[Holia, Neujahrsmond 998]
Und erneut stärker werden verlangte ein erneutes, härteres Training. Zoras war noch nie ein Meister darin gewesen, sich zu schonen, wenn er krank war, und sobald er sich wieder ohne Schmerzen bewegen konnte, fing er wieder an, zu üben. Jeden Tag von morgens bis abends. Zwischendurch ließ er sich dem Respekt zuliebe mit Loron und den anderen Trotteln ein, um nicht in Holia wieder als der letzte Idiot dazustehen.
Von dem Massaker im Hungermond erfuhr niemand etwas Zoras hatte gedacht, dass der Telepath vielleicht allen möglichen Leuten etwas erzählt hätte, scheinbar war dem nicht so. Es war ihm egal. Was scherte es ihn, wieviele Leute das wussten? Sollten sie doch! Die Menschen ware ohnehin schlecht und würden eines Tages zerstört werden.
Er wollte nicht mehr hassen. Er hasste sich inzwischen sogar dafür, dass er so voller Hass und Wut war. Seine Aggressionen schlug er sich beim Training aus, wenn er ganz alleine mitten in der Pampa war. Dann konnte er schreien und zetern und um sich schlagen, so viel er wollte, und es tat unglaublich gut, die Aggressionen loszuwerden. Und das Training war wichtig, wenn er eines Tages stark genug sein wollte, um das Ungeziefer zu vernichten und stärker als Karana Lyra zu sein.
Wenn er einmal Karana besiegt hätte, würde sogar sein Vater vor ihm Respekt haben, sein Vater, der niemals Respekt vor ihm gehabt hatte sein Vater, der ihn hasste und ihn niemals seinen Sohn nannte. Ram Derran hatte ihn als Nichtsnutz und Missgeburt beschimpft, ein Leben lang. Zoras würde eigenhändig dafür sorgen, dass sich das änderte und dass sein Vater ihm zu Füßen liegen würde und um Gnade betteln würde. Er würde Ram Derran beweisen, dass er fähig war, Karana Lyra zu besiegen, und dann hätte Ram Derran endlich den Respekt vor ihm, der ihm zustand weil er um Meilen besser zaubern konnte als sein untalentierter Vater.
Eines Tages werde ich, Zoras Derran, das Gesetz sein! Und du wirst mir zu Füßen liegen und es bereuen, mich jemals gehasst und vermöbelt zu haben-... Vater!
Es wurde schnell wieder Sommer. Ehe man sich versah, war es wieder heiß im Land und die Sonne knallte ohne Erbarmen auf die flachen Ebenen im Osten Senjos herunter. Außer der Sonne kam mit dem Sommer noch etwas anderes zurück Karana!
Der Junge war jetzt mit seiner Lehre fertig und kehrte mit Ende des Sommermondes zurück nach Lorana.
"Lyra-Nervensäge ist wieder daheim!" grinste Loron Zoras an, als er mal wieder mit ihm und den Dickis auf Zincas Veranda hockte. Asta brachte keinen Eistee, Asta traute sich nicht aus dem Haus. Weniger wegen der brennenden Sonne als wegen Loron. Das blonde Mädchen hatte aus unerfindlichen Gründen Angst vor Loron, hatte Zoras festgestellt. Loron war das egal, und Zoras kam nicht von dem Gedanken herunter, dass er Asta irgendetwas Traumatisierendes angetan haben musste. Aber was? An sich scherte ihn das nicht. Loron haute Zoras auf die Schulter. "Naa??! Willst du Karana nicht fertigmachen, oder so? Bittesehr, da hast du die Gelegenheit."
"Pff," machte Zoras bloß, "Misch dich da nicht ein, Loron! Das ist allein meine Sache. Ja, ich werde Karana besiegen!"
Irgendwann, addierte er in Gedanken, und er trank schnell seinen zweiten Liter Milch auf Ex aus, bevor die Milch in der Hitze Gelegenheit dazu bekäme, sauer zu werden.
Karana. Ja, Karana war sein größter Gegner, das stand fest. Um seinem Ziel näher zu kommen, musste er Karana besiegen ihn töten, so wie er Grobi getötet hatte. Jeder, der sich seinem Plan in den Weg stellte, würde getötet werden! Denn die Menschen waren nur Ungeziefer und waren es nicht wert, am Leben zu sein.
Zoras erhob sich und klopfte sich den Staub von der Hose. Zincas Veranda war immer staubig, vor allem in so einem trockenen Sommer, und auf Zoras schwarzer Hose sah man Staub immer besonders deutlich. Zoras war erstaunt darüber, dass die Hose sich so gut gehalten hatte er hatte sie jetzt drei Jahre lang, inzwischen war sie seine einzige Hose. Erstens musste die Hose mit ihm gewachsen sein, dass er noch hineinpasste, und dafür, dass er so oft seine Kleider kaputtgemacht hatte, war die Hose so gut wie unversehrt geblieben. Sie war nur wieder einige Stufen kürzer gelegt worden in all den Kämpfen und all dem Training, und der untere Saum war völlig zerfetzt. Ansonsten war sie fast wie neu, Respekt.
"Ich gehe nach Mitonha," sagte er kalt, "Was Karana angeht kümmer dich nicht darum. Er... gehört mir, verstanden?" Loron und die Drillinge starrten sich an, als Zoras davonging, um das Pferd zu holen.
"Aha?" machte der erste Dicki, "Wie, er gehört ihm?"
"Hat er Karana geheiratet, Loron?" Loron lachte.
"Wohl kaum, haha!! Ach, lasst ihn doch, wenn's ihm Spaß macht-..." Die Dickis sagten nichts und sahen ratlos in den Sand.
Karana.
Zoras wusste, dass er Karana sehen würde, wenn er nach Mitonha ging. Deswegen ging er ja nach Mitonha. Es war eine Eingebung gewesen der Wind hatte ihm plötzlich gesagt, dass er nach Mitonha gehen sollte. So hatte Zoras das Pferd geschnappt und machte sich auf den Weg in das kleine Dorf, in dem er mal zur Schule gegangen war. Zoras war stolz auf seinen einwandfreien, perfekten Instinkt, der ihm alles sagte, einfach alles. So gehörte es sich für die Vorraussetzungen zum Geisterjäger. Als Geisterjäger brauchte man den einwandfreien Instinkt genauso wie den starken Körper, die starke Seele und... einen unerschütterlichen Geist. Zoras parrierte kurz durch, als er daran dachte. Er war sich nicht sicher, ob er diesen unerschütterlichen Instinkt hatte. Was genau sollte er sich darunter vorstellen? Er war doch unerschütterlich er würde sich von nichts und niemandem von seinem Ziel abbringen lassen. War das das, was verlangt war?
Mitonha kam ihm lebendiger vor im Vergleich zu dem, was es gewesen war, als er zum letzten mal hier gewesen war. Die Leute waren geschäftig und beachteten weder ihn noch das große Pferd, mit dem er durch die sandigen Straßen ging, auf der Suche nach seinem Gegner.
Wenn ich dich besiegt habe, wird mein Vater mich ehren! Und noch viele andere werden das tun!... Und dann werde ich endlich die Stärke finden, die ich brauche, um den Hass zu zerschmettern und den Schmerz auszulöschen.
Zoras lächelte, als er daran dachte. Der Gedanke tat gut. Die Schmerzen loswerden... Er dachte voller Gram an seine Tätowierung und durchlebte ein weiteres Mal in Gedanken die irrsinnigen Schmerzen, die er gespürt hatte, als die Männer ihn aufgeschlitzt und wieder und wieder verwundet hatten.
Die Schmerzen würden dann eines Tages aufhören. Wenn der Hass verschwunden war. Wenn die schlechten Menschen getötet worden waren.
Zoras lenkte das Pferd nach links und hob den Kopf, als er ein vertrautes Grinsen in seinem Hinterkopf wahrnahm als er aufblickte, stand Karana vor ihm.
"Jo!" machte Karana und hob grinsend eine Hand, "Hey, Kurzhöschen! Du bist auch hier? Ich hab dich ja ewig nicht gesehen!" Zoras blieb kalt, als er Karanas Grinsen sah.
Wir mögen uns nicht, Lyra wie kannst du lachen, wenn du jemanden siehst, den du hasst?
"Pah," machte er dann und zerrte das Pferd herum, sodass es stehenblieb. "Du hast dich scheinbar in dem einen Jahr Isolation nicht verändert! Und ich dachte, du würdest als erwachsener Mann zurückkommen und endlich dieses bescheuerte Grinsen ablegen..." Karana lachte.
"Oh, ich bin ein erwachsener Mann!" erklärte er stolz, "Zumindest, wenn man nach dem Ritual geht, tadamm! Hey, hast du deinen besten Freund Loron garnicht dabei heute, Kurzhöschen?" Zoras starrte Karana kalt an, bevor er antwortete.
"Loron? Hah wenn du ihn so vermisst, musst du schon nach Holia kommen, Lyra!"
"Oh, nö, kein Bedarf..." kam von Karana, und der braunhaarige Junge gähnte und streckte die Arme in die Luft. "Wenn du mich jetzt entschuldigst ich muss noch was erledigen." Er wollte gehen, doch Zoras lenkte ihm das Pferd in den Weg und hielt ihn damit auf. "Was-...?" fragte Karana erstaunt, und Zoras sah ihn böse an.
"Du... bist immer noch dasselbe Kind, das du warst, bevor du in Janami warst! Du siehst nicht so aus, als hättest du dich verändert..." Karana blinzelte dann grinste er.
"Glaubst du's nicht, Kurzhöschen? Ich hab die obere Magie gelernt und kann auch die Winde rufen, damit du's weißt." Zoras verengte die Augen zu Schlitzen.
"Ich... ich bin derjenige von uns beiden, der Geisterjäger werden wird, Karana!" schnappte er zornig. "Ich muss weil ich ein Ziel habe, das ich erreichen möchte, Lyra! Und du... stehst mir dabei im Weg." Karana starrte ihn an, ohne etwas zu sagen.
"Ich-...?" fragte Karana verständnislos, dann seufzte er. "Komm schon, lass den Quatsch, ich hab keine Zeit, um mich mit dir zu kloppen, Zoras!"
"Hah!" rief Zoras und riss den Kopf hoch, "Auch gut! Dann treffen wir uns heute nacht auf der großen Wiese nördlich von Mitonha, ich glaube, du weißt, welche ich meine, Karana!" Damit drehte er das Pferd um und schickte sich zum gehen. "Ich... warte dann auf dich! Um dich ein für allemal zu beseitigen, Karana! Hya!" Er gab dem Pferd die Sporen und galoppierte davon Karana blieb ratlos auf der Straße zurück.
"Ahm-... heute nacht? Auf-... der Wiese?" überlegte er grübelnd.
Was hast du denn jetzt vor, Kurzhöschen? Als ob du eine Chance hättest...
Dann grinste er aber, sah Zoras kurz nach und ging dann seiner Wege.
Im Endeffekt war Karana allerdings zuerst auf besagter Wiese knapp nördlich von Mitonha, als Zoras mit seinem Pferd ankam, bereits beide Dolche in den Händen. Zoras parrierte das Pferd durch und kam einige Fuß vor Karana zum Stehen. Der braunhaarige Junge sah auf und grinste.
"Jo!" machte er, "Da bin ich, wie versprochen!" Zoras sah ihn an und zog ein sarkastisches Lächeln auf.
"Hm." Dann entdeckte er noch jemanden anderes, der in einiger Entfernung auf einem größeren Stein hockte und zu ihnen herübersah Simu. "Hattest du Schiss alleine, Karana?" Karana sah kurz Simu an, dann wieder zu Zoras.
"Es tut mir ehrlich leid, ich konnte ihn einfach nicht abschütteln!" sagte er erstaunt, "Er hat darauf bestanden, mitzukommen! Naja, wenn ich verlieren sollte und dann halbtot am Boden rumkrieche, kann Simu mich wenigstens mit nach Hause nehmen, hat er gesagt-..." Zoras brach in schallendes Gelächter aus und brach vor lauter Lachen auf dem Pferd zusammen.
"Waahh-... i-ich glaub, ich spinne!!! Dann traut Simu dir wohl nicht so viel zu, was??! Hah, geschieht euch recht!" Er sprang mit einem Satz vom Pferd auf die Erde und drehte die Dolche in seinen Händen. "Erwartet nicht, dass ich auf Simu Rücksicht nehme! Wenn er getroffen wird, hat er selber Schuld!" Karana starrte Zoras an dann strahlte er plötzlich.
"Heeey, bist du gewachsen??" Zoras erstarrte und fiel fast aus allen Wolken.
"WAS??!!" brüllte er, "Natürlich, ich trinke drei Liter Milch am Tag!!!" Karana lachte gut gelaunt.
"Ehrlich? Wie groß bist du denn inzwischen?" Zoras ballte die Fäuste und umklammerte seine Dolche.
"Der verarscht mich!!!" platzte er wütend hervor und riss die Arme hoch, doch Karana fing nur lauthals an zu lachen, sogar Simu grinste blöd. Zoras verfinsterte seinen Blick.
Er lacht... wieso lacht er, wenn er gleich kämpfen soll? Wie kann er wie kann er so lachen??!
Der Junge senkte den Kopf, als er die Dolche nach Karana ausstreckte.
"Dir wird dein Lachen noch vergehen!!" zischte er, "Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen, du hättest das Lachen niemals gelernt!!!"
"Wolltest du mit sterblichen Waffen kämpfen, Kurzhöschen?" fragte Karana und blinzelte, als er auf die Dolche sah, "Hmm, ich dachte, wir zaubern! Na gut, ich hab aber nur einen Säbel, und du hast zwei Dolche, das ist unfair..."
"Pah!!" machte Zoras, "Natürlich zaubern wir!!! Na und? Die Waffen kann man manchmal auch als Medium verwenden, wenn du verstehst, was ich meine!" Karana zog seinen Säbel, sah ihn ratlos an und blickte dann zu Simu.
"Was fürn Medium??" Simu kicherte.
"Du Trottel..." Ein plötzlicher Blitzschlag, der in den Boden vor Karanas Füße traf, ließ Karana wieder herumfahren, und Zoras zischte.
"HALTET DEN RAND!!!! SOBALD DEIN BLONDER FREUND SICH EINMISCHT, IST ER TOT, KAPIERT??!!" Karana hob den Kopf und sah Zoras jetzt ernst an. Zoras spürte, dass er wieder zornig wurde. Er war wütend. Wütend, weil Karana über ihn lachte. Weil Karana nichtmal Respekt vor ihm hatte, geschweige denn Angst. Er hasste den anderen Jungen für seine Unbeschwertheit, und verbittert griff er seine Dolche fester.
Ich muss ihn töten-... die Menschen sind Ungeziefer-...!!
Er keuchte, seine Schultern bebten vor Anspannung.
Die Menschen sind es nicht würdig, zu leben.
Karana hob eine Hand und ließ eine kleine Magiekugel aus Blitzen darin entstehen.
"Fangen wir an, Kurzhöschen?" Zoras keuchte und hob ebenfalls die Arme, nachdem er einen der Dolche eingesteckt hatte, und bildete auch eine Energiekugel. Als Karana grinste, spürte er den Hass in sich aufbrodeln wie kochendes Wasser.
Ich muss sie alle vernichten.
"HAAAAHHHH!!!!!!!" schrie Zoras dann laut und sprang in die Luft, er riss seine Hand mit dem Blitz hoch und stürzte sich auf Karana herunter, und der andere Junge hob den Kopf. "DEMOOORRAAA!!!!!" brüllte Zoras und schmetterte den Blitz auf Karana, und Karana schleuderte seine Energiekugel ebenfalls von sich auf Zoras riesige Demora. Die Zauber krachten aneinander und explodierten mit einem gewaltigen Knall. Karana sprang auf und steckte den Säbel weg, um beide Hände hochnehmen zu können, während Zoras genau vor ihm auf dem Boden landete. Die Jungen starrten sich an.
"Hah-..." machte Karana dann, senkte kurz den Kopf und grinste dann. "Und das war's, Kurzhöschen?"
"PAH!!!!" brüllte Zoras und riss seinen Dolch hoch, "DU BIST UNGEZIEFER WIE ALLE ANDEREN, DESHALB WERDE ICH DICH TÖTEN!!!!"
"SURA!!!!!" schrie Karana ihm dazwischen und streifte Zoras damit am Arm, und Zoras sprang in die Luft, drehte den Dolch blitzschnell herum und riss die freie Hand in den Himmel hoch.
"HAAAAAHHHHH!!!!!!!!" Karana fuhr herum und riss noch die Hände hoch, da landete Zoras hinter ihm auf dem Boden, und blitzschnell fuhr er herum und schmetterte seinen Dolch mit einem Schrei von sich die Klinge traf Karanas Bein, und Karana keuchte auf und taumelte, als seine Hose sich an der Wunde blutrot zu färben begann.
"Aargh-...! D-du-...!"
"DEMORA!!!!!" schrie Zoras außer sich und schmetterte den Blitzzauber auf Karana, der ihn noch perplex anstarrte, und prompt riss die Attacke Karana von den Beinen und schmetterte ihn ein gutes Stück nach hinten, wo er hart auf dem Boden aufschlug. Der Junge schrie auf und fasste nach seinem Kopf. Als er sich aufrappelte, stand Zoras genau vor ihm.
"Ahm Kurzhöschen!" machte Karana perplex und keuchte, als er Zoras ansah. Er kannte ja den finsteren Gesichtsausdruck des schwarzhaarigen Jungen, aber noch nie im Leben hatte er ihn so dermaßen hasserfüllt gesehen wie in diesem Moment. Und er sah die Aura, die Zoras umgab, die Aura seiner unerwartet mächtigen Magie.
Er ist... ziemlich gut geworden-...
"Hah hah-... was ist, bist du schon müde??!" fragte Zoras Karana und packte seinen zweiten Dolch, bevor er wieder die freie Hand in den Himmel streckte. "Das war die untere Magie, zu deiner Information! Das reicht zum Aufwärmen, meinst du nicht??!" Karana blinzelte.
Aufwärmen? Ist doch warm genug...
"Jo," machte der Junge dann und stand auf, er zog den Dolch aus seinem Bein und betrachtete die Wunde nur kurz, obwohl sie schmerzte. "Okay ich hab dich wohl unterschätzt!" gab er dann strahlend wie ein Honigkuchenpferd zu, "Aber gut, jetzt weiß ich's besser! Dann fangen wir... jetzt richtig an, ja?" Zoras erstarrte.
Das Grinsen.
Er grinst schon wieder... wieso wieso grinst er beim Kämpfen??! Ich kapier das nicht-...!
"Okay, Kurzhöschen?" kam von Karana noch, und der Junge stellte sich in die defensive Position und hob die Hände gen Himmel. Zoras keuchte, dann riss er sich zusammen und zwang sich zu einem weiteren, bösen Grinsen.
"Hm," machte er hochnäsig, "Es wird mir ein Vergnügen sein, dieses infantinäre Grinsen aus deinem Gesicht zu verbannen!! HAAAHHH!!!!!!!!" Damit sprang er in die Luft und ließ den Dolch herumschnellen, gleichzeitig schoss aus dem grauen Wolkenberg, der sich am Himmel auftürmte, ein gewaltiger Blitz in seine freie Hand, und es gab ein lautes Krachen. Karana sah Zoras starr an und breitete die Arme aus.
"Komm, Zauber!!!" brüllte er dann den Himmel an, "Ihr Geister, hört mich an!!! Komm zu mir und gib mir deine Kraft!!!"
"YAAAHHHH!!!!!!" schrie Zoras, als es erneut krachte und auch Karana einen Blitz aus dem dunklen Himmel auffing, den er zwischen seinen ausgebreiteten Händen hielt. Zoras zischte. "So nicht!! So kriegst du mich nicht, Karana!!! UNGEZIEFER!!!!!!"
"HAH!!!!!" schrie Karana laut und stieß den mächtigen zauber von sich auf Zoras zu, doch Zoras war schneller, er wich dem Energieball aus und schleuderte seinen eigenen Blitz gegen den von Karana. Die zauber prallten mit einem ohrenbetäubenden Krachen aneinander und ließen die Erde erzittern. Karana riss die Hände schon wieder hoch, als Zoras genau vor ihm urplötzlich auf der Erde landete und einen Arm hochriss:
"CHURAAAA!!!!!!" Mit Karacho erwischte der einfache Abwehrzauber Karanas Körper und schmiss ihn wie einen Ball hoch in die Luft, und Karana schrie auf.
"WAAHHH!!!!"
"DU WIRST HEUTE NACHT STERBEN, LYRA!!!!" brüllte Zoras ihm nach und sprang wutentbrannt in die Luft, bis er mit dem fliegenden Jungen auf gleicher Höhe war, und mit einem weiteren Schrei riss er seine Arme nach vorne, schmetterte einen gewaltigen Zauberblitz auf Karana und warf ihn mit aller Wucht wieder zurück auf die Erde. Erneut bebte es, sodass Simu von seinem Stein stürzte.
"KARANAAA!!!!" schrie der Blonde erschrocken, als Karana in die Erde gerammt wurde und das Beben langsam nachließ. Zoras landete auf dem Boden und keuchte leicht außer Atem. Er spürte, wie sein Herz raste. Ihm war heiß, und wenn die Tätowierung nicht wäre, hätte er sein Shirt glatt ausgezogen.
Karana lag auf dem Boden in einer Art Krater, den der Einschlag des Blitzes verursacht hatte. Der Braunhaarige rappelte sich hustend auf und hob die Hände.
"Aargh, mach das nie wieder!!" schrie er Zoras an, "Ich hab Höhenangst, du Idiot!!" Zoras zuckte.
Höhenangst? Das war alles?
Das war wirklich alles?
"Nnh-... d-du bist-...!!" zischte Zoras und ballte vor Wut die Fäuste.
Er ist so simpel! Er ist so einfach, so unkompliziert! Vor nichts hat er Angst, vor niemandem hat er auch nur einen Hauch Respekt, der Narr!!...
"Was glaubst du eigentlich-... mit wem du's zu tun hast??!!" keuchte er außer sich, und als seine Wangen zu glühen begannen, wusste er, dass er vor Zorn rot anlief. "Du-... du-...!! ICH HASSE DICH, KARANAAAAA!!!!!!!!" Damit fuhr er wutentbrannt herum und schmetterte einen Blitz auf karana, doch dieser konnte zur Seite ausweichen, sprang wieder auf die Beine und riss die Arme in den Himmel.
"Schön, weiter so!!!" lachte er laut und warf den Kopf zurück, "WIND!!! KOMM, LASS MICH DICH FÜHREN, GEIST DES STURMS!!!" Es krachte aus dem Himmel, als zwischen Karanas Händen mit einem Grollen ein gewaltiger Blitz entstand. Zoras schrie und warf wütend seinen Dolch in die Luft, bevor er einen Blitz in seiner Hand bildete und dem Dolch nachsprang.
"W-was macht der denn??!" schrie Simu hinten, "Karana-...??!"
"Pfff, mit dem Idioten werde ich super alleine fertig!!" grinste Karana Simu an und fuhr fort: "Du musst nachher eher Zoras nach Hause tragen als mich, haha!!"
"Ha-ha," brummte Simu beunruhigt, in dem Moment schmetterte Zoras den Blitz aus seiner Hand in den Dolch, fing ihn mitten im Flug wieder auf und stürzte sich genau auf Karanas mächtige Energiekugel genau dann, als Karana diese auf seinen Gegner schmetterte. Es krachte extrem laut, als der Energieball Zoras traf, und die Erde wackelte, als die starke, magische Aura die Luft durcheinanderbrachte. Karana stürzte zu Boden bei dem Beben, und er sah auf seinen Blitz, der noch in der Luft grell leuchtete und er stockte.
Wenn der Blitz Zoras getroffen hatte, musste er ihn eigentlich zu Boden schmettern oder sogar zerfetzen aber der Energieball blieb wie gestoppt in der Luft stehen und blitzte und zuckte vor sich hin. Als Karana sich wieder aufrappelte, starrte er auf Zoras der hinter dem Energieball seinen magiegeladenen Dolch genau in den Zauber von Karana gestoßen hatte und damit den Zauber aufgehalten hatte.
"Zu früh gefreut, Karana!!" kam von Zoras, und Karana riss die Augen auf, als sein eigener Zauber plötzlich auf ihn zurückgerast kam.
"WUAAHHHH!!!!" schrie Karana entsetzt und sprang hoch, "Scheisse!!!! SIMU, RUNTER, SCHNELL!!!!!!" Mit einem Krachen verfehlte der Ball karana und krachte auf die Erde, Simu wurde wieder umgeworfen, und die beiden Schamanen landeten gleichzeitig auf dem Boden. Zoras stierte Karana voller Hass an und umklammerte seinen Dolch, der so heiß war, dass die Klinge noch glühte. Karana blinzelte.
Hat er das mit Medium gemeint?
"Ah-..." machte Karana bloß, und Zoras keuchte und schnappte außer sich vor Wut nach Luft.
"Du-... respektloser Flachwichser!!!" rief er wütend, "Ich hasse dich-... ich hasse dich-...!!"
Die Menschen sind schlecht...
Ich hasse dich... weil du lächelst, wenn du kämpfst... weil du IMMER lächelst...
Ungeziefer-... ...
"Karana-...!!" Karana blieb still, als Zoras wutentbrannt auf die Erde starrte und vor Anspannung am ganzen Körper zitterte.
Er kämpft mit sich er kämpft gegen seine eigene Wut... wenn er so wütend ist, kann er ja garnicht richtig zaubern!
Ha... dachte Zoras völlig benebelt, Du... wirst nicht sterben, Karana... nein! Ich will dich nicht töten ich will deine Schmach sehen, deine Entwürdigung, wenn du verloren hast!!! Ich will deine Demütigung!!! Du sollst so gedemütigt werden, wie ich es seit Jahren bin, du verdammter Arsch!!
"Simu, bleib weg!" warnte Karana seinen Freund, als Zoras seinen Dolch griff und die freie hand wieder hochhob, obwohl jede Faser seines Körpers zitterte wie Estenlaub. Karana zog langsam seinen Säbel, bevor es laut krachte und der Blitz aus dem Himmel genau in Zoras ausgestreckte Hand einschlug. Der Schwarzhaarige hob blitzschnell den Kopf und stürzte sich dann mit einem wütenden Schrei auf Karana. In dem Moment fuhr Karana auf und riss den Säbel hoch, mit einer Handbewegung böockte er Zoras Blitz ab, schmetterte in auf den Boden und riss die andere hand hoch:
"KATURA!!!!!"
"DEMORA!!!!!" brüllte Zoras gegen an und schmetterte den scharfen Klingen des Windzaubers seinen Blitzzauber entgegen, und Karana sprang hoch und wich der Demora geschickt aus. Zoras landete keuchend auf dem Boden und sprang sofort wieder auf karana zu, eine weitere Demora auf ihn schmeißend. "DEMOOORRAAAAA!!!!!!!!"
"Hah!!" machte Karana und fuhr herum, der Blitzzauber streifte seinen Arm und riss ihm den Säbel aus der Hand, und Karana keuchte und sprang zurück auf den Boden, Zoras landete genau vor ihm.
"FICK DICH, VERDAMMT!!!!!" schrie der Schwarzhaarige wütend und schmetterte seinen Dolch auf Karana, und gerade, als er dachte, er hätte Karana erwischt, nahm karana den Arm hoch und blockte den Dolch mit einer Juara ab Zoras bekam seinen Dolch mit dem Griff voran volle Kanne gegen den Kopf und stürzte zu Boden. Sein Kopf schmerzte, als er wieder aufstand, und er spürte, wie etwas in ihm pochte.
Das schwarze Loch.
Er stöhnte und taumelte rückwärts, sich n die Brust fassend, als er das Loch klopfen hörte.
Ich hasse ihn mein hass ist so groß, das Loch wird mich verschlingen-...!
"Aah-...! N-nein nein-..." keuchte er und wurde blass, und Karana senkte den Kopf.
"Brauchst du etwa ´ne Pause?" scherzte er sarkastisch, "Du bist aber schnell müde..." Zoras riss sich zusammen und schüttelte die Angst mit einem lauten Schreien von sich ab, bevor er die Hände hochriss und einen neuen Blitzschlag auf karana schleuderte.
"HAAAAHHHH!!!!!! GEH ZU GRUNDE, KARANA!!!!" Es krachte, als Karana den Blitz abblockte, und wütend schmetterte Zoras noch drei Blitze nach ihm, von allen Seiten, und er drängte Karana immer weiter rückwärts, aber der andere Junge konnte alle seine Blitze abfangen. Als der letzte Blitz verschwunden war, bleib Zoras keuchend und japsend stehen und ballte die Fäuste.
Wie hat er-...??! All die Zauber-... einfach so-...?!
Karana war auch außer Atem und rang etwas nach Luft, bevor er seinen Säbel vom Boden aufhob und ihn auf Zoras richtete.
"Ich kämpfe nicht gerne, Zoras," sagte er ruhig, "Aber... du hast mich herausgefordert, also sollst du sehen, was du davon hast! Glaub ja nicht, ich lass dich gewinnen, damit du glücklich bist, Kurzhöschen!! HYAHH!!" Damit bildete Karana einen weiteren Blitz, Zoras tat es ihm im selben Moment wütend gleich.
Der wagt es-...!!!
"VON WEGEN!!!!!" brüllte er und riss die Arme in den Himmel, warf den Kopf zurück. "IHR WINDGEISTER, HÖRT MICH AN!!! ICH RUFE EUCH, KOMMT ZU MIR, DENN ICH BIN EUER HERR!!!! MHAAAAAAHHHH!!!!!!" Mit einem lauten Krachen schlug der Blitz in seine Hände ein, während Karana seinen Ball losshickte, aber die Aura von Zoras war so extrem stark, dass der Blitz einfach verrauchte. Karana trat zurück und hob den Säbel.
"Mist-... der ist zu groß für mich, ich muss-... ihn stoppen, wenn er zu mir kommt..."
"Karana, das ist ein Zerstörer!!" keuchte Simu leise, "Hau rein und mach auch einen, du bist stärker als Zoras, das weißt du!"
"Aargh, gib mir keine Ratschläge!!" pflaumte Karana ihn an, "Hey, ich bin der Schamane hier!!! Ich weiß schon, was ich tue, keine Bange!!"
"Aber-aber-aber-...!!" stammelte Simu, in dem Moment, als Zoras die Arme höher riss und den Kopf wieder hochhob.
"DAS IST DEIN ENDE, KARANA!!!!!!" schrie er außer sich, und die Aura flammte um seinen Körper herum auf wie ein riesiges Feuer, Karana hob die Hände und machte sich bereit zum Abblocken. "DEN KANNST DU NIE HALTEN, KARANA!!!!" lachte Zoras in einer unglaublich irren, kranken Lache, bevor er in die Luft sprang und den mächtigen Zerstörer auf seinen Gegner schleuderte. "DU BIST TOT!!! HAAAAAAHHH!!!!!!!"
Der Zerstörer erwischte Karana volle Kanne, und es gab einen extremen Knall, als der Zauber ihn traf, der Blitzball wurde noch greller als zuvor, während Zoras wieder auf der Erde landete dann gab es plötzlich ein ohrenbetäubendes Krachen und ein gewaltiges Beben der Erde, und mit einem Knall explodierte der Zerstörer und platzte wie ein Ballon. Zoras erstarrte zu Salzsäulen.
Karana stand da, die Hand mit dem Säbel ausgestreckt, und sah ihn unbekümmert ernst an. Ein Windhauch zog über das Land und ließ Karanas T-shirt flattern. Er hatte Zoras Zerstörer einfach abgeblockt und zerstört.
W-wie hat der-...??!! Mein Zerstörer er müsste tot sein!! Wie hat er das gemacht??!! fragte sich Zoras völlig entsetzt, und wütend ballte er die Fäuste und riss den Kopf hoch.
"NA WARTE!!!!! DER IST FÜR DICH, DAAAAA!!!!!!" Damit ließ er einen neuen Zerstörer entstehen, und beide Jungen sprangen in die Luft, Zoras schleuderte wutentbrannt seinen gewaltigen Blitz auf Karana aber der Junge wich aus und verschwand einfach. Zoras stockte.
Was-...??!
"Wo willst du hin?" hörte er Karanas Stimme über sich, und als er hochsah, sah er Karana mit einem ebenfalls gewaltigen Blitz in den Händen über sich in der Luft fliegen. "Ich bin hier! Zoras." Zoras erstarrte.
Scheisse.
BAMM!
Mit einem enormen Krachen traf der Zerstörer Zoras und schleuderte ihn zu Boden, mit voller Wucht prallte er hart auf den Erdboden, und er stöhnte auf, als ein gewaltiger Schmerz seinen ganzen Körper durchjagte wie ein riesengroßes Messer. Er erinnerte sich schmerzhaft daran, dass er dasselbe mit Grobi gemacht hatte. Karana war schneller als er. Und schon wieder war er seinem Zerstörer ausgewichen. Schon wieder.
Jener Karana landete wieder auf den Füßen und steckte den Säbel ein, bevor er vor dem am Boden liegenden Zoras stehenblieb.
"Nun?" Zoras rappelte sich auf. Stur sah er auf den Boden.
"Antworte," sagte er scharf, ohne Karana anzusehen, und Karana blinzelte.
"Ha?"
"Wie machst du das??!!" kam von Zoras, "Wie schaffst du es, meinen Zerstörern jedes mal auszuweichen??! Das war richtige Magie, Karana, kein Popelkram! Und du... weichst mir einfach aus, als wäre es Watte!!" Karana sah ihn an, dann grinste er.
"Du hattest keine Lehre, nicht?" kam dann, "Dann hat man dir natürlich auch die Grundlagen der Schamanenmagie nicht beibringen können. Es gibt Dinge, die muss man wissen, wenn man Schamane ist! Die Dinge, die wichtig für die Magie sind. Man braucht nicht nur einen trainierten Körper und eine starke und strapazierfähige Seele die Seele wird bei der Schwarzmagie extrem stark belastet und ausgelaugt, deshalb erfordert die obere Schwarzmagie sehr viel Kraft, Konzentration und seelische Stärke! Aber noch etwas ist dafür wichtig, Zoras... eine unerschütterliche Seele!" Zoras erstarrte.
Das hatte Chenoa zu ihm gesagt.
"Du laberst Scheisse-...!!" zischte er wütend und packte seinen Dolch, "DU-...!!!"
"Warte!!" warf Karana ein, "Ich will dir nur helfen!! Hör mir nur ganz kurz zu, vielleicht hilfts dir ja doch!!! Du bist echt stark geworden, vor allem ohne Lehre! Was du falsch machst, ist, dass du deinen Geist nicht vollständig in der Hand hast du wirst zu schnell wütend! Wenn du so rasend bist wie jetzt, bist du nicht Herr über deine Seele und auch nicht über deinen Körper! Du verlierst die Kontrolle und realisierst am Ende garnichts mehr! Weder, wie sehr du mich mit deinen Zerstörern erschöpfst, noch, wie starke Schmerzen du spürst!" Zoras fuhr zurück.
Er erschöpfte ihn?
"Ja!" machte Karana dazu, "Weißt du, wie derbe anstrengend und erschöpfend es ist, einen Zerstörer zu blocken??! Das kostet mich ´ne ganze Tüte Kraft, du Nuss! Und du hast es vor lauter Wut garnicht gemerkt! Weil sich dein sechster Sinn komplett abgeschaltet hat und du nichts mehr wahrnimmst!" Zoras ballte die Fäuste und starrte auf den Boden.
"I-ich-...!!" keuchte er, und er bebte noch immer.
Was redete Karana da? Warum redete er überhaupt?
Ich will seine Demütigung... ich will, dass er blutend am Boden kriecht und mich um Gnade anwinselt-...!! Damit ich Stärke bekomme-...! Und den Hass besiegen kann, der mich von innen heraus zerstört-...!
Er spürte tatsächlich mit einem mal erst, wie sehr ihm alle Glieder schmerzten. Sogar das Zittern tat höllisch weh und jagte eine Flamme des Schmerzens durch seinen gesamten Körper. Zoras keuchte vor Schmerzen und senkte den Kopf, sodass ihm seine schwarzen Haare ins Gesicht fielen.
"Ich-... WAS REDEST DU??!! KARANA!!!!!" brüllte er dann plötzlich und kämpfte gegen den Schmerz in seiner Brust an, und mit einem mal flammte die Aura um ihn herum auf, und Karana fuhr zurück.
"K-Kurzhöschen!!"
"HYAAAHHHHH!!!!!" brüllte Zoras außer sich und blitzte Karana mit wutentbrannten Augen an, "DU HÄLTST MICH-... NIEMALS WIEDER ZUM NARREN, KARANA!!!!!!!"
"Hah WUAAHH!!" schrie Karana, der Zoras Demora auswich und zurücksprang, als Zoras wütend auf ihn zustürzte, und er riss die Arme hoch und rief seinen Zerstörer vom Himmel herab, während auch Zoras die Arme in den Himmel streckte, den Kopf zurückwarf und den Mächten der Schöpfung seinen Willen aufzwang.
"GEBT MIR DIE WINDE, MÄCHTE DER SCHÖPFUNG!!!!" brüllte er außer sich vor Wut, und er spürte, wie ihm heiß wurde, als aus dem pechschwarzen Himmel über ihnen ein gewaltiger Blitz in Zoras Hände einschlug.
"Waahh!!" schrie Simu am Rand, "Um Himmels Willen-...!!"
"Hah-..." machte Karana, als er Zoras mächtigen Zerstörer sah, "Du hast es so gewollt!! Ich werde deine Zerstörer nicht blocken sondern dagegen angreifen, du Narr!! HAAAAHHHHH!!!!!!"
"KARANA!!!!!" schrie Zoras wütend und sprang in die Luft, gleichzeitig tat Karana das auch, beide rissen sie die Arme hoch, die Zerstörer bereit, um sie auf den Gegner zu schmettern und ihn damit zu vernichten. Simu verkroch sich hinter seinem Felsen, als die Schamanen ihre Zauber mit einem lauten Schrei von sich schleuderten. Es krachte in ohrenbetäubender Lautstärke, als die Zauber gegeneinander prallten und in einer gewaltigen Explosion platzten. Die Schamanen landeten auf der Erde, sich die Rücken zukehrend, als die Erde zu beben und zu grollen begann. Über ihren Köpfen zerschmetterten die Zauber sich gegenseitig, bevor sie ganz explodierten und beide Jungen vorneüber von den Beinen warfen, als die Aura der Zauber sich so extrem schnell wahnsinnig ausbreitete, dass sie zu stark für die zwei war. Wieder bebte die Erde. Und plötzlich regnete es kleine Lichter. Wie leuchtende Schneeflocken fielen die Bröckchen der Magie zur Erde, wo sie langsam verglühten. Es herrschte plötzlich eine unglaublich beruhigende Stille.
Zoras rappelte sich auf und spürte, wie seine magische Aura sich auflöste. Er hatte keine Kraft und keine Konzentration mehr es war vorbei. Der Kampf war vorbei... und Karana hatte schon wieder gewonnen.
"Wie ruhig..." sagte Zoras, und er betrachtete voller Faszination die leuchtenden Flocken. "Ist das... nicht wunderschön...?" flüsterte er mehr zu sich selbst. Er wagte es, eine Flocke aufzufangen, und sie glühte friedlich in seiner geöffneten Hand weiter. Es war, als lächelte sie ihn an, und Zoras spürte eine unglaubliche Erleichterung seinen Geist erfüllen es tat so gut, dass er fast geheult hätte. "Es ist, als würden die Sterne vom Himmel herabfallen..." seufzte Zoras und spürte zum ersten mal in seinem Leben, dass der Schmerz weniger wurde. Nur ein bisschen aber er wurde weniger. Das Loch hörte für einen Moment auf, zu pochen.
Zoras genoss den Augenblick des Friedens voll und ganz, und er schloss die Augen, um dem Wind ein wenig zuzuhören.
"Du hast schon wieder gewonnen, Karana..." sagte er dann kalt, "Du bist vielleicht einfach... dazu bestimmt, ein Geisterjäger zu sein. Und ich-... bin zu schwach für diese erbärmliche Welt. Ich hab keine Kraft mehr, du hast gewonnen! Ich bin erledigt..."
"Mo-...moment!" keuchte Karana plötzlich hinter ihm, und Zoras drehte sich um, ebenso tat es Karana Zoras stutzte, als er Karanas völlig perplexes Gesicht sah.
"Was??!" fragte Zoras skeptsich.
"I-ich ich hab doch auch keine Kraft mehr, um weiterzuzaubern! Ich bin auch erledigt!" Zoras erstarrte.
"WAAAS??!!" empörte er sich, "Wie kann das sein??!!"
"Du hättest es vielleicht mitgekriegt, wenn du nicht einen auf cool gespielt und mir den Rücken gekehrt hättest!!" blaffte Karana ihn empört an.
"Aber irgendwer muss doch gewonnen haben!!! So geht das nicht, Karana!!!"
"Klappe zu, du Möchtegern-Macho!"
"WIE WAR DAS??!!"
"SPUCK MICH NICHT AN!!!!"
"Wartet!!!" rief Simu dazwischen, und die Jungen, die schon mit den Köpfen zusammengekracht waren und sich an den Shirts zerrten, sahen ihn an.
"Was??!" fragte Karana.
"Ich hab's genau gesehen!" machte der Blonde, "Eure Auras sind genau gleichzeitig verschwunden! Das bedeutet, es ist unentschieden!"
"UNENTSCHIEDEN??!!" schrie Zoras ihn an, "Bist du bescheuert??!!"
"Wie solln das gehen??!!" rief Karana, "Aargh, so ein Scheiss..." Zoras schimpfte und fluchte und packte dann seine Dolche ein, bevor er wieder auf sein Pferd sprang.
"Tse!" machte er eingeschnappt, "Vergiss es, Lyra! Irgendwann besiege ich dich!! Das verspreche ich dir!!" Ohne weitere Worte trieb er das Pferd an und galoppierte zurück nach Holia. Zurück blieben ein verdatterter Simu und ein noch verdatterterer Karana.
Die Nacht war kühl.
Für den Sommer war es wirklich kühl, stellte Zoras fest, als er draußen auf dem Hügel außerhalb Holias im Gras lag und in die Sterne sah. Er wollte nicht nach Hause gehen. Er wollte seine Ruhe und die Ruhe bekam er am Besten, wenn er eins war mit dem Wind und der dunklen Nacht. Eins mit den Sternen.
Seufzend blickte der Junge hinauf und betrachtete die hellen, weißen Punkte am Himmel, die ihn schon sein Leben lang faszinierten.
Vater Himmel wacht durch sie über uns, dachte er, und er ließ die Augen nicht vom Himmel ab. Er spürte, wie eine völlige Ruhe und ein inneres Gleichgewicht durch seinen erschöpften und von Schmerzen und Hass zerrissenen Körper strömte. Es war ein gutes Gefühl er spürte es manchmal, wenn er nachts draußen lag und die Sterne ansah. Dasselbe hatte er gespürt, als der Kampf gegen Karana vorbei gewesen war.
Unentschieden.
Zoras gefiel das überhaupt nicht. Was sollte das, unentschieden? Er wollte Klartext, mehr nicht, da gab es kein Unentschieden. Er würde stärker als Karana sein und ihn besiegen. Ihn nicht töten, sondern ihn demütigen in den Schmerz spüren lassen, den er sein Leben lang mit sich herumschleppte. Für karana wäre die Demütigung eine weit schlimmere Strafe als der Tod, dachte Zoras verbittert. Und nicht nur für ihn sondern auch für seinen Vater, seine ganze Familie. Lyras waren die Elite-Familie schlechthin unter den Schamanen! Und wenn der Erbe der Familie, Karana, von einem, wie Lyras Zoras nennen würden, Amateur ohne Rang besiegt würde, wäre das eine große Schande.
Und dann... bin ich das Gesetz! Zoras sah zufrieden zu den Sternen hoch und lächelte etwas, das er selten tat. Und dann kann ich die Menschen zerstören, die Welt vom Ungeziefer befreien und mich von meinem Hass und meiner Wut-... dann... hört der Schmerz endlich auf... ...
Zoras seufzte schwermütig und streckte eine Hand in den Himmel.
Ich wäre gerne einer von euch... sagte er zu den Sternen und spürte, wie seine Brust sich vor Schmerzen zusammenzog. Es tat so weh, dass er erstmal schluckte und dann zitternd nach seiner Brust fasste. Wenn ich einer von euch wäre... wäre ich befreit von dieser üblen Welt... Er spürte, wie die Traurigkeit in seine Seele zurückkehrte, und mit einem Wimmern rollte er sich auf die Seite, er rollte sich ein wie ein Igel und umklammerte seine Knie so fest er konnte. Ihm war plötzlich schrecklich kalt. Er zitterte und wünschte sich eine Decke, mit der er sich hätte zudecken können.
Warum tut es so weh...?
Seine Brust pochte. Das schwarze Loch klopfte von innen, und Zoras kniff verspannt die Augen zu und rollte sich noch mehr zusammen.
Warum ist der Schmerz so stark...? Warum ist... mein Hass so unglaublich groß-...?!
"Sagt... es mir..." flüsterte er atemlos und sah die Sterne verzweifelt an. "SAGT ES MIR!!!!" schrie er dann und ließ den Kopf zur Erde fallen, mit einem Schluchzen brach er in Tränen aus und vergrub das Gesicht in seinen Knien. "Ich will Antworten... ... ich will, dass die Schmerzen aufhören-...!! BITTE!!!"
Aber die Sterne antworteten ihm nicht. Niemand antwortete ihm. Er war ganz allein. Als die Schmerzen stärker wurden, rollte er sich noch enger zusammen und weinte leise in die endlose Stille der Nacht hinein.