Alt-Patschkau
Ich bitte um weitere
Informationen!!
Kreis Neisse, Regierungsbezirk Oppeln (seit 1945: Stary Paczk�w, Opole, Poland)
Lage auf einer aktuellen polnischen Karte.
Einwohnerzahl (1939): 639
Militärkarte von 1894, veröffentlicht 1910 (1:200 000)
Zur Geschichte von Alt-Patschkau:

Namensherkunft:
Paczkowo - P a t s c h k a u  -  Neisse. (Urk. Paczchow, Paszkow, Paczkow u.�.)
       Paczko, Demin. von Pakoslaw, ein in Schlesien h�ufig vorkommender Name.


Die Stadt Patschkau, am Fu�e des Reichensteiner Gebirges am rechten Ufer der Glatzer Nei�e ca. 23 km westlich Neisse gelegen, wurde zusammen mit dem stadtverbundenen Waldhufendorf Bogenau 1254 von den V�gten Heinrich und Wilhelm auf einem Teil der Gemarkung des Dorfes Patschkau (fortan, schon ab 1261,
Alt Patschkau genannt) und auf dem Boden des Dorfes Bogunov angelegt. Die Gr�ndung geschah im Auftrag von Bischof Thomas I. von Breslau (1232-68), der sich um die Ansiedlung deutscher Siedler im Bistumsland besonders verdient gemacht hat.


Verlie� man Patschkau durch den �stlichen Ortsausgang, fuhr vorbei an Johannesheim und Vogteiw�ldchen, so erreichte man in Richtung
Ottmachau und Neisse bald das Dorf Alt-Patschkau.

Das Dorf liegt 237 m �ber NN, zwischen Alt-Patschkau und Patschkau f�llt das Gel�nde zur Nei�e steil ab (�Hohes Ufer�). Der Fluss m�ndet am Ortsrand in das Ottmachauer Staubecken.

�Urnen und Urnenscherben aus der Bronzezeit, wurden 1902 �stlich des Dorfes gefunden, bezeugen eine fr�he Besiedlung,� schreibt F. Chr. Jarczik in seinem Buch, Die D�rfer des Kreises Neisse.

Die kath. Kirche (Patrozinium Allerheiligen) wird 1293 zum ersten Mal erw�hnt. Der �st-liche Teil der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, der �brige Bau wurde 1890/91 er-richtet. Die alte Pfarrkirche und das Pfarrwidmutsgeb�ude hatten die Hussiten zerst�rt, das Dorf war deshalb mit Patschkau vereinigt worden. Erst 1919 wurde Alt-Patschkau wieder eigene Pfarrei; aber auch davor fanden regelm��ig eigene Gottesdienste statt und st�ndig hatten ein Kaplan und ein Gl�ckner im Ort gewohnt. Im Turm l�uteten Glocken von 1575; 1611 und 1616; die Sterbeglocke von 1793 mu�te im 1. Weltkrieg geopfert werden. Der sp�tgotische Klappaltar wurde der vielen Heiligen wegen, die dort dargestellt sind, vom Volk �Mannla-Altar� genannt. Das neue Pfarrhaus wurde 1851 begonnen (ab diesem Zeitpunkt wurde in Alt Patschkau ein eigenes Kirchenbuch gef�hrt, d. Red.)., ab 1923 v�llig umgebaut.

Das Andenken an die gro�e Pest von 1633 beging das Dorf am 16. August mit einer Ro-chusprozession, ebenso wurde der Markustag (15.04.) und die Bittage vor Christi Him-melfahrt gefeiert. St. Florian (4.05.) war ein weiterer Gel�bnistag. Seit dem 17. Jahrhun-dert nahm man auch an den Prozessionen nach Wartha teil. Altkirmes war am Sonntag nach Allerheiligen. Pfarrer waren seit 1919 Franz Metzner, 1934-1945 Bertold Pohl.

F�r 1638 wird das Bestehen einer K�sterschule angegeben. Die Visitationsberichte der Dioezese erw�hnen ab 1651 einen Kirchschreiber, der Schulunterricht erteilte. Das zwei-st�ckige Schulhaus wurde 1839 erbaut. 1925 besuchten 82 Kinder die dreiklassige Schule.
Unterricht gaben 1925: 1. Lehrer Alois Schirdewahn und Lehrer Reinhard Gr�tzebauch, 1935: 1. Lehrer Artur Wittek (auch 1939) und Lehrer Hermann Kotzur.

Im Dorf gab es 1937: einen B�cker, ein Baugesch�ft, einen Fleischer, einen Gartenbau-betrieb, einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen, zwei M�hlen, einen Sattler, drei Schmiede, zwei Schneider, zwei Schuhmacher, zwei Stellmacher, einen Tischler, eine Spar- und Darlehnskasse, eine Elektrizit�tsgenossenschaft.

Die Gemeindeflur ist 886 ha gro�. Als Flurnamen sind bekannt: Dobsch�tzen, die Thorn (Wiesen, vom Tarnaubach durchflossen), die halben Hufen, d�rre Winkel, Folge (1570 Volge), Puschalken�cker.

Die Anzahl der Einwohner mit H�usern und Haushalten war:
1784:  619 Einwohner, 85 Stellen
1845:  716 Einwohner, (7 ev.), 122 H�user
1895:  734 Einwohner, (1 ev.), 113 H�user, 156 Haushalte
1939:  640 Einwohner, 135 Haushalte

Die Einwohner wurden bereits 1945 aus dem Dorf vertrieben. Sie kamen mehrmals aus-gepl�ndert und in Viehwagen verfrachtet im Westen an. Viele starben unterwegs. Die in der Bundesrepublik wohnenden ehemaligen Einwohner fanden sich am Palmsonntag 1952 in Detmold zu ihrem ersten Heimattreffen zusammen.

Der Alt-Patschkauer Willibald Thanheiser schreibt zur Vertreibung der Alt-Patschkauer:
�Am 18. Januar 1946 wurden die deutschen Geistlichen, �ber Neisse, abtransportiert.  Die Alt-Patschkauer wurden bereits am 1. September 1945 vertrieben. Nachdem die Polen Mitte Juli in Alt-Patschkau eingezogen waren, hing am 2. September 1945, es war ein Sonntag, eine Bekanntmachung in polnischer und deutscher Sprache am Spritzenhaustor. Die deutsche Bev�lkerung war ratlos. Die Polen, jedenfalls auf unserem Hofe, stellten sich unwissend. Gegen 18.00 Uhr begann dann die Aktion. Etwa ein Drittel der Deutschen ent-wischte den Polen durch Absetzen ans Staubecken, bzw. in Richtung Patschkau ans Hohe Ufer. Die Erwischten wurden von den Polen, zusammen mit den Deutschen aus den anderen D�rfern, nach Patschkau in die Agnesschule getrieben. Von dort wurden sie dann Mitte Oktober, vom Bahnhof Patschkau mit einem �Sonderzug� abtransportiert. Sie lan-deten in der damals sowjetisch besetzten Zone. Unsere Familie geh�rte zu den �Vogel-freien,� die im Fr�hjar 1946 von Frankenstein aus mit den nun fast �planm��igen Trans-porten� gegen Westen fuhren.

(Aus �Besuch mich zu Patschkau,� herausgegeben von Leo Schiller im Dohlenverlag Osnabr�ck, 1999 [Dank an Heike Cervar])


Am 16.12.1261 werden von Bischof Thomas I. (1232-1268) die Grenzen der �cker von antiqui Paczchow zum 1. Male urkundlich erw�hnt. Der Ort hat nat�rlich schon bedeutend fr�her bestanden, da ja die Stadt Patschkau 1254 auf dem Gel�nde der bisch�flichen D�rfer Alt-Patschkau und Bogenau nach deutschem Rechte ausgesetzt wurde; Bogenau ist heute nicht mehr da. Bischof Johannes IV. Romka (1292-1301) erl�sst dem Petrus, gen. Vlossin, der Scholtiseibesitzer von antiquo Paczchow ist, am 21.12.1293 alle Abgaben von zwei Hufen, nur den Pfarrzehnten hat Petrus von den beiden Hufen zu entrichten.

Im Liber fund. um 1300 hei�t es: Antiqum Paczkow besitzt 37 1/2 kleine Huben, die Kirche hat ?, der Scholze 3, einen Kretscham, der Herr (Bischof) besitzt das Dorf und eine M�hle mit 2 R�dern. In einer Urkunde vom 8.12.1338 wird der Pfarrer Johannes von Antiquum paczcow als Zeuge angef�hrt. Im Jahre 1512 wird der Streit zwischen Georg Jordan, dem Besitzer des Vorwerks Alt-Patschkau, der Gemeinden Alt-Patschkau und Heinzendorf, mit Martin Tscheterwange, der Gutsbesitzer in Gostitz war, durch zwei bisch�fliche Kom-missarien beendet. Der Hauptgrund des Streites der Klage bestand darin, da� Tscheter-wange das Wasser des Tarnaufl��chens ableitete und nicht wieder zur�ckf�hrte. Entschieden wurde, da� Tscheterwange das Wasser wieder zur�ckzuf�hren habe, damit den Heinzendorfern und Alt-Patschkau kein Schaden entstehe. Als Zins haben die Heinzen-dorfer und die Alt-Patschkauer dem Tscheterwange oder seinen Nachkommen und Erben jeder Teil ein Paar Kapph�hner zu zahlen; das Wehr haben die Heinzendorfer, Jordan und die Alt-Patschkauer zu bauen und zu unterhalten. Die Br�cke an der Stra�e und die Gr�ben haben die Heinzendorfer zu unterhalten. 1542 herrschte die Pest in Alt-Patschkau. Im Jahre 1542 tauscht die Stadt Patschkau das Vorwerk zu Alt-Patschkau mit Tscheterwange in Gostitz. Die Stadt �bergibt nicht den Kretscham, die Gerichte und den 3. Pfennig der Gerichtsgef�lle.

Wie 1567 beurkundet, hatte die Stadt Patschkau bereits vorher das Gut zu Alt-Patschkau auch noch abgekauft; denn die Stadt zahlte dem Tscheterwange und seinen Geschwistern �f�r alle und jede vermeintliche Anforderung� als Abfindung 100 ungarische Gulden in barem Gelde. 1560 wurden durch eine gro�e �berschwemmung die Niederfelder heim-gesucht, das dortige Wehr zerst�rt und viel Getreide mitgenommen. 1544 wurden die Feldfr�chte durch starkes Schlossenwetter (Hagel) vollkommen vernichtet, so dass der Patschkauer Pfarrer Balthasar Gans die Abgaben in Patschkau, Alt-Patschkau und Hein-zendorf bis aufs n�chste Jahr stundete.

Am 22.03.1580 besitzt der Ort 45 Huben, 4 1/2 Ruten, wovon der Scholze 5, die Kirche 3 und 7 Bauern 5 Huben frei haben. Au�erdem besitzt der Ort noch zinshafte Rodel�nder im oberen Teile des F�rstbisch�flichen Eschwaldes und erbliche Rodel�nder. Diesen Besitz f�hrt das Visitationsprotokoll von damals an. Am 29.01.1661 h�ren wir von �entstandenen Streitigkeiten in Kirchen- und Wiedemuths Bausachen� zwischen Alt-Patschkau und Alt-Wilmsdorf. Das �hochf�rstliche Amt� entscheidet, dass zu den Bauunkosten bei der Kirche die Alt-Patschkauer �zwei Teil an Gelde, zwei Teile an Fuhren, dann 3 Teile an ben�tigten Handlangern, also die Gemeinde Altwilmsdorf den 3. Pfennig, die 3. Fuhre und den 4. Teil an Fu�arbeitern zu geben verbunden� sein sollen. Sollte der Adel etwas zu irgend einem Bau beitragen, so solle das beiden Gemeinden zukommen.

Beide Scholzen k�nnen mit Vorwissen des Herrn Pfarrers auf dem Chor einen Stand betreten, einen durch Tod freigewordenen Stand erlangen.

1633 w�tete die gro�e Pest, die sehr viele Leute hinweg raffte.

Anno 1635 den 15. Oktober bei hiesigen Gerichten gestanden Titul des Wohledlen, Gestrengen, Ehrenwerten Herrn Jeronimus von Nostitz sein Sch�fer
  .... dass die Schafe zu Alt-Patschkau, wie ihm wissend, weggenommen:
Im Patschkauer Etat vom Jahre 1674 kommen also Kretschamzins 44 Taler ein.

Im Februar 1775 hat Alt-Patschkau zwei gro�e Ungl�cke erlebt. Durch �berschwemmung hatte das Dorf einen Schaden von 1,200 Reichsthalern, am 26. Febr. wurden durch Brand 9 Bauernh�fe und 2 G�rtnerstellen einge�schert.

Der Stadtpfarrer, Erzpriester, Kreisschul-Inspektor, f�rstbisch�flicher Kommissarius und Kanonikus Franz Stehr vermachte i. J. 1828 Alt-Patschkau und Wilmsdorf 1.000 Reichsthaler zu einer immerw�hrenden Armen-Fundation.

(Aus "Heimatbuch des Neisser Kreises" von 1928, Georg Knappe und Dr. Schmitz [Dank an Heike Cervar])


(3508.)Gese� (Ober= und Nieder=) und
Alt=Patschkau, Ritterg�ter
  Post, Telegraph, Standesamt und Amtsgericht Patschkau 5 bezw. 3 km;
  Eisenbahn Patschkau 6 bezw. 4 km; Amtsbezirk Gese�.
  Besitzer: Konstantin Ritter von Jerin, Kgl. Kammerherr, Mitglied des Herrenhauses,
  Rittmeister a. D. und Kreisdeputirter auf Gese�.
  P�chter: Latzel in Barzdorf (Oestr. Schl.) bezw. Aktiengesellschaft
Ottmachau-Barzdorf
  (Direktor: Winkler)
  Oberinspektor: Speer in Gese�.
  Fl�che: Ober= und Nieder=Gese� 341,3 ha, Alt=Patschkau 94,9 ha.
  Gesammtfl�che: 436,2 ha: 337,4 ha Acker, 68,5 ha Wiesen, 16,6 ha Holzungen,
  13,7 ha Hofraum etc.
  Grundsteuer=Rein=Ertrag von Ober= und Nieder=Gese�: 10 402 M,
  von Alt=Patschkau: 3928 M.
  K�serei auf Vorwerk
Schwammelwitz, Englische Fleischschafe.

(3578.)
Patschkau (Alt=), Pfarrwidemuth.
  Post, Telegraph, Standesamt und Amtsgericht Patschkau 3 km;
  Eisenbahn Patschkau 4,5 km;
  Amtsbezirk Gese�.
  Besitzer: Katholische Pfarrgemeinde Patschkau.
  Parzellenweise verpachtet.
  Fl�che: 54 ha. Grundsteuer-Rein-Ertrag: 2520 M.

(G�ter-Adre�buch Schlesien von 1894)


Patschkau (Alt-), Dorf und Rittergut:
        Kreis Neisse 20 km;
        Amtsgericht, Standesamt, ev. und kath. Kirchspiel, Post, Eisenbahn:
        Patschkau 3 km,
        Bahnhof 5 km; Amtsbezirk  Gese�;
        689 + 16 Einwohner.

(Schlesisches Ortschaftsverzeichnis von 1913 [Dank an Rolf Freytag])
In meiner Ahnenliste findet sich f�r Alt Patschkau:
-Franz BARTHEL
kath.
*   26.11.1874, Alt Patschkau
FAMILY HISTORY LIBRARY CATALOG (LDS):
-Kirchenbuch, 1851-1967, der katholischen Kirche Alt Patschkau (Kr. Neisse):
-Taufen 1851-1870
-Heiraten 1865-1870
FHL INTL Film 948852 Items 1 - 4
-Taufen 1851-1957 FHL INTL Film 2102516 Items 3 - 4 gelesen: Oktober 2004
gelesen: Oktober 2004
-Heiraten 1865-1957 FHL INTL Film 2102516 Item 5
-Tote 1876-1889 gelesen: Oktober 2004
FHL INTL Film 2102516 Item 6
-Tote 1889-1967
VAULT INTL Film 2102517 Item 1
-Kirchenbuch, 1618-1948, der katholischen Kirche Patschkau (Kr. Neisse):
Ich vermute hier die �lteren kirchlichen Beurkundungen f�r Alt Patschkau.
-Zivilstandsregister, 1874-1884, Standesamt Patschkau (Kr. Neisse):
IGI BATCHNUMMERN:
Ich bitte um Mitteilung!
EINWOHNERVERZEICHNIS 1935 (von Mario Weidner): 108 Haushalte
Orts- und Forscherdatenbank "KARTENMEISTER" von Uwe-Karsten Krickhahn.
Wenn Ihr auch in Alt-Patschkau forscht, tragt Euch bitte hier ein.
Schlesischer Heimatverein Patschkau und Umgebung e.V., Kontakt:

Vorsitzender:  Leo Schiller,
Lerchenstra�e 108, 49088 Osnabr�ck,
Telefon: 0541-187841, Fax: 0541-505719,
eMail: [email protected]
www.patschkau.de
Polnische Stadtverwaltung in Patschkau.
[HOME] [GEN-STARTSEITE] [STAMMBAUM] [NAMENLISTE]
Diese Seite wurde von Luz Barthel erstellt.
Letzte �nderung: 14.03.2007
Hosted by www.Geocities.ws

1