Der Spiegel

Das Geräusch eines Rasenmähers riss Petra aus dem Schlaf. Es war Wochenende. Markus lag neben ihr und schlief. Ihn konnte dieses Geräusch scheinbar nicht aus seinen Träumen holen. Eigentlich ärgerte sich Petra über den rücksichtlosen Nachbarn, der Samstag morgen seinen Rasen mähen musste. Dann aber erinnerte sie sich an den gestrigen Tag. Oder besser an den gestrigen Nachmittag und den anschließenden Abend. Dies waren herrlich kalorienreiche Stunden gewesen! Und zärtliche obendrein... Das Eis, der Besuch in der Konditorei, das Abendessen, Markus' einfallreiche Fütterungsbemühungen, denen sie so gerne nachgab...

Vergnügt strich sich Petra über ihren Bauch. Ganz schön viel hatte sie gestern ihrem Magen wieder zugemutet, dachte Petra. Aber ihr Magen hatte sie nicht in Stich gelassen. Brav nahm er die große Menge unterschiedlichster Köstlichkeiten auf. Er hatte sich in letzter Zeit an diese Mengen gewöhnen müssen. Inzwischen war er sicher schon darangegangen, die überflüssigen Kalorien wieder in neues, weiches Fett umzuwandeln, überlegte Petra. Eine weiche, schwere Masse hatte sich da an ihrem Oberkörper festgesetzt. Jetzt, unter der warmen, weichen Decke, fühlte sich ihr Körper ebenso warm und weich an. Gestern am späten Abend, in der Hitze des Gefechts, hatte sich Markus darüber amüsiert, wie kühl jene Körperpartien geblieben waren, an denen sich besonders viel Speck festgesetzt hatte. "Eine nette Isolierschicht ist das!", hatte er gemeint und dabei gegrinst. Dann widmete er sich wieder hingebungsvoll genau dieser "Isolierschicht"...

Vorsichtig schälte sich Petra aus dem Bett. Sich aus der tiefen und weichen Matratze zu erheben, ohne, dass das ganze Bett in Bewegung versetzt wurde, war inzwischen für Petra gar nicht mehr so einfach. Schließlich wog sie ja keine 60 Kilo mehr. Trotzdem bemühte sich Petra, ihre üppigen Formen aus dem Bett zu hieven, ohne Markus aufzuwecken. Leise schlich sich Petra in ihr Badezimmer. Als sie, völlig nackt, am großen Spiegel in der Diele vorbeitapste, bleib sie stehen. Noch immer konnte sie es nicht ganz begreifen, wie sehr sie sich verändert hatte. Diese immense Speckschwarte auf ihrem Bauch! Oberschenkel, die sichtlich Mühe bekamen, das neue Fett zu verkraften. Dieses umfangreiche Gesäß! Eine Erinnerung aus gar nicht allzu lange vergangenen Tagen schoss Petra ins Bewusstsein: Der Moment, an dem sie die ersten Veränderungen an ihrem Körper bemerkte. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt schon registriert, dass sie mehr als früher aß. Trotzdem hatte sie noch immer gedacht, ungestraft - sprich ohne Gewichtszunahme - davonzukommen. Sie hatte sogar den Eindruck, dass die zusätzlichen Kalorien sich positiv auf den Zustand ihrer Haare und ihrer Haut ausgewirkt hatte. Die Haare glänzten einfach anders und sahen auch sonst besser aus. Ihre Haut war reiner und fühlte sich irgendwie weicher und seidiger an. An diesem Tag wurde Petra dann auch klar, woher diese Weichheit und Geschmeidigkeit kam, die ihr beim Duschen aufgefallen war - es waren die ersten, spärlichen und sich nur langsam füllenden Fettzellen, die dieses angenehme Gefühl erzeugten! Solange Petra nicht gewusst hatte, was der Grund für ihr verbessertes Hautbild war, war sie total happy darüber. Dann aber gesellten sich doch auch zweifelnde Gefühle hinzu...

Im Laufe der Zeit war es nicht bei weicher und seidiger Haut geblieben. Das Gewebe verlor an Festigkeit und begann, langsam weicher und elastischer zu werden. Zuerst bildete die Haut nur eine klitzekleine Wölbung am Bündchen ihres Slips. Doch unaufhaltsam, wenn auch gemächlich, wuchs diese Wölbung. Irgendwann war der Tag gekommen, an dem sich Petra eingestehen musste, dass sie sich ein kleines Bäuchlein eingehandelt hatte. Vorerst bemerkte man diese kleine Fettansammlung nicht. Unter ihrer Kleidung fielen solch kleine Veränderungen nicht auf. Ihr Spiegelbild aber verriet jede kleine Veränderung. Und derer gab es immer mehr. Ihr Bäuchlein begann, eine immer tiefere Falte zu schlagen, wenn sie sich setzte. Der Bauchspeck bildete dabei ein ebenfalls immer üppiger werdendes Röllchen. Petra merkte es jedes mal, wenn sie sich setzte. In der Öffentlichkeit war sie noch immer darauf bedacht, ihr immer größeres Problemzönchen zu verstecken. Immer sorgfältigere Garderobenwahl war im Laufe der Wochen und Monate dafür nötig, immer bedachter musste Petra ihre Sitzposition wählen, wenn sie vermeiden wollte, dass sich ihr Bauchspeck allzu sehr ins Rampenlicht drängte. Doch all diese Bemühungen wurden zusehends mühsamer.

Im Stehen verschwanden die Speckröllchen so schnell, wie sie gekommen war. Ihre Figur erinnerte dann fast an die ganz schlanken Tage. Doch die kleine Wölbung in der Nabelgegend machte sich daran, auch im Stehen präsent und sichtbar zu werden. Immer üppiger wurde diese Rundung, immer weiter wanderte der Ansatz ihres kleinen Bäuchleins Richtung Busen. Zentimeter für Zentimeter eroberten sich die Fettzellen ihr Terrain.

Nun stand sie also vor diesem Spiegel. Von einem kleinen Bäuchlein konnte überhaupt nicht mehr die Rede sein. Vom Verheimlichen dieser üppigen Pracht schon gar nicht. All die Kalorien, die Petra in sich hineingestopft hatte, fanden sich nun in Form dieser beeindruckenden Fettschicht wieder. Petra nahm eine handvoll Bauchspeck zwischen ihre Finger. Noch vor gar nicht langer Zeit - sie hatte schon einiges zugelegt - hatte eine solche Aktion dazu geführt, dass das Gewebe über und unter der Stelle, an dem sie in ihr Bauchfett kniff, sich straffte und vage an schlankere Tage erinnerte. Inzwischen hatte sich so viel neues Fett hinzugesellt, dass nun beinahe nichts mehr geschah. Es war schon überall so viel Fett, dass Petras kleine Straffungsaktion kaum Wirkung zeigte. Ein wenig unangenehm berührt und doch mit einem Gefühl der Zufriedenheit beendete Petra ihr kleines Experiment und setzte ihren Weg ins Badezimmer fort.

92 Kilo zeigte die Waage. Eigentlich der helle Wahnsinn, dachte Petra. Doch wieder war da dieses Gefühl der Zufriedenheit - vor einer Woche brachte sie er erst auf 90 Kilo. 92 war entschieden besser. Und 94 würde sicher noch viel, viel besser als 92 sein. Und wie toll wären erst 96 Kilo? Der Tag war nicht mehr fern und sie würde 100 Kilo auf die Waage bringen. 100 Kilo. In Worten: einhundert Kilo! Nun zweifelte Petra nicht mehr daran. Nicht im geringsten. Die 100 Kilo würden Realität werden. Niemals hätte sie gedacht, einmal 100 Kilo auf diese Waage zu bringen, auf der sie gerade gestanden war. Sie konnte sich daran erinnern, als sie als Teenager gemeinsam mit einer Freundin auf die Waage ihrer Eltern gestiegen war. Sie wollten testen, ob die Waage ihren Dienst unter dieser Belastung quittieren würde. Enttäuscht mussten die beiden dünnen Mädchen feststellen, dass 110 Kilo kein Problem für eine Personenwaage darstellten. Bis 130 Kilo reichte das Modell in Petras Elternhaus. Würde sie je 110 Kilo auf die Waage bringen? Petra beschlich das ungute Gefühl, dass auch das nicht mehr unmöglich war. Gleichzeitig fühle Petra eine angenehme, sinnliche Wärme, die ihren Körper erfasste. "Wenn ich tatsächlich so fett werde und 110 Kilo wiege - 18 Kilo mehr als jetzt! - würde die Zunahme dann immer noch weitergehen? Und ich vielleicht, irgendwann, 130 Kilo wiegen? Dieser Waage ein technisches K.O aufzwingen?", dachte Petra. 130 Kilo! Ungefähr so viel wie Irene! Bei diesem Gedanken blieb Petra fast die Luft weg, das warme Prickeln allerdings verstärkte sich noch. Bis jetzt hatte sie rund 30 Kilo zugenommen. 130 Kilo würden nochmals fast 40 Kilo mehr bedeuten. "Mensch, 40 Kilo. Das ist ja Wahnsinn!", dachte Petra. Für vierzig Kilo würde sie allerdings eine ziemlich lange Zeit über äußerst unbeschwert vor sich hin Schlemmen können! Aber trotzdem...

Kürzlich hatte sie einen Kasten Mineralwasser geschleppt. Wie mühsam es war, diesen Kasten aus dem Auto zu heben! Wie schwer mochte wohl so ein Kasten sein? 12 Kilo? 15 Kilo? Oder doch eher 20 Kilo! Auf alle Fälle war es weniger, als Petra inzwischen zugenommen hatte! Mit wohligem Schaudern versuchte sich Petra vorzustellen, wie 30 Kilo Fett wohl aussehen würde, könnte man sie einfach vor sich auftürmen. Es würde ein ganz ordentlicher Berg sein, dachte Petra. Und dieser Berg hatte sich unter ihrer tatkräftigen Mithilfe überall auf ihrem Körper eingelagert. Ob es ihr leichtes Doppelkinn, die speckigen Oberarme, die schwere Oberweite, ihr besonders dekadent ausgebildeter Bauchspeck, der Po, ihre Schenkel oder sonst eine Körperpartie war - überall ! 30 Kilo! Und weitere Kilos würden dazukommen. Sich eine Stelle auf ihrem Körper aussuchen. Ihre Haut dehnen. Und sie würde es genießen! Das viele Fett - es würde sich wunderbar anfühlen! Auch wenn es wirklich 40 weitere Kilos sein sollten...

Plötzlich schmeckte Petra den herrlichen Geschmack einer Käse-Sahne-Torte. Sie hatte vor lauter Tagträumerei gar nicht gemerkt, dass Markus inzwischen aufgewacht war und sich, bewaffnet mit einer Gabel voll Torte, an sie herangeschlichen hatte. Mit all den wunderbaren Gedanken in ihrem Hinterkopf schmeckte die süße, kalorienreiche und fettmachende Masse noch sensationeller. Genussvoll ließ Petra die Masse in ihrem Mund hin- und herwandern, bevor sie sie schluckte. "Du bist wunderschön!", flüsterte ihr Markus ins Ohr. Aber das wusste sie ohnehin. Und sie würde noch viel, viel schöner werden...

Schnell wurde Petra ihr morgendlicher Fantasy-Trip vor ihrem Vorzimmerspiegel unheimlich. Wie konnte sie nur davon träumen, 130 Kilo zu wiegen! Sie hatte es gerade zu Wege gebracht, ihre schlanke Figur zu ruinieren und über 90 Kilo auf die Waage zu bringen. Dies allein ging ja noch. Aber warum nur fand sie es auch noch so toll, dermaßen dick zu werden?! Jede andere junge Frau, die in wenigen Monaten 30 Kilo zugenommen hätte, würde längst auf Diät sein, und sich nicht insgeheim über das viele Fett zu freuen. Sie aber stand vor diesem Spiegel und malte sich aus, wie es wohl sein würde, noch viel dicker zu sein. Wie kam sie bloß auf die Idee, dass es pures Vergnügen sein würde, so viel Gewicht mit sich herum zu schleppen? Gut, Irene wog in etwa 130 Kilo, und sie kam gut mit dem Gewicht zurecht. Sie hatte das richtige Naturell dazu, sich auch mit diesem hohen Gewicht wohl zu fühlen. Aber wenn man sie genau beobachtete, konnte man durchaus erkennen, dass auch Irene in der einen oder anderen Situation Mühe mit ihren ausladenden Formen hatte.

Tatsächlich nahm Petra in den nächsten Wochen nichts mehr zu. Doch so sehr sie es auch versuchte - der Gedanke, vielleicht doch noch ein wenig zuzunehmen, drängte sich immer wieder in ihr Bewusstsein. Wieso passierte dies nur? Etwas seltsam fand sie diese Neigung schon, dachte Petra.

In der ersten Zeit nach ihrem intensiven Tagtraum vor dem Spiegel fiel Petra etwas Selbstdisziplin beim Essen so leicht wie schon lange nicht mehr. Keine Naschereien mehr in der Redaktion, nur um ein Beispiel zu nennen. Doch langsam, ohne dass es Petra wirklich bewusst war, stellten sich ihre alten Eßgewohnheiten wieder ein. Erst, als die Waage 94 Kilo anzeigte, wurde dies Petra wirklich bewusst. Nochmals nahm sie alle Selbstdisziplin, die sie aufzubieten hatte, zusammen. Doch hatte sie nicht den Funken einer Chance, die zwei neuen Kilos wieder loszuwerden. Wenigstens nahm sie nicht weiter zu. Mit der Zeit stellte sich Petra aber immer öfter die Frage, ob sich die Mühen, die sie auf sich nahm um nicht weiter zuzunehmen, wirklich auszahlten. Sie spürte, dass es tief in ihrer Psyche eine ungeheure Kraft gab, die unbedingt weiter zunehmen wollte. Mehr Gewicht. Mehr Fett. Dickere Schenkel. Einen schwereren Bauchspeck. Aber wieso nur?

Andererseits: War das wirklich so wichtig, über das "Warum" Bescheid zu wissen? Konnte sie ihre Neigung nicht einfach akzeptieren, die Zukunft auf sich zukommen lassen und genießen? Eigentlich sollte sie froh sein, dass in ihrem Fall das Dickwerden mit solchen Sinnesfreuden verbunden war. Sie hatte einen Freund, dem dies nicht stören würde. Eher das Gegenteil war der Fall. Und sie hatte Freundinnen, denen eine weitere Zunahme ebenfalls schlimmstenfalls gleichgültig sein würde. Selbst die schlanke Sportstudentin, mit der sie meist zusammenarbeitete, nahm ihr ihre zunehmende Körperfülle nicht übel. Warum also regte sie sich so auf? Andere junge Frauen, die ebenso unaufhaltsam dicker und dicker wurden, hatten kein solches Programm in ihrer Psyche eingespeichert, das so angenehme Gefühle mit dem Dickwerden verknüpfte. Die waren wirklich arm dran! Sie würden sich nie wohlfühlen, von Selbstzweifeln geplagt sein, eine Diät nach der anderen versuchen, und vielleicht einen unerträglichen Magersucht-Fan als Freund haben. Sie sollte doch froh darüber sein, dass als dies bei ihr nicht der Fall war!

Es würde gar nicht schwer sein, wieder auf einen fettproduzierenden Lebensstil umzuschwenken. Die Gourmetrunde hielt sich mit Diätvorschlägen natürlich zurück. Markus verführte sie noch immer mit kalorienreichen Köstlichkeiten. Trotzdem versuchte Petra, diesem Drang, noch mehr Fett anzusetzen, zu wiederstehen. Ihr Gewicht stieg allerdings weiter. 96 Kilo zeigte die Waage nun. An der Stelle, wo sie früher ihre Hüftknochen spürte, entdeckte sie nun neue Speckfalten. Erst als sie Irene im Badeanzug sah, hatte sie erkannt, dass sich sogar an dieser Stelle das Fett zu üppigen Röllchen zusammenschieben konnte. Dass sie selbst es auch einmal soweit bringen würde, hatte sie damals nicht gedacht. Bedenklich fand Petra, dass sich nur ihr Intellekt darüber empören konnte, wenn auch nur wenig. Gefühlsmäßig nahm sie diese Entdeckung fast euphorisch auf, stellte sie resignierend fest. Petra merkte auch, dass sich einfach kein schlechtes Gewissen einstellen wollte. Ihr bereitete es nicht das geringste Problem, weiterhin figurbetonte Kleidung anzuziehen. Im Gegenteil, sie fühlte sich einfach wohler in solchen Klamotten! In vorhangähnlichen Umhängen kam sie sich einfach unmöglich vor. Sie fühlte sich attraktiv und wollte sich nicht verstecken. In ihrer Gedankenwelt wog sie ohnehin schon mehr als 100 Kilo. Manchmal waren es aufregende, positive Tagträume, manchmal kam ihr dieses Szenario als drohendes Unheil vor. Doch immer war sie viel dicker, als sie ohnehin geworden war. So seltsam dies auch klingt, wenn sich Petra auf einem aktuellen Foto oder in irgendeiner reflektierenden Fläche entdeckte, kam sie sich manchmal direkt schlank vor...

Die Gourmetrunde empfing sie bei jedem ihrer Treffen mit großen Hallo. Kein Wunder, war sie auch jedes mal ein wenig runder geworden. Das Gespräch, das sie mit Irene bei einem der letzen Treffen geführt hatte, bestätigte Petras Vorahnung, dass sie wohl tatsächlich bald wieder ungebremst zunehmen würde. Ohne es zu planen, hatte sie Irene in ein Gespräch über ihre Gewichtszunahme verwickelt. Petra wollte wissen, ob sich Irene zu irgendeinem Zeitpunkt gegen ihr steigendes Gewicht gewehrt hatte. Wie sich ein solch hohes Gewicht anfühlte, wie man damit leben konnte. Was Angehörige dazu sagen, dass sie bis heute nicht aufgehört hatte, dicker und dicker zu werden. Irene erzählte, dass sie sich eines schönen Tages dazu entschlossen hatte, sich nicht zum Diätopfer machen und sich vom Schlankheits-wahn anstecken zu lassen. Sie hatte sich vor vielen Jahren vorgenommen, ihr Gewicht zu akzeptieren, solange sie sich damit wohl fühlte. Da sie dies bis heute tat, sah sie keinen Grund, etwas an ihrem Vorsatz zu ändern. Irene hatte Petra schon längst durchschaut und schließlich jenen Satz gesagt, den ein Teil von Petras Persönlichkeit auf keinen Fall hören wollte, der andere aber unbedingt. "Du brauchst davor keine Angst zu haben", meinte Irene lächelnd. In diesem Augenblick wusste Petra, dass die Entscheidung gefallen war.

Noch wehrte sich Petra dagegen, die 100 Kilo Marke zu überschreiten. Aber nur halbherzig. Schon längst spielte sie mit ihrer Angstlust, diesen Meilenstein tatsächlich hinter sich zu bringen. Zwar hielt sie sich bei der einen oder anderen Mahlzeit noch zurück, Markus ließ sie nun aber wieder uneingeschränkt gewähren. Nun konnte sie seine Fütterungsaktionen wieder uneingeschränkt genießen.

Sehr schnell kletterte die Waage auf 98 Kilo. Petra entdeckte auf ihrem inzwischen schon ziemlich größenwahnsinnigem Po kleine Grübchen. Keine Spur von Panik stellte sich ein. Wer weiß, wie lange sie diese Grübchen schon hatte. Markus hatte sich nicht beschwert und ihr war es eigentlich egal. Sie hatte sich schon bald nach ihrem Gespräch damit abgefunden, dass sich die Folgen ihrer Neigung nicht nur als Fettpölsterchen auf ihrem Körper bemerkbar machen würden.

Während Petra sich noch zwei Wochen damit Zeit ließ, genussvoll die 100 zu überschreiten, kamen die nächsten 6 Kilo in atemberaubendem Tempo. So, als ob sie die letzte Hürde fortgerissen hätte. Nun gab es absolut keine Einschränkungen mehr beim essen, naschen und schlemmen. Ungläubig hatte sie die 106 Kilo zur Kenntnis genommen, nachdem sie eines Morgens beim Duschen seitlich auf ihrem Rücken, unter ihren Armen, eine weitere Fettrolle entdeckt hatte. Diese schien über Nacht gekommen zu sein, wunderte sich Petra. Als sie dann auf der Waage stand, wunderte sie sich nicht mehr darüber, dass es dieses Speckröllchen gab, sondern vielmehr über die Rasanz, mit der ihr Gewicht gestiegen war. Petra erinnerte sich, dass sie ganz und gar nicht begeistert davon war, als sich die erste Speckfalte an dieser Stelle gebildet hatte. Natürlich hatte sie damals schon länger bemerkt, dass auch dort kleine Fettpölsterchen entstanden waren. Später merkte sie auch, wie sich diese Pölsterchen erstmals in einer Falte zusammenschieben mussten, wenn sie sich seitlich neigte. Immer geringere Bewegungen des Oberkörpers reichten aus, um das Fett in diese Form zu zwingen. Und dann, eines Tages, verschwand die anfänglich kleine Hautfalte überhaupt nicht mehr. Nur wenn Petra ihre Arme weit nach oben streckte, gelang dies noch. Doch die Speckfalte wurde mit jedem weiteren Kilo tiefer, die Fettpölsterchen üppiger. Bald half auch das Arme nach oben strecken nicht mehr. Immer deutlicher machte sich diese hübsche Fettansammlung auch durch die Kleidung hindurch sichtbar. Eines Tages schließlich beendete Petra die Versuche, durch geschickte Modewahl die Folgen ihres Hungers zu verstecken. Schließlich war inzwischen schon die zweite Falte aufgetaucht....

So erging es Petra mit vielen Körperpartien. Welch Drama war die ersten Speckrolle gewesen, die sich im Sitzen gebildet hatte! Nur selten passierte es jetzt noch, dass sich Petra über solche Veränderungen allzu große Gedanken machte. Alles war viel zu spannend, um sich die gute Stimmung mutwillig zu Nichte zu machen.

Am heutigen Abend war Petra an der Reihe, die Gourmetrunde bei sich zu Hause mit allerlei Köstlichkeiten zu verwöhnen. Irene war schon am Nachmittag gekommen, um ihrer Freundin bei den ziemlich zeitaufwändigen Vorbereitungen zu helfen. Die beiden Mädchen hatte amüsiert festgestellt, dass es in Petras kleiner Küche schon verflucht eng zuging, wenn sich die beiden Rubensdamen darin bewegten. "Auch eine Form von Diskriminierung normalgewichtiger Frauen! Diese schmalen Küchen!", klagte Irene ironisch, als sie ein weiteres ihren imposanten Bauch an Petras nicht weniger imposanten Hüften vorbeidrücken musste, um an den Mikrowellenherd zu kommen.

Petra war bester Laune. Anfangs war sie etwas nervös gewesen, als der Termin für die Gourmetrunde gekommen war. Sie war in der Küche nicht gerade das größte Talent und hatte deshalb stets leise Zweifel, ob ihr die geplanten Kreationen wohl auch gelingen würden. Mit Erleichterung hatte sie es deshalb zur Kenntnis genommen, als sich Irene am gestrigen Abend telefonisch als Küchengehilfin angekündigt hatte. Irene übernahm allerdings gleich das Regiment in ihrer Küche und Petra war nun ihrerseits die Küchengehilfin - eine Rollenverteilung, die Petra mehr als recht war.

Weiters gestiegen war Petras Laune, als sie Irenes ungläubigen Gesichtsausdruck registrierte, als sie ihr die Tür öffnete. Bisher hatte sich Irene nie gewundert, wenn Petra zur nächsten Gourmetrunde oder auch bei anderen Gelegenheiten mit weiteren neuen Kilos aufgetaucht war. Zumindest ließ sich Irene nie anmerken, dass sie überrascht war. Sie war schließlich das Schwergewicht der Gourmetrunde, die "schlankeren" Mädchen konnten sie deshalb kaum mit ihren Rundungen beeindrucken. Heute aber war es Irene nicht gelungen, ihre Verwunderung zu verheimlichen. Erst vor kurzem waren sich die beiden auf der Straße über den Weg gelaufen. Damals brachte Petra nur 98 Kilo auf die Waage. Und jetzt waren es schon mindestens 106 gewichtige Kilo. Den Unterschied musste man ihr ziemlich deutlich ansehen, dachte Petra, als sie Irenes Verwunderung bemerkte. Tatsächlich sprach Irene Petra auch sofort auf die doch etwas schnelle Gewichtszunahme an. "Ich muss schon sagen, ich bin beeindruckt!", lachte sie und musterte Petra von oben bis unten. "Das ist jetzt aber flott gegangen!" Petra spürte, wie ihr die Farbe ins Gesicht stieg. "Man könnte nicht behaupten, dass du dir die Vorschläge und Grundsätze unserer Gourmetrunde nicht zu Herzen nimmst!", ulkte Irene dann weiter. "Aber wahrscheinlich kommt der Gourmetrunde dieser Verdienst gar nicht zu", meinte Irene dann mit einem verschmitztem Lächeln im Gesicht. Sie wusste, dass Petra seit geraumer Zeit mit Markus zusammen war und fügte vieldeutig hinzu: "Dein Markus ist an dieser Pracht wohl nicht ganz unbeteiligt, stimmt's?" Petra merkte, wie ihr noch mehr Blut ins Gesicht schoss. Die vielen Schlemmereinlagen der letzten Zeit und ihre gewaltige Gewichtszunahme seit Markus' Auftauchen hatten Irene nun genug Gesprächsstoff für die erste gemeinsame Stunde in der Küche geliefert.

Diplomatie und Diskretion waren noch nie Irenes Stärken gewesen. Obwohl Petra dies wusste, wurde sie doch immer wieder von Irenes Direktheit überrascht. Es fing harmlos an. Gewicht und aktuelle Kleidungsgröße waren die ersten Dinge, nach denen Irene fragte. Ob Petra happy mit ihrem Gewicht sei, lautete die nächste Frage. "Sehr gut!", war Irenes Antwort auf das selbst für Petra überraschende klare "Ja, total!", dass sie ihrer Freundin auf deren vorige Frage zurückgab. Was Markus davon hielt, war dann die nächste, nun schon etwas weniger diskrete Frage. Petra erzählte, wie begeistert Markus von ihrem Körper war. Irene lauschte interessiert. Nun wollte Irene tatsächlich wissen, war er mit Petra konkret anstellte, wenn es sich um's Essen drehte. Etwas schüchtern verriet ihr Petra nun das eine oder andere intime Geheimnis. Irenes Befragung dauerte eine ganze Zeit lang. Natürlich wusste Petra, dass sie ihrer Freundin keines dieser Dinge sagen musste, wenn sie dies nicht wollte. Sie wusste auch, dass Irene es ohne Widerspruch akzeptiert hätte, wenn es Petra vorgezogen hätte, nichts zu sagen. Petra aber war durchaus froh, mit einer anderen Frau über ihre doch etwas ungewöhnliche Entwicklung zu sprechen - noch dazu, wo diese noch um einiges runder war als sie selbst.

Nach geraumer Zeit hörte Irene mit der Fragerei auf. Eine seltsame Stille legte sich über die Kochtätigkeiten der beiden Frauen. Sowohl Irene als auch Petra mussten das intensive Gespräch zuerst einmal verdauen. Dann meinte Irene plötzlich leise: "Jemanden wie dich nennt man Feedee, weißt du das?" Petra wollte so was eigentlich gar nicht hören. Ihr war das Konzept des Feedees bekannt. Markus hatte ihr davon erzählt. Irgendetwas in Petras Innerem hatte sich bis dato aber dagegen gestäubt, sich selbst mit diesem Begriff in Verbindung zu bringen. Nun aber, wo Irene diesen Satz ausgesprochen hatte, hatte es Petra bereits akzeptiert. Der Begriff des Feedees passte tatsächlich auf sie.

"Ich weiß", antwortete Petra noch leiser. "Ist das schlimm?", fügte Petra, nun doch gehörig verunsichert, eine weitere Frage hinzu. Vielleicht fand Irene Petras Outing alles andere als gut. Man konnte schließlich nicht leugnen, dass es sich dabei doch um etwas extravagante Fantasien handelte. Doch Irene war natürlich alles andere als entsetzt. Eigentlich hätte ich das wissen müssen, dachte Petra später.

"Schlimm?!", meinte Irene verwundert, nun wieder in normaler Lautstärke. "Was soll daran schlimm sein!". Nun lachte sie über das ganze Gesicht. "Das ist alles andere als schlimm! Im Gegenteil! Jetzt weiß ich, dass Markus und du in letzter Zeit ziemlich viel Spaß miteinander gehabt haben musstet. Und noch SEHR viel Spaß haben werdet!", meinte Irene fröhlich. Irene hatte recht, dachte Petra. Zumindest was die Vergangenheit betraf. "Das freut mich zwar für euch, für mich ist das aber weniger lustig!", sagte Irene dann, mit gespieltem Ernst. "Und warum bitte?", wollte Petra wissen. "Das ist doch klar! Wie es aussieht, werde ich in nicht allzu ferner Zukunft als gewichtigstes Mitglied in der Gourmetrunde abgelöst werden!", verkündete Irene überzeugt. "Von wem, würde ich gern wissen!", antwortete Petra. "Von mir sicher nicht! Vielleicht nehme ich ja wirklich noch ein wenig zu in nächster Zeit - das ist sogar wahrscheinlich - aber Dich hole ich in meinem ganzen Leben nicht ein!", meinte Petra weiter und war selbst irritiert darüber, das dies ganz und gar nicht überzeugend klang. "Aber natürlich von Dir! Und wahrscheinlich recht bald sogar!", meinte Irene, erneut in einem Ton der Überzeugung. Wieder wollte Petra nicht hören, was Irene von sich gab. Trotzdem konnte sie sich dieser Unterhaltung nicht entziehen. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit, ein Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet. "Du hast mir gerade erzählt, wie wohl du dich mit all den neuen Fettpölsterchen fühlst und wie perfekt die Sache mit Markus läuft! Die Voraussetzungen für neue, noch üppigere Pölsterchen sind für dich ja geradezu ideal! In deinen Schilderungen klang so viel Begeisterung mit, dass ich mir sicher bin, dass ihr beiden Eure Fantasien noch längere Zeit ausleben werdet. Ihr könnt Euch dieser Sache doch schon längst nicht mehr entziehen!", meinte Irene.

Das mulmige Gefühl verstärkte sich. Wie konnte Irene nur so etwas sagen? "Mensch, du wiegst über 130 Kilo! Ich bin mir alles andere als sicher, ob so ein Gewicht für mich genauso richtig ist wie für dich!", versuchte sich Petra gegen Irenes Argumente zur Wehr zu setzen. "Außerdem weiß ich gar nicht, ob das Markus gefallen würde!" "Mach' dir darüber keine Sorgen!", meinte Irene in freundschaftlichem Ton. "Markus wird es gefallen, und dir noch viel mehr! Du wirst mich gewichtsmäßig überholen, soviel ist sicher. In einem Jahr, oder eineinhalb Jahren, vielleicht erst in zwei, wenn ich mich beim Essen ein wenig zusammenreiße!", lachte Irene und nahm einen riesigen Löffel Kartoffelsalat zur Kostprobe, und fügte ein weiteres mal eine gigantische Menge an Mayonnaise hinzu. "Aber ich fürchte, ich habe keine Chance gegen Euch! Schließlich habe ich ja keinen Feeder zu Hause! Du weißt gar nicht , was für ein Glückspilz du bist!"

Obwohl Petra dieses Gespräch etwas auf den Appetit geschlagen war, wurde es ein äußerst lustiger Abend. Petra und Irene wurden für ihre Kochkünste gelobt, die Gespräche waren humorvoll-bissig wie immer, und so wurde es der erwartet lange Abend. Zwischendurch drängte sich der eine oder andere Dialog aus dem Gespräch mit Irene in Petras Bewusstsein, aber dies verursachte in Petra nun kein Gefühl der Verunsicherung mehr. Das einzige, was Petra irritierte, war die Tatsache, wieviel sie auch jetzt, wo ihr doch ein wenig der Appetit vergangen war, in sich hineinschaufelte. Sie brauchte inzwischen gar keinen besonderen Heißhunger auf irgendetwas zu haben und trotzdem war sie ohne Unterbrechung am Essen. Wenig begeistert stellte sie fest, dass sie locker mit den Mengen, die Irene aß, Schritt halten konnte. Und die hatte einen ordentlichen Appetit, das sah man ihr schon von weitem an! Sollte Irene tatsächlich reicht haben?

In den nächsten Tagen kam Petra das Gespräch mit Irene sehr häufig in den Sinn. Am stärksten verunsicherte sie die Irenes Überzeugung, mit der sie ihre Argumente vorgetragen hatte. Würde sie tatsächlich bald deutlich mehr als 130 Kilo wiegen? Nochmals 25 bis 30 Kilo mehr? Petra schien dies so unglaublich! Aber hätte sie vor zwei Jahren gedacht, dass sie einmal 106 Kilo mit sich herumtragen würde? Und wie leicht und schnell diese Zunahme im Grunde vor sich gegangen war! War es da so unmöglich, dass sie auch einmal 130 Kilo wiegen könnte? Wahrscheinlich nicht befürchtete Petra . Wahrscheinlich hatte Irene recht.

Noch wollte sich Petra nicht eingestehen, dass Irene recht hatte. Sie genoss ihren runden Körper mehr denn je, kostete die intensive Beziehung mit Markus in vollen Zügen aus und fühle sich rundherum wohl. Doch wenn immer sie an ihr Gespräch mit Irene denken musste, erschien es ihr völlig unmöglich, das sie auch einmal 130 oder mehr Kilo auf die Waage bringen könnte. Umso erstaunter reagierte Petra, wenn wieder einmal ein Höschen, ein BH, ein Rock , eine Jeans oder ein T-Shirt zu knapp wurde. Selbst Markus amüsierte sich über den verblüfften Gesichtausdruck, den seine Petra in letzter Zeit immer bekam, wenn sie vor ihrem Spiegel stand und in eines ihrer Kleidungsstücke nicht mehr bzw. fast nicht mehr hineinpasste. "Seltsam!", "Komisch!" und "Wie kann das nur sein?", meinte sie dann leise zu sich selbst. Petra täuschte zwar sofort wieder Normalität vor, doch Markus ließ sich nicht täuschen.

Zuerst auf 108, dann auf 110 kletterte die Waage. Das war schon wirklich sehr viel, dachte Petra. 130 Kilo waren es aber nicht, versuchte sie sich zu beruhigen. Und änderte nichts an ihrem Lebensstil. Petra steuerte mit Höchstgeschwindigkeit auf die 130 zu.

An einem der nächsten Tage merkte Petra, welche Unmengen sie nun auch im Alltag verschlang. Es war keine Gourmetrunde oder Markus Verführungskünste notwendig, um sie zum Vielfrass werden zu lassen. Auch merkte Petra, wie ihr ihr Gewicht in manchen Alltagssituationen neue Verhaltensweisen abverlangte. Sie hatte einen viel schwereren Gang entwickelt und bewegte sich inzwischen ganz wie Irene. Ihr Körper hatte nun völlig andere Dimensionen. Doch es dauerte nie lange, und sie hatte sich an weitere Kilos gewöhnt. Vielmehr war es so, dass die Anpassungen an ihr Gewicht nicht schrittweise geschah, sondern sich ständig vor sich ging. Ebenso verhielt es sich mit den Veränderungen ihres Körpers. Manchmal allerdings vollzogen sich Veränderungen ohne dass sie Petra sofort auffielen. Wenn sie oder Markus die Veränderungen dann entdeckten, schien es so, als seinen sie über Nacht gekommen.

Als nach zwei Monaten die nächsten Gourmetrunde anstand, brachte Petra schon 114 Kilo auf die Waage. Wieder acht Kilo mehr. Irene sagte diesmal nichts, sie lächelte nur vielsagend. Das erste äußerten nun aber auch Mitglieder der Gourmetrunde Bedenken, was ihre rasante Zunahmen betraf. Es gab keine Vorwürfe oder dergleichen, trotzdem merkte Petra eine leichte Besorgnis in den Bemerkungen zweier Mädchen. Irene flüsterte Petra nur zu, dass sie sich nicht verunsichern lassen solle. Nichts fiel Petra in diesen Tagen leichter als das.

Auch die schlanke Sportstudentin in der Redaktion, die sich gegenüber ihrer immer dicker werdenden Kollegin immer äußerst aufgeschlossen und korrekt verhielt, war Petras eingeschlagener Weg nicht mehr ganz geheuer. Sie wisse von ihrem Sportstudium, wie wichtig ein richtiger Hormonhaushalt war und war sich sicher, dass diesbezüglich mit Petra etwas nicht in Ordnung war, auch wenn diese immer beteuerte, dass sie sich gar nicht wohler fühlten könnte als sie es gerade tat.

Es war vor gar nicht so langer Zeit, als Petra am frühen Morgen vor ihrem Spielel stand und sich über ihren 92 Kilo schweren Luxuskörper wunderte. Nun stand sie wieder vor diesem Spiegel. Wie sehr hatte sie sich doch erneut verändert! Über 20 Kilo mehr hatten ihre Spuren hinterlassen. Mit 92 Kilo hatte ihre Oberschenkel noch die vertrauten Formen. Stämmiger und umfassender zwar als in schlanken Tagen, aber doch. Nun sahen sie ganz anders aus. Die Fettzellen hatten begonnen, sich nicht mehr gleichmäßig als Fettschicht über das vorhandene Fettgewebe zu legen. Sie schienen nun bestimmte Stellen an ihren Schenkeln zu bevorzugen, und Petra konnte nicht erkennen, nach welchen Regeln dies geschah . Sie konnte nicht behaupten, dass ihre Beine nun schöner als vorher waren. Trotzdem gefiel ihr, was sie sah. Die weichen Unebenheiten unter ihrer Haut symbolisierten ihre Sehnsüchte genauso wie der weiche, massige Bauchspeck. Es hatte sich einiges verändert, seit Markus überraschend vor ihrer Tür aufgetaucht war.

Inzwischen war Petra auch klar geworden, dass sie sich in den letzten Wochen selbst belogen hatte. Irene hatte recht. Sie würde wohl recht bald 130 Kilo wiegen. Oder noch mehr. Petra sah dies nun gelassen. Würde es einen Unterschied machen, ob sie 114 oder 130 Kilo wog. Schlank war sie auf keinen Fall mehr. Sie war mit 114 Kilo fett, und würde es auch mit 130 sein. Noch standen ihr 16 genussvolle Kilo bevor. Und dann würde sie schon sehen, wie es weitergehen würde....

zurück zum Menü
1