Professor
Lorenz entdeckte das alles mehr oder weniger durch Zufall. Er hatte
lediglich das Verhalten eines Gänsekükens beobachten wollen, das aus dem
Ei kriecht. Er hatte eine Truthahnmutter bis zwei Tage vor der Geburt
auf zehn Gänseeiern brüten lassen. Danach hatte er die zehn Eier in eine
Brutmaschine gelegt und wartete nun auf den großen Augenblick. Eins der
Küken schlüpfte etwas früher als die anderen aus. Dieses erste
Gänseküken taufte er "Martina" (in meinen Augen ein etwas unheilvoller
Name in einem Land, an dem der Martinstag mit gebratenen Gänsen gefeiert
wird!).
Martina
kroch aus ihrem Ei und schaute Professor Lorenz mit einem Auge an. Als
der Professor eine kleine Bewegung machte, begrüßte das Küken ihn in der
Gänsesprache: mit einem ganz sanften Zwitschern. In dem Augenblick waren
zwei der Wunder der Evolution in Wirkung getreten: das erbliche,
genetische "Wissen" des jungen Gänschens um die Gänsesprache und die
sich zu gleicher Zeit manifestierende "Prägung", die auch für den
Professor eine ganz neue Offenbarung war.
Die
Wirkung davon sollte er schnell erfahren. Als er nämlich das Küken der
Sorge der Gänsemutter anvertrauen wollte, stellte sich heraus, daß das
Küken nur eine Mutter kannte und das war er!. Das Küken watschelte
hinter ihm her, wo immer er auch hinging, und stieß jämmerliche
Klagelaute aus, wenn es ihn nicht sah.
Es blieb
ihm nichts anderes übrig, als nun weiter die Gänsemutter zu spielen,
und er merkte schnell, daß das gar nicht so einfach war. Das Küken
erwartete von ihm alles, was ihm sonst seine eigene Mutter bieten würde,
die Lehre, wie man sein Futter sucht, wie man schwimmt, die Verteidigung
gegenüber Feinden und die schützende Wärme in der Nacht. Gerade das war
eine sehr anstrengende Aufgabe, weil ein Gänseküken auch in der Nacht in
kleinen zeitlichen Abständen die Versicherung braucht, daß es nicht
allein gelassen ist, und das wird zu einer Art Frage- und Antwortspiel.
Das Küken stößt einen kleinen, klagenden Pieplaut aus: "Bist du noch
da?" und die Mutter lässt mit einem kleinen Antwortlaut wissen: "Sei nur
beruhigt, ich bin noch hier."
Man muß
das Buch von Professor Lorenz selbst lesen, ich kann das alles hier nur
andeuten. Später hat der Professor auch noch ähnliche Erfahrungen mit
anderen Vögeln gemacht. Mir gefällt die Geschichte am besten, die von
der Krähe berichtet, die er großgezogen hatte, und die in ihm nicht nur
die Mutter, sondern später auch den Partner sah. Sie baute nach guter
Krähenart ein Nest für den zu gründenden Haushalt und zwar da, wo es
sich am bequemsten bauen ließ: in der Tasche des Anzugs vom Professor.
Nun mußte die Krähe ihren Partner nur noch dazu bewegen, ihm in sein
schönes Nest zu folgen, was, allen Lockrufen zum Trotz, tragischerweise
nicht ausführbar war. Schließlich konnte der Professor nicht in seine
eigene Jackentasche kriechen!
Das von
der Prägung hatte ich auch zu der Zeit, von der ich erzähle, schon
gelesen. Es kam mir gut gelegen, jetzt wo wir die kleine Cilla von einer
Abessiniermutter aufziehen lassen würden. Wenn das stimmte, was ich
gelernt hatte, dann brauchte ich nur zu sorgen, daß die Kleine als
Erstes ihre Stiefmutter und ihre Geschwister zu sehen bekam, sobald sie
ihre Augen öffnen würde, und sie würde sich so "abessinisch" fühlen, wie
eine Katze sich nur fühlen kann. Das war logisch, dachte ich.
Mir schien
das wünschenswert. Schließlich hatte der Aufzug des ersten
Oncilla-Nestchens die Theorie befestigt, daß Jungtiere von zahmen
Eltern noch lange nicht selbst zahm sein müssen. Von Natur aus sind sie
es nicht und Candys gute Erfahrungen mit uns waren "erworben" und darum
nicht erblich. Man merkte Candy zwar an, daß sie sich alle Mühe gab,
ihre Kinder an ihren Erfahrungen teilnehmen zu lassen. Andererseits gab
ihre Erbmasse ihr aber doch die Befehle durch, die sie den Kleinen geben
mußte: "Seid vorsichtig!", "Haltet Abstand!", "Hütet euch vor
unbekannten Dingen!".
Bei Cilla
würde das jetzt anders sein. Sie würde von Miranda nicht das Fürchten,
sondern das Liebhaben und Vertrauen lernen, die schönste Kunst der
Abessinier.
Darum und
auch, weil wir keine Ahnung hatten, was Victoria tun würde, wenn sie das
Kitten wieder sehen würde, bekam Miranda mit ihren Kleinen einen Platz
in unserem Wohnzimmer, das noch immer im besucherfreundlichen Stadium
gehalten wurde, als Konzession an diejenigen, die nicht grade viel
Verständnis für unser Katzenhobby hatten. Die Oncillas, aber nach
Möglichkeit auch die anderen Katzen, sollten, solange Miranda die
Kleinen säugte, kategorisch aus dem Zimmer gewehrt werden müssen. Für
Cilla sollte es auf der Welt vorläufig nur Abessinier und Menschen
geben.
Uns gab
das Gelegenheit, extra viel Zeit in der Nähe dieses so interessanten
Nestchens zu verbringen. Es war eine helle Freude. - Zuerst
jedenfalls.....
Eines
Tages hatte ich ein paar Einkäufe gemacht und ging, wie das so meine
Gewohnheit geworden war, wenn ich zurückkam, zum Wohnzimmerfenster, das
neben der Haustür lag, um schnell schon einmal hinein zu schauen. Oft
sah Miranda mich dann schon und wenn ich ins Zimmer kam, stand sie schon
vor der Tür, um mich zu begrüßen. Diesmal sah ich keine Miranda und im
Körbchen, das man vom Fenster her sehen konnte, lagen nur die Jungtiere.
Und auf einmal sah ich Miranda mitten auf dem Teppich liegen. Sie atmete
schwer und konnte kaum das Köpfchen heben, um mich anzusehen.
Schnell
ging ich zu ihr, versuchte herauszufinden, was los war. Ich konnte
nichts Ungewöhnliches entdecken, aber ich sah, daß sie sehr krank war.
Ich lief zum Telefon, rief unseren Tierarzt an, aber der war nicht zu
Hause.
Nun hatte
ich meinen alten, sonst sehr geschätzten Tierarzt kurz zuvor einmal an
einem Sonntag zu einer Katze rufen wollen, die einen Unfall gehabt
hatte, aber am Sonntag kam er aus religiösen Gründen grundsätzlich
nicht. Bei der Gelegenheit hatte ich entdeckt, daß seit kurzem ganz bei
uns in der Nähe ein reizendes Tierarzt-Ehepaar lebte, das meiner Katze
damals wundervoll geholfen hatte.
Dort rief
ich jetzt an und innerhalb von zehn Minuten stand Frau Dr. Evers schon
bei uns im Wohnzimmer. Sie untersuchte Miranda, bestätigte mir, daß sie
tatsächlich sehr krank sei, aber was ihr fehlte, konnte sie so schnell
auch nicht sagen. Sie gab ihr als erstes eine Spritze, die den Kreislauf
anregen sollte. Miranda reagierte, aber doch nur eine bisschen. Sie
richtete sich auf, wollte zum Körbchen gehen, aber sie fiel gleich
wieder um.
Frau Dr.
Evers sah mir an, wie sehr ich mich ängstigte und sagte: "Machen Sie
sich keine Sorgen, ich bleibe bei Ihnen, bis wir herausgefunden haben,
was Miranda fehlt."
Nach einer
Weile gab sie Miranda noch eine Spritze; ich glaube, es war etwas
anderes, als das Herzmittel, das sie zuerst gegeben hatte, genau weiß
ich es nicht mehr. Aber Miranda reagierte nicht. Weiter konnten wir für
Miranda im Augenblick nichts tun, wir mussten abwarten, wie sie auf die
Medizin reagieren würde.
Ich ging
in die Küche, um Tee zu kochen. Dort fand ich eine weinende Saskia, die
ich erst trösten mußte. Saskia war die Nachfolgerin von Els, die zu
meinem Kummer mit ihrer Familie nach Amsterdam gezogen war. Aber ehe
sie fortging, hatte sie selbst noch für eine Nachfolgerin gesorgt. Das
war Saskia, die siebzehnjährige Tochter ihrer Freundin. Saskia liebte
Tiere sehr und Katzen ganz besonders. Bei ihr waren die Katzen in
allerbesten Händen. Jetzt war sie voller Sorge um Miranda und die
Kleinen.
Inzwischen
hatte Frau Dr. Evers Gelegenheit, sich die Jungtiere anzusehen. Als ich
wieder ins Zimmer kam, fragte sie, warum das gefleckte Kitten zwischen
den Abessiniern läge. Ich erzählte ihr von Victoria und daß sie ihr
erstes Kind verstoßen hatte. Frau Dr. Evers hatte bei ihrem ersten
Besuch bei uns bereits die Wildkatzen sehr bewundert.
"Es ist so
schade", sagte ich, "daß Victoria das Baby nicht selbst großziehen will.
Milch hatte sie genug, ihre Milchdrüsen waren so groß, wie ein halbes
Äpfelchen, das konnte ich sehen."
Frau Dr.
Evers sah mich nachdenklich an: "Sagten sie, so groß, wie ein halber
Apfel?"
"Na ja, so
groß wie ein halber, kleiner Apfel."
Frau Dr.
Evers sah sich die Milchdrüsen von Miranda an. Sie waren so groß, wie
die von allen säugenden Abessiniern, kaum so groß, wie eine halbe Walnuß.
Sie fragte: "Wie groß waren eigentlich die Zitzen von Candy, als sie
ihre Jungen hatte?"
"Viel
größer, als die von anderen Katzen, auch etwa wie ein halber, kleiner
Apfel."
"Dann
haben die Oncillas also viel mehr Milch, als unsere Hauskatzen und dann
wird die kleine Oncilla hier auch wohl viel mehr trinken, als die
Abessinierkitten. Da haben wir schon die Antwort auf unsere Frage!"
Frau Dr.
Evers stand auf: "Ich muss schnell mal telefonieren." Sie rief in ihrer
Praxis an und sagte etwas, was ich nicht gut verstand und fügte hinzu:
"Aber schnell!!" und hing auf.
Dann erst
erklärte sie mir, was los war. "Das Mittel, das ich mir bringen lasse,
ist etwas, was man nur selten für Katzen braucht. Aber bei Kühen kommt
es oft vor, daß sie, wenn sie zu viel Milch geben müssen, Kalk- und
Magnesiummangel entwickeln. Das erzeugt dieselben Erscheinungen, wie
die, die Miranda hat. Schwindelanfälle, bei denen das Tier umfällt, die
Herztätigkeit lässt nach, und wenn man es nicht erkennt und nicht sofort
behandelt, kann es zum Tode führen. Ich vermute, daβ Miranda den großen
Milchbedarf ihres Stiefkindes einfach nicht verkraften konnte.
Schon bald
danach läutete es an der Tür und die Medizin wurde abgegeben. Sofort zog
Frau Dr. Evers eine Spritze davon auf und injizierte sie bei Miranda.
"Jetzt müssen wir abwarten, ob meine Theorie richtig ist." sagte sie.
Ehrlich
gesagt war ich zu nervös und ängstlich, um auf die Uhr zu sehen, aber es
wird wohl nicht mehr als eine halbe Stunde gewesen sein, da stand
Miranda plötzlich auf und ging, noch etwas vorsichtig, aber ohne sich
nach uns umzusehen, zu ihren Babys, die sofort über sie herfielen und zu
trinken begannen.
Frau Dr.
Evers packte ihre Sachen ein: "So, jetzt brauchen wir uns erst einmal
weiter keine Sorgen zu machen. Ich komme morgen wieder vorbei und werde
nach der Patientin sehen. Dass Miranda extra gutes Futter nötig hat,
brauche ich wohl nicht zu sagen."
Nein, das
brauchte sie wirklich nicht. Ich bedankte mich herzlich bei Frau Dr.
Evers und ging erst einmal ins Zimmer zu Miranda. Ich war unglaublich
glücklich, daß sie gerettet war. Und auch die Babys waren gerettet. Ach,
ich hatte das Gefühl, als ob ich selbst gerettet war. Seitdem rief ich
Frau Dr. Evers, wenn meine Katzen einen Tierarzt brauchten. Heute lebt
Frau Dr. Evers nicht mehr, aber in meinem Herzen hat sie für immer ein
Denkmal.
Die
ungleichen Babys wuchsen und gediehen prächtig. Bald liefen sie schon
durch unser Zimmer und machten ihre ersten Spiel- und Kletterversuche.
Dabei stellte sich dann heraus, wo die viele Milch geblieben war. Die
hatte sich bei Cilla in ungebändigte Energie umgesetzt. Obwohl sie
kleiner war als die jungen Abessinier und im Gewicht immer etwa zwanzig
Gramm hinter den anderen zurücklag, war sie doch viel stärker. Sie war
die ausgesprochene Anführerin der Rasselbande. Alles was Muskelkraft
erforderte, sich balgen, klettern, rennen, konnte sie besser. Sogar ihre
Stimme war, wenn nötig, weitaus durchdringender. Sie und ihre
Stiefgeschwister waren unzertrennlich. Aber die Zärtlichkeit der
Abessinier hatte sie trotzdem übernommen, sie entwickelte sich zur
Schoß-Oncilla und damit war sie schon ein Unikum.
Als die
Kitten zehn Wochen alt waren, kam Frau Dr. Evers, um sie zu impfen. Sie
war mit mir stolz, als sie sah, wie strahlend gesund sie alle aussahen,
Mutter Miranda und auch die Babys. Eine Woche später entschloss ich
mich, die Familie Miranda auf den Rest des Haushalts loszulassen. Ich
war riesig gespannt, wie sich die Bekanntschaft mit den ihr zwar
unbekannten, aber doch nahen Verwandten von Cilla entwickeln würde. Sie
waren alle im Nebenzimmer, Candy, Milagro, Victor und Victoria und
natürlich auch Buena. Ich öffnete die Schiebetür. Wie Miranda und die
kleinen Abessinier reagierten, weiß ich gar nicht, meine Augen waren nur
auf Cilla gefestigt. Die stand einen Augenblick wie erstarrt, schaute zu
den Oncillas herüber und stieß einen lauten Schrei aus. Dann nahm sie
einen Anlauf und stürzte sich förmlich auf Candy. Die kam ihr entgegen,
schnüffelte an ihr, stupste sie mit der Nase und leckte dann
ausführlich über ihr Köpfchen. Es war wie die Geschichte vom verlorenen
Sohn, nur das geschlachtete Kalb fehlte. Eine Vorstellungszeremonie war
überflüssig. Cilla wußte a priori: zu denen gehöre ich!
Seitdem
verteilte Cilla ihre Liebe ehrlich zwischen Miranda, mit der sie, so
lange sie lebte, ein sehr zärtliches Verhältnis hatte, und den Oncillas,
die sie ungezweifelt als ihresgleichen betrachtete.
Viele
Fragen sind offen geblieben. Wieso erkannte Cilla die Oncillas und war
so freudig überrascht? Wie ist das mit der Prägung? Die Augen bei den
Oncillas öffnen sich ein paar Tage später als die der anderen Katzen.
Oft erst am zwölften Tage. In dem Augenblick hat sie nur Abessinier
gesehen. Sollte es eine Prägung des Geruchssinnes geben, die schon
gleich nach der Geburt entwickelt war? Cilla war schließlich in den
ersten Lebensminuten bei ihrer wirklichen Mutter. Wir werden es wohl nie
erfahren. Für mich bleibt die ganze Geschichte ein Wunder, das ich
akzeptiere, ohne eine weitere Erklärung nötig zu haben.
Etwa um
die vorletzte Jahrhundertwende, lange Zeit bevor Professor Lorenz seine
tierfreundlichen Experimente mit "dem Vieh, den Vögeln und den Fischen"
ausführte, lebte in Südafrika ein Mann namens Eugène Marais. Auch er
wollte die Geheimnisse des Verhaltens der Tiere erforschen, eine
Beschäftigung, die in jenen Tagen ganz gewiss nicht viel Anerkennung
fand, weitaus weniger als heutzutage, wo niemand mehr übersehen kann,
daß die Verhaltensforschung eine wichtige und wertvolle Wissenschaft
ist, mit Ausnahme der ganz Verstockten, die sie für überflüssig oder
ihrer Glaubenslehre nicht entsprechend finden. Eugène Marais
beobachtete Ameisen, Affen, Ottern und viele andere Tiere. Sein ganz
besonderes Interesse galt den Webervögeln, deren Name daher stammt, daß
sie ihr Nest im wahrsten Sinne des Wortes aneinander "weben". Sie
flechten ein hängendes Gebäude, das aus kleinen Zweigen besteht und das
wie eine zu groß geratene, hohle Birne aussieht, die da im Baum hängt.
In diese schwebenden Nestchen legen die Vögel ihre Eier und dort ziehen
sie auch ihre Jungen auf.
Marais
wollte mehr über dieses kunstfertige Talent der Webervögel wissen und
gab seinem Kanarienvogel einige Eier von den Webervögeln, um sie von ihm
ausbrüten zu lassen. Die Eier wurden ausgebrütet und die Jungen wurden
groß und legten ihrerseits Eier, die Marais wiederum von Kanarienvögeln
ausbrüten ließ. Und so ging das vier Generationen lang. Keins dieser
Tiere hatte Gelegenheit oder Material zum Bau eines Webervogelnestes.
Erst die vierte Generation wurde wieder frei gelassen und zwar in der
Nähe von Bäumen, deren Material zum Webervogel-Nestbau geeignet war. Und
siehe da, die jungen Vögel, die von niemandem zum Bau eines Nestes nach
Webervogelart ausgebildet waren und ein solches auch nie zu Gesicht
bekommen hatten, machten sich sofort an die Arbeit und webten ein
perfektes, hängendes Nest. Ihr Genmaterial war von vier Generationen
falscher Haltung nicht angetastet worden. Ein Webervogel bleibt nun
einmal ein Webervogel, auch wenn er in einer Kanarienvogelfamilie
aufwächst, und eine Oncilla bleibt eine Oncilla trotz der Erziehung
durch eine Abessiniermutter.
Den
Bericht über die Webervögel findet man (manchmal leider ganz ohne
Erwähnung des Namens von Eugène Marais) gegenwärtig in manchen Büchern
über das Verhalten der Tiere. Ich nenne als Quelle das hochinteressante
"Adam kam aus Afrika" von Robert Ardrey. Man könnte denken, daß diese
Geschichte den Erkenntnissen der Lorenzschen Prägung widerspricht, aber
das ist nicht so. Ihre Sicherheit in ihrer hilflosen Phase suchte Cilla
ganz bestimmt bei der Mutter, die sie erzog. Aber neben dem Genpaket mit
festen Informationen, das die Tiere auf ihren Lebensweg mitbekommen,
bringen die Gene auch die Fähigkeiten und selbst die Erfahrungen
unzähliger Generationen mit. Das Erbgut, aber auch die Entwicklung der
Vorfahren sind die Grundregeln im offenen Buch der Lernfähigkeit.
Die Tiere
machen ihr Leben lang von diesem Erbgut Gebrauch.
Und
wir.....?
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