Titel: Abschied

Sprache: Deutsch

Summary: Es ist Sindbads und Maeves Hochzeitstag. Doch was ist mit Bryn?

Category: Romanze/ Drama

Rating: ohne Altersbeschränkung

Es war ein wundervoller Tag, wie geschaffen für die Hochzeit zweier Menschen, die sich schon ein Leben lang liebten, um ihre Liebe gekämpft hatten und soviel durchmachen mussten, bis sie endlich zueinander fanden.
Ich stand auf einem Hügel, etwas abseits von der Bucht, in der die Trauung abgehalten wurde und sah mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu.
Firouz stand vor dem Paar, wild gestikulierend, als würde er eine seiner Erfindungen erklären und nicht zwei Menschen trauen. Neben ihm stand Doubar, der stolz seinen Bruder ansah, das Gesicht glühend vor Vorfreude auf das Fest, das nach der Trauung stattfinden sollte. Selbst Rongar, der sonst immer so ernst dreinblickte, strahlte und strich Dermott, der laut zwitschernd auf seinem Arm saß, beruhigend über die Federn.
Ich konnte nicht verstehen, was Firouz sagte, der Wind trug seine Worte fort von mir, hinaus auf das Meer, wo sie in den kleinen Wellen verschwanden. Doch an den Gesichtern der zukünftigen Eheleute konnte ich sehen, dass es ihre Geschichte war, die Firouz dort mit Leidenschaft erzählte. Sindbad hatte seine Hand fest um die seiner Frau geschlungen, als fürchte er sie wieder zu verlieren. Doch ein wissendes Lächeln umspielte seine Lippen, das sagte Selbst wenn, meine Liebste, selbst wenn sie dich mit wieder wegnehmen, ich werde dich zurückholen, und ich wusste, dass er Recht hatte. Es gab Menschen, die waren einfach für einander bestimmt und dazu gehörten Sindbad und Maeve- so weh es mir auch tat.
Ich erinnere mich noch genau an die Sekunde, in der ich Sindbad das erste Mal sah, wie er nass und erschöpft im Sand lag und mich ungläubig ansah. Ich liebte ihn von dieser Sekunde an und ich wusste, irgendwo, in einer kleinen Ecke seines Herzens, erwiderte er meine Liebe. Doch etwas stand immer zwischen uns, etwas was niemals ausgesprochen und doch von allen gewusst wurde.
Ich denke, der Tag an dem Maeve zurückkehrte, war der schlimmste in meinem Leben. Am Morgen war ich noch in Sindbads Armen aufgewacht und dann kam sie- und alles änderte sich. Ich hasste sie vom ersten Moment an, ich hasste alles an ihr. Wie sie Sindbad ansah, wie sie mit Dermott kommunizierte, mit Doubar scherzte und mit Firouz fachsimpelte. Ich fühlte mich einsam und verlassen und obwohl ich wusste, dass es nicht ihre Schuld war, hasste ich Maeve.
Heute ist das anders, ich habe Maeve kennen und schätzen gelernt und könnte mir ein Leben auf der Nomad ohne ihre Freundschaft nicht vorstellen. Und doch trifft es mich jedes Mal wie ein Schlag, wenn Sindbad Maeve ansieht und mir klar wird, dass er mich nie so ansehen wird. Ich halte es nicht aus und deshalb habe ich einen Entschluss gefasst.
Ich warf einen Blick aufs Meer und fragte stumm i]Wo wirst du mich diesmal hintreiben?[/i] Als Antwort kam ein starker Wind auf, der das bis dahin so ruhige Meer kräuselte und in breiten Wellen and en Strand warf.
Ich würde mich nicht verabschieden. An Sindbads Hochzeitstag sollten keine Tränen fallen.
Gestern hatte ich alles mit Doubar besprochen, er wurde es Sindbad erklären, sobald er nach mir fragte. Bryn ist gegangen, Sindbad. Sie möchte ihre Vergangenheit suchen- alleine. Ich stellte mir diese Szene für einen Moment vor und in meiner Fantasie sprang Sindbad mit weit aufgerissenen Augen auf und rief: "Nein! Ich kann sie nicht verlieren- ich liebe sie!". Doch ich wusste, das würde nie geschehen.
Das letzte Mal wand ich meine Aufmerksamkeit der Trauung zu. Doubar und Rongar klatschten und obwohl ich nichts hören konnte, war ich mir sicher, dass Firouz nun bei dem Und hiermit ernenne ich euch zu Mann und Frau angekommen war.
Maeve und Sindbad waren nun also verheiratet. Verheiratet- das hatte so eine Endgültigkeit Herzlichen Glückwunsch, sagte ich stumm und auch in meinem Herzen breitete sich so etwas wie Endgültigkeit aus.
Gerade wollte ich mich endgültig umdrehen und gehen, als ich ein Kribbeln am Handgelenk spürte. Erstaunt sah ich mein Armband an- es leuchtete. Es leuchtete, ebenso wie Sindbads.
Er sah mich erschrocken an und in seinen blauen Augen las ich Verwirrung, ungestellte Fragen. Dann klärte sich sein Blick auf und ich sah Verständnis, Zuneigung und Trauer.
Ich lächelte zuversichtlich und schickte ihm nur eine Gedanken, bevor ich sein Leben verließ.

Wir werden uns wiedersehen, Sindbad.

 

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