Es gab zwei
Möglichkeiten, die Oncillababys mit den anderen bekannt zu machen. Entweder
würde ich sie nun das Haus erkunden lassen, - neugierig genug waren sie dazu -
oder ich würde erst einmal ein paar andere Katzen hereinlassen, so daß sie die
anderen auf eigenem Territorium kennen lernen würden. Ich entschloss mich zu
letzterem.
Emeralda war nun
ein paar Mal zu Besuch gewesen und das war immer gut gegangen bis auf einen Fall.
Da kam Emeralda grade in dem Augenblick herein, als die Kitten gefüttert werden
sollten. Als Emeralda zum Teller lief und am Fleisch schnüffelte, wurde Candy
böse, stellte ihre Rückenhaare auf, bekam einen dicken "Pumpenschwengelschwanz"
und fauchte. Ich fürchtete, daß sie Emeralda anfallen würde, und nahm die
Abessinierin schnell auf den Arm und brachte sie aus dem Zimmer. Als ich
zurückkam "bedankte" sich Candy bei mir mit ihrer Schmeichelgebärde um meine
Beine.
Irgendwie, glaubte
ich, sei Gloria vielleicht "oncillahaft" genug, um als erste von Candy
akzeptiert zu werden. Gloria war ein schönes, kräftiges Kitten geworden und
jetzt reichlich zwei Monate alt. Sie war etwas lebhafter als ein
Abessinierkitten, aber Menschen und den anderen Katzen gegenüber voll Vertrauen
und absolut furchtlos. Sie spielte wilde Spiele mit den jungen Abessiniern.
Nun ließ ich
Gloria eines Abends einfach zusammen mit mir ins Oncillakinderzimmer laufen. Das
war nicht schwierig, denn wenn ich sie nicht daran hinderte, lief sie überall
wie ein Hündchen hinter mir her. Nicht beabsichtigt war, daß auch zwei der
Abessinierkitten mitlaufen würden, aber die kamen hinter Gloria her getrottet
und ich ließ sie gewähren. Candy sah erst nur Gloria, schnüffelte an ihr und
machte zur Vorsicht erst einmal die Drohhaltung mit dem gebogenen Schwanz und
den gesträubten Haaren. Ich wollte grade Gloria retten, da sah ich, wie sie
jetzt ihrerseits eine prima Drohhaltung fabrizierte: ein winzig kleiner, aber
gekrümmter Rücken, gesträubte Haare, ein zischendes, fast richtiges Fauchen,
- es war lächerlich und beeindruckend zuugleich.
Candy dachte
wahrscheinlich dasjenige, was Hermien so oft sagte: "Die ist ja echt!"; sie
drehte sich gleichgültig um und ging zurück. Das aber fasste Gloria sofort als
Sieg auf, sie rannte hinter der erschrockenen Candy her und jagte sie durch das
Zimmer. Candy lief erst in einem Reflex fort, besann sich aber dann, drehte sich
um, war sichtbar wütend und attackierte - nein, nicht Gloria, sondern die
erstaunten Abessinierbabys, die das Ganze einen Riesenspaβ fanden und jetzt
ihrerseits einen hohen Rücken und "Pumpenschwanz" machten. Abessinier kennen nun
einmal keine Furcht, was ihnen allerdings auch oft zum Verhängnis wird. Candy
wurde das alles
wohl zu dumm, sie
drehte sich um und suchte ihre Kinder. Aber wo waren die?... Unter dem Schrank!
Sie hatten volle Deckung genommen und schauten ängstlich von dort den
Ereignissen zu.
So würde es also
im Urwald zugehen: die Kleinen bekamen den kurzen Befehl sich zu verstecken,
wenn Gefahr drohte, und die Mutter würde sich dem Gegner stellen. Zum Glück war
es in unserem Fall ein sehr harmloser und kleiner Gegner, der sich bald als
Freund herausstellte. Von nun an kamen die Abessinierbabys und Gloria
regelmäßig ins Oncillazimmer. Nur die kleinen Oncillas trauten der Sache noch
immer nicht und krochen sofort unter den Schrank, wenn der "Besuch" kam.
Letztendlich war
es dann doch Candy und nicht ich, die die Freundschaft zwischen den jungen
Oncillas einerseits und den Abessinierkitten und Gloria andererseits zu Stande
brachte. Als ich nämlich beim nächsten Mal die kleinen Abessinier hereinließ,
versteckten sich die Oncillababys wieder unter dem Schrank, aber diesmal gab
Candy einen anderen Befehl, der sich für mich zwar genau so anhörte wie der
vorige, der sie unter den Schrank kommandiert hatte, aber den die Kitten doch
anders verstanden; denn sie kamen jetzt wie ein Pfeil hervorgeschossen und
standen sofort neben Candy, die eben ein ganz kurzes "ürr" sagte und oben auf
den Schrank sprang. Von dort beobachtete sie die Situation weiter. Sie hatte
beschlossen, die kleinen Abessinier für harmlos zu halten und sie durften jetzt
ihre Kinder kennen lernen.
Die kleinen
Abessinier und Gloria, lebhaft wie immer, spielten fröhlich drauf los, aber
Victor und Victoria blieben stocksteif dort stehen, wo die Mutter sie
hinkommandiert hatte. Die anderen störte das wenig, sie machten einfach weiter,
bis vom Schrank herunter wieder so ein kleiner Laut kam und ein sehr zögernder
Victor sich vorsichtig in das Spiel mengte. Victoria blieb abseits sitzen und
bestaunte ihren mutigen Bruder. So blieb es für ein paar Tage, bis sich die
Situation stabilisiert hatte und alle fröhlich miteinander durch die Gegend
flitzten. Sogar am Futterteller der Oncillas wurden die kleinen Abessinier protestlos zugelassen. Das war aus Candys Sicht eine weitgehende Toleranz.
Candy merkte nun,
was schon so manch einer gemerkt hat: wenn man sein Territorium für andere offen
stellt, dann ist das gesellig und gastfrei. Aber der Neuling, der sich erst "wie
zu Hause" fühlt, wird schon bald "ganz zu Hause" sein und der Gastherr bezahlt
mit einem Stück seiner Freiheit. Da hat man schon Glück, wenn man nicht vollends
vertrieben wird.
Allen Tieren,
einschließlich des Säugetieres, das wir Homo sapiens nennen, ist das Bedürfnis
am eigenen Territorium eingegeben. Das ist eine genetisch verankerte Tatsache.
Dort wo die unterdrückt wird, häufen sich Unlustgefühle auf.
Territoriumsverlust bedeutet Unsicherheit und Verlust von Selbstwertgefühl.
Dagegen gibt es kein Mittel, auch wenn es zeitlich so scheinen möchte. Es kommt
zu Streitigkeiten, Aggressionen, und wenn dann die Population zu dicht wird,
geht es wie beim Dynamit, die Sache explodiert.
Das Bedürfnis am
eigenen Territorium, ob das nun das der Familie oder der ganzen Gruppe ist,
liegt seit Urbeginn im genetischen Erbgut fest verankert, ob das nun die Tiere
sind, die Menschen oder sogar die Pflanzen. Das Territorium wird nicht nur nach
außen verteidigt, sondern auch nach innen. Nach außen wird das eigene Gebiet
gegen fremde Feinde verteidigt, nach innen gegen Überbevölkerung. Tiere warten
nicht mit „bevölkerungspolitischen Maßnahmen, bis die Nahrung so knapp geworden
ist, daß die schwächeren vor Hunger sterben. Sie haben ein strenges
Bevölkerungsprogramm. Die Maßnahmen werden präventiv genommen, nicht die
Hungersnot heute nötigt sie, die Zahl ihrer Nachkommen einzuschränken, sondern
die Gefahr vor der Hungersnot morgen.
Bei Pelikanen in
Neufundland, bei Fischen, Seehunden, Ratten, Fröschen und sogar bei Kaninchen
haben
Wissenschaftler
durch Untersuchungen festgestellt, daß eine, den Lebensbedingungen angepasste
Kontrolle eine Selbstverständlichkeit ist. Vitus Dröscher, aus dessen Buch:
„Die freundliche Bestie“ ich viele meiner Informationen auf diesem Gebiet habe,
schreibt, daß für das lebenslange Hungerleiden menschlicher
Millionenmassen in
der „dritten Welt“ keine Parallele im Tierreich zu finden ist.
Geburtenkontrolle ist im Tierreich ein universelles Geschehen, dem sich kein
Tier entziehen kann.
Jede Population
hat ihre natürlichen Grenzen, die man nicht ungestraft überschreiten kann. „Die
Selbstregulierung der Bevölkerungsdichte bei Tieren bietet oft nicht nur Schutz
gegen die Gefahren der Überbevölkerung, sondern sie schafft auch gleichzeitig
das Fundament für Stabilität.“ schreibt Vitus Dröscher im oben genannten Buch
„Die freundliche Bestie“, ein Buch, das Pflichtlektüre in jeder Schule sein
sollte. Experimente mit den verschiedensten Tierarten, u.a. mit Fischen und
Ratten, haben gezeigt, daß sobald die Bevölkerungsdichte im Labor einen
bestimmten Limit überschritten hat, die Gewohnheiten der Tiere degenerieren. Die
Männchen vergewaltigen die Weibchen. Diese vernachlässigen ihre Jungen, es kommt
zum Kannibalismus.
Unmissverständliche
Zeichen deuten darauf hin, daß auch der Mensch in der Masse zwangsweise an
Degenerationserscheinungen bloßgestellt werden wird, wie sie in gleicher Form
bei Überbevölkerung in der Tierwelt bekannt sind. Aber, - und das ist das Fatale-
diese Degenerationserscheinungen werden kaum eine regulierende Wirkung auf die
totale Bevölkerung haben. Wohl können sie zu einer regelrechten Katastrophe
führen. Von Überbevölkerung bis zum Nichts ist es nur ein Schritt. (Man möge mir
vergeben, wenn ich nicht wörtlich zitiert habe. Mir liegt nur die holländische
Version des hervorragenden Buches von Dr. Dröscher vor, deren holländischer
Titel mir übrigens besser gefällt als der deutsche, nämlich: „Dieren gedragen
zich“, was zu Deutsch heißt: „Tiere verhalten sich“.
Das Buch von Vitus
Dröscher kannten wir zu der Zeit, von der ich erzähle, noch nicht, aber wir
haben immer danach gestrebt, unseren Tieren nach besten Kräften das Gefühl zu
geben, daß sie ihr eigenes Reich hatten, auch wenn das für uns persönliche
Opfer erforderte. Ich glaube, daß darum bei uns das gelungen ist, was in
Tiergärten so schwierig ist, nämlich, daß wir relativ reibungslos Nachkommen
von den kleinen Tigerkatzen bekamen und großziehen konnten.
Die Apfelkiste war
noch immer Candys nächtlicher Schlafplatz, das Klappbett der Platz für die
Siesta. Manchmal traf sie dort nun andere an, die es sich schon gemütlich
gemacht hatten. Es kam nie zum Streit, aber selten sah ich Candy kapitulieren.
Irgendwie wußte sie (vielleicht in einer Gebärdensprache, die mir entging),
ihre Rechte geltend zu machen.
Zum ersten Mal
hatte ich den Eindruck, daß Candy unnatürlich reagierte. In der Natur hätte sie
ihr Territorium viel heftiger verteidigen müssen, jedenfalls dann, wenn der
Eindringling ein Gefechtspartner war, dem man nicht schon von vornherein
unterliegen müsste, weil er viel stärker und größer ist. Territoriumsverlust ist,
natürlich gesehen, gleichbedeutend mit Lebensgefahr. Wer kein "Zuhause", ein
Gebiet, das ihm Nahrung (Beute) liefert und Schutz (Bäume und Sträucher) bietet,
der kann nicht überleben.
An Candys Toleranz
den anderen gegenüber, die nun ihr Kinderzimmer zum allgemeinen Spielzimmer
machten, erkannte man, daß sie in ihnen Freunde und Artgenossen sah. Trotzdem
hatten wir noch immer versucht, Milagro von dem allen fern zu halten. Ihn,
sowohl als Buena, wollten wir in je einem eigenen Programm mit den Kleinen
zusammenbringen, Milagro des verunglückten ersten Versuchs wegen, Buena einfach
deshalb, weil wir dachten, daß die so kleinen Dinger doch vielleicht
Assoziationen mit Beutetieren in ihr wachrufen könnten.
-Wie oft haben wir
Buena auf dem Gebiet nicht unrecht getan! Ihre Begegnung mit den Oncillababys
verlief völlig reibungslos, fast uninteressant. Sie durfte sie erst durch die
Maschendrahttür des Wintergartens sehen. Sie reagierte spielerisch und
keineswegs aggressiv. Buena hat uns eben immer beschämt, wenn wir in ihr ein
"wildes Tier" zu sehen glaubten. Ihre wilde Schönheit hatte, trotz der
Vertraulichkeit unseres Verhältnisses, eine Ausstrahlung von Macht und
gebändigter Kraft. Ihr goldenes Herz beschämte uns dann oft.
Anders war es bei
Milagro. Er war ein Despot und ein kleiner Macho obendrein. Candy würde ihre
Gründe gehabt haben, als sie ihn nicht zu ihren Kitten ließ, ehe sie sich
einigermaßen verteidigen konnten. Vorsicht war also geboten. Wir schoben das
Experiment noch etwas auf.
Schon im Sommer
hatte ich eine Einladung zu einer Ausstellung in Paris angenommen, die im
Oktober stattfinden sollte. Damals mußte man sich schon mindestens zwei Monate
vor dem Ausstellungsdatum anmelden. Es gab schließlich nur eine Ausstellung per
Land und da fanden sich viele Ausstellungswillige. Es hatten sich auch noch
mehrere Mitglieder des Katzenvereins angemeldet und wir hatten verabredet,
zusammen zu reisen. Ich war überzeugt, daß zu Hause alles auch ein paar Tage
ohne mich funktionieren würde, und hielt mich also an die Verabredung.
Ich weiß gar nicht
mehr, mit wem ich zusammen reiste, und auch nicht einmal mit welchen Katzen.
Gerade das gibt mir heute zu denken: wie viele Dinge tut man doch im Leben, die
im Augenblick so viel bedeuten, und ein paar Jahre später weiß man schon nichts
mehr davon? Wenn man zurückblickt, wie ich in diesen Tagen, in denen ich meine
Erinnerungen aufschreibe, wird mir deutlich bewusst, wie viel kostbare Zeit ich
vergeudet habe. Sie ist unwiederbringlich dahin.
Die Ausstellung
selbst wird schön gewesen sein, denn alle Ausstellungen in Paris waren schön. In
meinen Aufzeichnungen steht nur: "Paris, gute Reise, erfolgreiche Ausstellung".
Weiter nichts. Aber über die Folgen steht dort eine Menge und ich würde es auch
sonst noch wissen. Ich vergesse nie, wie ich erschrak, als ich nach Hause kam
und Candy sah. Sie kam auf mich zu, etwas schwankend, mager. An der rechten
Seite ihres Halses hatte sie eine dicke Beule, als wenn sie eine
Mandelentzündung hätte.
Ich holte Fleisch
aus der Gefriertruhe, machte es warm und bot es ihr an. Sie wollte es nicht. Es
war mir deutlich, daß sie krank war. Ich rief den Tierarzt an, der zwar gerade
Sprechstunde hatte, aber sagte, daß er ein paar Globenicoltabletten bereitlegen
würde, die ich abholen oder abholen lassen könnte. Eine Stunde später hatten wir
die Tabletten im Haus. Ich steckte eine davon in ein Klümpchen sehr fein
geschnetzeltes Fleisch, aber Candy weigerte sich, auch nur einen Bissen zu
nehmen.
Zu meinem Schreck
bemerkte ich, daß Victor und Victoria vor mir flüchteten, als ob sie mich noch
nie gesehen hätten. Und sie waren doch so zahm gewesen! Erst später lernte ich,
daß es in der Entwicklung der Tiere (auch der Menschen) verschiedene "sensible
Phasen" gibt, in denen sich im Gehirn bestimmte Eindrücke, Erfahrungen, aber
auch Beziehungen einprägen. 1964 hatte ich davon noch nichts gehört und so war
ich wohl im allerungünstigsten Augenblick verreist.
Nach Paris zu
fahren war eine Fehlentscheidung gewesen, aber das war nun nicht mehr zu ändern.
Ich hatte auch keine Zeit darüber nachzudenken. Ich mußte erst einmal sehen,
wie ich meine arme Candy wieder auf die Beine bekommen würde. Am nächsten Morgen
gelang es mir mit viel Mühe, ihr etwas geklopftes Eidotter zu geben, das mit
einer zerstampften Globenicoltablette vermischt war. Der Tierarzt kam noch eben
nachsehen und war zufrieden, daß es mir gelungen war, Candy mit List und Tücke
ihre Medizin zu verabreichen. Die Medizin wirkte tatsächlich, schon am selben
Abend aß Candy ein kleines Stückchen Taube. Ich hatte noch einmal Glück gehabt.
Um die Kitten
wieder an mich zu gewöhnen, bezog ich nun wieder das Klappbett im Oncillazimmer.
Die Kitten kamen zwar nicht auf mein Bett, aber in der Nacht hörte ich sie
wenigstens spielen. Meine Gegenwart hatte sie also nicht vollkommen aus dem
Rhythmus gebracht. Das war ein kleiner Trost.
Am nächsten Morgen
holte ich gleich wieder Gloria und ihre Stiefschwestern, die Kleinen von
Anuschka, ins Zimmer. Sie waren in dem Spielalter, in dem sie wild miteinander
herumtollen und sie kannten schließlich Victor und Victoria so gut, daß sie im Oncillazimmer völlig zu Hause waren. Ein Pingpongbällchen tat den Rest und sie
tobten durch das Zimmer. Nur hatte das nicht die gewünschte Wirkung, denn die
kleinen Oncillas weigerten sich, mitzuspielen, genau wie zu Anfang bei ihrer
Begegnung mit Gloria und den anderen. Ich wußte wieder einmal nicht, wie es
weitergehen sollte.
Da nahm Candy,
wieder einen Tag später, wie gewöhnlich die Sache selbst in die Hand. Sie war
sehr schnell wieder besser geworden und verlangte jetzt auf einmal, aus dem
Zimmer gelassen zu werden. Als ich die Tür öffnete, rief sie ihre Jungen, die
wie immer in Sekundenschnelle gehorchten, und wanderte mit ihnen aus dem Zimmer.
Erst brachte sie
sie in die Küche, ging mit ihnen um den Kühlschrank und den Gasherd herum, immer
mit kleinen Lauten für die Kinder, die ihr "bei Fuß" folgten. Dann wollte sie
ins vordere Zimmer. Sie ging um den Tisch herum, unter dem Sofa her und noch
einmal darum herum, zeigte den Kindern die Sessel und die Schränke und sogar das
Radio. Das hätte man filmen müssen!
Auf einmal dachte
ich: ich sehe nicht recht. Da laufen drei Kinder hinter Candy her, die zwei
Oncillas und die winzig kleine Niña, Emeraldas Baby. Sie lief brav mit und tat
alles, was die Oncillas taten. Als Candy sich umdrehte, sah sie das, schnüffelte
eben an Niña, leckte ermutigend über ihr Köpfchen und spazierte weiter, jetzt
mit drei Kindern.
Als Candy den
Kindern alles gezeigt hatte, ging sie wieder aus dem Zimmer, drehte sich bei
der Zimmertür noch einmal um und "spritzte" energisch gegen die Tür. "So, das
ist jetzt von uns!" hieß das. Ich habe es ihr, wie immer, vergeben.
Ab und zu
versuchten wir vorsichtig, den Familienvater Milagro mit seiner Familie zu
vereinen, aber das stieß auf Widerstand von Candy. Wenn Candy mit den Kindern
frei im Haus herumlaufen wollte, hatten wir immer erst aufgepasst, daß er grade
im Garten oder oben im Wintergarten war. Wenn die Tür zu Candys Zimmer
geschlossen war, saß er oft lange dort vor der Tür, schnüffelte am Spalt
darunter und kratzte an der Tür. Zuletzt ging er regelrecht in Hungerstreik und
ich konnte das so nicht mehr ansehen. Also setzte ich eines Tages einen großen
Teller mit Fleisch für Candy und die Kinder ins Zimmer, dann ließ ich mit
klopfendem Herzen Milagro hinein. Milagro war vernünftig genug, sich ganz still
und heimlich zwischen die Kinder zu zwängen und aß mit. Candy sah auf, wollte
scheinbar erst fauchen, besann sich dann und ließ ihn gewähren. Mir fiel ein
Stein vom Herzen, es war gelungen, die Familie zu vereinen.
Seitdem wurden sie
jeden Abend zusammen gefüttert und es wurde eine feste Gewohnheit, daß erst
Milagro zum Teller ging, alle anderen warteten, bis er ein Stück vom Fleisch
gewählt hatte. Dann holte Victor sich seine Portion, danach brachte Milagro
höchstpersönlich ein Stück an Victoria und zuletzt kam Candy dann zum Teller und
aß, was übrig war.
Genau wie Milagro
fing Victor sofort an zu essen, Victoria wartete ein wenig, Candy trug ihr Stück
irgendwohin und bewahrte es, bis die anderen gegessen hatten. Ich sorgte mich
manchmal, ob sie wohl genug bekäme bei der Prozedur, aber wenn ich sie
ermutigte, zeigte sie mir deutlich, daß ich mich in Sachen einmischte, die mich
nichts angingen. Diese Reihenfolge der Mahlzeiteinnahme gehört wohl zu den guten
Oncillamanieren. Wie sich das bei den Oncillas in der Natur abspielt, darüber
gibt es keine Berichte. Es kann nicht anders sein, als daß Milagro und Candy das
Ritual ausführten, für das sie genetisch programmiert waren.
Milagro spielte
jetzt auch oft mit seinen Kindern und gewiss nicht wilder, als Candy es tat.
Überhaupt spielten die Oncillas ungewöhnlich viel. Man weiß, daß das Spiel bei
allen Tieren einschließlich des Menschen eine Form von Lernen ist. Da man sagt,
daß man die Höhe der Intelligenz von Tieren daran erkennen kann, wie viel sie
spielen, war ich stolz auf meine Schützlinge, wenn ich sah, wie aktiv sie waren.
Allerdings kam bei
uns noch dazu, daß die Oncillas keine Zeit zur Futtersuche zu verwenden
brauchten. Spielen ist nämlich auch ein Luxus im Leben der Tiere, den sie sich
nur erlauben können, wenn genug Nahrung vorhanden ist. Also spielen und
lernen Tiere dort, wo und wenn genug Nahrung vorhanden ist, und das macht
wiederum ihre Chance zu überleben größer. So ergibt es sich, daß die Population
sich dem Nahrungsangebot anpasst. Das ist, wie schon oben erwähnt, das
Naturgesetz, das von allen Lebewesen nur der Mensch missachtet.
Es ist so
merkwürdig, daß wir Menschen uns für so schlau halten. Von meinen Tieren habe
ich gelernt, daß sie in mancher Hinsicht weitaus schlauer sind, als wir
Menschen. Natürlich können sie keine chemischen Formeln beherrschen, ich möchte
fast sagen "Gott sei Dank", aber sie haben einen weitaus realistischeren
Verstand als wir. Ihr Verstand beherrscht das Gebiet, das für ihr Leben wirklich
brauchbar ist. Man kann ihnen nichts vormachen. Kein Tier wird seine
Nahrungsgewohnheiten aus irrationalen Gründen umstellen, weil es schlank sein
will oder weil es irgendwelche andere Ziele damit verfolgt. Es weiß auch genau,
was gesund ist und ihm nützlich. Und sicher würde kein Tier so dumm sein, sein
Leben zu verändern oder gar angenehme Dinge zu opfern, weil man ihm eine
Belohnung verspricht, die der mystischen Fantasie anderer entsprungen ist oder
ein leeres, abstraktes Versprechen. Wir Menschen haben die Neigung zu denken,
daß das wahr ist, was wir glauben; die Tiere sind da realistischer, sie
vergewissern sich lieber. Im menschlichen Bereich erfährt man immer wieder,
daß „der Glaube die Botschaft zur Wahrheit“ macht. Die Tiere sind noch so
gesund, daß sie ihre eigenen fünf Sinne gebrauchen, um die Wahrheit heraus zu
finden. Das konnten wir nie besser demonstriert bekommen, als bei Candy und
ihrer Familie.
Wenn die jungen
Oncillas erschraken, liefen sie jetzt genauso oft zu Milagro wie zu Candy.
Wieder einmal war alles wundervoll und wieder einmal endete es erst einmal
schnell. Candy wurde wieder heiß und ich wollte keinesfalls, daß schon wieder
junge Oncillas "erschaffen" würden. Das wäre weder Candys noch meiner
Gesundheit zuträglich gewesen, also trennte ich die Familie vorläufig wieder.
"Ich trennte die
Familie...." das liest sich gut. Mein Mann allerdings, der natürlich "mitlas",
wenn ich schrieb, bekam einen Lachanfall: "Ich trennte die Familie...." Das
klingt als ob man gesagt hätte: "Komm sei brav, lieber Milagro, geh mal schön
nach oben. Candy ist zwar heiß, aber das ist nichts für dich und geht auch
wieder vorbei." Mein Mann hatte da eine andere Erinnerung: "Wenn ich noch an das
Theater denke!"
Also muss ich wohl
mit der Wahrheit herausrücken: es war eine süβ-saure Komödie und ich war dabei
die komische Figur. Denn das Letzte, was Milagro mir zollte, war Respekt. In
meinem Tagebuch, das ich jetzt wieder zu Hilfe nehme, steht alles bis ins
kleinste Detail aufgeschrieben, aber alles brauche ich natürlich nicht zu
bekennen, ich habe auch meinen Stolz.
Als ich entdeckte,
daß Candy rollig würde, ihre Beule am Schwänzchen zu bluten anfing und ich sah,
daß sie schon "präsentierte", war Els schon fortgegangen. Mein Mann dagegen war
noch nicht zu Hause. Also stand ich allein vor dem Familientrennungsexperiment.
Das Fleisch war
schon aufgetaut. Ich nahm ein Stückchen: "Schau mal, Milagro, ist das nicht
lecker?" Er rümpfte nicht einmal die Nase, er steuerte selbstbewusst auf Candy
zu. Um Candy abzulenken gab es nur einen Trick und der war nicht fair aber
brauchbar. Ich näherte mich schnell und nicht grade leise Victoria, die sofort
Alarm schlug. Das lenkte Candy lange genug ab, um mir Zeit zu geben, mich
zwischen Candy und Milagro zu postieren. Ende der ersten Szene.
Jetzt versuchte
ich Milagro mit dem Fleisch aus dem Zimmer zu locken, - kein Interesse. Ha,
dachte ich, der Reflex, wenn etwas wegläuft oder fliegt! Ich nahm das Fleisch
und warf es in Richtung Tür. Mit einem Sprung raste.... nein, nicht Milagro
sondern Victor hinterher und Candy folgte ihm. Ich hatte die
Tür schon in der
Hand und schloss sie in einem Reflex meinerseits. Ergebnis: Candy und Victor
draußen, Milagro und Victoria drin. Richtige Methode, falsche Wirkung. Also die
Tür wieder öffnen, neues Fleisch holen, noch einmal versuchen.
Milagro fing an
sich zu ärgern, er fand mich lästig und unerwünscht. Ich durchkreuzte seine
Pläne. Was sollte ich tun? Ich war völlig hilflos, schließlich war Milagro ganze
24 cm hoch und ich war allein.
Nächste halbe
Stunde: keine Veränderung in der Rollenverteilung.
Als mein Mann nach
Hause kam, saß ich mit einem Stück Fleisch in der Hand auf der Treppe, Candy war
aus unbekanntem Grund böse auf Victor und schlug den um die Ohren und Milagro
war noch immer voll freudiger Erwartung kommender Liebesabenteuer.
Mein Mann wunderte
sich längst über nichts mehr, aber trotzdem wollte er wissen: "Was ist denn hier
los?"
"Candy ist rollig,
ich versuche Milagro daran zu hindern, sie zu decken und will ihn nach oben
bringen." sagte ich etwas atemlos.
"Warte mal.." mein
Mann nahm seinen Schal ab, schlingerte ihn wie ein Stierkämpfer vor sich her und
wußte so Milagro, der abwechselnd den Schal zu greifen versuchte und dann wieder
einen taktischen Rückzieher machte, auf den Korridor zu locken. Auf die Dauer
gelang ihm das sogar.
"Kein Problem"
sagte mein Mann, "Wo soll er jetzt hin?"
"Nach oben", sagte
ich matt und kam mir wenig kompetent vor.
Milagro allerdings
war anderer Meinung. Mit einem Satz war er in der Küche, flitzte hinter den
Gasherd.
"Pass auf, daß er
das Essen nicht umwirft!"
"Es gibt keins,
ich hatte keine Zeit zum kochen."
"Oh!"
Noch eine
Dreiviertelstunde ungefähr haben wir mit Tüchern und Fleischstückchen
manipuliert, dann hatten wir Milagro oben im Badezimmer. Stufe für Stufe hatte
er sich herauf locken lassen. Aufscheuchen wollten wir ihn nicht, auch wenn das
schneller gegangen wäre. Das Vertrauen, das er zu uns hatte, durfte nicht
zerstört werden.
Daß ich nicht
gekocht hatte, war nicht so schlimm, wir waren beide zu erschöpft für eine
ausführliche Mahlzeit. Für solche Fälle gab es immer "Notrationen", die gar
nicht so schlecht waren. Ein wichtiger Bestandteil der Abendmahlzeit war vor
allem, daß man zusammen saß und einander die Ereignisse des Tages erzählen und
Meinungen austauschen konnte. Mein Mann hatte eine interessante Arbeit und ich
hatte immer von meinen Abenteuern des Tages zu berichten.
Als wir später am
Abend das Badezimmer zu dem benutzen wollten, wozu es bei normalen Leuten
dient, saß Milagro wie ein Häufchen Elend in einer Ecke und hatte sein Stück
Taube nicht angerührt. "Er wird sie in der Nacht verputzen", dachten wir. Aber
auch am nächsten Morgen hatte er keinen Happen davon genommen. Uns sah er an,
als ob wir fremde Ungeheuer wären.
Hermien sah am
nächsten Tage eben herein und sie war nicht mit mir zufrieden: "Du gebrauchst
große Worte, daß du die Tiere so natürlich wie möglich hier leben lassen willst,
aber was du jetzt tust, ist äußerst unnatürlich."
"Ich weiß, aber
willst du vielleicht das nächste Oncilla-Nestchen großziehen und behalten?"
"Würde ich liebend
gern, aber du weißt, daβ das nicht geht."
"Na, also!"
Unten im
Oncillazimmer veränderte sich die Situation jetzt. Victor übernahm die Rolle von
Milagro, nahm erst seine eigene Portion, brachte dann ein Stück an Victoria und
danach erst durfte Candy zum Teller. ("Wenn ich groß bin, liebe Mutti!")
Candy blieb eine
ganze Woche lang rollig und Milagro hatte nach einer Woche noch keinen Happen
gegessen, nur ein wenig Wasser getrunken. Er sah struppig und elend aus. Ich
glaube, wenn Candys Hitze noch lange gedauert hätte, dann hätte ich sie aus
Mitleid von Milagro doch noch decken lassen. Aber glücklicherweise legte sich
ihr Zustand schnell und ich ließ die Tür vom Badezimmer offen stehen, um Milagro
frei zu lassen. Aber der war so apathisch geworden, daß er gar keine Notiz von
der offenen Tür nahm. Er blieb in seiner Ecke liegen.
Wenn der Berg
nicht zu Mohammed kommt.....ich würde Candy und die Kinder nach oben bringen
müssen. Ich rief also erst einmal Candy. Sie kam immer, wenn man sie rief:
"Candy, kom (komm)!"
Man sagt, daß die
intelligentesten Säugetiere bis zu 50 Worte lernen können, d.h. ihre Bedeutung
verstehen und danach handeln. Ich weiß nicht, wieviel Worte ich meinen
Wildkatzen hätte beibringen können, wenn ich das damals gewußt hätte. Ich bin
sicher, daß es viele gewesen wären. Von einigen, wichtigen, wußten sie die
Bedeutung. Das Wort "kom" verstand Candy tadellos und befolgte es auch.
135
Das Wort "af" also
zu Deutsch "ab" ist auch so ein Wort, das alle meine Katzen lernen müssen. Es
gibt Situationen, in denen es absolut notwendig ist, die Katzen zurückzurufen
oder zu warnen, z.B. am Gasherd oder wenn sie die Blumen aus der Vase ziehen
wollen, ehe die- oder derjenige, der sie uns mitgebracht hat, wieder fort ist.
Dann kann ein wirkungsvolles "Af!" eine Katastrophe verhindern.
Wenn ich dagegen "Poule-poule"
rufe, wissen bis heute alle meine Katzen, daß es etwas zum Futtern gibt. Man hat
mich oft deswegen ausgelacht. Erst als ich das "poule-poule" längst bei uns
eingebürgert hatte, wurde mir bewußt, warum ich gerade dieses Zwillingswort als
Lockruf gebrauchte.
Als Kind hatte ich
meine Ferien viel auf dem Bauernhof meines Onkels verbracht. Dort gab es viele
Tiere, Pferde, Kühe, Schweine, Hühner und Gänse, Hunde und Katzen. Es war ein
Paradies für mich. Mit den Hunden und Katzen spielte ich natürlich, aber am
Abend durfte ich die vielen Hühner füttern. Es waren solche, die man heutzutage
"glückliche Hühner" nennt. Sie scharrten den ganzen Tag auf den Feldern herum,
wo es genug zu picken gab, denn es war ein "gemischter Betrieb" mit Vieh, aber
auch langgestreckten Kornfeldern. Am Abend sollten alle Hühner zum Stall
zurückkehren, darum gab es abends eine Extraportion Hühnerfutter. Der Lockruf,
mit denen sie gerufen wurden, hieß "poule-poule", also eigentlich
"Hühnchen-Hühnchen", aber meine Kenntnisse der französischen Sprache waren wohl
nicht so intensiv, daß ich mir der Bedeutung des Lockrufes bewußt gewesen wäre.
Für mich wurde er zum Futterlockruf allgemein.
So haben meine
Katzen also meine sprachkenntliche Fehlentwicklung als "Gong" kennen gelernt, "poule-poule"
bedeutet: es gibt Futter. Auch Candy kannte die Bedeutung des Lockrufes, genau
wie die von
"komm". Sie kannte
auch die Bedeutung von "kindjes" (Kinderchen). Gleich als die Kleinen geboren
waren, hatte ich jedesmal, wenn ich zu den Kleinen kam, lobend zu Candy gesagt:
"Mooie kindjes heb je, Candy!" (Schöne Kinderchen hast du, Candy!") oder auch
nur: "Ah, kindjes!" Das verstand sie bald. Wenn sie später einmal nach meiner
Meinung zu lange von ihren Kindern fort war, oder wenn irgendetwas mit den
Kindern nicht in Ordnung war, sagte ich "kindjes!" und dann ging sie sofort zu
ihren Kindern zurück.
Als ich jetzt
Candy mit den Kleinen nach oben zu Milagro bringen wollte, rief ich aus
Gewohnheit: "Candy kom!" Candy kam und sah mich an. Die Kinder waren im
Oncillazimmer zurückgeblieben. Also sagte ich: "Nee, Candy, ook de kindjes"
("Nein, Candy, auch die Kinder"). "Kindjes" verstand sie, brav ging sie zurück
zu den Kleinen. Die kleinen Oncillas selbst konnte ich noch nicht rufen, sie
gehorchten noch immer ausschließlich den Befehlen der Mutter.
"Candy kom, MET
kindjes!" ("Candy, komm MIT den Kindern")
Aber das war eine
neue Situation, zwei Anweisungen in einem Satz: "Kom" war Richtung Treppe, wo
ich stand, "kindjes" war ein Auftrag in Richtung Zimmer, wo Victor und Victoria
waren. Candy war sichtbar ratlos. Ich holte einen Teller mit Fleisch und hielt
ein Stückchen hoch. "Candy EN kindjes, KOM, poule-poule!"
Sie reagierte auf
das Poule-poule und postierte sich dort, wo sonst der Teller immer hingestellt
wurde. Mir wurde klar, daß es jetzt Zeit für eine neue Unterrichtsstunde wäre.
Ich hielt das Stück Fleisch hoch, ging ein paar Stufen die Treppe herauf und
sagte: "Candy BRENG kindjes" (Candy, BRING die Kinder). Eben lief sie ratlos hin
und her. Ich rief das ganze noch einmal und ja, sie verstand es. Sie rief ihre
Kinder und folgte mir (und dem Stück Fleisch) bis oben ins Badezimmer. Den
Ausdruck "breng kindjes" hatte sie für immer gelernt.
136
Oben setzte ich
den Teller auf den Fußboden und sofort ging Milagro hin und stürzte sich auf das
Futter. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Victor allerdings nahm sein Stück Fleisch
und legte es ein wenig abseits, griff dann das zweite und gab es Victoria. Trotz
seines Hungers merkte Milagro das und fiel Victor an und wollte mit ihm
streiten. Wenn ich nicht meine guten Vorsätze, der Natur keine Vorschriften
machen zu wollen, vergessen hätte und doch dazwischen gekommen wäre, hätte es in
unserem Badezimmer einen Krieg gegeben.
Das war der Anfang
des Generationskonfliktes zwischen Milagro und seinem Sohn Victor.
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