Richter 1:1 Und es geschah nach dem Tod Josuas, da
befragten die Söhne Israel den HERRN und sagten: Wer von uns soll zuerst gegen
die Kanaaniter hinaufziehen, um gegen sie zu kämpfen?
Richter 1:2 Und der HERR sprach: Juda soll hinaufziehen.
Siehe, ich habe das Land in seine Hand gegeben.
Richter 1:3 Und Juda sagte zu seinem Bruder Simeon: Zieh
mit mir hinauf in mein Los, daß wir [gemeinsam] gegen die Kanaaniter kämpfen,
dann will auch ich mit dir in dein Los ziehen! Da zog Simeon mit ihm.
Richter 1:4 Und Juda zog hinauf, und der HERR gab die
Kanaaniter und die Perisiter in ihre Hand; und sie schlugen sie bei Besek,
zehntausend Mann.
Richter 1:5 Und sie fanden den Adoni-Besek in Besek und
kämpften gegen ihn. Und sie schlugen die Kanaaniter und die Perisiter.
Richter 1:6 Und Adoni-Besek floh. Sie aber jagten ihm nach,
packten ihn und hieben ihm die Daumen seiner Hände und [die großen Zehen]
seiner Füße ab.
Richter 1:7 Da sagte Adoni-Besek: Siebzig Könige, denen die
Daumen ihrer Hände und [die großen Zehen] ihrer Füße abgehauen waren, lasen
[Reste] auf unter meinem Tisch. So wie ich getan habe, so hat Gott mir
vergolten. Und sie brachten ihn nach Jerusalem, dort starb er.
Richter 1:8 Und die Söhne Juda kämpften um Jerusalem und
nahmen es ein und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes, und die Stadt
steckten sie in Brand.
Richter 1:9 Danach zogen die Söhne Juda hinab, um gegen die
Kanaaniter zu kämpfen, die das Gebirge und das Südland und die Niederung
bewohnten.
Richter 1:10 Und Juda ging gegen die Kanaaniter vor, die in
Hebron wohnten; der Name Hebrons war aber früher Kirjat-Arba; und sie schlugen
Scheschai und Ahiman und Talmai.
Richter 1:11 Und von dort ging er gegen die Bewohner von
Debir vor; der Name von Debir war aber früher Kirjat-Sefer.
Richter 1:12 Und Kaleb sagte: Wer Kirjat-Sefer schlägt und
es einnimmt, dem gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau.
Richter 1:13 Da nahm es Otniel ein, der Sohn des Kenas, der
Bruder Kalebs - jünger als er -; und er gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau.
Richter 1:14 Und es geschah, als sie herbeikam, da trieb
sie ihn an, von ihrem Vater das Feld zu fordern. Und sie sprang vom Esel herab.
Da sagte Kaleb zu ihr: Was hast du?
Richter 1:15 Und sie sagte zu ihm: Gib mir einen Segen!
Denn ein [dürres] Südland hast du mir gegeben, so gib mir auch Wasserquellen!
Da gab ihr Kaleb die oberen Quellen und die unteren Quellen.
Richter 1:16 Und die Söhne des Keniters, des
Schwiegervaters des Mose, waren mit den Söhnen Juda aus der Palmenstadt
heraufgezogen in die Wüste Juda, die im Süden von Arad [liegt]; und sie gingen
hin und wohnten bei dem Volk.
Richter 1:17 Und Juda zog mit seinem Bruder Simeon hin, und
sie schlugen die Kanaaniter, die Zefat bewohnten. Und sie vollstreckten an
ihnen den Bann und gaben der Stadt den Namen Horma.
Richter 1:18 Doch nahm Juda Gaza und sein Gebiet nicht in
Besitz, ebenso Aschkelon und sein Gebiet und Ekron und sein Gebiet.
Richter 1:19 Und der HERR war mit Juda, und er nahm das
Gebirge in Besitz. Aber die Bewohner der Ebene waren nicht zu vertreiben, weil
sie eiserne Wagen hatten.
Richter 1:20 Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie Mose
geredet hatte; und er vertrieb daraus die drei Söhne Enaks.
Richter 1:21 Aber die Söhne Benjamin vertrieben nicht die
Jebusiter, die Bewohner von Jerusalem. So blieben die Jebusiter bei den Söhnen
Benjamin in Jerusalem wohnen bis auf diesen Tag.
Richter 2:1 Und der Engel des HERRN kam von Gilgal herauf
nach Bochim; und er sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und euch in
das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe. Und ich sagte: Ich
werde meinen Bund mit euch nicht brechen in Ewigkeit;
Richter 2:2 und ihr, ihr sollt keinen Bund mit den
Bewohnern dieses Landes schließen, ihre Altäre sollt ihr niederreißen. Aber ihr
habt meiner Stimme nicht gehorcht. Was habt ihr da getan!
Richter 2:3 So habe ich auch gesagt: Ich werde sie nicht
vor euch vertreiben! Sie werden euch zu [Geißeln für eure] Seiten werden, und
ihre Götter werden euch zur Falle werden.
Richter 2:4 Und es geschah, als der Engel des HERRN diese
Worte zu allen Söhnen Israel geredet hatte, da erhob das Volk seine Stimme und
weinte.
Richter 2:5 Und sie gaben jenem Ort den Namen Bochim. Und
sie opferten dort dem HERRN.
Richter 2:6 Und Josua entließ das Volk, und die Söhne Israel
gingen hin, jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen.
Richter 2:7 Und das Volk diente dem HERRN alle Tage Josuas
und alle Tage der Ältesten, die nach Josua noch länger lebten, die das ganze
große Werk des HERRN gesehen hatten, das er für Israel getan hatte.
Richter 2:8 Dann starb Josua, der Sohn des Nun, der Knecht
des HERRN, 110 Jahre alt.
Richter 2:9 Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbteils,
in Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch.
Richter 2:10 Und auch jene ganze Generation wurde zu ihren
Vätern versammelt. Und eine andere Generation kam nach ihnen auf, die den HERRN
nicht kannte und auch nicht das Werk, das er für Israel getan hatte.
Richter 2:11 Da taten die Söhne Israel, was böse war in den
Augen des HERRN, und dienten den Baalim.
Richter 2:12 Und sie verließen den HERRN, den Gott ihrer
Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und liefen anderen
Göttern nach, von den Göttern der Völker, die rings um sie her [lebten], und
sie warfen sich vor ihnen nieder und reizten den HERRN zum Zorn.
Richter 2:13 So verließen sie den HERRN und dienten dem
Baal und den Astarot.
Richter 2:14 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel,
und er gab sie in die Hand von Plünderern, die sie ausplünderten. Und er
verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, so daß sie vor ihren Feinden
nicht mehr standhalten konnten.
Richter 2:15 Überall, wohin sie auszogen, war die Hand des
HERRN gegen sie zum Bösen, ganz wie der HERR geredet und wie der HERR ihnen geschworen
hatte; so waren sie sehr bedrängt.
Richter 2:16 Da ließ der HERR Richter aufstehen, die
retteten sie aus der Hand ihrer Plünderer.
Richter 2:17 Aber auch auf ihre Richter hörten sie nicht,
sondern hurten anderen Göttern nach und warfen sich vor ihnen nieder. Sie
wichen schnell ab von dem Weg, den ihre Väter, um den Geboten des HERRN zu
gehorchen, gegangen waren; sie handelten nicht so.
Richter 2:18 Und wenn der HERR ihnen Richter erstehen ließ,
war der HERR mit dem Richter, und er rettete sie aus der Hand ihrer Feinde alle
Tage des Richters. Denn der HERR hatte Mitleid wegen ihres Ächzens über die,
die sie quälten und sie bedrängten.
Richter 2:19 Und es geschah, sobald der Richter gestorben
war, kehrten sie um und trieben es schlimmer als ihre Väter darin, anderen
Göttern nachzulaufen, ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen. Sie
ließen nichts fallen von ihren Taten und von ihrem halsstarrigen Wandel.
Richter 2:20 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel,
und er sprach: Weil diese Nation meinen Bund übertreten hat, den ich ihren
Vätern geboten habe, und sie meiner Stimme nicht gehorcht haben,
Richter 2:21 so werde auch ich nicht länger irgendeinen vor
ihnen vertreiben aus den Nationen, die Josua übriggelassen hat, als er starb,
Richter 3:1 Das sind die Nationen, die der HERR bleiben
ließ, um durch sie Israel zu prüfen, alle [jene], die all die Kriege um Kanaan
nicht kannten -
Richter 3:2 nur damit er die Generationen der Söhne Israel
erkenne, indem er sie den Krieg lehrte, [und zwar] nur die [Kriege] von damals,
die sie nicht kannten -:
Richter 3:3 die fünf Fürsten der Philister und alle
Kanaaniter und Sidonier und Hewiter, die das Gebirge Libanon bewohnten, vom
Berg Baal-Hermon an, bis man nach Hamat kommt.
Richter 3:4 Und sie dienten dazu, Israel durch sie zu
prüfen, damit man erkenne, ob sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er
ihren Vätern durch Mose geboten hatte.
Richter 3:5 Und die Söhne Israel wohnten mitten unter den
Kanaanitern, den Hetitern und den Amoritern und den Perisitern und den Hewitern
und den Jebusitern.
Richter 3:6 Und sie nahmen sich deren Töchter als Frauen
und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten ihren Göttern.
Richter 3:7 Und die Söhne Israel taten, was böse war in den
Augen des HERRN, und vergaßen den HERRN, ihren Gott, und sie dienten den Baalim
und den Ascherim.
Richter 3:8 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel,
und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von
Mesopotamien; und die Söhne Israel dienten dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre.
Richter 3:9 Und die Söhne Israel schrieen zu dem HERRN um
Hilfe. Da ließ der HERR den Söhnen Israel einen Retter erstehen, der rettete
sie: Otniel, den Sohn des Kenas, den Bruder Kalebs, der jünger war als er.
Richter 3:10 Und der Geist des HERRN kam über ihn, und er
richtete Israel. Und er zog aus zum Kampf, und der HERR gab
Kuschan-Rischatajim, den König von Aram, in seine Hand, und seine Hand wurde
stark über Kuschan-Rischatajim.
Richter 3:11 Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe. Und
Otniel, der Sohn des Kenas, starb.
Richter 3:12 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse
war in den Augen des HERRN. Da machte der HERR Eglon, den König von Moab, stark
gegen Israel, weil sie taten, was böse war in den Augen des HERRN.
Richter 3:13 Und er sammelte die Söhne Ammon und Amalek um
sich, zog hin und schlug Israel, und sie nahmen die Palmenstadt in Besitz.
Richter 3:14 Und die Söhne Israel dienten Eglon, dem König
von Moab, achtzehn Jahre.
Richter 3:15 Da schrieen die Söhne Israel zu dem HERRN um
Hilfe, und der HERR ließ ihnen einen Retter erstehen: Ehud, den Sohn des Gera,
einen Benjaminiter, einen Mann, der Linkshänder war. Und die Söhne Israel
sandten durch seine Hand [ihren] Tribut an Eglon, den König von Moab.
Richter 3:16 Und Ehud machte sich ein Schwert, das zwei
Schneiden hatte, eine Elle seine Länge; das gürtete er unter seinem Gewand an
seine rechte Hüfte.
Richter 3:17 Und er überreichte Eglon, dem König von Moab,
den Tribut. Eglon war aber ein sehr fetter Mann.
Richter 3:18 Und es geschah, als er mit der Überreichung
des Tributs fertig war, da entließ er das Volk, das den Tribut getragen hatte.
Richter 3:19 Er selbst aber kehrte bei den Götterbildern,
die bei Gilgal sind, um und sagte: Ein geheimes Wort habe ich an dich, o König!
Und er sprach: Still! Da gingen alle, die bei ihm standen, von ihm hinaus.
Richter 3:20 Und Ehud kam zu ihm herein, als er gerade in
dem kühlen Obergemach saß, das für ihn allein [bestimmt] war. Und Ehud sagte:
Ein Wort Gottes habe ich an dich! Und er stand auf vom Sitz.
Richter 3:21 Da streckte Ehud seine linke Hand aus und nahm
das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in den Bauch.
Richter 4:1 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse war
in den Augen des HERRN, nachdem Ehud gestorben war.
Richter 4:2 Da verkaufte sie der HERR in die Hand Jabins,
des Königs von Kanaan, der in Hazor König war. Sein Heeroberster war Sisera,
der wohnte in Haroschet-Gojim.
Richter 4:3 Da schrieen die Söhne Israel zu dem HERRN; denn
er hatte neunhundert eiserne Wagen, und er quälte die Söhne Israel mit Gewalt
zwanzig Jahre.
Richter 4:4 Und Debora, eine Prophetin, die Frau des
Lappidot, war Richterin in Israel zu jener Zeit.
Richter 4:5 Sie hatte ihren Sitz unter der Debora-Palme,
zwischen Rama und Bethel, im Gebirge Ephraim. Und die Söhne Israel gingen zu
ihr hinauf zum Gericht.
Richter 4:6 Und sie sandte hin und ließ Barak, den Sohn
Abinoams, aus Kedesch [in] Naftali rufen. Und sie sagte zu ihm: Hat der HERR,
der Gott Israels, nicht geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm
mit dir zehntausend Mann von den Söhnen Naftali und von den Söhnen Sebulon?
Richter 4:7 Ich aber ziehe Sisera, den Heerobersten Jabins,
zu dir heran an den Bach Kischon mit seinen Wagen und seiner Menge, und ich
gebe ihn in deine Hand!
Richter 4:8 Da sagte Barak zu ihr: Wenn du mit mir gehst,
gehe ich; wenn du aber nicht mit mir gehst, gehe ich nicht.
Richter 4:9 Da sagte sie: Ich will gerne mit dir gehen -
nur daß [dann] die Ehre nicht dir [zufällt] auf dem Weg, den du gehst, denn in
die Hand einer Frau wird der HERR den Sisera verkaufen. Und Debora machte sich
auf und ging mit Barak nach Kedesch.
Richter 4:10 Und Barak rief Sebulon und Naftali nach
Kedesch zusammen. Und zehntausend Mann zogen in seinem Gefolge hinauf; auch
Debora zog mit ihm hinauf.
Richter 4:11 Heber aber, der Keniter, hatte sich von den
Kenitern getrennt, [von] den Söhnen Hobabs, des Schwiegervaters des Mose. Und
er hatte sein Zelt aufgeschlagen bis zur Terebinthe in Zaanannim, das bei
Kedesch [liegt].
Richter 4:12 Und man berichtete dem Sisera, daß Barak, der
Sohn Abinoams, auf den Berg Tabor hinaufgezogen sei.
Richter 4:13 Da rief Sisera alle seine Wagen zusammen,
neunhundert eiserne Wagen, und das ganze [Kriegs]volk, das bei ihm war, von
Haroschet-Gojim an den Bach Kischon.
Richter 4:14 Debora aber sagte zu Barak: Mach dich auf!
Denn dies ist der Tag, da der HERR den Sisera in deine Hand gegeben hat. Ist
nicht der HERR [selbst] vor dir her ausgezogen? Und Barak stieg vom Berg Tabor
hinab und zehntausend Mann ihm nach.
Richter 4:15 Und der HERR brachte Sisera und alle [seine]
Wagen und das ganze Heerlager in Verwirrung durch die Schärfe des Schwertes vor
Barak. Und Sisera stieg vom Wagen herab und floh zu Fuß.
Richter 4:16 Barak aber jagte den Wagen und dem Heer nach
bis Haroschet-Gojim. So fiel das ganze Heer Siseras durch die Schärfe des
Schwertes; kein einziger blieb übrig.
Richter 4:17 Sisera aber floh zu Fuß zum Zelt Jaels, der
Frau Hebers, des Keniters; denn es war Friede zwischen Jabin, dem König von
Hazor, und dem Haus Hebers, des Keniters.
Richter 4:18 Da ging Jael hinaus, dem Sisera entgegen. Und
sie sagte zu ihm: Kehre ein, mein Herr, kehre ein zu mir, fürchte dich nicht!
So kehrte er zu ihr ein in das Zelt, und sie bedeckte ihn mit einer Decke.
Richter 4:19 Und er sagte zu ihr: Gib mir ein wenig Wasser
zu trinken, denn ich bin durstig! Da öffnete sie den Milchschlauch, gab ihm zu
trinken und deckte ihn [wieder] zu.
Richter 4:20 Und er sagte zu ihr: Stell dich an den Eingang
des Zeltes! Und es sei [so]: Wenn jemand kommt und dich fragt und sagt: Ist
jemand hier? - dann sage: Niemand!
Richter 4:21 Jael aber, die Frau Hebers, ergriff einen
Zeltpflock und nahm den Hammer in ihre Hand, und sie ging leise zu ihm herein
und schlug den Pflock durch seine Schläfe, daß er in die Erde drang - er war
nämlich in tiefen Schlaf gefallen -; da wurde er ohnmächtig und starb.
Richter 5:1 Debora und Barak, der Sohn Abinoams, sangen an
jenem Tag folgendes [Lied]:
Richter 5:2 Weil Führer führten in Israel, weil freiwillig
sich stellte das Volk, dankt dem HERRN!
Richter 5:3 Hört, ihr Könige! Horcht auf, ihr Fürsten! Ich
will dem HERRN, ich will [ihm] singen, will spielen dem HERRN, dem Gott
Israels!
Richter 5:4 HERR, als du auszogst von Seir, als du
einherschrittest vom Gebiet Edoms, bebte die Erde, auch die Himmel trieften,
ja, die Wolken trieften von Wasser.
Richter 5:5 Die Berge erbebten vor dem HERRN, dem vom
Sinai, vor dem HERRN, dem Gott Israels.
Richter 5:6 In den Tagen Schamgars, des Sohnes Anats, in
den Tagen Jaels ruhten die Pfade; und die auf [festen] Straßen zogen, mußten
gewundene Pfade gehen.
Richter 5:7 Es ruhten die Landbewohner; sie ruhten in
Israel, bis ich, Debora, aufstand, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel.
Richter 5:8 Man erwählte neue Götter; da war Kampf an den
Toren! Wurden wohl Schild und Lanze gesehen unter 40 000 in Israel?
Richter 5:9 Mein Herz gehört den Gebietern Israels, denen,
die sich freiwillig stellten im Volk. Dankt dem HERRN!
Richter 5:10 Die ihr reitet auf weißen Eselinnen, die ihr
sitzt auf Teppichen und die ihr geht auf dem Weg, singt!
Richter 5:11 Lauter als die Wasserverteiler zwischen den
Tränkrinnen sollen sie dort besingen die Heilstaten des HERRN, die Heilstaten
an seinen Landbewohnern in Israel. Da zog das Volk des HERRN hinab zu den
Toren.
Richter 5:12 Wach auf, wach auf, Debora! Wach auf, wach
auf, sing ein Lied! Mache dich auf, Barak, und führe gefangen deine Gefangenen,
Sohn Abinoams!
Richter 5:13 Da zog, was entronnen war, herab zu den Edlen
des Volkes. HERR, ziehe herab zu mir mit den Helden!
Richter 5:14 Von Ephraim, dessen Wurzeln sind wie [die von]
Amalek, [zogen sie herab]. Hinter dir her [Ephraim, zog auch] Benjamin unter
deinen Kriegsscharen. Von Machir zogen herab die Gebieter und von Sebulon
[alle], die den Führerstab halten.
Richter 5:15 Und die Obersten in Issaschar waren mit
Debora. Und [wie] Issaschar so Barak - in seinem Gefolge mitgerissen ins Tal.
Richter 5:16 Warum bliebst du zwischen den Hürden, das
Flötenspiel bei den Herden zu hören? An den Bächen Rubens waren großartige
Beratungen des Herzens.
Richter 5:17 Gilead blieb untätig jenseits des Jordan. Und
Dan, warum diente er auf fremden Schiffen? Asser saß an der Küste der Meere,
und an seinen Buchten blieb er untätig.
Richter 5:18 [Aber] Sebulon ist ein Volk, das seine Seele
dem Tod preisgab, auch Naftali, auf den Höhen des Gefildes.
Richter 5:19 Könige kamen, sie kämpften; ja da kämpften die
Könige Kanaans in Taanach an den Wassern Megiddos. Beute an Silber holten sie
nicht.
Richter 5:20 Vom Himmel her kämpften die Sterne, von ihren
Bahnen aus kämpften sie mit Sisera.
Richter 5:21 Der Bach Kischon riß sie hinweg, der Bach der
Urzeit, der Bach Kischon. Tritt auf, meine Seele, mit Kraft!
Richter 6:1 Und die Söhne Israel taten, was böse war in den
Augen des HERRN. Da gab sie der HERR in die Hand Midians, sieben Jahre.
Richter 6:2 Und die Hand Midians wurde stark über Israel.
Vor Midian machten sich die Söhne Israel die Felsenlöcher, die in den Bergen sind,
und die Höhlen und die Bergfesten.
Richter 6:3 Und es geschah, wenn Israel gesät hatte, dann
zog Midian herauf und Amalek und die Söhne des Ostens, die zogen herauf gegen
sie.
Richter 6:4 Und sie lagerten sich gegen sie und verheerten
den Ertrag des Landes bis dahin, wo man nach Gaza kommt. Und sie ließen keine
Lebensmittel in Israel übrig, weder Schafe noch Rinder, noch Esel.
Richter 6:5 Denn sie zogen herauf mit ihren Herden und mit
ihren Zelten und kamen so massenhaft wie Heuschrecken; zahllos waren sie und
ihre Kamele. Und sie kamen ins Land, um es zu verheeren.
Richter 6:6 So verarmte Israel sehr wegen Midian. Und die
Söhne Israel schrieen zu dem HERRN um Hilfe.
Richter 6:7 Und es geschah, als die Söhne Israel wegen
Midian zu dem HERRN um Hilfe schrieen,
Richter 6:8 da sandte der HERR einen Propheten zu den
Söhnen Israel. Dieser sagte zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels:
Ich habe euch aus Ägypten heraufkommen lassen und habe euch herausgeführt aus
dem Sklavenhaus.
Richter 6:9 Und ich habe euch aus der Hand der Ägypter
gerettet und aus der Hand all eurer Unterdrücker. Und ich habe sie vor euch
vertrieben und euch ihr Land gegeben.
Richter 6:10 Und ich sprach zu euch: Ich bin der HERR, euer
Gott: Ihr sollt nicht die Götter der Amoriter fürchten, in deren Land ihr
wohnt. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht.
Richter 6:11 Und der Engel des HERRN kam und setzte sich
unter die Terebinthe, die bei Ofra war, die Joasch, dem Abiesriter gehörte. Und
sein Sohn Gideon schlug gerade Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian in
Sicherheit zu bringen.
Richter 6:12 Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach
zu ihm: Der HERR ist mit dir, du tapferer Held!
Richter 6:13 Gideon aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr,
wenn der HERR mit uns ist, warum hat uns denn das alles getroffen? Und wo sind
all seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählt haben, wenn sie sagten:
Hat der HERR uns nicht aus Ägypten heraufkommen lassen? Jetzt aber hat uns der
HERR verworfen und uns in die Hand Midians gegeben.
Richter 6:14 Da wandte sich der HERR ihm zu und sprach: Geh
hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich
nicht gesandt?
Richter 6:15 Er aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, womit
soll ich Israel retten? Siehe, meine Tausendschaft ist die geringste in
Manasse, und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters.
Richter 6:16 Da sprach der HERR zu ihm: Ich werde mit dir
sein, und du wirst Midian schlagen wie einen einzelnen Mann.
Richter 6:17 Da sagte er zu ihm: Wenn ich denn Gunst
gefunden habe in deinen Augen, so gib mir ein Zeichen, daß du es bist, der mit
mir redet.
Richter 6:18 Weiche doch nicht von hier, bis ich zu dir
[zurück]komme und meine Gabe herausbringe und dir vorsetze! Er sprach: Ich will
bleiben, bis du wiederkommst.
Richter 6:19 Da ging Gideon hinein und bereitete ein
Ziegenböckchen zu und ungesäuerte Brote aus einem Efa Mehl. Das Fleisch tat er
in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf. Und er brachte es zu ihm
hinaus unter die Terebinthe und legte [es] vor.
Richter 6:20 Und der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das
Fleisch und die ungesäuerten Brote und lege es hin auf diesen Felsen da! Die
Brühe aber gieße aus! Und er machte es so.
Richter 6:21 Da streckte der Engel des HERRN das Ende des Stabes
aus, der in seiner Hand war, und berührte das Fleisch und die ungesäuerten
Brote. Da stieg Feuer aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die
ungesäuerten Brote. Und der Engel des HERRN entschwand seinen Augen.
Richter 7:1 Und Jerub-Baal, das ist Gideon, und alles Volk,
das bei ihm war, machten sich früh auf und lagerten sich an der Quelle Harod:
Das Heerlager Midians aber war nördlich von ihm, am Hügel More, im Tal.
Richter 7:2 Und der HERR sprach zu Gideon: Zu zahlreich ist
das Volk, das bei dir ist, als daß ich Midian in ihre Hand geben könnte. Israel
soll sich nicht gegen mich rühmen können und sagen: Meine Hand hat mich
gerettet!
Richter 7:3 Und nun rufe doch vor den Ohren des Volkes aus:
Wer furchtsam und verzagt ist, kehre um und wende sich zurück vom Gebirge
Gilead! Da kehrten von dem Volk 22 000 [Mann] um, und 10 000 blieben übrig.
Richter 7:4 Und der HERR sprach zu Gideon: Noch [immer] ist
das Volk zu zahlreich. Führe sie ans Wasser hinab, ich will sie dir dort
läutern! Und es soll geschehen, von wem ich dir sagen werde: Dieser soll mit
dir gehen! - der soll mit dir gehen. Und jeder, von dem ich dir sagen werde:
Dieser soll nicht mit dir gehen! - der soll nicht gehen.
Richter 7:5 Da führte er das Volk ans Wasser hinab. Und der
HERR sprach zu Gideon: Jeden, der mit seiner Zunge vom Wasser leckt, wie ein
Hund leckt, den stelle gesondert für sich; und auch jeden, der sich auf seine
Knie niederläßt, um zu trinken!
Richter 7:6 Und die Zahl derer, die leckten, [indem sie das
Wasser] mit ihrer Hand an ihren Mund [brachten], betrug dreihundert Mann; und
der ganze Rest des Volkes hatte sich auf seine Knie niedergelassen, um Wasser
zu trinken.
Richter 7:7 Da sprach der HERR zu Gideon: Mit den
dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch retten und Midian in deine
Hand geben. Das ganze [übrige] Volk aber soll gehen, jeder an seinen Ort.
Richter 7:8 Und sie nahmen die Wegzehrung des [übrigen]
Volkes an sich und deren Hörner. So entließ er alle Männer von Israel, jeden in
seine Zelte; aber die dreihundert Mann behielt er da. Das Heerlager Midians war
aber unter ihm im Tal.
Richter 7:9 Und es geschah in derselben Nacht, da sprach
der HERR zu ihm: Mach dich auf, geh in das Heerlager hinab, denn ich habe es in
deine Hand gegeben!
Richter 7:10 Und wenn du dich fürchtest hinabzugehen, dann
geh du mit deinem Burschen Pura zum Heerlager hinab!
Richter 7:11 Da wirst du hören, was sie reden. Und danach
werden deine Hände stark werden, so daß du in das Heerlager hinabgehen kannst.
Da ging er hinab, er und sein Bursche Pura, [bis] in unmittelbare Nähe der
Gerüsteten, die im Heerlager waren.
Richter 7:12 Und Midian und Amalek und alle Söhne des
Ostens waren in das Tal eingefallen wie die Heuschrecken an Menge. Zahllos
waren ihre Kamele, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge.
Richter 7:13 Und als Gideon ankam, siehe, da erzählte ein
Mann seinem Gefährten gerade einen Traum und sagte: Siehe, ich habe einen Traum
gehabt. Und siehe, ein Laib Gerstenbrot rollte in das Heerlager Midians. Und es
kam bis zum Zelt und schlug es nieder, daß es umfiel, und kehrte es um, [das
Unterste] zu oberst, und das Zelt lag da.
Richter 7:14 Da antwortete sein Gefährte und sagte: Das ist
nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohnes des Joasch, des Mannes von
Israel! Gott hat Midian und das ganze Heerlager in seine Hand gegeben!
Richter 7:15 Und es geschah, als Gideon die Erzählung des
Traumes und seine Deutung hörte, da betete er an. Und er kehrte ins Heerlager
Israels zurück und sagte: Macht euch auf! Denn der HERR hat das Heerlager
Midians in eure Hand gegeben.
Richter 7:16 Und er teilte die dreihundert Mann in drei
Abteilungen und gab ihnen allen Hörner in die Hand und leere Krüge, und in den
Krügen waren Fackeln.
Richter 7:17 Und er sagte zu ihnen: Seht es mir ab und
macht es ebenso! Siehe, wenn ich an den Rand des Heerlagers komme, dann soll es
geschehen, daß ihr es ebenso macht, wie ich es mache!
Richter 7:18 Und stoße ich ins Horn, ich und alle, die bei
mir sind, dann sollt auch ihr ins Horn stoßen rings um das ganze Heerlager und
sollt rufen: Für den HERRN und für Gideon!
Richter 7:19 Und Gideon und die hundert Mann, die bei ihm
waren, kamen an den Rand des Heerlagers, beim Beginn der mittleren Nachtwache;
man hatte eben die Wachen aufgestellt. Und sie stießen in die Hörner und
zerschmetterten die Krüge, die sie in der Hand hatten.
Richter 7:20 Da stießen [auch] die drei Abteilungen in die
Hörner und zerbrachen die Krüge. Und sie ergriffen mit ihrer linken Hand die
Fackeln und mit ihrer rechten Hand die Hörner zum Blasen und riefen: Schwert
für den HERRN und für Gideon!
Richter 7:21 Und sie blieben stehen, jeder an seiner
Stelle, rings um das Heerlager. Da lief das ganze Heerlager [durcheinander],
und sie schrieen laut und flohen.
Richter 8:1 Die Männer von Ephraim aber sagten zu ihm: Was
ist das für eine Sache, die du uns da angetan hast, daß du uns nicht gerufen
hast, als du hingingst, um mit Midian zu kämpfen! Und sie machten ihm heftige
Vorwürfe.
Richter 8:2 Er sagte zu ihnen: Was habe ich denn geleistet
im Vergleich zu euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die Weinlese
Abiesers?
Richter 8:3 In eure Hand hat Gott die Obersten von Midian,
Oreb und Seeb, gegeben. Und was habe ich tun können im Vergleich zu euch? Da
ließ ihr Zorn von ihm ab, als er dieses Wort redete.
Richter 8:4 Und Gideon kam an den Jordan. Er ging hinüber,
er und die dreihundert Mann, die bei ihm waren, erschöpft von der Verfolgung.
Richter 8:5 Und er sagte zu den Männern von Sukkot: Gebt
doch dem [Kriegs]volk, das in meinem Gefolge ist, Brot, denn sie sind
erschöpft! Und ich jage den Königen von Midian, Sebach und Zalmunna, nach.
Richter 8:6 Aber die Obersten von Sukkot sagten: Ist etwa
die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, daß wir deinem Heer Brot
geben sollten?
Richter 8:7 Da sagte Gideon: Fürwahr, wenn der HERR Sebach
und Zalmunna in meine Hand gegeben hat, werde ich euer Fleisch dreschen mit
Dorngestrüpp der Wüste und mit Stechdisteln!
Richter 8:8 Und er zog von dort [weiter] nach Pnuel hinauf
und redete zu denen ebenso. Aber die Männer von Pnuel antworteten ihm, wie die
Männer von Sukkot geantwortet hatten.
Richter 8:9 Da sagte er auch zu den Männern von Pnuel: Wenn
ich in Frieden zurückkomme, werde ich diesen Turm niederreißen!
Richter 8:10 Sebach und Zalmunna waren aber in Karkor und
ihr Heerlager mit ihnen, etwa 15 000 [Mann], alle, die übriggeblieben waren vom
ganzen Heerlager der Söhne des Ostens. 120 000 Mann aber, die das Schwert
zogen, waren gefallen.
Richter 8:11 Und Gideon zog die Beduinenstraße hinauf,
östlich von Nobach und Jogboha. Und er schlug das Heerlager, während das
Heerlager sorglos war.
Richter 8:12 Und Sebach und Zalmunna flohen, er aber jagte
ihnen nach und fing die beiden Könige von Midian, Sebach und Zalmunna. Und das
ganze Heerlager setzte er in Schrecken.
Richter 8:13 Dann kehrte Gideon, der Sohn des Joasch, vom
Kampf zurück, von der Anhöhe von Heres herab.
Richter 8:14 Und er fing einen Jungen von den Männern von
Sukkot und fragte ihn aus. Da schrieb der ihm die Obersten von Sukkot und seine
Ältesten auf, 77 Mann.
Richter 8:15 Und er kam zu den Männern von Sukkot und
sagte: Seht hier Sebach und Zalmunna, mit denen ihr mich verhöhnt habt, als ihr
sagtet: Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas etwa schon in deiner Hand, daß wir
deinen Männern, die ermattet sind, Brot geben sollten?
Richter 8:16 Und er nahm die Ältesten der Stadt und
Dorngestrüpp der Wüste und Stechdisteln, und er züchtigte damit die Männer von
Sukkot.
Richter 8:17 Und den Turm von Pnuel riß er nieder und
erschlug die Männer der Stadt.
Richter 8:18 Und er sagte zu Sebach und zu Zalmunna: Wie
[sahen] die Männer [aus], die ihr auf dem Tabor erschlagen habt? Sie sagten:
Ganz wie du, so waren sie, jeder gleich einem Königssohn.
Richter 8:19 Da sagte er: Meine Brüder, die Söhne meiner
Mutter, waren sie. So wahr der HERR lebt, hättet ihr sie am Leben gelassen,
würde ich euch nicht erschlagen!
Richter 8:20 Und er sagte zu Jeter, seinem Erstgeborenen:
Steh auf, erschlag sie! Aber der Junge zog sein Schwert nicht; denn er
fürchtete sich, weil er noch ein Junge war.
Richter 8:21 Da sagten Sebach und Zalmunna: Steh du auf und
stoß uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft. Da stand Gideon auf und
erschlug Sebach und Zalmunna. Und er nahm die Halbmonde, die an den Hälsen
ihrer Kamele [hingen].
Richter 9:1 Und Abimelech, der Sohn Jerub-Baals, ging nach
Sichem zu den Brüdern seiner Mutter. Und er redete zu ihnen und zur ganzen
Sippe vom Haus des Vaters seiner Mutter und sagte:
Richter 9:2 Redet doch vor den Ohren aller Bürger von
Sichem: Was ist besser für euch: daß siebzig Männer über euch herrschen, alle
Söhne Jerub-Baals, oder daß [nur] ein Mann über euch herrscht? Und bedenkt, daß
ich euer Gebein und euer Fleisch bin!
Richter 9:3 Da redeten die Brüder seiner Mutter über ihn
vor den Ohren aller Bürger von Sichem all diese Worte. Und ihr Herz neigte sich
Abimelech zu, denn sie sagten [sich]: Er ist unser Bruder.
Richter 9:4 Und sie gaben ihm siebzig [Schekel] Silber aus
dem Haus des Baal-Berit. Und Abimelech kaufte sich damit ehrlose und
leichtfertige Männer; die folgten ihm nach.
Richter 9:5 Und er kam in das Haus seines Vates, nach Ofra,
und erschlug seine Brüder, die Söhne Jerub-Baals, siebzig Mann auf einem Stein.
Es blieb aber Jotam übrig, der jüngste Sohn Jerub-Baals, denn er hatte sich
versteckt.
Richter 9:6 Und alle Bürger von Sichem und die ganze
Bewohnerschaft des Millo versammelten sich und gingen hin und machten Abimelech
zum König bei der Denkmals-Terebinthe, die in Sichem [steht].
Richter 9:7 Und man berichtete es Jotam. Da ging er hin und
stellte sich auf den Gipfel des Berges Garizim, und er erhob seine Stimme, rief
und sagte zu ihnen: Hört auf mich, Bürger von Sichem, dann wird Gott auf euch
hören!
Richter 9:8 Einst gingen die Bäume hin, einen König über
sich zu salben. Und sie sagten zum Olivenbaum: Sei König über uns!
Richter 9:9 Da sagte ihnen der Olivenbaum: Sollte ich meine
Fettigkeit aufgeben, die Götter und Menschen an mir in Ehren halten, und sollte
ich hingehen, um über den Bäumen zu schweben?
Richter 9:10 Und die Bäume sagten zum Feigenbaum: Komm du,
sei König über uns!
Richter 9:11 Da sagte ihnen der Feigenbaum: Sollte ich
meine Süßigkeit aufgeben und meine gute Frucht, und sollte ich hingehen, um
über den Bäumen zu schweben?
Richter 9:12 Und die Bäume sagten zum Weinstock: Komm du,
sei König über uns!
Richter 9:13 Da sagte ihnen der Weinstock: Sollte ich
meinen Most aufgeben, der Götter und Menschen erfreut, und sollte ich hingehen,
um über den Bäumen zu schweben?
Richter 9:14 Und alle Bäume sagten zum Dornstrauch: Komm
du, sei König über uns!
Richter 9:15 Da sagte der Dornstrauch zu den Bäumen: Wollt
ihr in Wahrheit mich zum König über euch salben, so kommt, sucht Zuflucht in
meinem Schatten! Wenn aber nicht, so gehe Feuer aus vom Dornstrauch, das fresse
die Zedern des Libanon! -
Richter 9:16 Und nun, wenn ihr in Wahrheit und
Aufrichtigkeit gehandelt habt, als ihr Abimelech zum König gemacht habt, und
wenn ihr Gutes getan habt an Jerub-Baal und an seinem Haus und wenn ihr ihm
getan habt nach dem Tun seiner Hände -
Richter 9:17 denn mein Vater hat für euch gekämpft und sein
Leben eingesetzt und euch der Hand Midians entrissen;
Richter 9:18 ihr aber habt euch heute gegen das Haus meines
Vaters erhoben und seine Söhne erschlagen, siebzig Mann auf einem Stein, und
habt Abimelech, den Sohn seiner Sklavin, zum König gemacht über die Bürger von
Sichem, weil er euer Bruder ist -,
Richter 9:19 wenn ihr also an diesem Tag in Wahrheit und
Aufrichtigkeit an Jerub-Baal und an seinem Haus gehandelt habt, dann habt eure
Freude an Abimelech, und auch er soll seine Freude an euch haben!
Richter 9:20 Wenn aber nicht, so gehe Feuer von Abimelech
aus und fresse die Bürger von Sichem und die Bewohnerschaft des Millo! Und es
gehe Feuer aus von den Bürgern von Sichem und von der Bewohnerschaft des Millo
und fresse Abimelech!
Richter 9:21 Und Jotam floh und entwich und ging nach Beer
und blieb dort wohnen [aus Furcht] vor seinem Bruder Abimelech.
Richter 10:1 Und nach Abimelech stand auf, um Israel zu
retten, Tola, der Sohn des Puwa, des Sohnes des Dodo, ein Mann aus Issaschar.
Er wohnte in Schamir im Gebirge Ephraim.
Richter 10:2 Und er richtete Israel 23 Jahre. Und er starb
und wurde in Schamir begraben.
Richter 10:3 Und nach ihm stand Jair auf, der Gileaditer.
Er richtete Israel 22 Jahre.
Richter 10:4 Und er hatte dreißig Söhne, die auf dreißig
Eseln ritten, und sie hatten dreißig Städte. Diese nennt man die Zeltdörfer
Jairs bis auf diesen Tag; sie [liegen] im Land Gilead.
Richter 10:5 Und Jair starb und wurde in Kamon begraben.
Richter 10:6 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse
war in den Augen des HERRN, und sie dienten den Baalim und den Astarot und den
Göttern Arams und den Göttern Sidons und den Göttern Moabs und den Göttern der
Söhne Ammon und den Göttern der Philister. Und sie verließen den HERRN und
dienten ihm nicht.
Richter 10:7 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Israel,
und er verkaufte sie in die Hand der Philister und in die Hand der Söhne Ammon.
Richter 10:8 Und sie zerschmetterten und zerschlugen die
Söhne Israel in jenem Jahr, [und zwar] achtzehn Jahre [lang] alle Söhne Israel,
die jenseits des Jordan waren im Land der Amoriter, das in Gilead ist.
Richter 10:9 Und die Söhne Ammon zogen über den Jordan, um
auch gegen Juda und gegen Benjamin und gegen das Haus Ephraim zu kämpfen. So
war Israel in großer Bedrängnis.
Richter 10:10 Da schrieen die Söhne Israel zu dem HERRN um
Hilfe und sagten: Wir haben gegen dich gesündigt, weil wir unseren Gott
verlassen und den Baalim gedient haben.
Richter 10:11 Und der HERR sprach zu den Söhnen Israel: Ist
es nicht so? Von den Ägyptern und von den Amoritern, von den Söhnen Ammon und
von den Philistern,
Richter 10:12 und als die Sidonier und Amalekiter und
Maoniter euch quälten und als ihr da zu mir schrieet, da habe ich euch aus
ihrer Hand gerettet.
Richter 10:13 Ihr aber, ihr habt mich verlassen und habt
andern Göttern gedient. Darum werde ich nicht fortfahren, euch zu retten.
Richter 10:14 Geht hin und schreit zu den Göttern um Hilfe,
die ihr erwählt habt! Sollen sie euch doch retten zur Zeit eurer Not!
Richter 10:15 Da sagten die Söhne Israel zu dem HERRN: Wir
haben gesündigt. Tu du uns nach allem, was gut ist in deinen Augen! Nur errette
uns doch am heutigen Tag!
Richter 10:16 Und sie entfernten die fremden Götter aus
ihrer Mitte und dienten dem HERRN. Da wurde seine Seele ungeduldig über das
Elend Israels.
Richter 10:17 Und die Söhne Ammon wurden zusammengerufen
und lagerten in Gilead. Und die Söhne Israel versammelten sich und lagerten in
Mizpa.
Richter 10:18 Da sagte das Volk, [nämlich] die Obersten von
Gilead, einer zum andern: Wer ist der Mann, der anfängt, mit den Söhnen Ammon
zu kämpfen? Er soll das Oberhaupt aller Bewohner Gileads werden.
Richter 11:1 Und Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer
Held. Er war aber der Sohn einer Hure, und Gilead hatte Jeftah gezeugt.
Richter 11:2 Aber [auch] Gileads Ehefrau hatte ihm Söhne
geboren. Als nun die Söhne der Frau groß geworden waren, vertrieben sie Jeftah
und sagten zu ihm: Du erbst nicht mit dem Haus unseres Vaters, denn du bist der
Sohn einer anderen Frau.
Richter 11:3 So war Jeftah vor seinen Brüdern geflohen und
hatte sich im Land Tob niedergelassen. Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlose
Leute, die zogen mit ihm aus.
Richter 11:1 Und Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer
Held. Er war aber der Sohn einer Hure, und Gilead hatte Jeftah gezeugt.
Richter 11:2 Aber [auch] Gileads Ehefrau hatte ihm Söhne
geboren. Als nun die Söhne der Frau groß geworden waren, vertrieben sie Jeftah
und sagten zu ihm: Du erbst nicht mit dem Haus unseres Vaters, denn du bist der
Sohn einer anderen Frau.
Richter 11:3 So war Jeftah vor seinen Brüdern geflohen und
hatte sich im Land Tob niedergelassen. Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlose
Leute, die zogen mit ihm aus.
Richter 11:4 Und es geschah nach einiger Zeit, da kämpften
die Söhne Ammon mit Israel.
Richter 11:5 Und es geschah, als die Söhne Ammon mit Israel
kämpften, da gingen die Ältesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Land Tob zu
holen.
Richter 11:6 Und sie sagten zu Jeftah: Komm und sei unser
Anführer, damit wir gegen die Söhne Ammon kämpfen können!
Richter 11:7 Da sagte Jeftah zu den Ältesten von Gilead:
Seid ihr es nicht gewesen, die mich gehaßt und mich aus dem Haus meines Vaters
vertrieben haben? Und warum kommt ihr jetzt zu mir, da ihr in Bedrängnis seid?
Richter 11:8 Und die Ältesten von Gilead sagten zu Jeftah:
Darum sind wir jetzt zu dir zurückgekehrt, damit du mit uns ziehst und gegen
die Söhne Ammon kämpfst. Du sollst unser Oberhaupt werden für alle Bewohner
Gileads.
Richter 11:9 Da sagte Jeftah zu den Ältesten von Gilead:
Wenn ihr mich zurückholt zum Kampf gegen die Söhne Ammon und der HERR sie vor
mir dahingibt, werde ich [dann] wirklich euer Oberhaupt sein?
Richter 11:10 Und die Ältesten von Gilead sagten zu Jeftah:
Der HERR sei Zeuge zwischen uns: Wenn wir nicht so tun, wie du geredet hast!
Richter 11:11 Da ging Jeftah mit den Ältesten von Gilead
mit, und das Volk setzte ihn als Oberhaupt und als Anführer über sich. Und
Jeftah redete alle seine Worte vor dem HERRN in Mizpa.
Richter 11:12 Und Jeftah sandte Boten an den König der
Söhne Ammon und [ließ ihm] sagen: Was habe ich mit dir [zu tun], daß du gegen
mich gekommen bist, um gegen mein Land Krieg zu führen?
Richter 11:13 Und der König der Söhne Ammon sagte zu den
Boten Jeftahs: Weil Israel, als es aus Ägypten heraufzog, mein Land genommen
hat, vom Arnon bis an den Jabbok und bis an den Jordan. Und nun gib die Länder
in Frieden zurück!
Richter 11:14 Da sandte Jeftah noch einmal Boten an den
König der Söhne Ammon
Richter 11:15 und ließ ihm sagen: So spricht Jeftah: Israel
hat nicht das Land Moabs und das Land der Söhne Ammon genommen.
Richter 11:16 Sondern als sie aus Ägypten heraufzogen, da wanderte
Israel durch die Wüste bis zum Schilfmeer, und es kam nach Kadesch.
Richter 11:17 Und Israel sandte Boten an den König von Edom
und [ließ ihm] sagen: Laß mich doch durch dein Land ziehen! Aber der König von
Edom hörte nicht [darauf]. Und auch an den König von Moab sandte es; aber [auch
der] wollte nicht. So blieb Israel in Kadesch.
Richter 11:18 Und es wanderte durch die Wüste und umging
das Land Edom und das Land Moab und kam von Sonnenaufgang her zum Land Moab.
Und sie lagerten jenseits des Arnon und kamen nicht in das Gebiet Moabs, denn
der Arnon ist die Grenze Moabs.
Richter 11:19 Und Israel sandte Boten an Sihon, den König
der Amoriter, den König von Heschbon, und Israel ließ ihm sagen: Laß uns doch
durch dein Land ziehen bis an meinen Ort!
Richter 11:20 Aber Sihon traute Israel nicht, daß es [nur]
durch sein Gebiet hindurchziehen wolle. Und Sihon versammelte sein ganzes
[Kriegs]volk, und sie lagerten sich in Jahaz; und er kämpfte gegen Israel.
Richter 11:21 Da gab der HERR, der Gott Israels, den Sihon
und sein ganzes [Kriegs]volk in die Hand Israels, und sie schlugen sie. So nahm
Israel das ganze Land der Amoriter, die jenes Land bewohnten, in Besitz:
Richter 12:1 Und die Männer von Ephraim wurden
zusammengerufen und zogen hinüber nach Norden. Und sie sagten zu Jeftah: Warum
bist du hinübergezogen, um gegen die Söhne Ammon zu kämpfen, und hast uns nicht
gerufen, mit dir zu gehen? Wir werden dein Haus über dir mit Feuer verbrennen!
Richter 12:2 Da sagte Jeftah zu ihnen: Ich habe einen heftigen
Streit ausgefochten, ich und mein Volk, mit den Söhnen Ammon. Ich habe euch zu
Hilfe gerufen, aber ihr habt mich nicht aus ihrer Hand gerettet.
Richter 12:3 Und als ich sah, daß du als Retter nicht da
warst, legte ich mein Leben in meine [eigene] Hand und zog hin gegen die Söhne
Ammon. Und der HERR gab sie in meine Hand. Was seid ihr denn an diesem Tag
gegen mich heraufgezogen, um gegen mich zu kämpfen?
Richter 12:4 Und Jeftah versammelte alle Männer von Gilead
und kämpfte mit Ephraim. Und die Männer von Gilead schlugen Ephraim; denn die
hatten gesagt: Flüchtlinge von Ephraim seid ihr! Gilead [liegt doch] mitten in
Ephraim, mitten in Manasse!
Richter 12:5 Und Gilead nahm Ephraim die Furten des Jordan.
Und es geschah, wenn ephraimitische Flüchtlinge sagten: Laß mich hinübergehen!
- dann sagten die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Und sagte
er: Nein! -
Richter 12:6 so sprachen sie zu ihm: Sag mal: Schibbolet!
Und sagte er: Sibbolet! - und brachte es nicht fertig, richtig zu sprechen,
dann packten sie ihn und schlachteten ihn an den Furten des Jordan. So fielen
in jener Zeit von Ephraim 42 000 [Mann].
Richter 12:7 Und Jeftah richtete Israel sechs Jahre. Und
Jeftah, der Gileaditer, starb und wurde in einer der Städte Gileads begraben.
Richter 12:8 Und nach ihm richtete Israel Ibzan von
Bethlehem.
Richter 12:9 Und er hatte dreißig Söhne. Dreißig Töchter
entließ er nach auswärts, und dreißig Töchter holte er von auswärts für seine
Söhne herein. Und er richtete Israel sieben Jahre.
Richter 12:10 Und Ibzan starb und wurde in Bethlehem
begraben.
Richter 12:11 Und nach ihm richtete Israel Elon, der
Sebuloniter. Er richtete Israel zehn Jahre.
Richter 12:12 Und Elon, der Sebuloniter, starb und wurde in
Ajalon im Land Sebulon begraben.
Richter 12:13 Und nach ihm richtete Israel Abdon, der Sohn
Hillels, der Piratoniter.
Richter 12:14 Und er hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel,
die auf siebzig Eseln ritten. Und er richtete Israel acht Jahre.
Richter 12:15 Und Abdon, der Sohn Hillels, der Piratoniter,
starb und wurde in Piraton begraben, im Land Ephraim, auf dem Amalekiterberg.
Richter 13:1 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse
war in den Augen des HERRN. Da gab sie der HERR vierzig Jahre in die Hand der
Philister.
Richter 13:2 Da war nun ein Mann aus Zora, von einer Sippe
der Daniter, sein Name war Manoach. Seine Frau aber war unfruchtbar und gebar
nicht.
Richter 13:3 Und der Engel des HERRN erschien der Frau und
sprach zu ihr: Sieh doch, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst
schwanger werden und einen Sohn gebären.
Richter 13:4 Und nun, hüte dich doch und trinke weder Wein
noch Rauschtrank und iß ja nichts Unreines!
Richter 13:5 Denn siehe, du wirst schwanger werden und
einen Sohn gebären. Ein Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen, denn ein
Nasiräer Gottes soll der Junge sein von Mutterleib an. Er wird anfangen, Israel
aus der Hand der Philister zu retten.
Richter 13:6 Und die Frau kam und sprach zu ihrem Mann und
sagte: Ein Mann Gottes ist zu mir gekommen, und sein Aussehen war wie das
Aussehen des Engels Gottes, sehr furchtbar. Ich habe ihn aber nicht gefragt,
woher er sei, und seinen Namen hat er mir nicht genannt.
Richter 13:1 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse
war in den Augen des HERRN. Da gab sie der HERR vierzig Jahre in die Hand der
Philister.
Richter 13:2 Da war nun ein Mann aus Zora, von einer Sippe
der Daniter, sein Name war Manoach. Seine Frau aber war unfruchtbar und gebar
nicht.
Richter 13:3 Und der Engel des HERRN erschien der Frau und
sprach zu ihr: Sieh doch, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst
schwanger werden und einen Sohn gebären.
Richter 13:4 Und nun, hüte dich doch und trinke weder Wein
noch Rauschtrank und iß ja nichts Unreines!
Richter 13:5 Denn siehe, du wirst schwanger werden und
einen Sohn gebären. Ein Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen, denn ein
Nasiräer Gottes soll der Junge sein von Mutterleib an. Er wird anfangen, Israel
aus der Hand der Philister zu retten.
Richter 13:6 Und die Frau kam und sprach zu ihrem Mann und
sagte: Ein Mann Gottes ist zu mir gekommen, und sein Aussehen war wie das
Aussehen des Engels Gottes, sehr furchtbar. Ich habe ihn aber nicht gefragt,
woher er sei, und seinen Namen hat er mir nicht genannt.
Richter 13:7 Und er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger
werden und einen Sohn gebären. Und nun, trinke weder Wein noch Rauschtrank und
iß nichts Unreines; denn ein Nasiräer Gottes soll der Junge sein vom Mutterleib
an bis zum Tag seines Todes.
Richter 13:8 Da betete Manoach zu dem HERRN und sagte:
Bitte, Herr, der Mann Gottes, den du gesandt hast, möge doch noch einmal zu uns
kommen und uns lehren, was wir tun sollen mit dem Jungen, der geboren werden
soll.
Richter 13:9 Und Gott hörte auf die Stimme Manoachs. Und der
Engel Gottes kam noch einmal zu der Frau, als sie gerade auf dem Feld saß und
Manoach, ihr Mann, nicht bei ihr war.
Richter 13:10 Da beeilte sich die Frau, lief, berichtete es
ihrem Mann und sagte zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der an jenem
Tag zu mir gekommen ist!
Richter 13:11 Da machte sich Manoach auf und folgte seiner
Frau. Und er kam zu dem Mann und sagte zu ihm: Bist du der Mann, der zu der
Frau geredet hat? Er sagte: Ich bin es.
Richter 13:12 Und Manoach sagte: Nun, [wenn] dein Wort
eintrifft, was soll die [Lebens]weise des Jungen und sein Tun sein?
Richter 13:13 Da sprach der Engel des HERRN zu Manoach: Vor
allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten.
Richter 13:14 Von allem, was vom Weinstock kommt, soll sie
nicht essen, und Wein und Rauschtrank soll sie nicht trinken, und sie soll
nichts Unreines essen. Alles, was ich ihr geboten habe, soll sie beachten.
Richter 13:15 Und Manoach sagte zu dem Engel des HERRN: Wir
hätten dich gern zurückgehalten und dir ein Ziegenböckchen zubereitet.
Richter 13:16 Doch der Engel des HERRN sprach zu Manoach:
Wenn du mich auch aufhieltest, ich würde nicht von deinem Brot essen. Willst du
aber ein Brandopfer zubereiten, opfere es dem HERRN! Manoach hatte nämlich
nicht erkannt, daß es der Engel des HERRN war.
Richter 13:17 Da sagte Manoach zum Engel des HERRN: Wie ist
dein Name? Wenn dein Wort eintrifft, möchten wir dich ehren.
Richter 13:18 Doch der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum
fragst du denn nach meinem Namen? Er ist zu wunderbar!
Richter 13:19 Da nahm Manoach das Ziegenböckchen und das
Speisopfer und opferte es dem HERRN auf dem Felsen. Er aber vollbrachte
Wunderbares, und Manoach und seine Frau sahen zu.
Richter 13:20 Es geschah nämlich, als die Flamme vom Altar
zum Himmel emporstieg, da fuhr der Engel des HERRN in der Flamme des Altars
hinauf. Manoach aber und seine Frau sahen zu und fielen auf ihr Gesicht zur
Erde.
Richter 13:21 Der Engel des HERRN aber erschien Manoach und
seiner Frau danach nicht mehr. Da [erst] erkannte Manoach, daß es der Engel des
HERRN war.
Richter 14:1
Und Simson ging nach Timna hinab. Und er sah in Timna eine Frau von den
Töchtern der Philister.
Richter 14:2 Und er ging [wieder] hinauf und berichtete es
seinem Vater und seiner Mutter und sagte: Ich habe in Timna eine Frau von den
Töchtern der Philister gesehen. Und nun nehmt sie mir [doch] zur Frau!
Richter 14:3 Da sagte sein Vater zu ihm und [auch] seine
Mutter: Gibt es unter den Töchtern deiner Brüder und unter meinem ganzen Volk
keine Frau, daß du hingehst, eine Frau zu nehmen von den Philistern, den
Unbeschnittenen? Simson aber sagte zu seinem Vater: Diese nimm mir, denn sie
ist in meinen Augen die richtige!
Richter 14:4 Sein Vater und seine Mutter erkannten aber
nicht, daß es von dem HERRN war; denn er suchte einen Anlaß bei den Philistern.
In jener Zeit herrschten nämlich die Philister über Israel.
Richter 14:5 Und Simson ging mit seinem Vater und seiner
Mutter nach Timna hinab. Als sie nun an die Weinberge von Timna kamen, siehe,
da [sprang] ein Junglöwe brüllend ihm entgegen.
Richter 14:6 Da kam der Geist des HERRN über ihn. Und er
zerriß ihn, wie man ein Böckchen zerreißt; und er hatte gar nichts in seiner
Hand. Aber seinem Vater und seiner Mutter erzählte er nicht, was er getan
hatte.
Richter 14:7 Und er ging hinab und redete zu der Frau, und
sie war die richtige in den Augen Simsons.
Richter 14:8 Und nach einiger Zeit kehrte er zurück, um sie
zu nehmen. Und er bog [vom Weg] ab, um nach dem Kadaver des Löwen zu sehen, und
siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Körper des Löwen und Honig.
Richter 14:9 Den löste er heraus, [nahm ihn] in seine Hände
und ging weiter, wobei er im Gehen aß. Und er ging zu seinem Vater und zu
seiner Mutter und gab ihnen, und sie aßen. Aber er erzählte ihnen nicht, daß er
den Honig aus dem Körper des Löwen herausgelöst hatte.
Richter 14:10 Und sein Vater ging zu der Frau hinab, und
Simson veranstaltete dort ein Festmahl; denn so pflegten es die jungen Männer
zu tun.
Richter 14:11 Und es geschah, als sie ihn sahen, da nahmen
sie dreißig [Braut]begleiter; die waren bei ihm.
Richter 14:12 Da sagte Simson zu ihnen: Ich will euch
einmal ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr es mir in den sieben Tagen des Festmahles
richtig löst und es herausfindet, dann werde ich euch dreißig Hemden und
dreißig Festkleider geben.
Richter 14:13 Wenn ihr es mir aber nicht lösen könnt, dann
müßt ihr mir dreißig Hemden und dreißig Festkleider geben. Da sagten sie zu
ihm: Gib dein Rätsel auf, wir wollen hören!
Richter 14:14 Und er sagte zu ihnen: Sie aber konnten das
Rätsel nicht lösen drei Tage lang.
Richter 14:15 Und es geschah am vierten Tag, da sagten sie
zu Simsons Frau: Betöre deinen Mann, daß er uns das Rätsel löst, sonst
verbrennen wir dich und das Haus deines Vaters mit Feuer! Habt ihr uns
eingeladen, um uns [aus unserm Besitz] zu vertreiben? Ist es nicht so?
Richter 14:16 Da weinte Simsons Frau bei ihm und sagte: Du
haßt mich nur und liebst mich nicht. Den Söhnen meines Volkes hast du das
Rätsel aufgegeben, aber mir hast du es nicht erzählt. Er aber sagte zu ihr:
Siehe, meinem Vater und meiner Mutter habe ich es nicht erzählt, da sollte ich
es dir erzählen?
Richter 14:17 Doch sie weinte bei ihm die sieben Tage, an
denen sie das Festmahl hielten. Und es geschah am siebten Tag, da erzählte er
ihr [die Lösung des Rätsels], weil sie ihn drängte, und sie erzählte das Rätsel
den Söhnen ihres Volkes.
Richter 14:18 Da sagten die Männer der Stadt zu ihm am
siebten Tag, bevor die Sonne unterging: Was ist süßer als Honig, und was ist
stärker als der Löwe? Er sagte zu ihnen:
Richter 14:19 Und der Geist des HERRN kam über ihn. Und er
ging hinab nach Aschkelon und erschlug dreißig Mann von ihnen und zog ihnen die
Ausrüstung aus und gab die Festkleider denen, die das Rätsel gelöst hatten. Und
sein Zorn entbrannte, so daß er ins Haus seines Vaters hinaufging.
Richter 14:20 Simsons Frau aber wurde einem seiner
[Braut]begleiter gegeben, der ihm als Brautführer gedient hatte.
Richter 15:1 Und es geschah nach einiger Zeit, in den Tagen
der Weizenernte, da suchte Simson seine Frau mit einem Ziegenböckchen auf, und
er sagte: Ich will zu meiner Frau in die Kammer hineingehen. Aber ihr Vater
gestattete ihm nicht hineinzugehen.
Richter 15:2 Und ihr Vater sagte: Ich habe fest angenommen,
daß du sie nur noch hassen würdest, da habe ich sie deinem [Braut]begleiter
gegeben. Ist nicht ihre jüngere Schwester schöner als sie? Sie soll dir an
ihrer Stelle gehören.
Richter 15:3 Da sagte Simson zu ihnen: Diesmal bin ich ohne
Schuld an den Philistern, wenn ich ihnen Übles tue.
Richter 15:4 Und Simson ging hin und fing dreihundert
Füchse. Und er nahm Fackeln und kehrte Schwanz zu Schwanz und befestigte eine
Fackel zwischen je zwei Schwänzen in der Mitte.
Richter 15:5 Dann zündete er die Fackeln mit Feuer an, ließ
[die Füchse] los in das stehende Getreide der Philister und steckte [alles] in
Brand vom Garbenhaufen bis zum stehenden Getreide, ja, bis zum Weinberg [und]
Olivenbaum.
Richter 15:6 Da sagten die Philister: Wer hat das getan?
Und man sagte: Simson, der Schwiegersohn des Timniters, weil er ihm seine Frau
weggenommen und sie seinem [Braut]begleiter gegeben hat. Da zogen die Philister
hinauf und verbrannten sie und ihren Vater mit Feuer.
Richter 15:7 Und Simson sagte zu ihnen: Wenn ihr es so
macht - erst wenn ich mich an euch gerächt habe, [erst] danach will ich
aufhören!
Richter 15:8 Und er schlug sie gründlich zusammen - ein
gewaltiger Schlag. Und er ging hinab und blieb in der Felsspalte von Etam.
Richter 15:9 Und die Philister zogen herauf und lagerten in
Juda und breiteten sich in Lehi aus.
Richter 15:10 Da sagten die Männer von Juda: Warum seid ihr
gegen uns heraufgezogen? Sie sagten: Um Simson zu binden, sind wir
heraufgezogen, um ihm zu tun, wie er uns getan hat.
Richter 15:11 Da zogen dreitausend Mann von Juda zur
Felsspalte von Etam hinab und sagten zu Simson: Weißt du nicht, daß die
Philister über uns herrschen? Was hast du uns da angetan? Er sagte zu ihnen:
Wie sie mir getan, so habe ich ihnen getan.
Richter 15:12 Da sagten sie zu ihm: Um dich zu binden, sind
wir herabgekommen, um dich in die Hand der Philister auszuliefern. Simson sagte
zu ihnen: Schwört mir, daß nicht ihr selber über mich herfallen werdet!
Richter 15:13 Und sie sagten zu ihm: Nein, sondern wir
wollen dich nur binden und dich in ihre Hand ausliefern, aber töten wollen wir
dich nicht. So banden sie ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn vom
Felsen herauf.
Richter 15:14 Als er nach Lehi kam, da jauchzten ihm die
Philister entgegen. Aber der Geist des HERRN kam über ihn, da wurden die
Stricke, die an seinen Armen waren, wie Flachsfäden, die vom Feuer versengt
sind, und seine Fesseln schmolzen von seinen Händen weg.
Richter 15:15 Und er fand einen frischen Eselskinnbacken,
und er streckte seine Hand aus, nahm ihn und erschlug damit tausend Mann.
Richter 15:16 Und Simson sprach:
Richter 15:17 Und es geschah, als er ausgeredet hatte, warf
er den Kinnbacken aus seiner Hand. Und man nannte jenen Ort Ramat-Lehi.
Richter 15:18 Und er hatte großen Durst. Da rief er zu dem
HERRN und sagte: Du hast durch die Hand deines Knechtes diese große Rettung
gegeben, nun aber muß ich vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen
fallen!
Richter 15:19 Da spaltete Gott die Höhlung, die bei Lehi
ist, so daß Wasser aus ihr hervorkam. Und er trank, und sein Geist kehrte
zurück, und er lebte [wieder] auf. Daher gab man ihr den Namen: Quelle des
Rufenden; die ist bei Lehi bis auf diesen Tag.
Richter 15:20 Und er richtete Israel in den Tagen der
Philister zwanzig Jahre.
Richter 16:1 Und Simson ging nach Gaza. Dort sah er eine
Hure und ging zu ihr hinein.
Richter 16:2 [Das berichtete man] den Gazitern und sagte:
Simson ist hierhergekommen. Da umstellten sie ihn und lauerten ihm die ganze
Nacht im Stadttor auf. Und sie verhielten sich die ganze Nacht still und
sagten: Bis der Morgen hell wird, dann wollen wir ihn erschlagen.
Richter 16:3 Und Simson lag bis Mitternacht. Um Mitternacht
aber stand er auf und packte die Flügel des Stadttores und die beiden Pfosten
und riß sie samt dem Riegel heraus und legte sie auf seine Schultern. Und er
trug sie auf den Gipfel des Berges, der nach Hebron zu [liegt].
Richter 16:4 Und es geschah danach, da gewann er eine Frau
im Tal Sorek lieb, ihr Name war Delila.
Richter 16:5 Da gingen die Fürsten der Philister zu ihr
hinauf und sagten zu ihr: Betöre ihn und sieh, wodurch seine Kraft so groß ist
und wodurch wir ihn überwältigen können, daß wir ihn binden, um ihn zu
bezwingen! Wir wollen dir jeder 1 100 [Schekel] Silber geben.
Richter 16:6 Da sagte Delila zu Simson: Vertrau mir doch
an, wodurch deine Kraft so groß ist und womit man dich binden muß, um dich zu
bezwingen!
Richter 16:7 Und Simson sagte zu ihr: Wenn man mich mit
sieben frischen Sehnen bindet, die nicht ausgetrocknet sind, dann werde ich
schwach werden und wie ein anderer Mensch sein.
Richter 16:8 Da brachten die Fürsten der Philister sieben
frische Sehnen, die nicht ausgetrocknet waren, zu ihr hinauf. Und sie band ihn
damit,
Richter 16:9 während die Lauernden bei ihr in der Kammer
saßen. Und sie sagte zu ihm: Philister über dir, Simson! Da zerriß er die
Sehnen, wie ein Faden aus Werg zerreißt, wenn es Feuer riecht. So wurde seine
Kraft nicht erkannt.
Richter 16:10 Da sagte Delila zu Simson: Siehe, du hast
mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Vertrau mir doch jetzt, womit man dich
binden muß!
Richter 16:11 Er sagte zu ihr: Wenn man mich ganz fest mit
neuen Stricken, mit denen keine Arbeit getan worden ist, bindet, dann werde ich
schwach werden und wie ein anderer Mensch sein.
Richter 16:12 Da nahm Delila neue Stricke und band ihn
damit. Dann sagte sie zu ihm, während [wieder] die Lauernden in der Kammer
saßen: Philister über dir, Simson! Da riß er sie von seinen Armen wie einen
Faden.
Richter 16:13 Da sagte Delila zu Simson: Bisher hast du
mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Vertrau mir [doch endlich], womit man
dich binden muß! Er sagte zu ihr: Wenn du die sieben Haarflechten meines Kopfes
mit den Kettfäden [am Webstuhl] verwebtest.
Richter 16:14 Und sie machte sie mit dem Pflock fest und
sagte zu ihm: Philister über dir, Simson! Da wachte er aus seinem Schlaf auf
und riß den Webepflock und die Kettfäden heraus.
Richter 16:15 Da sagte sie zu ihm: Wie kannst du sagen: Ich
habe dich lieb! - wo doch dein Herz nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich
jetzt getäuscht und mir nicht anvertraut, wodurch deine Kraft so groß ist.
Richter 16:16 Und es geschah, als sie ihn alle Tage mit
ihren Worten bedrängte und ihn plagte, da wurde seine Seele es zum Sterben
leid,
Richter 16:17 und er vertraute ihr sein ganzes Herz an und
sagte zu ihr: Nie ist ein Schermesser auf mein Haupt gekommen, denn ein
Nasiräer Gottes bin ich von Mutterleib an. Wenn ich geschoren werde, dann
weicht meine Kraft von mir, und ich werde schwach wie jeder [andere] Mensch
sein.
Richter 16:18 Und als Delila sah, daß er ihr sein ganzes
Herz anvertraut hatte, sandte sie hin und rief die Fürsten der Philister und
[ließ ihnen] sagen: Diesmal kommt herauf, denn er hat mir sein ganzes Herz
anvertraut! Da kamen die Fürsten der Philister zu ihr herauf, und in ihrer Hand
brachten sie das Geld mit.
Richter 16:19 Und sie ließ ihn auf ihren Knien einschlafen.
Dann rief sie den Mann und ließ die sieben Haarflechten seines Hauptes
abscheren. So begann sie, ihn zu bezwingen, und seine Kraft wich von ihm.
Richter 16:20 Und sie sagte: Philister über dir, Simson! Da
wachte er auf von seinem Schlaf und sagte [sich]: Ich werde davonkommen, wie es
Mal für Mal [gelang], und werde mich freischütteln. Er wußte aber nicht, daß
der HERR von ihm gewichen war.
Richter 16:21 Und die Philister packten ihn und stachen ihm
die Augen aus. Und sie führten ihn nach Gaza hinab und banden ihn mit ehernen
Fesseln, und er mußte im Gefängnis die Mühle drehen.
Richter 17:1 Und es war ein Mann vom Gebirge Ephraim, sein
Name war Micha.
Richter 17:2 Der sagte zu seiner Mutter: Die 1 100
Silberstücke, die dir genommen worden sind und derentwegen du einen Fluch
ausgestoßen und ihn auch vor meinen Ohren ausgesprochen hast, - siehe, das
Silber ist bei mir. Ich selbst habe es genommen. Da sagte seine Mutter: Sei
gesegnet dem HERRN, mein Sohn!
Richter 17:3 Und er gab die 1 100 Silberstücke seiner
Mutter zurück. Und seine Mutter sagte: Hiermit erkläre ich nun das Silber als
heilig für den HERRN! Für meinen Sohn [gehe es] aus meiner Hand, damit man ein
Schnitzbild und ein Gußbild [davon] mache! Und jetzt gebe ich es dir zurück.
Richter 17:4 Aber er gab das Silber seiner Mutter zurück.
Und seine Mutter nahm zweihundert Silberstücke und gab sie dem Goldschmied, und
der machte davon ein Schnitzbild und ein Gußbild; das war nun in Michas Haus.
Richter 17:5 So hatte der Mann Micha ein Gotteshaus. Und er
machte ein Ephod und Teraphim und weihte einen von seinen Söhnen; der wurde
sein Priester.
Richter 17:6 In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder
tat, was recht war in seinen Augen.
Richter 17:7 Nun war da ein junger Mann aus Bethlehem [in]
Juda, aus einer Sippe [in] Juda; der war ein Levit, und er wohnte als Fremder
dort.
Richter 17:8 Und der Mann zog aus der Stadt, aus Bethlehem
[in] Juda fort, um als Fremder zu wohnen, wo er es [gerade] träfe. Und indem er
seinen Weg zog, kam er ins Gebirge Ephraim zum Haus Michas.
Richter 17:9 Und Micha sagte zu ihm: Woher kommst du? Er
sagte zu ihm: Ich bin ein Levit aus Bethlehem [in] Juda. Ich bin auf der
Wanderschaft, um als Fremder zu wohnen, wo ich es [gerade] treffen werde.
Richter 17:10 Da sagte Micha zu ihm: Bleibe bei mir und
werde mir zum Vater und zum Priester! Und ich will dir jährlich zehn
Silberstücke geben und Ausrüstung an Kleidern und deinen Lebensunterhalt. Da
ging der Levit [zu ihm hinein].
Richter 17:11 Und der Levit entschloß sich, bei dem Mann zu
bleiben. Und für den wurde der junge Mann wie einer seiner Söhne.
Richter 17:12 Und Micha weihte den Leviten. Und der junge Mann
wurde sein Priester und war [für immer] im Haus Michas.
Richter 17:13 Und Micha sagte: Jetzt weiß ich, daß der HERR
mir Gutes tun wird, denn ich habe den Leviten zum Priester.
Richter 18:1 In jenen Tagen gab es keinen König in Israel.
Und in jenen Tagen suchte sich der Stamm der Daniter ein Erbteil zum Wohnen;
denn bis zu jenem Tag war ihm mitten unter den Stämmen Israels nichts als
Erbteil zugefallen.
Richter 18:2 Und die Söhne Dan sandten fünf Männer aus
ihrer Sippe, aus ihrer Gesamtheit, tapfere Männer aus Zora und aus Eschtaol, um
das Land auszukundschaften und es zu erforschen. Und sie sagten zu ihnen: Geht
hin, erforscht das Land! Und sie kamen in das Gebirge Ephraim zum Haus Michas
und übernachteten dort.
Richter 18:3 Als sie beim Haus Michas waren, erkannten sie
die Mundart des jungen Mannes, des Leviten. Und sie bogen dahin ab und sagten
zu ihm: Wer hat dich hierhergebracht? Und was tust du hier? Und was hast du
hier?
Richter 18:4 Und er sagte zu ihnen: So und so hat Micha mir
getan. Und er hat mich in Lohn genommen, und ich bin sein Priester geworden.
Richter 18:5 Da sagten sie zu ihm: Befrage doch Gott, damit
wir erkennen, ob unser Weg, auf dem wir gehen, zum Ziel führt!
Richter 18:6 Da sagte der Priester zu ihnen: Geht in
Frieden! Vor dem HERRN [liegt] euer Weg, auf dem ihr geht.
Richter 18:7 Und die fünf Männer gingen hin und kamen nach
Lajisch. Und sie sahen das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnen, nach Art
der Sidonier, ruhig und arglos. Und es gab keinen, der einem irgend etwas
zuleide tat im Land, [oder] der [fremdes] Vermögen in Besitz genommen hätte.
Und sie waren [weit] entfernt von den Sidoniern und hatten mit den Aramäern
nichts zu tun. -
Richter 18:8 Und sie kamen [zurück] zu ihren Brüdern nach
Zora und Eschtaol. Und ihre Brüder sagten zu ihnen: Was [bringt] ihr?
Richter 18:9 Sie sagten: Macht euch auf und laßt uns gegen
sie hinaufziehen! Denn wir haben uns das Land angesehen, und siehe, es ist sehr
gut. Und ihr bleibt [noch] untätig? Seid nicht träge zu gehen, um hinzukommen,
das Land in Besitz zu nehmen!
Richter 18:10 Wenn ihr hinkommt, werdet ihr zu einem
arglosen Volk kommen, und das Land ist geräumig nach [allen] Seiten hin. Ja,
Gott hat es in eure Hand gegeben, einen Ort, wo es keinen Mangel gibt an irgend
etwas, was auf Erden ist.
Richter 18:11 Da brachen sechshundert Mann von dort auf,
von der Sippe der Daniter, aus Zora und aus Eschtaol, umgürtet mit Waffen.
Richter 18:12 Und sie zogen hinauf und lagerten zu
Kirjat-Jearim in Juda. Daher hat man diesen Ort Machaneh-Dan genannt bis auf
diesen Tag; siehe, er [liegt] hinter Kirjat-Jearim.
Richter 18:13 Und von dort zogen sie weiter ins Gebirge
Ephraim und kamen zum Haus Michas.
Richter 18:14 Da begannen die fünf Männer, die gegangen
waren, das Land Lajisch auszukundschaften, und sagten zu ihren Brüdern: Wißt
ihr, daß in diesen Häusern Ephod und Teraphim und ein Schnitzbild und ein
Gußbild sind? Und nun erkennt, was ihr zu tun habt!
Richter 18:15 Da bogen sie dahin ab und traten in das Haus
des jungen Mannes, des Leviten, ein, in das Haus Michas, und fragten ihn nach
seinem Wohlergehen.
Richter 18:16 Die sechshundert mit ihren Waffen umgürteten
Männer aber, die von den Söhnen Dan waren, blieben am Eingang des Tores stehen.
Richter 18:17 [Nur] die fünf Männer, die gegangen waren,
das Land auszukundschaften, stiegen hinauf, gingen dort hinein [und] nahmen das
Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim und das Gußbild. Und der Priester
und die sechshundert Mann, die mit Waffen umgürtet waren, standen am Eingang
des Tores.
Richter 18:18 Als jene nun in Michas Haus gingen und das
Schnitzbild, das Ephod und die Teraphim und das Gußbild wegnahmen, da sagte der
Priester zu ihnen: Was tut ihr da?
Richter 18:19 Sie sagten zu ihm: Schweig! Lege deine Hand
auf deinen Mund und geh mit uns und sei für uns Vater und Priester! Ist es
besser für dich, Priester zu sein für das Haus eines einzelnen Mannes oder
Priester zu sein für einen Stamm und für eine Sippe in Israel?
Richter 18:20 Da wurde das Herz des Priesters froh, und er
nahm das Ephod und die Teraphim und das Schnitzbild und ging mitten unter das
Volk.
Richter 18:21 Und sie wandten sich und gingen [weiter] und
stellten die Kinder und das Vieh und die wertvollen Dinge an ihre Spitze.
Richter 19:1 Und es geschah in jenen Tagen - einen König
gab es [damals] nicht in Israel - es geschah also, daß ein levitischer Mann am
äußersten Ende des Gebirges Ephraim als Fremder wohnte, der nahm sich eine
Nebenfrau aus Bethlehem [in] Juda.
Richter 19:2 Und seine Nebenfrau war wütend auf ihn und
lief weg von ihm ins Haus ihres Vaters nach Bethlehem [in] Juda und war dort
eine Zeitlang, [nämlich] vier Monate.
Richter 19:3 Da machte sich ihr Mann auf und ging ihr nach,
um zu ihrem Herzen zu reden [und] sie zurückzubringen. Und er hatte seinen
Knecht und ein Paar Esel bei sich. Sie aber führte ihn in das Haus ihres
Vaters. Und als der Vater der jungen Frau ihn sah, kam er ihm freudig entgegen.
Richter 19:4 Und sein Schwiegervater, der Vater der jungen
Frau, hielt ihn zurück, und er blieb drei Tage bei ihm. Und sie aßen und
tranken und übernachteten dort.
Richter 19:5 Und es geschah am vierten Tag, da machten sie
sich früh am Morgen auf, und er erhob sich, um fortzugehen. Da sagte der Vater
der jungen Frau zu seinem Schwiegersohn: Stärke dein Herz mit einem Bissen
Brot, und danach könnt ihr gehen!
Richter 19:6 So blieben sie denn, aßen beide miteinander
und tranken. Und der Vater der jungen Frau sagte zu dem Mann: Tu [mir] doch den
Gefallen und bleib über Nacht und laß dein Herz fröhlich sein!
Richter 19:7 Doch der Mann erhob sich, um fortzugehen. Da
drang sein Schwiegervater in ihn, so daß er wieder dort übernachtete.
Richter 19:8 Und am fünften Tag machte er sich früh am
Morgen auf, um fortzugehen. Da sagte der Vater der jungen Frau: Stärke doch
dein Herz und verweilt, bis der Tag sich neigt! So aßen sie beide
[miteinander].
Richter 19:9 Dann erhob sich der Mann, um fortzugehen, er
und seine Nebenfrau und sein Knecht. Aber sein Schwiegervater, der Vater der
jungen Frau, sagte zu ihm: Sieh doch, der Tag nimmt ab, es will Abend werden.
Übernachtet doch! Siehe, der Tag sinkt, übernachte hier und laß dein Herz
fröhlich sein! Morgen früh könnt ihr euch dann auf euren Weg machen, und du
magst zu deinem Zelt gehen.
Richter 19:10 Aber der Mann wollte nicht übernachten,
sondern erhob sich und zog fort. Und er kam bis gegenüber von Jebus, das ist
Jerusalem, und bei ihm war das Paar gesattelter Esel, und seine Nebenfrau war
bei ihm.
Richter 19:11 Sie waren bei Jebus, und der Tag war sehr
gesunken, da sagte der Knecht zu seinem Herrn: Komm doch und laß uns in diese
Stadt der Jebusiter einkehren und darin übernachten!
Richter 19:12 Sein Herr aber sagte zu ihm: Wir wollen nicht
in einer Stadt von Fremden einkehren, die nicht von den Söhnen Israel sind,
sondern wir wollen nach Gibea hinübergehen.
Richter 19:13 Und er sagte zu seinem Knecht: Komm, wir
wollen uns einem der Orte nähern und in Gibea oder in Rama übernachten!
Richter 19:14 So zogen sie vorüber und gingen weiter, aber
die Sonne ging ihnen unter nahe bei Gibea, das zu Benjamin gehört.
Richter 19:15 Und sie wandten sich dorthin, daß sie
hineinkämen, um in Gibea zu übernachten. Und er kam hinein und ließ sich auf
dem Platz der Stadt nieder, da es niemanden gab, der sie zum Übernachten ins
Haus aufgenommen hätte.
Richter 19:16 Und siehe, ein alter Mann kam von seiner
Arbeit, [spät] abends vom Feld. Der Mann war vom Gebirge Ephraim und wohnte als
Fremder in Gibea. Die Männer des Ortes aber waren Benjaminiter.
Richter 19:17 Als der nun seine Augen erhob, sah er den
Wandersmann auf dem Platz der Stadt, und der alte Mann sagte: Wohin gehst du?
Und woher kommst du?
Richter 19:18 Und er sagte zu ihm: Wir reisen von Bethlehem
[in] Juda an das äußerste Ende des Gebirges Ephraim. Von dort bin ich her, und
ich war nach Bethlehem [in] Juda gegangen, und ich gehe [nun] in mein Haus
[zurück], aber es gibt keinen, der mich in [sein] Haus aufnimmt.
Richter 19:19 Und wir haben sowohl Stroh als auch Futter
für unsere Esel, und auch Brot und Wein habe ich für mich und für deine Magd
und für den Diener, der bei deinen Knechten ist, [wir haben] keinen Mangel an
irgend etwas.
Richter 19:20 Da sagte der alte Mann: Friede [sei mit] dir!
Doch, wenn es dir an etwas fehlt, laß mich für dich sorgen. Doch auf dem Platz übernachte
nicht!
Richter 19:21 So führte er ihn in sein Haus und mischte
[Futter] für die Esel. Und sie wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
Richter 20:1 Und alle Söhne Israel zogen aus, und die
Gemeinde - von Dan bis Beerscheba, dazu das Land Gilead - versammelte sich wie
ein Mann vor dem HERRN nach Mizpa.
Richter 20:2 Und die Oberhäupter des ganzen Volkes traten
zusammen, alle Stämme Israels, zur Versammlung des Volkes Gottes: 400 000 Mann
zu Fuß, die das Schwert zogen.
Richter 20:3 Und die Söhne Benjamin hörten, daß die Söhne
Israel nach Mizpa hinaufgezogen waren. Und die Söhne Israel sagten: Redet
[doch]! Wie ist diese Übeltat geschehen?
Richter 20:4 Da antwortete der levitische Mann, der Mann
der ermordeten Frau und sagte: Ich war nach Gibea gekommen, das zu Benjamin
gehört, ich und meine Nebenfrau, um [dort] zu übernachten.
Richter 20:5 Da erhoben sich die Bürger von Gibea gegen
mich und umringten meinetwegen nachts das Haus. Mich gedachten sie umzubringen,
und meiner Nebenfrau taten sie Gewalt an, so daß sie starb.
Richter 20:6 Da ergriff ich meine Nebenfrau, zerlegte sie
in [Stücke] und schickte sie in das ganze Gebiet des Erbteils Israels; denn sie
haben ein Verbrechen und eine Schandtat begangen in Israel.
Richter 20:7 Siehe, nun seid ihr alle zusammen, Söhne
Israel: So bildet euch hier eine Meinung und [schafft] Rat!
Richter 20:8 Da stand das ganze Volk auf wie ein Mann und
sagte: Wir wollen nicht gehen, jeder in sein Zelt, und nicht [vom Weg]
abbiegen, jeder in sein Haus;
Richter 20:9 sondern dies ist die Sache, die wir jetzt an
Gibea tun wollen: [Wir kommen] über es nach dem Los!
Richter 20:10 Wir nehmen [je] zehn Männer von hundert aus
allen Stämmen Israels und hundert von tausend und tausend von zehntausend, daß
sie Wegzehrung für das Volk holen, um bei ihrer Ankunft an Gibea-Benjamin der
ganzen Schandtat entsprechend zu handeln, die es in Israel begangen hat.
Richter 20:11 Und alle Männer von Israel versammelten sich
gegen die Stadt, wie ein Mann verbündet.
Richter 20:12 Und die Stämme Israels sandten Männer in den
ganzen Stamm Benjamin und [ließen] sagen: Was ist das für eine Untat, die unter
euch geschehen ist!
Richter 20:13 So gebt jetzt die Männer heraus, die Söhne
der Ruchlosigkeit, die in Gibea sind, daß wir sie töten und das Böse aus Israel
wegschaffen! Aber die Söhne Benjamin wollten nicht auf die Stimme ihrer Brüder,
der Söhne Israel, hören.
Richter 20:14 Und die Söhne Benjamin versammelten sich aus
den Städten nach Gibea, um zum Kampf mit den Söhnen Israel auszuziehen.
Richter 20:15 Und an jenem Tag wurden die Söhne Benjamin
aus den Städten gemustert: 26 000 Mann, die das Schwert zogen, abgesehen von
den Bewohnern von Gibea; [auch] sie wurden gemustert: 700 auserlesene Männer.
Richter 20:16 Unter diesem ganzen [Kriegs]volk waren 700
auserlesene Männer, die Linkshänder waren. Diese alle schleuderten mit dem
Stein aufs Haar [genau] und verfehlten [ihr Ziel] nie.
Richter 20:17 Und die Männer von Israel wurden gemustert,
abgesehen von Benjamin: 400 000 Mann, die das Schwert zogen; diese alle waren
Kriegsmänner.
Richter 20:18 Und sie machten sich auf und zogen hinauf
nach Bethel und befragten Gott. Und die Söhne Israel sagten: Wer von uns soll
zuerst hinaufziehen zum Kampf mit den Söhnen Benjamin? Und der HERR sprach:
Juda zuerst!
Richter 20:19 Und die Söhne Israel machten sich am Morgen
auf und lagerten sich gegen Gibea.
Richter 20:20 Und die Männer von Israel zogen aus zum Kampf
mit Benjamin, und die Männer von Israel ordneten sich zur Schlacht gegen sie,
zu Gibea.
Richter 20:21 Und die Söhne Benjamin zogen aus Gibea
heraus, und sie streckten unter Israel an jenem Tag 22 000 Mann zu Boden.
Richter 21:1 Die Männer von Israel aber hatten in Mizpa
geschworen: Niemand von uns darf seine Tochter [einem aus] Benjamin zur Frau
geben!
Richter 21:2 Und das Volk kam nach Bethel, und sie saßen
dort bis zum Abend vor Gott. Und sie erhoben ihre Stimme und brachen in ein
großes Weinen aus.
Richter 21:3 Und sie sagten: HERR, du Gott Israels, wozu
ist dies in Israel geschehen, daß heute ein [ganzer] Stamm aus Israel fehlt?
Richter 21:4 Und es geschah am andern Tag, da machte sich
das Volk früh auf, und sie bauten dort einen Altar und opferten Brandopfer und
Heilsopfer.
Richter 21:5 Und die Söhne Israel sprachen: Wer ist es, der
von allen Stämmen Israels nicht in die Versammlung zu dem HERRN heraufgekommen
ist? Denn gegen den, der nicht zu dem HERRN nach Mizpa heraufkäme, war der
große Schwur ergangen, der besagte: Getötet, getötet soll er werden!
Richter 21:6 Und die Söhne Israel hatten Mitleid mit ihrem
Bruder Benjamin und sie sagten: Heute ist ein [ganzer] Stamm von Israel
abgehauen worden!
Richter 21:7 Was sollen wir für sie, die Übriggebliebenen,
tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]? Wir selbst haben ja bei dem HERRN
geschworen, ihnen keine von unseren Töchtern zur Frau zu geben.
Richter 21:8 Und sie sagten: Wer ist der eine von den
Stämmen Israels, der nicht zu dem HERRN nach Mizpa heraufgekommen ist? Und
siehe, da war niemand von Jabesch [in] Gilead ins Lager, in die Versammlung,
gekommen.
Richter 21:9 Da wurde das Volk gemustert, und siehe, dort
war niemand von den Bewohnern von Jabesch [in] Gilead.
Richter 21:10 Da sandte die Gemeinde zwölftausend Mann von
den tapferen Männern dorthin, und sie befahlen ihnen: Geht hin und schlagt die
Bewohner von Jabesch [in] Gilead mit der Schärfe des Schwertes, samt den Frauen
und Kindern!
Richter 21:11 Und das ist es, was ihr tun sollt: An jedem
Mann sowie an jeder Frau, die das Beilager eines Mannes gekannt hat, sollt ihr
den Bann vollstrecken!
Richter 21:12 Und sie fanden unter den Bewohnern von
Jabesch [in] Gilead vierhundert Mädchen, Jungfrauen, von denen keine einen Mann
im Beilager erkannt hatte; die brachten sie ins Lager nach Silo, das im Land
Kanaan [liegt].
Richter 21:13 Und die ganze Gemeinde sandte hin und redete
zu den Söhnen Benjamin, die am Felsen Rimmon waren, und rief ihnen zu: Friede!
Richter 21:14 So kehrte Benjamin in jener Zeit zurück. Und
sie gaben ihnen die Frauen, die sie hatten leben lassen von den Frauen von
Jabesch [in] Gilead; aber die reichten so nicht aus für sie.
Richter 21:14 Und sie sagten: Der Besitz der Entkommenen
[muß] Benjamin [bleiben], damit nicht ein Stamm aus Israel ausgelöscht wird.
Richter 21:15 Und das Volk hatte Mitleid mit Benjamin, weil
der HERR einen Riß gemacht hatte in den Stämmen Israels.
Richter 21:16 Und die Ältesten der Gemeinde sagten: Was
sollen wir für die Übriggebliebenen tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]?
Denn die Frau ist aus Benjamin ausgerottet.
Richter 21:18 Wir aber, wir können ihnen keine Frauen von
unseren Töchtern geben; denn die Söhne Israel haben geschworen: Verflucht sei,
wer Benjamin eine Frau gibt!
Richter 21:19 Und sie sagten: Siehe, [da ist doch] ein Fest
des HERRN von Jahr zu Jahr in Silo, das nördlich von Bethel [liegt], gegen
Sonnenaufgang von der Straße, die von Bethel nach Sichem hinaufführt, und
südlich von Lebona.
Richter 21:20 Und sie befahlen den Söhnen Benjamin: Geht
hin und legt euch in den Weinbergen auf die Lauer!
Richter 21:21 Und wenn ihr [dann] seht, siehe, die Töchter
von Silo ziehen heraus, um im Reigentanz zu tanzen, dann kommt hervor aus den
Weinbergen und fangt euch unter den Töchtern von Silo jeder seine Frau und
zieht [wieder] hin ins Land Benjamin!