Als die Nomad am Hafen von Kepra angelegt hatte, versammelten sich die Mannschaft und ihr Kapitän am Deck.

„Also gut Männer,“ sagte Sinbad. „Wir sind in Kepra angekommen. Hier werden wir unsere neue Fracht entgegennehmen. Aber bevor wir dann damit weiter segeln, sollte sich jeder von uns hier ein paar schöne Tage machen. Das haben wir alle wohl verdient.“

Die Mannschaft war mehr als zufrieden mit dieser Bekanntmachung des Kapitäns, ganz besonders freute sich jedoch Doubar.

„Ich kann es nicht glauben, dass es jetzt fast 8 Jahre her ist, dass wir das letzte mal hier waren.“

„Wir hatten hier früher viel Spaß, Doubar.“

Doubar lachte: „Oh ja, ich kann mich noch erinnern wie du das erste mal zu viel getrunken hast und wieviel Mühe es uns gekostet hat dich danach nach Hause zu bringen, kleiner Bruder.“

Sinbad wurde etwas verlegen. Aber dann klopfte er Doubar auf die Schulter und sagte:

„Wir werden uns nachher genug Zeit nehmen alte Erinnerungen aufzufrischen. Und als erstes gehen wir zu Cassandra. ich bin sicher du kannst nicht erwarten sie wieder zu sehen.“

 

Als die Männer die Kisten mit Gewürzen und edlen Stoffen auf das Schiff luden, bemerkten sie plötzlich, daß sich noch jemand anderer auf dem Schiff befand. Rongar schlich sich an ihn heran und packte schließlich den Fremden. Es war ein kleiner Junge. Doubar und Sinbad waren überrascht als sie ihn sahen.

„Hey kleiner Mann. Was willst du hier auf dem Schiff,“ fragte Doubar.

Der kleine Junge antwortete keck: „Ich bin noch nie auf einen großen Schiff gewesen. Ich wollte sehen wie das so ist.“

„Interessierst du dich sehr für solche Schiffe,“ fragte Firouz den Jungen.

„Ja! Mein Vater ist ein Seemann und ich will später auch mal um die Welt segeln und so viele Abenteuer erleben wie er.“

„Da hast du viel vor,“ sagte Sinbad und lächelte. „Wie alt bist du denn jetzt?“

„7. Kann ich jetzt gehen?“

„Natürlich kannst du gehen. Aber das nächste mal frag bevor du einfach auf ein fremdes Schiff steigst, verstanden,“ fragte Doubar und der Junge nickte. Doubar hob ihn vom Schiff runter und er rannte schnell weg.

 

Nachdem die Männer ihre neue Fracht aufgeladen hatten und sich der Kapitän von seiner Mannschaft verabschiedet hatte, versammelten sich Doubar, Sinbad, Firouz, Rongar und Dermott nocheinmal am Hafen.

„Und was machen wir jetzt,“ fragte Doubar.“

„Taim ist vor einiger Zeit schon gegangen,“ sagte Firouz. Rongar gab ein paar Handzeichen und erklärte damit, daß Firouz und er und einige der anderen Seeleute sich treffen und ein wenig feiern wollten. Also verabschiedeten sie sich von einander und Firouz, begleitet von Rongar und Dermott gingen zu den anderen.

Doubar und Sinbad jedoch machten sich auf den Weg in ein Dorf in der Nähe des Hafens. Als sie das Haus von Cassandra erreichten und diese die Tür öffnete, konnte sie kaum glauben die beiden wiederzusehen und viel ihnen um den Hals. Sie gingen mit ins Haus und Cassandra wollte wissen wie es ihnen erging und warum sie wieder in Kepra waren. Sie wußten gar nicht wo sie anfangen sollten zu erzählen, als dann der kleiner Junge ins Haus kam, den sie bereits am Hafen gesehen hatten.  Als er Sinbad und Doubar sah war er sehr aufgeregt und ging zu Cassandra:

„Mutter, das sind die Männer von denen ich dir erzählt habe, die heute im Hafen eingetroffen sind.“

„Ich weiß,“ antwortete sie ihm. „Sie sind Freunde von mir. Das ist Kapitän Sinbad und sein Bruder Doubar.“ Sie stockte einen Moment: „Und das ist mein Sohn Erik.“

Sinbad sah Doubar an und sie wußten beide nicht was sie sagen sollten. Cassandra bemerkte das und sagte:

„Ich kanns noch gar nicht glauben, daß ihr wieder da seit. Mein Bruder wird sicher auch Augen machen wenn er euch sieht.“

„Wo ist Ories,“ wollte Sinbad wissen, denn er war ein guter Freund von ihnen.

„Er ist nochimmer auf dem Feld.“

„Na dann will ich ihn mal überraschen.“ Sinbad stand auf und verlies das Haus um zu Ories zu gehen.

Doubar konnte noch immer nichts sagen und auch Cassandra wußte nicht wo sie anfangen sollte. Sie schickte Erik nach draußen um die Tiere zu füttern und war dann allein mit Doubar.

„Er ist also dein Sohn,“ sagte Doubar fassungslos. „Und wer ist sein Vater? Hast du ihn getroffen kurz nachdem ich weg war oder hatte ich noch Gelegenheit ihn kennenzulernen?“

Doubar fühlte sich verletzt und auch eifersüchtig, denn er und Cassandra waren sich früher sehr nah gewesen.

„Du glaubst ich hätte dich betrogen,“ fragte sie Doubar, aber er schwieg. „Erik ist dein Sohn!“

Doubar konnte es kaum glauben. Er war so lang weg gewesen ohne zu wissen, daß er hier einen Sohn hat.

„Weiß er es,“ fragte Doubar.

„Er hat seinen Vater nie gesehen. Woher soll er es wissen?“

 

Doubar ging raus zu Erik der grade die Stalltür schloß. „Wollt ihr schon wieder gehen,“ fragte der Junge.

„Nein, ich will jetzt nicht weg gehen. Erik, du wartest doch schon lange auf deinen Vater, nicht wahr?“ Der Junge nickte. Doubar wartete einige Augenblicke bis er ihm sagte:

„Ich bin dein Vater.“

Der Junge sah ihn mit großen Augen an und begann zu lächeln. Dann nahm Doubar ihn in den Arm und hielt ihn eine Weile ganz fest.

 

Inzwischen kam Sinbad mit Ories und dessen älteren Sohn Akur vom Feld zurück. Die Sonne war bereits untergegangen und es war schon fast dunkel. Cassandra bereitete Essen vor und brachte es zusammen mit einer Kanne voll Wein an den Tisch vor ihrem Haus. Sie warteten nun bis Doubar mit Erik auf seinen Schultern auch zum Essen kamen. Er ließ den Jungen runter und dieser lief gleich voller Freude zu seiner Mutter. Dann begrüßte auch Doubar Ories und Akur und bevor sie sich an den Tisch setzten trat Sinbad zu Doubar. Er hatte von Ories bereits erfahren, daß Doubar Vater war und nun wollte er seinen Bruder einfach nur bei Seite stehen und ihm sagen wie sehr er sich für ihn freute. Sie redeten die ganze Nacht durch und erzählten von manchen Abenteuern. Und auch als Doubar seinen Sohn ins Bett brachte mußte er noch von seinen Erlebnissen erzählen.

 

Am nächsten Morgen waren alle sehr früh auf und Sinbad war bereits mit Tiere versorgen und Stallausmisten beschäftigt, damit Doubar und Erik etwas Zeit miteinander verbringen konnten. Er verbrachte den ganzen Vormittag damit. So hatte er sich seinen Urlaub nicht vorgestellt, aber es war mal eine Abwechslung zu den vielen Abenteuern.

Erst zum Mittag waren Doubar und Erik wieder da und danach sollten die Männer weiter an dem Zaun für die Weide bauen. Cassandra riet Sinbad jedoch, er solle sich eifach mal entspannen und vergrügen. Und schließlich konnte sie ihn überzeugen in die Stadt zu gehen und sich einen ruhigen Tag zu machen und sie rief ihm hinterher:

„Ich erwarte euch morgen zum Frühstück zurück, Kapitän!“

 

Sinbad hatte nun schon einige Stunden in Kepra verbracht. In einer Gaststätte, in der er früher viel Zeit mit seinem Bruder und Freunden verbrachte, traf er alte Bekannte und sie aßen und tranken und hielten sehr lange Gespräche. Nachdem Sinbad die Gaststätte erst wieder am nächsten Morgen verließ, lief er zufrieden durch die überfüllten Straßen der Stadt. An der Stadtmauer, von wo aus man auf den Strand und das Meer blicken konnte, begegnete er zufällig Taim. Sie wirkte etwas erschöpft und presste ihre rechte Hand ständig unterhalb ihrer linken Schulter als würde sie versuchen dort Schmerzen zu unterdrücken. Trotzdem versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen und fragte:

„Wieso alleine, Kapitän?“

„Um ein paar alte Erinnerungen aufzufrischen und einfach nur die Atmosphäre hier zu genießen. Kepra ist einfach wundervoll.“

„Ich bin eigentlich nur froh wieder an Land zu sein,“ entgegnete Taim darauf. Plötzlich zuckte sie etwas zusammen. Sie hielt ihre Hand wieder an die Schulter und starrte verwirrt auf den Boden, als würde sie dort etwas undeutlich erkennen können. Dann zuckte sie ein zweites Mal als würde sie aus etwas erwachen. Sie umfaßte nun den Griff ihres Schwertes fest und sah sich hektisch um.

„Was ist,“ fragte Sinbad ruhig.

Taim wurde nach einer Weile wieder ruhiger und atmete tief ein. „Ich dachte nur ich hätte Turok´s Tochter gesehen. (ich hatte nur den Eindruck Turoks Tochter wäre hier

„Rumina,“ fragte Sinbad, aber plötzlich bemerkte er Unruhe auf dem Marktplatz und sah wie die leute einigen bewaffneten Männern den Weg freimachten. Diese Männer kamen von allen Seiten und umkreisten sie langsam. Sinbad wollte sein Schwert ziehen, aber er wußte, daß er gegen diese Piraten keine Chance hatte. Einige von ihnen, standen so dich neben ihm und Taim, daß es ihnen gar nicht möglich war sich zu bewesen. So there was no chance to escape.

Als der Anführer vortrat sagte er:

„Lange her Sinbad!“

„Lasar! Was willst du diesmal von mir?“

Lasar und seine Männer waren gierige Piraten. Sinbad kannte ihn nun schon seit mehr als 15 Jahren und hatte viel Ärger mit ihm. Er war einer seiner stärksten Feinde, weil er so jung, so schnell und so klever wie erselbst war. Auf Sinbads Frage antwortete er:

„Ich habe den Auftrag dich gefangen zu nehmen.“

„Und er gab dir diesen Auftrag?“

Lasar reagierte nicht auf seine Frage. Er lies Sinbad und Taim schließlich in Ketten legen  und nahm sie mit.

 

Sie liefen nach Osten an eine einsame felsige Küste. Die Piraten ketteten Taim und Sinbad unterhalb eines Felsvorsprunges an die Klippen. Dann verschwand Lasar mit einigen seiner Männer und die anderen traten zurück, als eine geheimnisvolle Person plötzlich vor sie trat und sagte:

„Hallo Sinbad. Wieso so aufgeregt?“

„Ich bin nur überrascht dich wieder zu sehen, Rumina. Wo bist du gewesen?“

Sie ging mit einen Lächeln näher auf ihn zu und sagte:

„Laß es mich so sagen: Ich musste mich um Bedeutungsvolleres kümmern. Ich wußte du würdest mich vermissen!“

„Was willst du in Kepra?“

„Keine Sorge Sinbad. ich bin mit meinen Männern nur auf der Durchreise.“

Taim: „Du bist noch genauso feige wie ich dich in Erinnerungen habe, Rumina!“

Rumina sah wütend zu ihr rüber. Sie wollte ihre Magie gegen Taim richten, aber sie spürte eine seltsame Macht, die sie davon abhielt.

„Wer bist du, dass du dir erlaubst so mit mir zu sprechen?“

Taim sah Rumina in die Augen und beide zögerten, denn sie standen sich noch nie so nah gegenüber. Rumina verstand plötzlich welche Macht sie spürte und erinnerte sich. Sie trat einige Schritte zurück und lächelte unverschämt, aber auch etwas unsicher. Trotzdem sagte sie spottend:

„Der Fluch hatte nicht die Wirkung die er haben sollte. weiß Sinbad wer sein neues Crew Mitglied eigentlich ist?“

„Spielt das eine Rolle?“

Plötzlich kam ein Falke angeflogen und landete auf einen der Felsen.

„Dermott,“ rief Taim besorgt, aber auch etwas streng.

„Sieh an, der Vogel lebt noch!“

Taim schrie Rumina an:

„Faß ihn nicht an Hexe!“

Nun wurde Rumina sehr böse:

„Wie kannst du es wagen! Du hast schon lange keine Macht mehr. Und mich könnte Nichts abhalten dich zu töten.“

Rumina richtete mit einer schnellen Handbewegung einen Blitz auf Taim, der sie durchzuckte und fast zusammenbrechen ließ. Dermott bewegte unruhig seine Flügel, aber er konnte nichts tun. Plötzlich flog er schnell auf und verschwand.

Rumina war immer noch sehr wütend. Sie wandte sich nun wieder zu Sinbad.

„Mach dir keine Sorgen, Sinbad. Ich werde bald wieder Gelegenheit haben mich mit dir und deiner Mannschaft zu beschäftigen.“

Sie trat näher und gab ihm einen kurzen Kuss. Dann entfernte sie sich mit ihren restlichen Männer und befahl diesen: „Lasst sie dort hängen!“

 

Als Sinbad nicht zurück kam, machte sich Doubar auf den Weg in die Stadt. Er wollte sehen wo sein Kleiner Bruder die ganze Zeit steckte. Als er über den Markt lief hörte er plötzlich jemanden seinen Namen rufen und sah wie sich Firouz und Rongar durch die Menge zu ihn drängelten.

„Wir dachten doch, dass du das bist,“ sagte Firouz. „Wo ist Sinbad?“

„Das möchte ich auch gerne wissen. Er ist gestern in die Stadt gegangen. Aber wo er jetzt steckt weiß ich nicht.“

Doubar konnte es dann kaum abwarten den beiden von seinen Sohn zu erzählen. Sie setzten sich an einen Tisch vor ein Gasthaus und tranken etwas zusammen. Doubar redete fast ununterbrochen von Erik und Cassandra und er wollte gar nicht aufhören, als dann plötzlich Dermott angeflogen kam. Er war sehr aufgeregt und unruhig und flog gleich wieder auf.

Doubar und Rongar verstanden sofort, dass etwas passiert sein musste und versuchten ihm zu folgen. Firouz gab den Wirt noch schnell das Geld und rannte dann auch los.

 

Es war schon fast dunkel. Nachdem Rumina verschwunden war, versuchte Sinbad seine Ketten irgendwie zu lösen, doch es war vergebens. Er sah immer wieder zu Taim hinüber und dabei musste er immer wieder an Rumina denken. Nachdem sie lange zeit geschwiegen hatten, fragte Sinbad schließlich:

„Was ist damals mit Dermott geschehen?“

Taim sah ihn an.

„Was hat Rumina gemeint?“

Taim schwieg eine Weile und starrte ihn finster an. Und dann sagte sie:

„Dermott ist Maeves Bruder. Rumina verwandelte ihn aus Eifersucht in diesen Falken. Und ich bin die Tochter eines mächtigen Dämons, der auf hinterhältige Weise getötet wurde. In einen Kampf wurde ich schwer verletzt. Seitdem bin ich nicht mehr fähig meine Kräfte zu benutzen. Aber da Rumina trotzdem fürchtete ich könne ihr, was Dermott betrifft, gefährlich werden, trennte sie mich durch einen Sturm von Maeve. War es das was du wissen wolltest?“

Sinbad konnte nichts sagen. Irgendwie wusste er immer das Dermott mehr als ein Falke war und doch hat er nie etwas über ihn und Maeve erfahren. Plötzlich kam Dermott wieder angeflogen und er hörte Doubar seinen Namen rufen. Sinbad sah zu Dermott und zögerte einen Moment bevor er seinen Bruder antwortete.

Doubar, Firouz und Rongar standen auf den Klippen und als sie Sinbad hörten deutete Rongar nach unten. es dauerte nur wenige Minuten bis sie den Strand erreichten. Doubar riß mit all seiner Kraft Taim und Sinbad von den Ketten los.

„Was ist passiert Sinbad?“

„Wir sind Rumina begenet.“

„Rumina ist hier,“ fragte Doubar

„Wieso hat sie euch hier hängen lassen,“ wollte Firouz wissen.

„Uns hier zu treffen war wohl nicht geplant. Sie sagte sie sei mit ihren Männern nur auf der Durchreise und hätte andere Pläne.“

Die Männer diskutierten noch eine weile, aber waren sich sicher, daß Rumina Kepra bereits wieder verlassen hatte und sie nun auch wieder zturückgehen sollten. Doubar bat seine Freunde mit ihm zu kommen um Cassandra und Erik kennenzulernen. Doubar machte sich weil mit Firouz und Rongar auf den Weg. Sinbad blieb jedoch mit Taim zurück. Sie hatten sich nichts mehr zu sagen. Schließlich nickte er und bedeutete ihr den anderen nun weiter zu folgen.

 

Doubar verbrachte einige Tage mit seinem Sohn und Cassandra. Obwohl sie sich Jahre nicht gesehen hatten, waren ihre Gefühle für einander immernoch die selben. Als die Nomad weiter segeln wollte, brauchte Doubar sehr lange um sich von Cassandra zu verabschieden, aber er versprach, so schnell es ging zu ihr zurück zu kommen. Erik begleitete seinen Vater zum Hafen und während die Männer alles für die Fahrt vorbereiteten durfte er die ganze Zeit auf dem schiff verbringen und den Männer zusehen. Aber als alle Vorbereitungen getroffen waren, mußte sich Doubar nun auch von Erik verabschieden. Erik weinte und selbst Doubar war den Tränen nahe. Cassandra erschien nun auch am Hafen und nahm ihren Sohn in den Arm. Und auch nachdem die Nomad abgelegt hatte, standen sie dort noch lange und sahen dem Schiff hinterher.

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