12. Dogmatismus im Christentum
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Dies ist keine Lästerseite, dennoch ist Kritik bei diesem Thema unvermeidbar. Der Kritik stehen immer positive Gedanken entgegen, denn es ist nicht das Ziel, dem Glaubenden einem Scherbenhaufen zu hinterlassen. Auch wenn sich diese Seite gegen den Dogmatismus, also die Buchstabenfrommheit wendet, sind Bibelzitate aufgeführt, um so auf Widersprüche aufmerksam zu machen. Sicherlich ist auch in anderen Religionen Dogmatismus zu finden, wichtig ist nur erst mal vor der eigenen Haustüre zu kehren.

Inhaltsangabe:
1. Vorwort
Die wesentlichsten Dogmen im Christentum:
2. Das Dogma: Gott ist männlich.
3. Das Dogma: Die eigene Religion ist die einzig wahre.
4. Das Dogma: Jesus wurde gesandt um die Welt zu retten.
5. Das Dogma: Jesus ist der Sohn Gottes und somit unser Herr.
6. Das Dogma: Jesus ist für uns am Kreuz gestorben.
7. Das Dogma: Gott hat einen Widersacher, gegen den er ständig kämpft.
8. Das Dogma: Die Vertreibung aus dem Paradies.
9. Das Dogma: Die Erbsünde.
10. Das Dogma: Judas der Verräter.
11. Das Dogma: Es gibt keine Selbstbefreiung.
12. Das Dogma: Jeder bekommt eine Chance in seinem Leben, sich zu bekehren.
13. Über das Bestreben mancher Dogmatiker, Religion und Politik zu verquicken (PIC)
14. Schlussbemerkung.
15. Links zu diesem Thema.


1. Vorwort
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Wie alle Organisationen so haben auch die Kirchen zwei Hauptinteressen:
Selbsterhaltung und Expansion. Selbsterhaltung betreiben Kirchen, indem sie sich als unerlässlich für das Seelenheil des Menschen erklären. Massenhafte Austritte machen den Kirchen in absehbarer Zeit jedoch kaum noch Hoffnungen auf Expansion.
Dass die Kirchen vielen Menschen ein halt sind, und dass viele positive Projekte durch sie ausgeführt werden, steht außer Frage.
Wenn Ansichten und Beschlüsse der Kirchen, sowie ihre Schriften von ihren Anhängern, als absolut angesehen werden, geben diese Menschen einen Teil ihres selbstständigen Denkens auf. Die Kirchen wissen das, ja sie fordern oftmals diese Hörigkeit:
"Ich glaube an die heilige katholische Kirche" aus dem Glaubensbekenntnis. Oder:
"Ich glaube Gott mit Zuversicht, was deine Kirche lehret, es sei geschrieben oder nicht, denn du hast ihr`s erkläret." aus einem katholischen Kirchenlied.


2. Das Dogma: Gott ist männlich.
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Dieses entstand in einer Zeit, in der eine Frau nur als eine Sache galt.
Gott ist der Herr, so als wäre Gott ein Mensch wie wir.
Und auch die gesamte Trinität, auf der sich das Christentum aufbaut ist männlich:
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Irgendwo ist dann auch noch Platz für die Alibiweiblichkeit: Maria
Sie darf allerdings nicht in allen christlichen Gruppierungen angebetet werden.
Diese Maria hat keine eigene Macht, sondern fungiert nur als Bittstellerin zwischen Mensch und Mann-Gott.
Würde die Trinität aus Vater, Sohn und Heiliger Geist als Allegorie verstanden (ähnlich wie im Islam "das Liebende, das Geliebte und die Liebe"), könnte es durch Begriffe wie "das Gebende, das Empfangende und die Gabe" gedeutet werden und der Glauben würde sich von einem kindlichen Glaubensschema des "Vater im Himmels und sein Sohn zu seiner Rechten" lösen.
Das Empfangende wäre dann nicht alleine Jesus, sondern jeder empfängnisbereite Mensch, der durch die Gabe dann Begabung erhält.


3. Das Dogma: Die eigene Religion ist die einzig wahre.
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Keine andere Überzeugung hat je zu so viel Unheil geführt, wie der Glaube an die Überlegenheit des eigenen Glaubens.
Dieses Elitendenken macht es Menschen unmöglich, eine Brücke zu einer anderen Religion aufzubauen, um dann zu erkennen, dass sie im Kern von der eigenen Religion nicht verschieden ist.
Solange ein Glauben personenbezogen ist, kann diese Brücke auch nicht aufgebaut werden. Denn es ist ja nur diese Person, die die Erlösung bringt.
Wie sehr sich diese Person zu ihren Lebzeiten auch immer gegen diesen Personenkult gewehrt haben mag.


4. Das Dogma: Jesus wurde gesandt um die Welt zu retten.
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Mat. 10:5 - 10:6: Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Mat. 10:23: Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
Mat. 15:24 Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

Diese Zitate zeigen, dass Jesus´ anliegen sich vor allem auf Israel und die Juden beschränkt.
Es zeigt sich hier auch, dass keine missionarischen Absichten bestanden.
Diese Sätze stehen im klaren Widerspruch zu den paulinischen Briefen.
Da die Paulusevangelien jedoch auf keinem unmittelbaren Erleben Jesus´ basieren, sind die Matthäusevangelien sicherlich zu bevorzugen. Wo Widersprüche sind, sind auch Wahlmöglichkeiten. Wir können Jesus in diese Rolle stecken, oder auch nicht. Oder wir sehen die Möglichkeit, dass jeder Mensch sich selbst ändern kann, in dem er leuchtenden Beispielen folgt wie Jesus, Zarathustra, Mohamed, Buddha und Krishna, indem er gibt und vergibt und auch die liebt, die ihn hassen.


5. Das Dogma: Jesus ist der Sohn Gottes und somit unser Herr.
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Sehen wir Gott als unseren Vater an, wie es das Christentum tut, so sind alle Männer Söhne Gottes und alle Frauen Töchter Gottes. (Wie bereits erwähnt ist es bereits eine Schmälerung, wenn wir Gott nur väterliche, nicht aber mütterliche Aspekte zugestehen.) Tatsächlich gibt es mehrere Bibelstellen, die zeigen, dass es nicht nur einen Sohn Gottes gibt. (Auch hier wurden wieder mal die Töchter vergessen.)

Römer 8:14: Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.

Mat. 5:9: Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Sehen wir Jesus als Bruder, statt als Herr, so heben wir ihn von seinem hohen Thron, den die Kirchen ihm gebaut haben, um ihn fürs gemeine Volk unerreichbar zu machen. Der Palmsonntag sollte gezeigt haben, dass Jesus nicht angebetet werden, sondern ein Mensch wie jeder andere sein wollte, damit die anderen Menschen erkennen, dass sie auch wie er sein können.


6. Das Dogma: Jesus ist für uns am Kreuz gestorben um die Sünden der Welt hinwegzunehmen.
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Dies erinnert an archaische Religionen, in denen Gott nur durch Menschenopfer zu besänftigen ist. Ein grausames Gottesbild!
"Jesus ist für Dich gekreuzigt worden" lautet einer der von missionierenden Christen am häufigste benutzten Sätzen, "und du bist nicht bereit, sein Geschenk anzunehmen."
Hierauf antwortete ein Indianer einmal treffend: "Ich sehe mich nicht schuld daran, wie ihr mit ihm umgegangen seid. Wäre er zu uns gekommen, so hätten wir ihn freudig aufgenommen."
Hier wird damit gearbeitet, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen.
Da hier die Wirkung (Kreuzigung) der Ursache (unsere Sünden) vorauseilt, was ja selbst schon sehr fragwürdig ist, wird uns hier auch noch die Möglichkeit genommen, für unsere Fehler selbst einzustehen.
Sehen wir aber Sünde als einen notwendigen Wachstumsprozess der Seele an, der eine unreife Seele (wir alle haben sie gewissermaßen) ausmacht, so ist Sünde nicht mehr schlecht, denn es ist eine Vorstufe zur Reife.
Würden aber alle Sünden vergeben, so würden wir nicht mehr das ernten, was wir säten. Ein seelischer Wachstumsprozess wäre dann kaum noch möglich.
Zum Zweiten ist eine Kreuzigung mit Sicherheit schlimm, es wurden aber tausende Menschen ähnlich schlimm ermordet.
Ausgerechnet im Namen Jesus wurde auf dieser Welt mehr gemordet, gefoltert und unterdrückt, als in irgend einen anderen Namen.
Das ist nicht Jesus anzulasten sondern Menschen, die glaubten, dass das Bekenntnis zum Christentum ausreicht, sich über das eigene Handeln und seine Folgen kein Gewissen zu machen.
So gesehen birgt dieses Dogma eine große Gefahr.


7. Das Dogma: Gott hat einen Widersacher, gegen den er ständig kämpft.
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Hier liegt bereits ein Widerspruch vor, denn wie könnte ein allmächtiger Gott eine Gegenmacht haben?
Wieso brauchen wir für die Fehler, die wir begangen haben (sollen), einen Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist?
Dies ist natürlich ein bequemerer Weg, als die Verantwortung für eigene Fehler zu übernehmen.
Nehmen wir dennoch an, es gäbe einen Teufel, so würde Gottes grenzenlose Liebe auch vor diesem Wesen nicht halt machen.
Und auch unsere Aufgabe: "Du sollst deine Feinde lieben" ist klar. Denn es ist ja immer die Dunkelheit, die vor dem Licht zurückweisen muss, nicht das Licht vor der Dunkelheit.
Eine Hölle erschafft sich ohnehin der Mensch selbst, die Welt ist leider voll von Beispielen. Dazu bedarf es keinem Teufel. Und wenn wir die Hölle lieben, sind wir im Himmel. Auch dazu gibt es glücklicherweise immer wieder Beispiele.
Da wir immer frei sind zu lieben, kann eine Höllenerfahrung von uns jederzeit in eine Himmelserfahrung verwandelt werden. Jenseits von beidem ist dann noch die Gotteserfahrung, das Einssein mit Gott, wie es Jesus beschrieb.

Genesis 1:31: Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.

Buch der Weisheit 11:24-12:1: Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehaßt, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben, oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens. Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist.


8. Das Dogma: Die Vertreibung aus dem Paradies.
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Die Schlage versuchte Eva, die dann den Apfel vom Baum der Erkenntnis pflückte und Adam davon zu essen gab. Sie erkannten die Dualität von Gut und Böse und wurden somit aus dem Paradiese, dem Jenseits, vertrieben. Dieses Paradies, dieses "Jenseits von Gut und Böse" wird in dieser Mythologie wie ein Urzustand des Seins beschrieben. Die göttliche Sichtweise, die hinter die Fassade der Unvollkommenheit schaut. In der Dualität sind wir Diesseits von Gut und Böse. Und es ist unser Ermessen, was Gut und was Böse ist. Auch wenn es in fast allen Kulturen über bestimmte Dinge die gleichen Ansichten gibt, so ist es dennoch ein Gradnetz, dass der Mensch über die Dinge zog, um für sich und andere eine Orientierung zu schaffen. Diese Erkenntnis bietet dem Menschen Wahlmöglichkeiten. Würden wir stets in dem was wir als "gut" bezeichnen leben, so würde es allmählich langweilig werden. Eine Projektion benötigt die Dunkelheit der Leinwand. Ohne Dunkel könnte Licht nicht als Licht erkannt werden. In dieser Welt muss also immer beides neben einander existieren. Das Paradies ist ein innerer Zustand. Der Zustand der bedingungslosen Liebe. Jedoch schützt auch dieser Zustand nicht vor Leid: dem Mit-Leiden, dem Mit-Fühlen. Wer liebt ist im Paradies. Das reine Herz befähigt zur Gottesschau. Gott schließt uns nicht aus dem Paradies aus, wir selbst tun es.


9. Das Dogma: Die Erbsünde.
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Glücklicherweise haben sich die großen Kirchen heutzutage von diesem Dogma mehr distanziert. In vielen fundamentaleren christlichen Gemeinschaften wird es immer noch gelehrt. Es besagt dass der Mensch bereits bei seiner Geburt schuld ist. Da er die Schuld der Vertreibung aus dem Paradies geerbt hat. Das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben und die Angst, dafür bestraft zu werden kennen wir alle aus unserer Kindheit. Wir kennen sicherlich auch, wenn sich Kinder gegenseitig ausspielen: "wenn du nicht das für mich tust, dann sage ich, was du getan hast." Mit einem Schuldbewusstsein werden Menschen lenkbar. Mit dem Glauben, wir seinen von Grund auf schlecht, wie er in vielen Sekten aufzutreffen ist, umso mehr.


10. Das Dogma: Judas der Verräter.
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Nach den mythologischen Personen des Teufels sowie Adam und Eva ist Judas im Christentum eine der Personen die am Meisten als Sündenbock herhalten müssen. In den Augen vieler Christen trägt Judas die Schuld am Kreuzestod Jesus. Unvereinbar ist diese Ansicht mit der Bibelstelle:

Mat 26:53-54: Oder glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte? Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, nach der es so geschehen muß?

Nebenbei ist es eine Verurteilung, einen Menschen einen Verräter zu nennen. Der Grundsatz: "Richte nicht, auf dass auch Du nicht gerichtet wirst" wird hier klar verletzt. Und wer von uns hat schon das Recht "den ersten Stein zu werfen"? Unsere ganze Gesellschaft basiert auf den Benachteiligung anderer Nationen. Wir begehen einen kollektiven Verrat, ob wir das wahrhaben wollen, oder nicht.

Wäre der Kreuzestod Jesu vermeidbar gewesen ohne den "Verräter"? Was wäre das Christentum heute, das so sehr auf Opfertod und Auferstehung basiert? Wir könnten uns aber auch einen Judas vorstellen, der nicht um des Geldes Willen Jesus verriet. Vielmehr darum, Jesus zu zwingen seine Fähigkeiten zu demonstrierten, um ihn dadurch zu einem weltlichen König zu machen, als Herrscher eines Staates Judäa. Dann macht auch sein Selbstmord Sinn, denn auf das Geld bezogen hatte er sein Ziel ja erreicht, nicht aber bezüglich des Wunsches ein Judäa geschaffen zu haben mit Jesus als dem König.


11. Das Dogma: Es gibt keine Selbstbefreiung.
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Um Befreiung zu verstehen ist es zunächst mal wichtig, sich das Gegenteil anzuschauen: Unfreiheit. Jeder Mensch ist in vielerlei Hinsicht unfrei.
Wir bewegen uns innerhalb physikalischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten, von denen wir uns nicht befreien können.
Wir können nicht das Altern stoppen oder die Schwerkraft aufheben.
Dann befinden wir uns in sozialen und moralischen Gesetzmäßigkeiten, aus denen wir bis zu einem gewissen Grad ausbrechen können. Tun wir dies aber zu weit, so laden wir sehr viel Unannehmlichkeiten auf uns.
Dann gibt es Dinge, die wir wahlweise als eine Unfreiheit oder als eine schöne Aufgabe betrachten können: zum Beispiel Familie und Arbeit.
Am freisten sind wir nicht dann, wenn wir tun was wir mögen, sondern dann, wenn wir das mögen was wir zu tun haben.
Dann gibt es auch noch innere Unfreiheiten: Zwänge, Süchte, Schuldgefühle, Selbstvorwürfe, Selbsterniedrigung, Gewissensbisse usw.
Spricht die Bibel von Befreiung, dann geht es um die Befreiung von unseren Sünden.
Wir können zwar viel gutes tun, doch unsere Sünden würden uns letztlich doch unfrei machen.
Lassen wir uns nicht von einem Erlöser befreien, indem wir uns zu ihm bekennen, so bleiben wir von Gott getrennt.
Wer oder was trennt uns dann von Gott? Die Frage könnte auch lauten: Wer oder was trennt uns jetzt von Gott?
Sind es wirklich unsere Sünden? Was, wenn ich jetzt im Augenblick gerade nicht sündige? Zählen jetzt meine vergangenen Sünden, so wäre Gott kein Gott der Gegenwart, sondern ein Gott der Vergangenheit und zudem ein vergeltender Gott.
Wenn der Mensch im allegorischen Sinne zum Ebenbild Gottes geschaffen ist, dann hat er die gleichen Eigenschaften wie Gott.
Dann ist es unsere Illusion, die uns von Gott trennt. Die eigentliche Unfreiheit ist somit die Illusion der Trennung von Gott.
Wer ist für diese Illusion nun verantwortlich? Jeder einzelne selbst! Und da wir ein freies Denken haben, nimmt uns diese Illusion kein Gott und kein Erlöser weg, solange wir sie festhalten, denn sie hält uns ja nicht fest.


12. Das Dogma: Jeder bekommt eine Chance in seinem Leben, sich zu bekehren.
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Dies ist eine sehr gewagte Prognose angesichts dessen, dass noch Ende des zwanzigsten Jahrhunderts unbekannte Indianerstämme im Amazonasgebiet entdeckt wurden. Was war mit diesen Völkern davor? Zur Christianisierung dieser Völker ziehen dann gleich Missionare los. Im Gepäck haben sie Bibeln, aber kein Einfühlungsvermögen in die andere Kultur. In der Vergangenheit vollzog sich Christianisierung oft sehr unchristlich. Ihre Begleiterscheinungen waren die Zerstörung und Ausbeutung des Inka-Reiches, die Kreuzzüge nach Israel und der Sklavenhandel in Afrika. Kann es denn jemand angekreidet werden, der sich der Religion der neuen Herrschaftsrasse nicht unterwarf? Sie gingen ja nicht gerade mit gutem Beispiel voran, indem der fremden Kultur die inneren Werte des eigenen Glaubens vorlebten.

Und wie steht es mit Kindern die einen anderen Glauben hatten und starben? Hatten sie eine reelle Chance einen andern Glauben anzunehmen? Wie steht es mit Embryonen die abgetrieben wurden? Ein Fehler des Menschen? Vielleicht, aber wie mit all den befruchteten menschlichen Eizellen, von denen nicht einmal jede zweite bis zur Geburt schafft?

Auf die Antwort: "Sie bekommen eine Change sich im Jenseits zur richtigen Religion zu bekennen." folgen gleich neue Fragen:
Auf welche Erfahrungen können sie bei dieser Entscheidung denn bauen?
Und vor was müssen die errettet werden, die noch nie einen Fehler begangen haben?
Hatten die Erfahrungen dieser wenigen Wochen im embryonalen Zustand gereicht? Nach dem Motto: "Man lebt nur einmal": Ja. Nach diesem Glauben wird somit mehr als jeder zweiten Seele die menschliche Erfahrung, bis auf die Embryonalzeit komplett verweigert. Wenn Menschsein so häufig mit "freiem Willen" definiert wird, sollte dieser freie Willen dann nicht noch viel mehr für die Seele auf ihrer Reise gelten?

Hier noch ein paar Bibelzitate zum nachdenken:

Maleachi, Kap. 3, Vers 23: Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija.

Lukas, Kap. 9, Vers 18 - 21: Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.

Matthäus, Kap. 17, Vers 10 - 13: Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer sprach.


12. Über das Bestreben mancher Dogmatiker, Religion und Politik zu verquicken (PIC)


14. Schlussbemerkung
Wer seine Ansichten mit einem Heiligenschein versehen möchte, indem er sich auf eine "heilige Schrift" beruft, versucht sich auf diese Weise selbst zu adeln. Und er versucht damit anderen klar zu machen, dass ihre Meinung samt Begründungen nicht zählen, weil er selbst eine "höhere Macht" auf seiner Seite weiß.


15. Links zu diesem Thema:
Eine sehr gut recherchierte Website über christlichen Dogmatismus:
www.dittmar-online.net
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