Theorie und erste Darstellung des Projekts

Ich war auf Kreta und ich war danach an der Uni zu einer Tagung "Urmensch und Wissenskultur"
... hier die Frucht....

In der letzten Zeit lud ich einige Akademiker ein,
meine Webseite �ber das Projekt "Magic Kreta" zu besuchen.

Diese Akademiker haben in ihren Beitr�gen zur Literatur, Anthropologie oder Psychologie gewisse Aspekte meines Projektes angesprochen. Deswegen diese Klarstellung, wenigstens ein Versuch davon.
Theoretische Grundlagen sind: philosophische Schriften von M. Heidegger, F. Nietzsche, Heinrich Heine, Ludwig Klages, Henryk Skolimowsky (The participatory Mind), weiter spirituell-anthropologische Schriften von Krishnamurti, Rudolf Steiner, Allan Watts, Helmut Barths " Die zwei Gesichter von Wirklichkeit", Wilburs "Die R�ckkehr der G�ttin".... um nur einige zu nennen,

Praktische Hintergr�nde: meine 10j�hrige T�tigkeit als Physiotherapeut, �ber 30j�hrige Erfahrung als Leistungssportler und Trainer ( Fechten, Tennis, Ski), weiterhin Erfahrungen als Sprachlehrer und Reiseleiter Im allgemeinen bin ich entt�uscht �ber das Ausbleiben der praktischen Implikationen der von den einzelnen Wissenden er�rterten Thesen. Es gibt Ausnahmen und die habe ich auf diese "Reise" hier eingeladen. Ich danke euch f�r Ihr Angagment. Deswegen bin ich in Deutschland geblieben, denn etwas von der Hingabe an die Sache ist in einzelnen Gelehrten noch zu sp�ren. Das ist die gro�e Tradition des 19. Jahrhunderts, die mich an den Deutschen fasziniert.
Diese "ironische" Einstellung zum eigenen Wissen hat schon Nietzsche in seiner Schrift "�ber den Nutzen und Nachteil der Historie f�r das Leben" klar vorhergesagt. Die Losung " Es lebe die Wissenschaft, es sterbe das Leben" scheint mir in vielen F�llen Wahrheit geworden zu sein. Was n�tzt das Wissen �ber alle diese Fragen der Kultur und Anthropologie, die Suche nach neuen Gesellschaftsentw�rfen, wenn sie nicht das Leben der Gelehrten selbst ver�ndern?
Es hei�t immer wieder der zeitliche Rahmen erlaubt es nicht...usw. Die Beitr�ge werden vorgelesen, die pers�nlichen Kontakte gepflegt unter den "Eingeweihten", Publikationen f�r die kleine Schicht der "Wissenden" erscheinen. Das Leben drau�en aber geht seine Wege und in 30 Jahren wird es keine Spur von diesen gro�artigen Tagungen geben.
Dagegen versuche ich praktisch in Form von Experimenten (f�r die ja dieses Jahrhundert von Nietzsche vorgesehen wurde) das Wissen, welches ich durch Studium und Erfahrung gesammelt habe, einzuverleiben.

Der Projekt "Magisches Kreta" hat folgende Aspekte:
Abenteuerliche Queste auf der Suche nach eigenem Wesen, nach der initiatorischen Selbsterfahrung mitten in der wilden Natur Kretas (ich selber praktiziere das ja auch hier um den Bodensee herum)

Physiologische Verankerung der neugewonnen oder wiederentdeckten Bewu�tseinszust�nde durch st�ndige Wiederholung der zu der Person passenden Rituale. Diese k�nnen jeweils individuell abweichen.

Diese Zust�nde, die ja eine Ann�herung an die tiefsten Schichten des K�rperbewu�tseins zum Ziel haben, k�nnen durchaus dionysischen Charakter annehmen. Tanz, Musik, Joggen, Klettern, Schwimmen etc. oft bis an die Grenze der Belastbarkeit.
In dieser Hinsicht sto�e ich auf die st�rkste Barriere bei den heutigen Gelehrten. Der Typus des modernen Geisteswissenschaftlers von heute exemplifizieret meiner Meinung nach die These von Nietzsche, das das Einverleiben von zu viel kognitivem Wissen dem vollen Leben eher nachtr�glich ist. Das ist der Nachteil des Studiums allgemein. Die These das "Sch�nheit mehr ist als Wahrheit" , oder, dass der Mensch eher fiktionale, jedoch harmonische und stimmige Zust�nde zu seiner Gesundung braucht als harte Fakten und sogenannte wissenschaftliche Wahrheiten, wird oft zwar angedeutet, aber ihre volle praktische Bedeutung nicht erkannt.

Weiter zum Projekt: Das diskursive Bewerten und Beurteilen der dionysischen Erfahrung der Einheit und die k�nstlerische Darstellungen davon ( mein Qi Gong in der Natur, meine Poesie und Photographie und digitale Phantasie) soll jedoch nicht vernachl�ssigt werden. Da sehe ich M�glichkeiten der Zusammenarbeit mit scharfen Analytikern/Kritikern.

Auch in meiner Praxis folgt an den dionysichen Rausch der Sinne die apollinische Phase der Beruhigung, Restrukturierung unn Harmonisierung der Physiologie des K�rpers. Das wird erreicht durch Qi Gong �bungen und durch Meditation/Konzentration. Aus dieser Beruhigung, bzw. Aufhebung der chemischen Zust�nde, die im k�rperlichen Rausch entstehen (absolut ohne Drogen!!) in das kognitive Apparat, entstehen dann Visionen, Gedichte, harmonische langsme Bewegungen - eine Art Vergeistigung des K�rpers. Nur in diesen gehobenen Zust�nden wird Verbindliches geschrieben. Nur aus dieser Position der St�rke werden die zuk�nftigen Schritte bedacht.

Neulich experimentiere ich mit dem verschieben des Bewu�tseinsfokus in Pflanzen, Tiere, Mineralien, die ich auf meiner Queste erlebe und photographiere. Angeregt durch Zen Poesie und die �berlegungen von Heidegger zur Aufgabe des Dichters in unserer Zeit (nach H�lderlin) versuche ich "die Stimme der Erde" zu werden. Dies ist nur m�glich, weil ich vorher eine starke K�rperverankerung des Bewu�tseins praktiziere. Die spirituellen, �kologischen und kosmologischen Implikation dieser Erfahrung sind f�r mich begl�ckend und sie stehen voll im Einklang mit dem, was Henryk Skolimowsky in seinem faszinierenden Buch "The Participatory Mind", schreibt.

In K�rze: Der Weg der Materie von der Explosion der Ursonne �ber die Stufen der unbelebten Materie auf der Erde - Pflanzen Tiere und Menschen - ist ein Bogen, �ber den die Materie/Evolution sich selbst ein Organ hervorbringt, der ihr eigenes Wesen reflektieren kann. Gegenw�rtig ist die h�chste Stufe des Seins das selbstbewu�te Sein des Menschen, getragen von einem sehr komplexen Teil der Erde - von unserem Gehirn.
Laut Heidegger ist die wesentliche Aufgabe des Menschen einfach ein Zeugnis abzulegen von all dem Sein, was um ihn herum auf nat�rliche Weise entstanden ist. Die Gefahr der neuen Technologie sieht er in dem, dass sie uns als ein "frame" von unserem Wesen entfremdet, neu bestimmt. Wir sind nicht mehr frei aus irgendwelcher eigenen kulturellen oder moralischen, spirituellen Position so oder so �ber die Technologie zu entscheiden. Auch �ber uns selbst nicht. Wir werden einfach gelebt, wir sind schon l�ngst in diesem "frame" gefangen. Wir sind zu einer "resource" geworden, wir verf�gen �ber uns selber nur nach der Kriterien der N�tzlichkeit, Brauchbarkeit (evolution�re �sthetik als Beispiel). Der einzige Weg aus dieser Entfremdung nach Heidegger ist der Dichter, der sich entpragmatisieren kann, sagen wir, nach mir, neu kreativ " barbarisieren" kann und so das Wesen des Menschen in seiner Poesie verteidigen kann. Er "horcht auf das Sein", wird zum "H�ter des Seins", f�hrt das sein durch seine Poesie in das "Haus der Sprache" (Heidegger). Solche Poesie ist jedoch immer eine Lebensform, die Kunst, die dabei entsteht, ist sakrale Kunst.

Meiner Meinung nach scheitert diese Kunst in den einzelnen "Dichtern" oder in den jungen "Barbaren" von heute, weil sei nicht f�hig sind, die Zust�nde der tiefen Seinserfahrung in ihrem Leib zu verankern. Nach Merleau-Ponty ist der Leib die lebendige Natur in uns. Die willk�rliche Trennung Descartes in res extensa und res interna verdammte den Menschen zum "Geist in der Maschine". Ludwig Klages beklagt (!), dass der Geist (analytisches Denken, bei ihm eine au�erraumzeitliche Entit�t) die Seele vom Leib trennt. (Geist als Widersacher der Seele). Der Leib wird ohne Seele mechanisch, maschinell, es kann also neu geschliffen werden - Genetik, human-engineering. Die Seele wird ohne harmonische Verankerung im Leib neurotisch, depressiv, sucht sie nach Daseinserfahrung im Hedonismus.

Ergebnis ist ein Verlust der Kultur im Individuum, die nach Nietzsche (Goethe) eine Harmonie zwischen Innen und Au�en, Inhalt und Form, bedeutet. Der menschliche Leib ist die Au�enform der Seele, des "Geistes"und ein integraler Teil der Natur. Deswegen meine Betonung der Physiologie. Leben ist immer mehr als Kunst. Die Wirklichkeit ist wirklicher als der Text. Der "linguistische turn" in der Philosophie beg�nstigte das Gr�beln �ber den Texten, die letztlich f�r die Wirklichkeit erkl�rt wurden, bzw die Wirklichkeit wurde als Text gedeutet. Das bedeutete Verlust der Beziehung zwischen der gr�belnden Wissenselite und dem praktischen Leben "auf der Strasse". Die reale Natur hinter dem Fenster des Senatsaals an der Uni,. wo so eine Tagung stattfindet, wird l�ngst nur als Kulisse einer Tagung �ber das Verschwinden der Natur in uns wahrgenommen. Dar�ber meine Essays in der Webgalerie "dioneros". Die Kultur wurde zu individueller Subkultur. Eine Form der Subkultur ist die Metadiskussion der theoretisch Wissenden �ber den Verlust der Kultur. Es gibt Projekte und Stellen daf�r. Man und frau wei�t sehr viel und lie�t komplexe Texte dar�ber vor ( Ausnahmen gibt es), hakt es ab und hat ein gutes Gewissen. Es ist jedoch �berall die Ironie zu sp�ren. Als ob das Ende geahnt wird und die Lust des Verstehens die Lust des Kampfes gegen das Ende ersetzt hat.

Das Projekt "Magic Kreta" wendet sich in der Zukunft an junge Menschen, die diese ganzheitliche Erfahrung der "neuen Barbarei", des "H�ten des Seins in eigenem Leib" und des Berichtens dar�ber in Bewegung, darstellender Kunst und vielleicht auch in Sprache machen k�nnen. Ein Buch ist in Vorbereitung, der diese Lebensform darstellen soll. Text wird dort kombiniert mit Tonbandaufnahmen, Musik und digitaler Photographie/Phantasie. Die Wissenden aus der �lteren Generation, die diese Erfahrungen nicht machen k�nnen, jedoch �berblick �ber ihre Zusamnenh�nge und �ber die Tradition dieser "neuen Barbarei" besitzen, sind durchaus als konstruktive Kritiker willkommen. Andere, die vor allem aus dem Bereich meiner Therapiet�tigkeit kommen, profitieren von den Teilaspekten in eigenem Leben.

Ich verzichte durchaus bewu�t auf ein volles kognitives Verst�ndnis dessen, was mir meine Intuition und meine Begabungen erm�glichen, direkt zu erfahren. Ich bin zur�ckgekommen aus Kreta mit der Absicht die gegenw�rtige Diskussion in der akademischen Welt zu erleben, damit ich wei�, ob ich am "Puls der Zeit" bin. Dies ist durchaus der Fall. Diese Webseite wird langsamm ausgebaut, zu allen Aspekten wird mehr geschrieben. Ich muss jedoch gegenw�rtig die Durchf�hrbarkeit des Projekts finanziell absichern durch Verkauf meiner Kunstwerke (Kunstphotographie und Texte ) und durch praktische Therapie.
Verstehen Sie bitte, dass diese Webseite noch nicht publik ist und das sp�ter dieses Background- Wissen ausgeblendet wird, weil sich das projekt an junge Menschen wenden wird, die all das Wissen eher instinktiv in sich empfinden. Und das, was instinktiv da ist, ist nach Nietzsche durchus wertvoller als das Angeiegnete, denn es geht darum, das schon Vorhandene zu veredeln. Eben durch dieses Projekt. Zu viel Wissen um den Ursprung w�rde die jungen "Barbaren" befremden. Energie soll nur dort angewandt werden, wo sie empfangen werden kann. Das zur meiner P�dagogikkonzeption, wie ihr sagen w�rdet.

Weitere Texte, Lyrik, Photos und �berlegungen und Essays aus der Zeit vor Kreta (Studium an der Uni Konstanz, das Leben am Bodensee) findet man unter:

www.geocities.com/dioneros

Dieser Kommentar f�r die Wissenden, die von mir auf die "Reise" eingeladen wurden, wird fortgesetzt

Pavel Janda

Konstanz 17. 11. 2002
Email: [email protected]

Entschuldigen Sie bitte die Grammatik, ich schreibe das schnell runter gleich nach der Tagung " Urmensch und Wissenskultur". Dem Namen nach ist es klar, ich bin ein Ausl�nder, aus dem alten Prag.

Auf Wiedersehen.



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