel gesetzt hatte, dem Problem angeblich zu �ppiger Formen auf kreative Art zu begegnen. Dies bedeutete, dass Standartprozeduren wie Di�ten nicht Priorit�t im Umgang mit etwas mehr Leibesf�lle einger�umt werden sollten.

"Ich glaube, ich habe das Richtige f�r sie!", murmelte Petra leise, ihren Chef imitierend. "Wie witzig!", murmelte Petra weiter, als sie begann, sich die Unterlagen durchsah. Offenbar fiel ihre Fresserei sogar schon dem Chef auf, dachte Petra. Wirklich eine tolle Leistung! Die Story selbst war zwar nicht gerade nach ihrem Geschmack, sie h�tte sich aber auf jede erdenkliche Geschichte mit voller Motivation gest�rzt. Es war immerhin eine Chance.

Zuerst begutachtete Petra die Homepage des Vereins. Sehr bald stellte Petra fest, dass es sich um einen Haufen ziemlich humorvoller Damen handeln musste. Witzige und selbstbewusste Kurzportr�ts der Initiatorinnen waren ebenfalls zu finden wie kulturgeschichtliche Abhandlungen �ber die Entwicklung des Sch�nheitsideals im Laufe der Jahrhunderte, wobei sogar dies unterhaltsam zu lesen war und ganz und gar keinen wissenschaftlich-trockenen Eindruck auf Petra machte. Am heftigsten und unkonventionellsten waren aber die Ratschl�ge, die den Besuchern gegeben wurden: Die Modetipps etwa zielten nicht, wie Petra zuerst angenommen hatte, darauf ab, ausufernde weibliche Formen zu verh�llen und zu kaschieren! Ganz im Gegenteil! Und wenn man sich an die auf dieser Homepage empfohlenen Di�ten halten w�rde, w�re selbst Kate Moss in k�rzester Zeit kugelrund. Wie Petra besch�mt feststellte, hielt sie sich selbst bereits an zwei der Vorschl�ge: "No sports" war der eine, der andere betraf ihre Nascherei w�hrend der Arbeit.

Nachdem sich Petra mit Hilfe der Homepage eingehend mit diesem seltsamen Verein auseinandergesetzt hatte, kontaktierte sie eine der Gr�nderinnen per e-mail und schilderte ihr ihr journalistisches Interesse an der Gruppe. Wenige Stunden sp�ter war sie zur n�chsten "Gourmetrunde", wie die w�chentlichen Zusammenk�nfte genannt wurden, eingeladen.

Wenige Tage sp�ter machte sich Petra schlie�lich, ausger�stet mit Tonbandger�t und vorbereiteten Fragen, auf den Weg zur vereinbaren Adresse. Es handelte sich dabei um ein sehr gro�z�gig angelegtes Einfamilienhaus am Rande der Stadt. Petra war sehr �berrascht, als ihr eine junge Frau, die kaum �lter als sie selbst war, die T�r �ffnete. Tats�chlich handelte es sich um jene Irene, mit der sie in e-mail-Kontakt getreten war. Sie war etwas kleiner als Petra, hatte blondes, kurzes Haar und lustige Augen. Bekleidet war sie mit einem quergestreiften Langarm-T-Shirt, dass ihre wogende Oberweite betonte, und gut sitzenden hellen Jeans. Obwohl Petra nicht gleich bei der Begr��ung an der Haust�r die Figur ihres Gegen�bers im Detail mustern konnte - was sollte sich die Gastgeberin von ihr denken - bemerkte Petra den m�chtigen Bauch und die nicht minder umfangreichen Oberschenkel. Sofort nachdem Petra in das modern eingerichtete Haus gef�hrt worden war, registrierte ihre Nase verlockende D�fte. "Unsere Gourmetrunden hei�en nicht ohne Grund so!", bemerkte Irene mit einem verschmitzten Grinsen. "Jede Woche muss eines der Mitglieder die anderen mit einem neuen Rezept verw�hnen. Diese Woche ist Carmen an der Reihe."

Inzwischen waren Irene und Petra im Wohnzimmer. Dort lernte sie nun die anderen sieben heute anwesenden Mitglieder der Gruppe kennen. "Mitglieder haben wir in der Zwischenzeit um die 30, allerdings gibt es einen harten Kern von etwa 10 M�dels, die sich regelm��ig sehen!" "Unsere Neumitglieder werden aber auch immer d�nner!", meinte eine der Frauen freundlich zur Begr��ung - sie hie� Doris und war ebenfalls ein ganz ordentliches Schwergewicht, wie Petra feststellte. �berhaupt hatte sich hier eine au�erordentlich gutgen�hrte Runde versammelt. Das erste mal seit Wochen hatte Petra keine Schuldgef�hle wegen ihrer kleinen Gewichtszunahme.

Bald wurde Petra klar, dass sie an diesem Abend um eine gemeinsame Mahlzeit mit der Gourmetrunde nicht herumkommen w�rde. Sie wollte nicht schon vor dem journalistischen Teil des Abends mit ihren Di�tabsichten die Stimmung verderben. Nach dem, was sie heute in der Redaktion verdr�ckt hatte, h�tte sie allerdings strikteste Di�t halten m�ssen.

Der Abend verlief �u�erst am�sant. Kein Wunder, dass diese M�dels eine so witzige Homepage ins Netz stellten. Mit Genuss wurde �ber Nichtanwesende hergezogen: �ber solche, die unbedingt schlank sein wollten, aber schon wieder zugenommen hatten. (Petra versuchte, so unbetroffen wie m�glich zu wirken) �ber solche ZeitgenossenInnen, die die runden M�dels mit ihrem selbstbewussten und resoluten Auftreten einsch�chterten - seien es nun �rzte, die wieder einmal eine Di�t vorschlugen oder Verk�uferinnen, die verlegen verk�ndeten, dass ihr Store dieses oder jenes Kleidungsst�ck nicht in der ben�tigten Gr��e f�hrte. Jede Situation, von der Petra annahm, dass sie f�r �bergewichtige besonders unangenehm sein musste, wurde in das Gegenteil verkehrt: in kleine, scheinbar h�chst unterhaltsame Alltagsanekdoten. Fasziniert tauchte Petra in v�llig neue Sichtweisen und Standpunkte ein und nach einigen Stunden hatte sie v�llig vergessen, dass sie eigentlich noch ihre Fragen stellen sollte. Stattdessen war es ein witziger, wenn auch selbstm�rderisch kalorienreicher Abend geworden.

Peinlich ber�hrt stellte Petra am n�chsten Tag fest, dass ihre Aufzeichnungen �u�erst sp�rlich ausgefallen waren. Das Tonband hatte sie �berhaupt nie eingeschaltet, wobei dies gleichg�ltig war, da �ber die Aktivit�ten des Vereins kaum gesprochen worden war. Verlegen musste sie Irene um ein weiteres Treffen bitten. Dieser schien dies �berhaupt nichts auszumachen - im Gegenteil. Letztendlich machten Irene und Petra einen Interviewtermin aus, an dem die beiden �ber die Aktivit�ten des Vereins plaudern wollten. Auf Irenes Wunsch sollte Petra auch noch zur n�chsten Gourmetrunde kommen, um auch die anderen Mitglieder zu offen gebliebenen Punkten befragen zu k�nnen. Das w�rde wieder mit Unmengen an Kalorien verbunden sein, dachte Petra. Die Arbeit an dieser Geschichte machte ihr zwar inzwischen Spa�, allerdings kam sie zu einem denkbar ung�nstigen Zeitpunkt: Jetzt, wo sie ohnehin so mit ihrem Hei�hunger zu k�mpfen hatte!

Was ihre Arbeit betraf, befand sich Petra nun in einem absoluten Hoch. Leider galt dies auch f�r ihren S��igkeitenkonsum in der Redaktion. Schon seit l�ngerer Zeit plagte sie ein schlechtes Gewissen, da sie inzwischen mehr von Saras S��igkeiten verdr�ckte als diese. Indem Petra nun ihrerseits begann, selbst die Versorgung mit s��en Leckereien zu �bernehmen, war zwar das Problem mit dem schlechten Gewissen bereinigt, andererseits kam ein viel gr��eres Problem hinzu: Die Hemmschwelle, "fremde" Kekse zu vertilgen, war nun wegegefallen. Dies hatte zur Folge, dass Petras S��igkeitenkonsum schlagartig nach oben schnellte. Mit einer gewissen Panik zog Petra jeden Tag zu Mittag Bilanz, welche Mengen sie heute wieder verdr�ckt hatte. Sp�testens am n�chsten Morgen waren die guten Vors�tze aber wie weggeblasen.

Immer �fter betrachtete sich Petra kritisch im Spiegel. Irgendwie hatte sie sich ver�ndert, konkretisieren konnte sie dieses vage Gef�hl allerdings nicht. Ihre Bauchdecke war nicht mehr so straff wie fr�her - das hatte sie allerdings schon nach dem USA-Aufenthalt festgestellt. Nur zu dumm, dass sie sich nicht mehr genau daran erinnern konnte, wie sie sich damals genau angef�hlt hatte. Genauso weich wie jetzt, oder doch noch etwas strammer? Dieselbe Ungewissheit plagte sie, was ihre Oberschenkel betraf. Sie hatten sich auch schon in den Staaten beim Sitzen eine Spur mehr Platz verschaffen m�ssen wie fr�her. T�uschte sie sich, oder konnte man das damals nur ahnen, w�hrend es jetzt schon deutlicher zu beobachten war? Wieso konnte sie sich dies alles einfach nicht mehr vergegenw�rtigen? Sich auf die Waage zu stellen war auch sinnlos, da sie weder wusste, wieviel sie vor dem USA-Trip wog, noch, was sie nachher auf die Waage brachte. Es war zum Verzweifeln. Das einzige, was Aufschluss geben konnte, waren ihre Klamotten. Auch hier traute sich Petra keine eindeutige Diagnose zu. Bei manchen Teilen hatte sie ein h�chst ungutes Gef�hl, andere Teile wiederum sa�en wie immer.

Das Interview mit Irene war sehr aufschlussreich. Petra stellte alle Fragen, die sie sich vorgenommen hatten und Irene bem�hte sich, brauchbare Antworten zu geben. Irenes Aussagen erschienen Petra v�llig vern�nftig und alles andere als absurd, obwohl Irene zu vielen Themen rund um Gewicht, Sch�nheitsideale, Mode und Partnerschaft unkonventionelle Ansichten vertrat. Langsam begriff Petra, dass es offenbar Frauen gab, die sich nicht trotz ihres �bergewichts wohlf�hlten, sondern gerade wegen ihrer vielen Kilos. Bisher hatte sie stets angenommen, dass sich die wenigen Frauen, die trotz ihrer F�lle selbstbewusst zu ihrem K�rper standen, dies nur auf Grund ihrer angeborenen Extrovertiertheit konnten. Das extrovertierte Naturell konnte in solchen F�llen die bestehenden Zweifel bez�glich der Figur nur in den Hintergrund dr�ngen, dachte Petra. Nun wurde ihr klar, dass sie sich get�uscht hatte. Irene etwa war happy mit ihrem K�rper. Zu Hause musste sich Petra die Passage, von denen Irene von den Vorteilen ihres molligen K�rpers sprach, immer wieder anh�ren. Irene schilderte, wie herrlich weich ihr K�rper sei, wie angenehm es sich anf�hlte, wenn sich die Fettposter geschmeidig an sich ver�ndernde K�rperhaltungen anpassten. Oder auch, wie sehr sich ihre K�rperform in den verschiedenen Kleidungsst�cken ver�nderte. So w�rde ihr Po in einer engen Jeans g�nzlich anders geformt werden wie in einem Wickelrock. Als unsch�tzbaren Vorteil empfand es Irene, sich ohne Einschr�nkungen und Gewissenbisse auf �ppige Mahlzeiten freuen zu k�nnen und diese auch in vollen Z�gen zu genie�en. Selbst das hohe Gewicht an sich f�hlte sich f�r Irene gut an - scheinbar vermittelte es ihr ein Gef�hl der St�rke, ja sogar der Unverwundbarkeit. Wie Irene aber auch zugab, waren die Frauen, die so f�hlten, selbst in ihrer Gruppe in der Minderheit. Irene war aber �berzeugt, dass man sich diese positive Einstellung zum eigenen K�rper erarbeiten kann - dies war auch das Hauptziel ihrer Gruppe.

Irgendwie hatte dieses Gespr�ch wenn schon nicht Petras Weltbild, dann doch zumindest ihre Einsch�tzungen zum Thema K�rperbewusstsein durcheinander gewirbelt. Dies �nderte nichts daran, dass sie sich jetzt endlich zu einer ernsthaften Di�t zusammenrei�en musste, ansonsten w�rde sie Irenes Ratschl�ge fr�her in Anspruch nehmen m�ssen, als ihr das lieb war.

Wie Petra bef�rchtet hatte, gelang es ihr auch in den n�chsten Tagen nicht, ihre guten Vors�tze in die Realit�t umzusetzen. Und so kam, was kommen musste: Eine ihrer Jeans war eindeutig und ohne jeden Zweifel zu eng geworden. Irgendwie hatte sich Petra ja schon damit abgefunden, dass dieser Moment unausweichlich war - so, wie sie in den letzten Wochen zugelangt hatte. Jetzt aber, wo er gekommen war, war es trotzdem schlimm. Schon als Petra die Hose hochzog, merkte sie, wie verflucht eng sie um die Oberschenkel herum geworden war. Dann machte ihr Po ernsthafte Probleme, als sie versuchte, die Jeans �ber die H�fte zu ziehen. Mit M�h und Not gelang Petra dies zwar, aber schon jetzt sa� das Teil derart unbequem und eng, dass sie am liebsten sofort wieder aus der Jeans herausgeschl�pft w�re. Trotzig wollte Petra der Realit�t nicht ins Auge blicken. Es konnte, ja es durfte einfach nicht sein, dass sie in diese verdammte Jeans nicht mehr hineinpasste! Insgeheim wusste Petra zwar genau, dass es nichts �ndern w�rde, wenn sie die Jeans tats�chlich noch zumachen konnte. Sie hatte zugenommen und diese Jeans war zu klein geworden, daran bestand nicht der geringste Zweifel. Trotzdem zerrte sie mit beiden H�nden verzweifelt an der Hose und versuchte mit gr��ter Anstrengung, die Jeans zuzukn�pfen. Vor lauter Luftanhalten war ihr schon ganz schwindlig, und die Finger waren vor Anstrengung schon ganz rot, als ihr es tats�chlich gelang, die Jeans zu schlie�en. Der Rei�verschluss lie� sich vergleichsweise leicht zumachen. Der Schock �ber die zu enge Jeans sa� tief. Als Petra sich aber ihrem Spiegelbild widmete, fiel sie endg�ltig aus allen Wolken. Sie konnte nicht glauben, was sie zu sehen bekam: Viel zu pralle Oberschenkel. Ein im Vergleich zu fr�her luxuri�s ausgestattetes Hinterteil. Und vor allem das katastrophal deutlich sichtbare Speckr�llchen, dass der zu enge Bund der Hose ans Tageslicht brachte! Niemals wieder w�rde sie auch nur ein Keks, ein St�ck Schokolade oder etwas �hnliches essen. Niemals!

Trotz allem Entsetzen war Petra noch immer nicht aus der Jeans herausgeschl�pft. Irgendwie hatte sich die beklemmende Enge des ersten Augenblicks gelegt und die Jeans f�hlte sich nicht mehr ganz so schlimm an. Nachdem sich der erste Schock gelegt hatte, betrachtete Petra ihr Spiegelbild nun etwas n�chterner. Ja, man konnte ohne Zweifel sehen, dass ihre Oberschenkel nicht mehr zu den schm�lsten z�hlten - so unm�glich sahen sie beim zweiten Hinsehen aber gar nicht aus. Und was ihren Po betraf - im Grunde hatte sie bisher kein sonderlich auff�lliges Hinterteil. Jetzt hatte sie vielleicht tats�chlich etwas mehr zu bieten, im Grunde war auch das halb so schlimm. Das Speckr�llchen allerdings lie� sich nicht sch�nreden. Bis die Di�t greift, w�rde sie halt auf kurze Oberteile, die ihre Nabelgegend blo�legen k�nnten, verzichten. Auch kein Problem, dachte Petra. Als sie aus der Jeans wieder rausschl�pfte, hatte sich die �rgste Panik schon wieder gelegt.

In den Tagen bis zum zweiten Treffen mit der Gourmetrunde ertappte sich Petra allerdings wiederholt dabei, wie sie sich unbewusst mit ihrem Hauch von Bauchspeck spielte: Immer pr�fend, ob er auch tats�chlich noch da war. Ganz abgefunden hatte sie sich mit seiner st�ndigen Anwesenheit noch nicht. Wie stark w�lbt er sich, wenn ich mich setze? Bemerkt bzw. f�hlt man ihn auch, wenn ich stehe? Jeder Spiegel, jede reflektierende Schaufensterscheibe wurde von Petra in diesen Tagen genutzt, um sich eingehend zu mustern. Eigentlich war optisch nichts zu merken von den neuentdeckten Fettp�lsterchen. Oder doch? Vielleicht ein ganz klein wenig an den Beinen? Oder bildete sie sich das nur ein? Die Momente, in denen sich Petra einredete, dass die neuen Kilos eindeutig zu sehen waren, wechselten sich mit jenen Momenten, in denen alles v�llig harmlos erschien, ununterbrochen ab. Es war zum verr�ckt werden!

Petra arbeitete inzwischen weiter an ihrem Artikel. Es war gar nicht so leicht, st�ndig von den angeblich so positiven Seiten eines kulinarisch uneingeschr�nkten Lebenswandel zu lesen bzw. selbst zu schreiben und gleichzeitig sich selbst beim Essen einzubremsen. Nie h�tte Petra gedacht, wie schwierig es war, den vielen Versuchungen nicht nachzugeben. Pl�tzlich d�mmerte ihr, wie schwierig es f�r viele Frauen sein musste, sich eine schlanke Figur zu "erhungern", nur weil irgendwelche Konventionen es verlangten. Aus gesundheitlichen Gr�nden sah es Petra ja noch ein - aber ansonsten? Irenes Weg war zwar ungew�hnlich, im Grunde hatte sie aber recht.

Mit M�h und Not brachte Petra den ersten Di�ttag erfolgreich �ber die Runden. Als sie abends ein Buch las, musste sie aber alle zwei Minuten an die Erdn�sse, die nur darauf warteten, vertilgt zu werden, denken. Fast w�re sie der Versuchung erlegen, gerade rechtzeitig besann sie sich noch eines besseren und holte sich stattdessen Karotten, an denen sie wenig begeistert den restlichen Abend nagte. Als Petra am Morgen des zweiten Di�ttages erwachte und an Salate, Karotten, Joghurt und ungezuckerte S�fte dachte, bereute sie es das erste mal so richtig, dass sie sich in den letzten Wochen so gehen hatte lassen. Doch es half nichts - da musste sei nun durch. Die zu eng Jeans war mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl!

Schon zu Mittag - Sara verdr�ckte mit Genuss eine S��speise - ging Petra ihre Di�t schon ziemlich auf die Nerven. Und das nach eineinhalb Tagen, dachte sie. Das konnte ja heiter werden...

Endlich war der zweite Termin mit der fr�hlich-hungrigen Gourmetrunde gekommen. Petra hoffte innigst, wieder derart �ppig bewirtet zu werden wie beim ersten Zusammentreffen. Di�t hin oder her - als guter Gast konnte sie doch unm�glich die Gastfreundschaft von Irene und ihren Freundinnen ignorieren. Au�erdem w�rde dies sicherlich negative Auswirkungen auf ihren Artikel haben. Die journalistische Professionalit�t erzwang es geradezu, dass sie sich wieder den Bauch vollschl�gt. Jede Karriere, besonders am Beginn, braucht eben seine Opfer...

Petras Erwartungen wurden mehr als erf�llt. Wieder tischten die M�dels die unglaublichsten K�stlichkeiten auf. Zuvor schaffte es Petra diesmal allerdings, ihre Fragen zu stellen. Dann aber st�rzte sie sich mit Appetit auf die vorbereiteten K�stlichkeiten. Sie wunderte sich selbst, wie leichtfertig sie ihre m�hselig eingesparten Kalorien der letzten zwei Tage wieder wettmachte. In dieser Runde fiel ihr dies alles andere als schwer. Wieder am�sierte sie sich bestens. Kein Wunder - ihr schwarzer Humor passte hervorragend in diese Runde, und auch sonst verstand sie sich mit den meisten anwesenden M�dchen auf Anhieb. Erneut dauerte der Besuch viel l�nger als geplant und kalorienreich wie insgeheim erhofft.

Erst am n�chsten Morgen wurde Petra bewusst, dass sie am gestrigen Abend ihre Di�tbem�hungen der letzten Tage zunichte gemacht hatte. Wenig begeistert nahm sie sich vor, ab heute ihre Di�t l�nger als zwei Tage durchzuhalten. Schlemmerrunden mit der Gourmetrunde w�rden ab nun ihre Bem�hungen nicht mehr zunichte machen, hatte sie doch alle Informationen, die sie f�r ihren Artikel brauchte, eingeholt. Wenn der Artikel in ein paar Tagen fertig sein w�rde, war das Thema erledigt. Wer wei�, wie lange sie sich noch f�r ihre Di�t motivieren k�nnte, wenn sie noch �fters mit Irenes gar nicht so abwegigen Ideen konfrontiert worden w�re.

Die n�chsten Tage waren di�tm��ig �beraus m�hsam. Jeder Tag war eine Probe f�r ihre Willensst�rke, Erfolge stellten sich bisher nicht ein. Zumindest keine merkbaren. Was hatte sie sich auch erwartet - sie hatte einige Zeit gebraucht, das Gewicht zuzulegen. Jetzt w�rde es eben dauern, bis sie es wieder los werden w�rde. Ihre Hoffnung, dass sie sich mit jedem Tag besser an ihren k�rglichen Speiseplan gew�hnen w�rde, erwies sich aber bisher als unbegr�ndet.

Nach zwei Wochen stellte sich dann der erste merkbare Erfolg ein. Die Jeans, die ihr bereits zu knapp geworden war, begann nun wieder besser zu passen. Sie war noch immer der einzige verl�ssliche Indikator f�r Petras K�rpergewicht. Aus diesem Grund zw�ngte sie sich von Zeit zu Zeit in dieses Kleidungsst�ck, um den Erfolg ihrer Di�t zu �berpr�fen. F�r den Alltag war sie allerdings noch immer zu eng. Nicht, dass Petra die Jeans vom Tragekomfort her nicht aushalten w�rde - das h�tte sie sehr wohl. Allerdings gen�gte besonders ihr Hinterteil nicht Petras selbstkritischen optischen Anspr�chen.

In den n�chsten zwei Wochen stellten sich allerdings keine weiteren Erfolge ein. Im gro�en und ganzen hielt sie ihre strikte Di�t weiter ein, allerdings passierten in letzter Zeit zwei, drei kleinere kulinarische Ausrutscher. Ver�rgert stand Petra nun vor ihrem Spiegel und musterte sich eingehend. Das Speckr�llchen am Bauch war fast wieder verschwunden, die sich nur noch andeutende W�lbung �ber dem Bund hielt sich in den letzten zwei Wochen allerdings hartn�ckig. Ihre Oberschenkel profitierten am meisten von ihrer Di�t - allerdings waren auch hier in den letzten zwei Wochen kaum Fortschritte zu verzeichnen gewesen. Am frustrierendsten war aber der Anblick ihres Pos. Irgendwie schien es sich noch nicht zu den Fettdepots auf ihrem Ges�� herumgesprochen zu haben, dass sie nun nicht mehr erw�nscht waren.

Noch am selben Tag traf sie Irene in einem Einkaufszentrum. Sie kam gerade mit unz�hligen T�ten aus einem Modegesch�ft heraus. "Muss meine Garderobe etwas aufr�sten!", begr��te sie Irene mit einem Augenzwinkern. Petra wusste sofort, worauf Irene hinauswollte: Sie hatte deutlich sichtbar zugenommen und brauchte nun gr��ere Kleidung. Petra bewunderte Irene f�r ihre Gelassenheit. F�r sie war ihre zu enge Jeans eine Trag�die, die einschneidende und langwierige Ma�nahmen nach sich zog. F�r Irene war die Angelegenheit nach einer ausgedehnten Shoppingtour offenbar erledigt. Petra beneidete Irene fast ein wenig daf�r. Wenig �berraschend kam es deshalb auch f�r Petra, als sie Irene nach der freudigen Begr��ung �berredete, sie doch noch schnell in eines der kleinen Lokale in der Shopping-Mall zu begleiten. Eigentlich wollte sich Petra nur einen kleinen Salat bestellen. Als Irene aber eine ziemlich umfangreiche Bestellung machte, f�hlte sich Petra irgendwie gezwungen, auch etwas Gehaltvolleres zu bestellen. Mit ihrem Salat w�rde sie sich vor Irene blo� l�cherlich machen. Au�erdem wollte sie gerade Irene gegen�ber keinesfalls den Eindruck erwecken, auf Di�t zu sein.

Mit dem ersten Biss in den D�ner war Petras Appetit erwacht. Mit Genuss verschlang sie die kalorienreiche Mahlzeit, w�hrend sie sich mit Irene blendend unterhielt. Aus dem kurzen gemeinsamen Imbiss wurde eine ausgiebige Mahlzeit. Sie unterhielten sich lange �ber Petras inzwischen erschienenen Artikel, in dem die Gourmetrunde in einem sehr positiven Licht vorgestellt wurde. Ohne jedes schlechtes Gewissen hielt Petra mit jeder weiteren Bestellung Irenes mit. Sie konnte sich nicht erinnern, jemals derart �bertrieben geschlemmt zu haben. F�r Irene schien dies normal zu sein, f�r Petra war es das auf keinen Fall.

Eine seltsame Lust an der Zerst�rung ihrer Di�terfolge �berkam Petra. Manchmal hatte sie �hnliche destruktive Phasen. M�hsam in Stunden vollendete Puzzles in wenigen Sekunden wieder in seine Bestandteile zu zerlegen, teure Jeans eigenh�ndig mit Schere, Filzstiften und anderen Utensilien zu bearbeiten, sich ihre sch�nen, langen Haare radikal zu k�rzen - der Zerst�rungsaspekt hatte irgendwas reizvolles an sich. Genau diesen Reiz f�hlte sie nun, als sie Pommes Frites in ihren Mund schaufelte und an ihre Jeans dachte, die gerade erst wieder zu passen begann. Sich zuerst �ber Wochen m�hevoll die Kilos vom Leib zu hungern und dann zu versuchen, in einer Art selbstzerst�rerischem Wahn die ganzen Anstrengungen zunichte zu machen und dies auf eine seltsame Art und Weise noch lustvoll zu genie�en - sie musste verr�ckt sein! Langsam sp�rte sie, wie sich ein schon lange nicht mehr empfundenes V�llegef�hl einstellte und ihr Bauch gegen ihre Hose dr�ckte. Warum blo� hatte sie heute nicht ihre enge Jeans an - darin w�rde sich ihr figurruinierender Akt noch viel besser anf�hlen!

Auf dem Nachhauseweg bereute Petra bereits ihren unkontrollierten Hei�hunger. Wie konnte sie derart die Kontrolle verlieren? Sie war sich selbst ein R�tsel. Ab sofort w�rde sie wieder ihre strengen Di�tregeln einhalten. Ein kleines Problem ergab sich aus dem Treffen mit Irene trotzdem: Diese hatte Petra n�mlich zur n�chsten Gourmetrunde eingeladen. Einmal ohne berufliche Zw�nge. Petra hatte nat�rlich sofort begeistert zugesagt. Kein Wunder, war sie zu diesem Zeitpunkt ja gerade mitten in ihrer Fressattacke! Das n�chste Treffen war in wenigen Tagen, und Petra machte sich keine Illusionen, dass es wiederum �u�erst kalorienreich zugehen w�rde.

In den n�chsten Tagen widmete sich Petra wieder ihrer m�hsamen Di�t. Lustlos knabberte sie wieder an einer Karotte, w�hrend sie ohne jede Inspiration vor dem Bildschirm in der Redaktion sa� und versuchte, einen Artikel �ber Allergien zu schreiben. Irgendwie war das letzte Thema ungleich reizvoller. Sie musste sich irgendeine glaubhafte Ausrede einfallen lassen, um nicht zur Gourmetrunde gehen zu m�ssen. Es w�re zwar wieder sehr lustig mit den M�dels geworden - kein Zweifel! F�r ihre Di�t w�re aber ein weiteres Treffen just zu diesem Zeitpunkt alles andere als ideal gewesen. Letztendlich erz�hlte sie Irene irgendetwas von Pr�fungsstress in der Uni und Zeitdruck in der Redaktion, um dem kalorienreichen Abend zu entgehen. W�hrend sich die Damen der Gourmetrunde wie �blich �ber nicht anwesende Zeitgenossen herzogen und sich gleichzeitig ausgefallene K�stlichkeiten verg�nnten, sa� Petra missmutig vor dem Fernseher. Ihre Anprobe-Jeans war alles andere als weiter geworden. Wenn diese verdammte Di�t ohnehin nichts bringt, h�tte sie genauso gut Irenes Einladung annehmen k�nnen, dachte Petra, w�hrend sie gelangweilt einen uralten Tatort anguckte.

Die n�chste Zeit wurde f�r Petra noch frustrierender: die st�ndige Selbsteinschr�nkung fiel ihr immer schwerer, und immer �fter hielt ihre Willenskraft den Verlockungen der S��igkeiten, die inzwischen wieder Sara besorgte, nicht mehr stand. Mit brutaler Selbstdisziplin versuchte Petra den kalorienreicheren Tagen in der Redaktion besonders strikte Di�ttage folgen zu lassen. Wiederholt geisterte in ihrem Kopf der Gedanke herum, die Di�t Di�t sein zu lassen. Es zahlte sich nicht aus, den ganzen Tag nur an Kalorien, Konfektionsgr��en, Problemzonen und Kilos zu denken! Die ganze Energie, die sie daf�r aufwenden musste, ging ihr in anderen Bereichen ab - im Studium ging nichts voran, die Arbeit in der Redaktion nervte sie zusehends, obwohl sie jetzt �fters kleinere Artikel schreiben durfte. �fter war Petra nun knapp davor, ihre Di�t zu beenden. W�hrend sie in der Redaktion sa�, nahm sie sich fest vor, sich auf dem Heimweg bei McDonalds oder einem T�rken mit einem ganz und dar nicht di�tgerechten Leckerbissen zu verw�hnen. Wenn sie dann aber unterwegs war, siegte wieder ihre Selbstdisziplin. Dies alles �nderte nichts daran, dass sich keine weitere Gewichtsreduktion mehr einstellte.

Dann meldete sich Irene wieder bei Petra. Ob sie inzwischen wieder mehr Zeit habe, lautete die vorsichtige Frage. Noch bevor Petra das f�r und wider abw�gen konnte, war ihr bereits die Zusage herausgerutscht. Doch sie bereute ihre vorschnelle Antwort eigentlich nicht: Es w�rde sicher wieder lustig werden, und wenn sie mehr a� als sie sollte, w�rde es auch egal sein. Schlechter, m�der und antriebsloser wie jetzt konnte es ihr ja kaum gehen - was sollte also schon gro�artiges passieren.

In den Tagen bis zur n�chsten Gourmetrunde entwickelte sich sogar so etwas wie Vorfreude. Die Aussicht auf einen Abend mit dieser humorvoll-boshaften Damenrunde und dem dazugeh�rigen kulinarischen Begleiterscheinungen verbesserte Petras Stimmung sprunghaft. Dass sie ihre Di�t inzwischen nur noch halbherzig betrieb, passte ins Bild.

Weniger passte ihre Jeans, als sie sich auf den Weg zu Irene machte. Sie war wieder enger geworden, nichtsdestoweniger hatte sie Petra heute angezogen. Die Auswirkungen des heutigen Abends w�rden sich darin am st�rksten bemerkbar machen. Dass ihr Po alles andere als klein und knackig darin aussah, spielte in Anwesenheit von M�dchen, die allesamt mindestens 20 Kilo mehr als sie wogen, wohl kaum eine Rolle. Trotzdem kam sie sich irgendwie seltsam - fast nackt - vor, als sie in der U-Bahn unterwegs zur Gourmetrunde war und jeder ihre praller gewordenen Formen begutachten konnte.

Es wurde der erwartet lustige Abend. Petra gab sich hemmungslos den aufgetischten K�stlichkeiten hin. Mit gr��erer Berechnung, aber nicht weniger genussvoll, malte sie sich aus, welche im Grunde katastrophalen Folgen solche Gelage f�r ihre Figur nach sich zogen. Normal war eine solche Einstellung nicht, f�r diesen Abend schob Petra aber alle Vernunftsaspekte zur Seite - dies war Teil des Vergn�gens. Das schlechte Gewissen w�rde sich ohnehin fr�h genug einstellen.

Das schlechte Gewissen stellte sich tats�chlich ein, allerdings noch nicht am n�chsten Tag. Die gute Laune, die Petra in den n�chsten Tag hin�berrettete, f�hrte dazu, dass sie sich unbeschwert wie schon lange nicht mehr bei Saras Keksen bediente. Eigentlich wunderte sich Petra wieder einmal �ber sich selbst, doch versuchte sie, nicht zuviel dar�ber nachzudenken. Solange sie guter Laune war, und das war sie zweifellos, war alles in Butter. Erst am zweiten Tag nach der Gourmetrunde begann Petra, sich wieder etwas st�rker am Riemen zu rei�en. Doch auch noch an diesem Tag gelang es ihr nicht, wirklich streng Di�t zu halten. Erst am dritten Tag nach dem Abend bei Irene stellte sich das schlechte Gewissen so richtig ein und damit auch die Motivation f�r ihre Di�t. Dann gelang es Petra auch tats�chlich drei, vier Tage lang, ohne allzu gro�e Anstrengungen, sich auf Gem�se, Obst und anderes gesundes Zeug zu beschr�nken. Danach fiel Petra ihre Di�t wieder mit jedem Tag ein bisschen schwerer. Nach etwa zwei Wochen war ihr Nervenkost�m von den st�ndigen Di�tanstrengungen bereits wieder erheblich unter Mitleidenschaft gezogen. Das n�chste Treffen der Gourmetrunde kam deshalb gerade recht.

Wenn sie ihre Jeans als Ma�stab heranzog, hatte sich in den Tagen seit der letzten Gourmetrunde nichts ver�ndert. Und wenn, dann nur kaum merklich. Ihre Di�ttage reichten offenbar gerade aus, um eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern. In den n�chsten Wochen pendelte sich dieser Rhythmus ein: Dem kulinarischen Feuerwerk in der Gourmetrunde folgten gutgelaunte und was das Essen betraf ziemlich undisziplinierte Tage. Dann stellte sich langsam das schlechte Gewissen ein und Petra kehrte zu ihrem Di�tplan zur�ck. Die regelm��ig stattfindenden Gourmetrunden befreiten sie oft aus ziemlich depressiven Stimmungslagen. W�hrend Petra anfangs dachte, sie w�rde ihr Gewicht in etwa halten, stellte sie nach einigen Wochen fest, das dies wohl nicht ganz stimmten konnte: Langsam und anfangs kaum merklich legte sie offenbar Woche f�r Woche etwas zu. Als sie wieder einmal ihre Jeans zwecks Figur�berpr�fung anprobierte, kam dies mehr als deutlich zu Tage - sie sa� schon wieder so eng wie vor einigen Monaten, als sie es kaum fassen konnte, wie sehr sie zugenommen hatte. Auch wenn Petra nicht gerade in Begeisterungsst�rme ausbrach, als sie merkte, wie sehr sie die Hose inzwischen wieder ausf�llte, so war doch nichts mehr von der Panik zu merken, die das erste mal �ber sie hereinst�rzte. Im Gegenteil - nun nahm sie sich strikt vor, sich nicht wieder die Laune verderben zu lassen, nur weil sie entdeckt hatte, dass ihre Figur etwas runder geworden war. Vor allem deshalb, weil heute wieder die Gourmetrunde am Programm stand. Inzwischen geh�rte sie schon zum festen Kreis - sie wollte diese Treffen auf keinen Fall mehr missen. Petra war schon wieder aus ihrer Jeans herausgeschl�pft und stand nun vor ihrem Kleiderschrank. Wie immer fiel ihr die Auswahl ihrer Garderobe ziemlich schwer. Da h�rte sie schon das Hupen eines Autos vor ihrer Wohnung - Anna, ein Mitglied der Runde, holte sie wie vereinbart ab. Da sich Petra ohnehin nicht entscheiden konnte, zw�ngte sie sich kurzerhand in ihre Jeans und eilte nach unten. Nun w�rden ihre Freundinnen auf alle F�lle merken, dass sie zugenommen hatte...

Trotzdem lie� sich Petra wieder mit den wunderbaren Kreationen aus Irenes K�che verw�hnen. Schon nach relativ kurzer Zeit behinderte die besonders im Sitzen m�rderisch enge Jeans ein unbegrenztes Schlemmervergn�gen. Petra redete sich ein, eigentlich froh dar�ber zu sein - so w�rde sie wenigstens heute nicht �ber die Str�nge schlagen. Andererseits hatte sie sich wieder seit Tagen auf diesen Abend gefreut. Kurz �berlegte Petra, einfach die Hose aufzumachen und weiter zu futtern. Irgendwie traute sie sich das aber nicht, obwohl die anwesenden Damen ihr dies sicher nicht �bel genommen h�tten. Eine Viertelstunde wartete Petra und hoffte, dass ihr Magen dann wieder so weit aufnahmebereit war, damit sie wenigstens noch ein kleines St�ck des Kuchens genie�en w�rde k�nnen. Nach drei Bissen bekam Petra allerdings schon wieder keine Luft mehr - gleichzeitig rann ihr das Wasser im Mund zusammen, wenn sie den Schokoladekuchen vor sich auf ihrem Teller so betrachtete. Im selben Augenblick stie� die neben ihr sitzende Irene mit einer ungeschickten Handbewegung ihre Tasse um und ein nicht mehr sehr warmer Kaffee f�rbte Petras Jeans im Nu von oben bis unten braun ein. "Mensch, wie ungeschickt!", rief Irene, als Petra reflexartig von ihrem Stuhl aufsprang. Petras Versuche, mit den am Tisch herumliegenden Papierservietten noch zu retten, was zu retten war, waren wenig erfolgreich. "Warte, komm schnell mit, vielleicht finden wir was, was Du den restlichen Abend anziehen kannst!" Irene f�hrte Petra in ihr Zimmer, um was passendes f�r Petra zu finden. Kaum waren die beiden au�er H�rweite der Tischgesellschaft, lachte Irene Petra an: "Das hab' ich doch geschickt gemacht, nicht?" "Du hast mir den Kaffee absichtlich �ber die Hose gesch�ttet?", wunderte sich Petra. "Aber klar doch - was denkst denn du? Ich hab' doch schon die ganze Zeit beobachtet, wie dich deine superenge Jeans am weiteressen gehindert hat! Mir war sofort klar, dass du dich nicht trauen w�rdest, deine Jeans einfach aufzumachen und weiter zu schlemmen!", meinte Irene grinsend. Petra schoss die Farbe ins Gesicht. Sie f�hlte sich ertappt. "Du solltest eigentlich schon wissen, dass du dir eher bequem sitzende Kleidung anziehen solltest, wenn du dich mit uns hier triffst!", belehrte Irene ihre Freundin. "Oder gehen dir etwa sch�n langsam die bequem sitzenden Kleidungsst�cke aus?" Petra wurde noch r�ter im Gesicht. "Ich muss doch fast ein bisschen zunehmen, wenn ich mich mit euch so oft treffe. Ansonsten kommt man sich ja hier direkt wie ein Au�enseiter vor!", entgegnete Petra, von ihrer eigenen Schlagfertigkeit �berrascht. "Ich verstehe! Der gesellschaftliche Druck, sich als einzige Hagere inmitten einer Runde gutgebauter, �ppiger M�dchen zu behaupten, muss schrecklich sein!", ulkte Irene. "Hager - dass ich nicht lache! Schau dir mal meinen Po an! Das nennst du hager?", schimpfte Petra. "Lass gut sein!", beruhigte Irene ihre Freundin. "Im Vergleich zu fr�her ist er ja wirklich schon ganz nett. All zu viel w�rde ich mir auf die paar P�lsterchen aber auch nicht einbilden!", sagte Irene in einem mahnenden Tonfall. "DAS nenne ich ein ordentliches Hinterteil!", meinte sie und klatschte mit der Hand so heftig gegen ihre linke Pobacke, dass diese wie verr�ckt zu wackeln begann. "Es braucht viel Geduld, Zeit und liebevolle Pflege, um zu so einem pr�chtigen Po zu kommen!", meinte Irene feierlich. Petra musste lachen. "So eine Glanzleistung ist das auch nicht! Ich hab' mir meinen Fettarsch TROTZ strengem Fasten angefuttert. Wenn ich die Karotten absetzten w�rde und stattdessen Schokoriegel verdr�cken w�rde, w�rd' ich dir bald Konkurrenz machen...", meinte Petra selbstbewusst, schickte dann aber ein relativierendes "...f�rchte ich" hinterher.

Irene dr�ckte Petra eine Hose in die Hand, die Petra auch auf Anhieb ziemlich gut passte. "Wem geh�rt denn die?", fragte Petra neugierig. "Die - mir nat�rlich!", wunderte sich Irene, w�hrend sie wieder Ordnung in ihrem Schrank machte. "Die hat dir mal gepasst? Wow!" "Schrecklich, nicht?", lachte Irene, und die beiden kehrten wieder ins Wohnzimmer zur�ck.

Die beiden waren noch nicht am Tisch angelangt, als Irene ihren Freundinnen verk�ndete, dass Petra es zum einen f�r keine besondere Leistung hielt, sich �ppige Formen anzufuttern und dass sie zum anderen ihren eigenen Po als "Fettarsch" bezeichnete. Petra fiel aus allen Wolken. Wie konnte Irene nur... Die anderen M�dchen spielten die Entr�steten und zogen mit heller Freude �ber Petra her. "Unser Leichtgewicht muckt auf!", bekam sie zu h�ren. "Welche Gr��e tr�gst du noch mal?", schallte es von einer anderen Seite. Auch ein "Nur weil du ein paar Kilos aufgeholt hast und nicht mehr in deine Teenager-Jeans passt, brauchst du nicht gleich �berm�tig zu werden!" drang an ihre Ohren. Petra spielte das Spiel mit und versuchte sich zu verteidigen. "Ich esse immer genauso viel wie ihr!" meinte sie, bekam jedoch ein "Wahrscheinlich hungerst du vorher drei Tage lang!" zur�ck. Das stimmte sogar, dachte Petra. Jedes von Petras Argumenten wurde vielfach entkr�ftet. In diesem ungleichen Kampf der Worte hatte sei keine Chance. Mehr als die Niederlage in dieser humorvollen verbalen Auseinandersetzung irritierte Petra, dass sie dabei den anderen M�dchen tats�chlich einreden wollte, dass sie doch gar nicht so d�nn sei wie alle Anwesenden vorgaben, und dass sie auf keinen Fall eine dieser Figurbesessenen war, die mit ihrem Mini-Po herumwackelten, um sich irgendwelche M�nner zu angeln, und dass sie nicht eine jener Frauen war, die in Ohnmacht fielen, wenn sie nicht mehr in ihre Gr��e 36-R�hre hineinpassten. Sie wollte tats�chlich keine dieser Frauen sein, doch verhielt sie sich seit geraumer Zeit haargenau so, wie sich jene Frauen bei einer kleinen Gewichtszunahme verhalten w�rden. Was also war sie Alternative? Mehr Gelassenheit wahrscheinlich, doch woher diese nehmen?

Der Abend ging lustig weiter und Petra verdr�ckte so viel wie �berhaupt noch nie zuvor. Ihre Gewichtszunahme war durch Irenes Indiskretion ja nun quasi offiziell und die M�dchen lie�en es sich nat�rlich nicht nehmen, sie auch zu einem �ffentlichen Thema zu machen. Anfangs war dies Petra ziemlich unangenehm, doch nach einiger Zeit hatte sie sich auch daran gew�hnt. Jedes mal, wenn sie ein St�ck Kuchen auf ihren Teller schaufelte, empfing so von einem der M�dchen �berschw�ngliches Lob f�r ihren gesunden Appetit.

Wie sich bald herausstellte, stellte dieser Abend eine Wende dar. Dieses mal kehrte das schlechte Gewissen nicht mehr zur�ck. Petras guter Appetit schw�chte sich nicht mehr ab, auch das schlechte Gewissen stellte sich vorerst nicht mehr ein. Nach einer Woche �bernahm Petra wieder die S��igkeitenversorgung in der Redaktion, da ihr Konsum dieser zucker- und fettreichen Snacks neue Spitzenwerte erreichte. Trotzdem war Petras Laune bestens, mit einer neuerlichen Gewichtszunahme hatte sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr oder weniger abgefunden. Und sie wusste, dass sie zunahm. Es war unvermeidlich, bei dem Essverhalten, das sie sich gerade angewohnte. Die Best�tigung lieferte ihre Jeans. Sie hatte sie k�rzlich gewaschen und Petra war gerade mit dem B�geln fertig geworden, als sie ihre Neugierde nicht mehr b�ndigen konnte und testen wollte, was f�r eine Figur sie jetzt, nach fast zwei �u�erst gefr��igen Wochen, darin machen w�rde. Schon ihre erneut weicher gewordenen Oberschenkel str�ubten sich mit aller Macht dagegen, in die engen R�hren gepresst zu werden. Als Petra dies das erste mal passierte, war sie total entsetzt. Jetzt ertappte sie sich dabei, dass sie grinste! Sie war endg�ltig verr�ckt geworden! Ein ungeheures Wonnegef�hl str�mte durch ihren K�rper w�hrend sie versuchte, die Jeans �ber ihren Po zu zwingen - und das war alles andere als leicht. Beide H�nde links und rechts neben dem Rei�verschluss in den Stoff verkrallt, sprang und h�pfte Petra wie verr�ckt, um mit Hilfe der ruckartigen Bewegungen das n�tige Bewegungsmoment zu erzeugen, das n�tig war, um die Hose doch noch hochzuziehen. Petra lachte hell auf, als sie wie ein Gummiball in ihrer Wohnung herumh�pfte - mit einigen neuen Kilos auf ihren Rippen und in Jeans steckend, die sich standhaft wehrten, dem Willen ihrer expandierenden Besitzerin nachzugeben. Letztendlich schaffte Petra es doch noch, obwohl ihr diese Aktion mehr als nur ein bisschen Schwei� gekostet hatte. Nun betrachtete sie sich im Spiegel. Der Schwei� stand ihr tats�chlich auf der Nase, ein feuchte Haarstr�hne klebte in ihrem Gesicht. Sie war v�llig au�er Atem und f�hlte sich aber trotzdem pr�chtig. Jetzt bemerkte Petra, dass ihr Busen von der ganzen Esserei profitiert hatte. Jetzt zahlte sich der BH wenigstens aus. Die Jeans war allerdings mit den neuen Fettp�lsterchen total �berfordert. Sie platzte praktisch aus allen N�hten, sogar rund um ihren Po, wo eigentlich noch etwas mehr Platz h�tte vorhanden sein m�ssen, war doch die Jeans noch offen. Petra merkte, dass irgendwas - wahrscheinlich ein Papiertaschentuch oder ein Kassabon, in einer der Ges��taschen steckte. Nicht die geringste Chance, dieses St�ck Papier aus der Tasche zu ziehen! Obwohl Petra schmale H�nde und lange, feingliedrige Finger hatte - sie schaffte es nicht, ihre Finger zwischen die zwei Stoffschichten zu schieben und dieses papierne Etwas ans Tageslicht zu bef�rdern! Nat�rlich war die Jeans in den letzten Wochen schon immer sehr eng gewesen - dass sie aber derart zugenommen hatte, wollte Petra aber fast nicht glauben...

Als sie sich aber daran machte, die Jeans zuzumachen, war ihr klar, dass sie tats�chlich enorm aus dem Leim gegangen sein musste! Ihre Versuche waren von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ein schon erstaunlich gut ausgebildetes B�uchlein ragte frech �ber ihren Slip und stellte sich dem Reizverschluss in den Weg. Das einzige, was bei Petras Versuchen, die Jeans zuzukn�pfen, bewegte, war die weiche Fettschicht, die sich in der Nabelgegend breitgemacht hatte. Jetzt hatte Petra es tats�chlich geschafft - sie war zu fett f�r diese Jeans geworden! Und sie f�hlte sich fantastisch! Es waren wirklich die Fettp�lsterchen rund um Taille und Bauch, die diese Jeans zu klein werden lie�en. "Die M�dels werden staunen!", lachte Petra, die stolz war, diesmal wie ein erwachsener Mensch und nicht panisch wie ein aufgeschrecktes Huhn reagiert zu haben. Mit offener Jeans und hervorquellendem B�uchlein marschierte sie nun in die K�che, holte sich eine Limo und eine Prinzenrolle, setzte sich vor den Fernseher und begann gen�sslich, ihren Fettdepots neuen Nachschub zu liefern. Petra war sich v�llig bewusst, dass sie gerade im Begriff war, ihre schlanke Figur endg�ltig zu ruinieren. Zu diesem wunderbar destruktiven Gef�hl gesellte sich aber auch das angenehme Gef�hl, ihrem K�rper genau das richtige zu geben.

Am n�chsten Wochenende stand ein Besuch bei ihrer Gro�mutter auf dem Programm. Petra verstand sich grunds�tzlich sehr gut mit ihr, da sie aber in der Familie als etwas exzentrisch galt, hielten Petras Eltern den Kontakt mit ihr in Grenzen. Sie waren immer der Meinung, die seltsamen Ansichten ihrer Gro�mutter k�nnten auf Petra abf�rben. Jetzt, wo Petra erwachsen war, besuchte sie ihre Gro�mutter etwas h�ufiger, wenn auch nicht gerade oft, da die Anreise sechs Stunden in Anspruch nahm. Wenn Petra sich also auf den Weg machte, dann gleich �ber ein ganzes Wochenende.

Dieses mal freute sich Petra besonders auf ein Wiedersehen. Ihre Gro�mutter hatte n�mlich die Angewohnheit, ihre Enkelin mit ihren Kochk�nsten zu verw�hnen. Petra ging dies bisher immer ein wenig auf die Nerven. Die Mengen, die Gro�mutter f�r sie jedes Mal auftischte, konnte und wollte Petra nie aufessen - sie w�re nach jedem Besuch mit zwei, drei Extrakilos auf den Rippen zur�ckgekehrt. Jedes mal lieferte sich Petra mit ihrer Gro�mutter einen Kleinkrieg. Diese dr�ngte Petra stets dazu, doch gr��ere Portionen zu nehmen, dieses und jenes noch zu probieren, doch Petra wollte nat�rlich nicht die Mengen essen, die sich ihre Gro�mutter einbildete.

Es gab immer ein �ppiges Fr�hst�ck, am Vormittag eine Zwischenmahlzeit, Mittagessen mit Nachspeise, am Nachmittag Kaffee bzw. Tee mit dazugeh�rigem Kuchen, dann noch ein reichliches Abendessen. Im G�stezimmer, in dem Petra untergebracht war, stand immer eine gut gef�llte Glassch�ssel mit S��igkeiten. Oma war stets etwas entt�uscht, wenn Petra von ihrer neuesten Kuchenkreation nur eine Gabel voll kostete, zweite Portionen verschm�hte und die Pralinen in der Glassch�ssel das ganze Wochenende nicht anr�hrte.

Petra �berlegte, mit welcher Kleinigkeit sie ihre Gro�mutter �berraschen k�nnte. Blumen oder andere konventionelle Gastgeschenke kamen f�r ihre Gro�mutter nicht in Frage. Sie war eben etwas exzentrisch, Petra musste sich bei ihrer Oma also stets etwas besonderes einfallen lassen. Letztens schenkte sie ihr eine Eintrittskarte f�r ein wie Petra fand ziemlich schr�ges Modern-Dance Tanz-Event. Ihre Gro�mutter war tats�chlich begeistert, auch wenn sie sich bei Petra am Telefon beklagte, dass der �lteste Besucher au�er ihr rund 30 Jahre j�nger war.

Dieses mal lie� Petra ihr Einfallsreichtum im Stich. Eigentlich war dies auch kein Drama, da ihre Oma auf Konventionen nichts hielt und Petra auch ohne Geschenk herzlich begr��en w�rde. Petra sa� also gedankenverloren im Zug und malte sich das bevorstehende Wochenende aus. Petra fragte sich , ob ihre Gro�mutter merken w�rde, dass sie zugenommen hatte? Auch malte sie sich aus, wie Oma wieder versuchen w�rde, sie mit viel zu vielen Kalorien einzudecken - und sie unter Anwendung aller Tricks und Ausreden den gro�m�tterlichen Anschl�gen auf ihre Figur entrinnen w�rde. Diesmal w�rde es Petra leichter fallen - sie hatte ja tats�chlich und inzwischen auch deutlich sichtbar zugelegt und ihre Di�tausreden mussten eigentlich ziemlich glaubhaft sein.

Petra starrte beim Fenster hinaus. Inzwischen war es dunkel geworden und sie sah nur ihr eigenes, verzerrtes Gesicht, das sich im Fenster spiegelte. Irene w�re bei ihrer Gro�mutter bestens aufgehoben, dachte Petra. Sie w�rde sich mit Genuss und ohne Hemmungen �ber die K�stlichkeiten ihrer Gro�mutter hermachen. Petra malte sich aus, wie sich Irene mit Appetit durch das Wochenende futtern w�rde und Oma begeistert w�re, endlich eine t�chtige Esserin als Gast zu haben. Langsam ver�nderte sich dieses Szenario, das sich Petra gerade in ihrem Bewusstsein ausgemalt hatte. Nicht Irene sa� inzwischen am K�chentisch ihrer Gro�mutter und verdr�ckte eine dritte Portion - pl�tzlich war sie es, die in ihrem Tagtraum hemmungslos irgendetwas Fleischiges, Saftiges in sich hineinstopfte und schon gierig auf den Schokokuchen blickte, der als Nachspeise auf sie wartete. Sie selbst sah in diesem Tagtraum ganz anders aus. Diese Petra hatte ein volles, rundes Gesicht. Ein ziemlich ausgebildetes, aber trotzdem irgendwie niedliches Doppelkinn. Weichere und volumin�sere Oberarme. Eine wogende Oberweite. Zwei �ppige Fettrollen auf ihrem Bauch, die �ber die ohnehin schon ge�ffnete Jeans hingen. Massige Oberschenkel, die im Sitzen in die Breite quollen. Und Oma stand daneben, schaufelte Unmengen von Sahne auf Petras Nachspeise und freute sich.

Der Schnellzug war gerade durch eine Kleinstadt gebraust und die Lichter der H�user holten Petra aus ihrem Tagtraum zur�ck. Einen Moment war Petra entsetzt �ber den Streich, den ihr ihre Fantasie gerade gespielt hatte. Verlegen bearbeitete sie das Bisschen Bauchspeck, das sie sich angefuttert hatte. Kein Vergleich zu den ausufernden Fettmassen der Petra aus ihrem Tagtraum. Diese Petra w�re ohne jeden Zweifel sofort als vollwertiges Mitglied der Gourmetrunde akzeptiert worden, dachte Petra. Und sie h�tte keine Di�tsorgen mehr, wenn sie ihre Gro�mutter besuchte. Nun machte sich eine andere Idee in ihren Kopf breit. Was w�rde passieren, wenn sie sich wirklich einmal von ihrer Gro�mutter nach Herzenslust verw�hnen lassen w�rde? Zur Zeit fiel ihr das Schlemmen ohnehin sehr leicht. Au�erdem w�rde sie dann doch so etwas wie ein Geschenk f�r ihre Oma parat haben - in Form ihres ungez�gelten Hei�hungers! Was sollte schon gro� passieren? Soviel w�rde sie in zwei Tagen nicht zunehmen, auch w�rde sie sich den Kleinkrieg beim Essen ersparen. Eigentlich sprach nichts dagegen...

Es war sp�t am Abend, als Petra aus dem Taxi stieg, das sie zum Haus ihrer Gro�mutter gebracht hatte. Diese hatte sie schon erwartet und stand bereits in der Eingangst�r. Petra war noch nicht richtig im Haus, als ihr schon die verlockendsten D�fte in die Nase stiegen. Ihr Magen knurrte nach der langen Fahrt. Sie war schon gespannt, was ihre Gro�mutter ihr zur Begr��ung auftischen w�rde. Wenig sp�ter sa� Petra mit ihrer Gro�mutter am K�chentisch, vor ihr ein Teller mit einer gro�en Portion Lasagne. Und das um 23 Uhr.

"Du hast nach der langen Fahrt sicher einen Riesenhunger! Keine Widerrede!", hatte die alte Dame mit resoluter Stimme gemeint, m�glichen Protest ihrer Enkelin sofort unterdr�ckend. "Mein Magen knurrt tats�chlich schon seit zwei Stunden!", meinte Petra wahrheitsgetreu. "Das riecht ja spitze!", f�gte Petra hinzu. Ihre Gro�mutter sah sie verdutzt an, musterte sie dann kurz von oben bis unten, sagte aber nichts. Stattdessen l�chelte sie nur kurz und hievte eine gro�e Portion auf Petras Teller. Dass Petra keinen Protest erhob, als diese Unmenge Lasagne auf ihrem Teller landete, wunderte ihre Gro�mutter nun schon etwas weniger.

Petra hingegen klopfte das Herz bis zum Hals herauf, als sie sah, mit welchen Mengen sie ihre Gro�mutter bedachte. Petra stand mit dem Teller in der Hand am Herd neben ihrer Gro�mutter, als diese begann, den ersten Sch�pfer auf ihrem Teller abzuladen. Der Drang, "Danke, das reicht!" zu sagen, war immens. Aufregender war es allerdings, nichts zu sagen und einfach zu beobachten, wieviel auf ihrem Teller wohl landen w�rde. Als Petra dann mit schwerem Teller an den Tisch ging, hatte sie wieder ihren Tagtraum von der Zugfahrt vor Augen.

Tapfer verdr�ckte Petra ihre Portion. W�hrenddessen plauderte sie mit ihrer Gro�mutter �ber alles m�gliche. Petra bemerkte, wie sie ihre Gro�mutter beim Essen beobachtete. Scheinbar wartete sie darauf, dass sie jeden Augenblick w.o. geben w�rde. Umso mehr versuchte Petra, sich nicht anmerken zu lassen, wie voll sie inzwischen war. Wenigstens hatte sie bequeme Sachen an, sodass von dieser Seite aus keine Unannehmlichkeiten drohten. Als der Teller endlich leer war, h�tte sich Petra am liebsten ersch�pft in den Stuhl zur�ckfallen lassen und sich etwas gestreckt, um dem V�llegef�hl etwas beizukommen. Aber selbst diesen Erfolg wollte sie ihrer Gro�mutter noch nicht g�nnen.

Bald darauf ging Petra zu Bett. Auf dem Nachttisch stand, wie erwartet, die Glassch�ssel mit den Pralinen. Irgendwie hatte sie Lust, die ganze Sch�ssel leer zu futtern. Nicht, weil sie besonderen Appetit auf die Pralinen gehabt h�tte - im Gegenteil, beim Gedanken, jetzt noch Berge von Pralinen zu vertilgen, wurde ihr fast ein wenig �bel. Vielmehr glaubte sie, nur so vor sich selbst beweisen zu k�nnen, dass es ihr mit ihrem Plan, ihre Gro�mutter mit ihrem Hei�hunger eine Freude bereiten zu k�nnen, ernst war. Ein Geschenk war umso wertvoller, wenn man sich ein wenig daf�r anstrengen musste, dachte Petra. Mit v�llig mit Lasagne gef�lltem Magen noch Pralinen hinunterzuw�rgen w�re eine solche Anstrengung. Vorsichtig und mit einem seltsam prickelnd-hei�em Gef�hl packte Petra deshalb die erste Praline aus dem bunten Papier aus steckte es in ihren Mund. Fast verwundert stellte Petra fest, dass sich gar kein �belkeitsgef�hl einstellte. Ihr Magen allerdings vermeldete nach dieser einen kleinen Praline neuerlich ein extremes V�llegef�hl. Nach zwei weiteren Pralinen lie� sich Petra dann vorsichtig in ihr Bett fallen. Ihr Bauch war steinhart - so prall gef�llt war von ihren kleinen Fettp�lsterchen kaum etwas zu merken. Im n�chsten Augenblick schlief Petra bereits.

Irgendwann am sp�ten Morgen wachte Petra wieder auf. Erst nach einem kurzen Augenblick erkannte Petra, wo sie war. Dann fiel ihr auch der ganze gestrige Tag wieder ein. Da war dieser seltsame Tagtraum im Zug. Und sie hatte tats�chlich begonnen, diesen verr�ckten Plan umzusetzen, ihre Gro�mutter nicht zu entt�uschen, indem sie ihre K�stlichkeiten verschm�hte. Sie musste gestern Abend verr�ckt gewesen sein. Eigentlich sollte sie langsam wieder mal an ihre Di�t denken, und was tat sie? Allerdings - irgendwie hatte das Ganze auch etwas verlockendes an sich. Dann sah Petra das zerkn�llten Bonbonpapier und die Sch�ssel. "Was soll's!", dachte Petra, und begann den Tag mit der ersten herrlich s��en Praline.

Es war alles andere als leicht, ihren Plan umzusetzen. Selten war Petra nach einem Fr�hst�ck derart voll gewesen. All die Marmelade, Erdnussbutter, der Honig, die Schoko-Flaggs! Das Mittagessen war dann schon eine echte Herausforderung. Das V�llegef�hl vom Morgen hatte gerade etwas nachgelassen, als ihre Gro�mutter irgendetwas Asiatisches servierte - etwas, was sehr verlockend duftete. Langsam, Gabel f�r Gabel, schaufelte Petra dieses Reisgericht in ihren Mund. Noch immer versuchte sie, sich nicht anmerken zu lassen, wie satt sie schon wieder war. Das war aber alles andere als leicht. Sie sp�rte, wie die Unmengen an Nahrungsmitteln ihren Bauch erneut in die Form einer gro�en, runden Halbkugel zwangen. Mit jedem Bissen, den sie hinunterschluckte, glaubte Petra zu merken, wie ihr Magen sich noch weiter dehnen musste, um die Nahrung noch unterzubringen zu k�nnen. Jedes mal bemerkte Petra dabei ein heftiges Ziehen. Mit jedem Bissen glaubte sie, nun doch aufgeben zu m�ssen. Nachdem sie sich aber einen Augenblick erholte und einmal m�glichst unauff�llig tief ausatmete, passte doch immer wieder eine weitere Gabel in ihr B�uchlein. Warum machte sie dies alles nur? Petra konnte es sich selber nicht erkl�ren! Es machte - irgendwie Spa�!

Nach dem Essen bleib Petra lange Sitzen. Sie war derart voll, dass sie bef�rchtete, ihr Kreislauf k�nnte streiken, wenn sie jetzt aufstand. Diese Fresserei war richtig anstrengend - ihr stand sogar der Schwei� im Gesicht! Erst nach einer Ewigkeit stand sie dann auf, um ihrer Gro�mutter beim Abwasch zuhelfen.

Das Abendessen war dann nicht ganz so arg. Zwar war Petra wieder randvoll, ihre Gro�mutter tischte dieses mal Gott sei Dank humanere Portionen auf. Au�erdem hatten die beiden am Nachmittag einen ausgiebigen Verdauungsspaziergang gemacht. Als Petra sp�t abends m�de in ihr Zimmer ging und sich im Spiegel betrachtete, war sich selbst mehr denn je ein R�tsel. Sie hatte in letzter Zeit wirklich ganz sch�n zugenommen. Ihre Fettp�lsterchen am Bauch, ihr Po, ihre Oberschenkel - alles war runder und weicher geworden. Und was machte sie? Sie m�stete sich regelrecht! Und von schlechtem Gewissen keine Spur! Wie konnte das nur sein? Noch einmal drehte sie sich, um sich von der Seite zu betrachten. Wie lange w�rde sie wohl ohne schlechtes Gewissen zunehmen k�nnen? Irgendwann musste sich doch diese seltsame Zufriedenheit in Luft aufl�sen! Niemand w�rde ohne das geringste Reuegef�hl ohne Ende schlemmen k�nnen und dabei immer fetter werden! Inzwischen hatte sich Petra ins Bett gelegt und musterte eingehend ihren Bauch. Dieser war nicht so hart und rund wie gestern. Heute war das Fettgewebe besser zu f�hlen, da die Haut nicht so spannte wie am Abend zuvor. Beides - sowohl ihr Kugelbauch von gestern als auch die Fettp�lsterchen von heute - f�hlte sich interessant an. Dann begann Petra, sich eine Praline nach der anderen in den Mund zu stecken und sich vorzustellen, was all die Kalorien mit ihrer Nabelgegend und ihren H�ften anstellen werden....

Inzwischen war es Sonntag geworden. Das Fr�hst�ck verlief schon fast nach Routine. Petra verdr�ckte schon bei der ersten Mahlzeit des Tages ihren Tagesbedarf an Kalorien und legte noch ein paar Hundert Kilokalorien drauf. Den Vormittag verbrachte sie gemeinsam mit ihrer Gro�mutter in irgendeinem Museum f�r angewandte Kunst, zu Mittag gab es die "gewohnte" Mahlzeit in der K�che ihrer Gro�mutter. Wieder verlangte Petra ihrem Magen alles an Dehnbarkeit ab. Schon nach der ersten Portion war sie satt gewesen, als sie ihre Oma allerdings fragte, ob sie nicht gern noch eine zweite Portion h�tte, konnte sie nicht anders als diese Frage mit einem �berzeugten "Ja" zu beantworten. Es jagte ihr fast etwas Angst ein als sie sah, welch riesige zweite Portion auf ihrem Teller landete. Mit eisernem Willen schaufelte Petra wieder Gabel f�r Gabel in ihren Mund. Wie gestern Abend musste sie wieder an ihre Fettzellen denken, die sich zur Zeit sicherlich in Rekordgeschwindigkeit aufbl�hten. Irgendwann musste Petra dann heimlich ihre Hose aufkn�pfen - ihr Bauch brauchte einfach mehr Platz. Vor Petras innerem Auge tauchte wieder ihr Tagtraum auf: Nun sa� sie im wirklichen Leben an diesem Tisch, besinnungslos Kalorien in sich hineinschaufelnd, in einer Hose, die im Begriff war, zu eng zu werden. Auch ihre Gro�mutter war, wie im Traum, sichtlich gut gelaunt. Nur war sie im wirklichen Leben nicht so fett wie in ihrem Tagtraum. Inzwischen war sich Petra aber nicht mehr so sicher, ob dieser Traum nicht auch diesbez�glich Realit�t werden k�nnte...

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