Auch Assunta war inzwischen "zu Besuch" bei Gré Jebbinks Simba gewesen und
hatte zwei wunderschöne Töchterchen und einen Sohn bekommen. Eins der
jungen Kätzchen sollte Gré haben und das andere blieb - wer hätte es
anders erwartet? - bei uns. Gré nannte ihr neues Kätzchen Joya und ich
unseres Bonita. Der kleine Bruder wurde Muchacho getauft und für ihn
wollten wir eigentlich liebe Menschen suchen, die ihn kastrieren sollten.
Aber im Nachhinein war er gar zu schön um kastriert zu werden und blieb
dann doch bei uns.
"Du stehst nur noch im Dienste deiner Katzengötter", sagte Hermien.
"Aber ja", sagte ich, "damit folge ich schließlich einer sehr alten
Tradition. Ich habe gerade gelesen, daß in der alten Inkakultur die
kleinen gefleckten südamerikanischen Katzen Tempelkatzen waren. Genau wie
auch im alten Ägypten die Katzen der Sahara, wie wir sie im Louvre
abgebildet sehen, einmal Tempelkatzen waren, deren Ebenbild die Abessinier
sein sollen, wenn nicht gar ihre fernen Nachkommen. Sie waren der Göttin
Bastet gewidmet. Du kennst ja die wundervollen Skulpturen."
"Ich weiß es, ich war einmal dort," sagte Hermien, "die alten Ägypter, sie
verehrten ihre Katzen fast so innig wie du."
"Spott beiseite, Hermien, dein Vergleich ist nicht einmal vollkommen. Ich
habe gleich einen doppelten Katzentempel, die Ebenbilder von beiden alten
Kulturen, die der Ägypter und die der Inkas, sind hier bei mir im Haus
vereinigt."
"Na ja,", sagte Hermien, "solange du nicht vor deinen Katzen auf die Knie
fällst und Opfer bringst, werde ich weiter nicht protestieren. Ich habe ja
gar nichts gegen deinen Katzenkult. Ich liebe sie ja auch."
"Weiß ich doch, Hermien, es sind eigentlich auch ein biβchen deine Katzen.
-und dein Kinkajou auch."
Wir konnten uns immer einigen, außer in einem Punkt: den Ausstellungen.
Ich hatte inzwischen "Blut geleckt", seit ich mit Assunta auf jeder
Ausstellung Erfolg hatte und auch Dalila und Sothis viele Preise bekamen.
Diese Preise, Pokale und Siegerschleifen, die immer erst ein paar Tage im
Wohnzimmer prunkten, ehe sie auf dem Dachboden verstaut wurden, nannte
Hermien kurz und bündig "Blechbecher und Kunstseidenfetzen".
"Was hast du davon?"
"Das Gefühl, daß ich gewonnen habe."
"Du?"
"Na gut, nicht ich, aber meine Katzen."
"Laß mich nicht lachen. Die wollen Mäuse fangen oder in Ruhe gelassen
werden. Die wollen doch nicht gewinnen. Und wieso haben sie eigentlich
gewonnen? Müssen sie Männchen machen und durch Reifen springen?" - Hermien
weigerte sich grundsätzlich auch nur einmal mit zu einer Ausstellung zu
gehen.
"Sie werden von einem Katzenrichter beurteilt und der richtet sie nach
einem Standard."
"Und wer hat den Standard gemacht?"
"Nun, das waren Leute in England, die selbst Abessinier züchten."
"Also, die haben ihre Abessinierkatzen angesehen, haben sie beschrieben
und gesagt: „Wenn eure Katzen nicht auch so aussehen wie unsere, dann habt
Ihr verloren.“
"Ja.... eh, ich meine, nein, ach, du verstehst das einfach nicht."
"Da hast du recht. Was das betrifft, verstehe ich dich einfach nicht."
sagte Hermien.
...und ich sagte: "Siehste!"
So wurden im Laufe der Zeit sowohl Assunta als auch Dalila und Sothis
Internationaler Champion in der Katzenwelt, allerdings nur dort. Zu Hause
hatten wir andere Champions, im Gardinenklettern z.B. oder im "Fangen"
eines Bratens und zwar so, daß der Deckel wieder auf den Bratentopf zurück
gleitet und keine Spuren zurückbleiben, an denen man erkennen könnte, wer
das getan hat. Es gab auch Champions im Ausräumen von Wäscheschränken,
deren Tür nicht gut geschlossen war, und sogar Champions im Nagelschärfen
an Sofas und Sesseln..
In Punkto Ausstellungen war mein Mann wohl im tiefsten Herzen einer
Meinung mit Hermien, aber er hielt sich da raus. Er sagte: "Wenn‘s dir
Spaß macht, dann tu‘s." Im Anfang hatte er mich ab und zu einmal am Schluß
der Ausstellung abgeholt und oft gerade noch die "Preisverteilung"
mitgemacht. Später blieb er weg, - er wisse jetzt, was das wäre, sagte er
nur. Und "un prix d'honneur pour Madame Falkena“ rief er, wenn er mir das
Salz herüberreichte oder die Butter.
Ein Katzentempel ist, bei wachsendem Bestand, eine arbeitsintensive
Angelegenheit. So traf es sich, daß Bekannte, die von Arnheim fortzogen,
uns eine Hilfskraft überlassen hatten von der Art, die man damals noch
Putzfrau nannte. Heute heißt so jemand Raumpflegerin, ich weiß nicht
warum. Ich finde es sehr ehrenwert von Zeit zu Zeit zu putzen und ich
persönlich bin ganz zufrieden damit, daß ich eine Frau bin. Die Ausdrücke
Raum und Pflege dagegen, rufen in mir ein Bild von einem kranken,
pflegebedürftigen Fast-Universum auf, das nichts mit Möbeln und Kochtöpfen
zu tun hat. Aber ja, jede Zeit hat ihre eigene Sprachkultur.
Wie dem auch sei, die Putzfrau, annex Raumpflegerin hieß Janna und wir
nannten sie heimlich "Juffrouw Neus", zu Deutsch Fräulein Nase, weil sie
ihr ansonsten recht niedliches Stupsnäschen gern in Dinge steckte, zu
deren Pflege sie nicht angestellt war.
Im übrigen aber war sie erstaunlich aktiv und wenn sie nicht gerade am
Fensterputzen oder Küchenwischen war, befand sie sich auf ständiger und
intensiver Suche nach Katzenhaaren und Federn, die ihr beide ein Greuel
waren.
Unsere Buena war im großen, ganzen weitaus menschenfreundlicher als ich,
nur durfte man ihre Grenzen nicht überschreiten. Das zeigte sich, als
eines Tages wohl das letzte Haar und das letzte Federchen in Jannas
Staubsauger verschwunden war und sie ihre Aktivität plötzlich und
unerwartet Buenas Körbchen zuwendete. Wo Buena in dem Augenblick war, weiß
ich nicht. Ich war im entscheidenden Moment irgendwo anders, sonst hätte
ich ein Veto eingelegt.
Als ich dann später herunterkam, war Janna, alias Juffrouw Neus, auf der
Terrasse grade damit fertig, das Kissen aus Buenas Körbchen einer
gründlichen Klopf- und Bürstenbehandlung zu unterziehen. Das Ergebnis
schien sie zu befriedigen, denn jetzt wandte sie sich mit Wurzelbürste und
Seifenlauge dem Körbchen zu. - Das war das Erste, was ich sah. Das Zweite
war, daß Buena mit schwingendem Schwanz und zurückgelegten Ohren um den
Korb und die ihn behandelnde Persönlichkeit Kreise zog, wie einst der
Pudel um den Doktor Faustus und seinen armen Lehrling Wagner, den man
immer für dumm erklärt, weil er so gern alles wissen wollte. Die Kreise
wurden immer enger und Juffrouw Neus war scheinbar noch immer völlig
arglos; sie arbeitete konzentriert und überzeugt.
Ich verfolgte das Ganze fasziniert, weil ich wußte, daß Buena nichts
wirklich Gefährliches tun würde. Auf einmal setzte Buena sich genau in das
Blickfeld der Missetäterin, die ihr Körbchen zu mißhandeln wagte, und
schaute sie nur mit ihren Kulleraugen an. Die Ohren lagen zurück, der
Schwanz peitschte. Ein ganz leises Knurren konnte man hören, so wie man
an warmen Sommerabenden in der Ferne ein Gewitter aufziehen hört.
"Juffrouw Neus" blickte plötzlich auf, sah Buena, ließ das Körbchen fallen
und rannte in die Küche, wo sie auf einen Stuhl sank. Ich mußte schnell
entscheiden, wen ich erst beruhigen sollte, Juffrouw Neus oder Buena, und
entschied mich für Buena. Ich packte das erstbeste Handtuch, fegte damit
das Körbchen, so gut es ging, trocken, legte das Kissen hinein und trug
das Ganze wieder auf den Schrank. Buena folgte mir, sprang in ihre "Höhle"
und blickte mit der Miene des Siegers auf "die da unten" herab.
Dann ging ich in die Küche und sagte zu Juffrouw Neus: "So, jetzt trinken
wir erst einmal eine Tasse Kaffee. - Und was Buenas Körbchen betrifft, das
überlassen Sie in Zukunft besser mir." ...und so geschah es. Ich selbst
durfte nämlich mit dem Körbchen tun, was ich wollte, schließlich war ich
der Architekt der "Höhle."
Zum Unterhalt eines solchen Haushalts gehört natürlich mindestens einer,
der sehr viel arbeitet, um diesen Unterhalt zu verdienen. Dieser Eine war,
wie bereits deutlich geworden ist, mein Mann. Es machte ihm nichts aus, er
liebte seinen Beruf. Aber jetzt sah er doch oft recht blaß und abgespannt
aus. Wir beschlossen, daß wir in diesem Sommer einmal richtig ausspannen
würden. Wie immer, wenn wir Ferien machen wollten, wurden Prospekte
geholt, und wie immer fiel die Wahl auf die Schweiz, die damals noch
weniger touristenüberschwemmt war als heute, und die mit ihren herrlichen
Bergen den richtigen Kontrast zum holländischen Flachland bietet. Meine
Tochter hatte auch Ferien und würde sich der Katzen annehmen. Die Arbeit
war geregelt und in den Tiefkühltruhen war ausreichend Futter für die
Katzen.
An diese Ferienzeit in wundervoller Umgebung habe ich die schönsten
Erinnerungen. Das Wetter war herrlich, das Hotel angenehm, das Essen war
vorzüglich und wir genossen es meist auf einer von Platanen überschatteten
Terrasse. Dort wartete dann schon ein reizendes kleines Kätzchen auf uns,
das uns an unser Jantje zu Hause erinnerte. Es hatte schnell begriffen,
daß wir Katzenfreunde waren und am Abend, wenn wir schlafen gingen, kam es
aus irgendeinem Schlupfwinkel zum Vorschein und dann nahmen wir es
heimlich mit in unser Schlafzimmer. Unter den Ferienfotos befinden sich
natürlich auch einige von unserer kleinen Freundin, dem "Kätzli". Gegen
Morgen verschwand sie dann durch die offenen Balkontür, um erst zum
Abendessen zeitig zurück zu sein. Es tat uns richtig leid, von dem kleinen
Kätzchen Abschied nehmen zu müssen, als wir fortfuhren. Es gehörte zum
Hotel und wir hofften nur, daß es nach uns neue Hotelgäste finden würde,
die es auch etwas verwöhnen würden.
Wir hatten jeden Abend zu Hause angerufen, um zu hören, ob alles in
Ordnung wäre und nur gute Berichte bekommen. So kamen wir dann, nach
vierzehn Tagen, erholt und froh wieder nach Hause und unsere erste Frage
galt natürlich den Katzen.
"Alles ist prima", sagte Marion.
Mein Mann ging mir vor in das Zimmer, in dem Buena war. "Hallo, Buena!"
rief er und im nächsten Augenblick flog Buena ihm um den Hals, leckte laut
spinnend sein Gesicht und biß ihn kräftig in seine Lippen. Wir sind
sicher, es sollte ein Willkommenskuss sein, aber für solche
Willkommensküsse sind menschliche Lippen nicht eingerichtet, also hatte
Buena eine Lippe regelrecht gespalten. In einem Reflex warf mein Mann
Buena ab und drückte sein Taschentuch gegen die Lippe, aber das Blut war
nicht zu stillen.
"Schnell, zum Krankenhaus, Bobby!", konnte ich nur sagen, lief zum Auto
und fuhr meinen Mann zur Unfallstation des Krankenhauses. Dort war ein
Notarzt, der die Wunde sofort reinigte und nähte.
"Was ist passiert?" fragte er.
"Ich bin gefallen." sagte mein Mann.
"Nein", sagte der Arzt, "Sie sind von einem Hund oder einer Katze
gebissen."
Darauf hat mein Mann gar nicht erst geantwortet. Wer eine kaputte Lippe
hat, braucht nicht auf alles zu antworten.
Damals haben wir das gelernt, was wohl ein jeder wissen sollte, der mit
wilden oder zahmen Tieren umgeht, die eigentlich stärker als die Menschen
sind. Sie können mit Liebe dazu erzogen werden, daß sie ihre Kraft zügeln
und sich aus Anhänglichkeit zu ihren Bezugspersonen auch beherrschen.
Aber wenn die Emotionen zu heftig werden, bei Schreck oder, wie in unserem
Fall, bei großer Freude, dann können diese künstlichen Bremsen versagen.
Auch von Hunden kennt man solche Erfahrungen.
Wenn wir später einmal von einer Reise nach Hause kamen, waren wir
vorsichtiger. Wir sprachen erst laut vor der Tür, um hören zu lassen, daß
wir da waren, kamen dann ruhig ins Zimmer und hielten Buena bei der
Begrüßung auf Armlänge.
Buena selbst war von der Wirkung ihres "Kusses" genauso erschrocken, wie
wir. Sie war tagelang verlegen und scheu und man merkte ihr an, daβ sie
traurig war. Bis sie dann, bald danach, wieder rollig wurde und sich wie
eh und je um den Hals des Einen schlang, den sie liebte wie sonst keinen.
So gab Buena uns eine Demonstration der Lorenzschen Entdeckung, daß Tiere
sogar eine auf den Sex übertragene starke Beziehung mit demjenigen
aufbauen, der in ihren Augen die wichtigste Person in ihrem Leben ist.
Nach Lorenz ist allerdings ausschließlich die "Prägung", sozusagen der
erste Eindruck im Gehirn nach der Geburt, ausschlaggebend.
Praktische Erfahrungen von Menschen, die ein Tier aus einer bedrohlichen
oder schmerzlichen Situation gerettet haben, haben aber ergeben, daβ auch
das einen Reflex bei Tieren auslösen kann, den wir menschlich
interpretiert als "Dankbarkeit" werten, den ich aber gern als eine
Fähigkeit zur Erinnerung und bleibender Wertung einer Erfahrung
bezeichnen möchte. Diese Fähigkeit kann eine fast ebenso starke
emotionale Bindung entstehen lassen, wie die "Prägung". Vorbilder gibt es
viele. Das braucht nicht immer der bekannte Elefant zu sein, der aus der
Falle befreit worden ist. Auch bei Kätzchen, die ich aus dem Tierheim
befreit hatte, habe ich später eine sehr starke Affinität zu mir, ihrem
"Erlöser", wahrgenommen.
Später hatte auch Professor Leyhausen eine Erfahrung ähnlicher Art. Die
Margay Bonita, die er aus erbärmlichen Umständen bei einem Tierhändler
freikaufte, liebte seine Frau Barbara heiß und innig. Wenn Bonita rollig
war, verhielt sie sich genau wie unsere Buena und verschmähte in erster
Instanz den armen Bueno als Partner. Erst viel später hat sie dann doch
einmal ein Junges von Bueno bekommen, das von Herrn und Frau Leyhausen
„Bobby“ getauft wurde. Leider hat dieses Junge nur kurze Zeit gelebt.
Andererseits kann auch eine heftige Antipathie gegen Menschen entstehen,
wenn ein Tier schlechte Erfahrungen mit unserer Spezies gemacht hat. Das
ist bekannt. Aber daß auch eine vergleichbare Antipathie, die sogar auf
eine erkennbare Gruppe (Farbe) der eigenen Art übertragen werden kann,
habe ich nicht gelesen, sondern durch meine Cleoni gelernt.
Eines Tages war Cleoni zugleich mit Assunta rollig und ich rief Gré
Jebbink an und erzählte ihr, daß ich gern mit einer von den beiden
Abessinierinnen zu Simba kommen würde. Nur wüßte ich noch nicht, welche
von beiden ich bringen sollte.
Gré sagte begeistert: "Bring sie doch beide. Dann können sie zusammen ihre
Kleinen aufziehen. Mein Simbachen schafft das spielend."
Ich fand das einen vernünftigen Vorschlag. Cleo und Assunta waren zwar
keine ausgesprochenen Freundinnen, aber sie vertrugen sich und zwei Würfe
zugleich schienen mir auch eine gewissen Sicherheit zu geben, wenn einmal
eine der beiden zu wenig Milch haben sollte. Also packte ich zwei
verliebte Kätzchen in zwei Transportkörbe und fuhr zu Gré Jebbink und
ihrem "Simbachen".
Es gab zu Hause, wie immer, viel zu tun und Gré Jebbink kannte meine
Katzen wie ihre eigenen. Also ließ ich sie unbesorgt bei Gré zurück und
ging schnell wieder zurück nach Hause.
Das Telefon klingelte schon früh am nächsten Morgen. Es war Gré: "Assunta
ist schon gedeckt, nur mit Cleo klappt es noch nicht."
"Gut, dann lasse ich die beiden noch eben bei dir und hole sie morgen oder
übermorgen ab. Ist das gut?"
"Natürlich, komm so wie es dir paßt." sagte Gré.
Ich fuhr doch gleich am nächsten Tag zu Gré. Was ich dort sah, war eine
triumphierende Assunta, die sich grade von Simba decken ließ, und irgendwo
in einer Ecke saß eine vollkommen verstörte Cleonie. Ich nahm sie auf und
sie klammerte sich mit allen vier Pfötchen an mich.
Dann erzählte mir Gré, daß zu Anfang beide Katzen vor Simba "präsentiert"
hatten, daß Simba sich aber ausschließlich für Assunta interessiert habe.
Wenn Cleo sich ihm näherte, wurde sie von ihm und Assunta vertrieben. Auch
als Gré schließlich Assunta aus dem Zimmer gesetzt hatte und Simba mit
Cleo allein war,
hatte er sie nicht beachtet und sie angefaucht, wenn sie in seine Nähe
kam. Inzwischen hatte sie sich vor ihm gefürchtet und sich versteckt.
So nahm ich nun schnell meine beiden Katzendamen wieder mit nach Hause.
Cleo schlich durchs Haus wie ein geschlagener Hund oder, realistischer
ausgedrückt, wie eine verschmähte Katze. Um Assunta machte sie einen
großen Bogen. Sie war gekränkt und traurig. Aber als ich am nächsten Tag
in den Garten blickte, wo die Katzen sich in der Sonne räkelten, sah ich
plötzlich, daß Sothis Cleonie deckte. Das mit dem Spätentwickler, von dem
Mrs. Winsor gesprochen hatte, konnten wir nun wohl als erledigt
betrachten. Cleo hat wunderschöne Jungtiere aus dieser Verbindung
bekommen, aber das ist nicht die Essenz der Geschichte. Das merkwürdige an
dem ganzen Vorfall ist, daß Cleo sich ihr Leben lang niemals mehr von
einem wildfarbigen Kater decken ließ. Wir konnten tun, was wir wollten, ob
es nun der wunderschöne Muchacho aus dem ersten Nest von Assunta und Simba
war, oder später der sanftmütige Emir, ein Sohn von Sothis und Assunta,
kein wildfarbiger Kater fand Gnade bei Cleo. Sie wollte nur Sothis zum
Partner und später, als Sothis kastriert war und seine Aufgabe an seinen
ebenfalls roten Sohn Tarzan übertragen hatte, durch diesen. Aber nie und
nimmer ließ sie einen wildfarbigen Kater mehr an sich herankommen.
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