~ forever fever ~
Ich erinnere mich gut an jenen Sommer damals. Ich muss etwa vierzehn gewesen sein, und weil ich im Wintermond geboren bin, war es also mein fünfzehnter Sommer, obwohl ich erst vierzehn war. Das verstehe, wer gut in Mathe ist.
Ich erinnere mich an die Visionen-Krämpfe, die ich damals hatte jeder gute Schamane macht in dem Alter diese grässlichen Krämpfe durch, freut euch bloß, wenn ihr sowas nicht hattet. Im Endeffekt waren diese Visionen-Krämpfe und das darauf folgende Fieber der Anstoß für die kleine Geschichte, der Anstoß für meine erste Erfahrung mit diesem seltsamen Ding, das die Menschen Liebe nennen.
Ich hatte niemals Liebe gekannt, in meiner Kindheit hatte es nie Liebe gegeben, ich hatte schlimme Dinge erlebt und hatte all das Gerede über Liebe für völligen Mist gehalten bis zu dem Tag, an dem ich das komische Gefühl zum allerersten mal selbst gespürt habe, als ich in diese Augen gesehen habe und darin verwunderlicherweise Sterne entdeckt habe. Sterne! Wie die am Himmel, die ich übrigens sehr mag.
Die Leute in meinem Dorf haben so viel über Liebe geredet, dass ich es echt leid war zu der Zeit. Dann ging es um Männer und Frauen und um Kinder kriegen und um Hochzeiten, und alles, was ich dazu beitragen konnte, war, dass ich wusste, dass meine Eltern auch irgendwann mal geheiratet hatten. Irgendwie schienen Liebe und heiraten ja einen Zusammenhang zu haben. Dass man diese komische Liebe auch von Junge zu Junge spüren kann, hat mir keiner von den Toren gesagt.
Aber ich bin ein Junge und der komische, vorwitzige Typ, bei dem ich das Gefühl gespürt habe, ist auch ein Junge. Wie nennt man sowas? Das ist sicher absonderlich, wenn normalerweise Männer und Frauen diese seltsame Liebe in Bewegung setzen sollen.
Mein Name ist übrigens Zoras Derran, für alle, die es nicht interessiert und es jetzt trotzdem zu hören bekommen. Ich mag meinen Familiennamen nicht. Weil es ein Name ohne Rang und Bedeutung ist. Weil meine Vorfahren in der Blutlinie der Derrans schwache Schamanen waren. Und der andere Junge ist der Sohn der Elitefamilie der Magier schlechthin. Sein Name war Karana Lyra, und ich kannte ihn eigentlich aus der Schule, wir gingen mal in dieselbe Klasse. Zum Glück hat die Schule in unserer Welt nur sechs Klassen, ich bin also seit zwei Jahren durch mit der Zeitverschwendung. Lasst mich jetzt zu besagtem Sommer und den Visionen-Krämpfen zurückkommen.
Es war wahnsinnig heiß in jenem Jahr, auf den Straßen hatten sich meterdicke Staubschichten häuslich eingerichtet. Ich ging in besagtem, fatalen Sommer aus mir bis heute unerfindlichen Gründen nach Mitonha, das war ein Nachbardorf. Was sollte ich in Mitonha? Und das zu Fuß, wo ich doch normalerweise das Pferd nehme. Auf dem Pferd sehe ich wenigstens größer aus, dann merkt man nicht sofort, dass ich viel zu klein für einen Jungen bin, und das ist etwas, was mich wahnsinnig aufregt.
Die Visionen, von denen ich spreche, sind sowas wie Träume, die Schamanen manchmal haben. Dann sehen wir Dinge, die in dem Moment, in dem wir im Bett liegen und schlafen, irgendwo auf der Welt passieren. Alle starken Magier können Visionen sehen, und ich als Schwarzmagier ohnehin. In meinem Alter fängt diese Eigenschaft des Geistes an, sich zu entwickeln, wie in dem Alter bei Frauen Brüste wachsen. Und weil sich die Eigenschaft erst entwickelte, sah ich damals auch noch keine vollständigen Visionen. Ich sah nachts vielmehr unzusammenhängende Bilder, die mich verwirrten und mir Angst machten. Ich wachte oft mitten in der Nacht auf, und weil der Geist durch die Magie noch durcheinander kommt, wurde mir dann schlecht und schwindelig. Eigentlich gab es diese Vorfälle vorläufig nachts wenn es übel kam, kamen sie auch mal am Tag, und genau das passierte mir an jenem Tag in Mitonha.
Bevor das passierte, waren mir ungünstigerweise ausgerechnet Karana und seine beiden nervigen Freunde über den Weg gelaufen Karana, der Idiot, der dauernd grinst, mein allergrößter Rivale, was die Zauberkraft anging. Ich hatte mir schon mit acht Jahren vorgenommen, Karana eines Tages zu schlagen. Bisher war er immer besser als ich gewesen. Weil er aus einer starken Magierfamilie kam. Und ich nicht.
"Seht mal an!!" hörte ich plötzlich Tayson laut schreien Tayson war einer von Karanas besagten nervigen Freunden. "Kurzhöschen läuft ganz allein durch Mitonha..."
"Hast du eigentlich kein Geld für eine neue Hose, du Nase?" fragte Karana, blöd grinsend wie immer. Das hatte mir noch gefehlt. Das Dreiergespann um Karana herum und ihre unglaublich blöden Sprüche, die immer kamen, wenn sie mich sahen. Kurzhöschen nannte mich jeder weil meine einzige Hose von vielen Zauberkämpfen unten stark gekürzt worden war und wir in der Tat kein Geld für eine neue hatten. Ich mochte Karana und seine Kumpels nicht, und ich glaube, das beruhte auch auf Gegenseitigkeit. Weil es mir an jenem Tag unglaublich mies ging wegen meiner besagten Visionen-Krämpfe hatte ich keine Lust, mich mit den Idioten einzulassen, also kehrte ich den dreien den Rücken und ging weg.
"Maaannn, Kurzhöschen!! Spielverderber!" gröhlte Tayson mir nach, und als ich einen Blick zurück wagte, wurde mir bewusst, dass die drei Satansbraten mir folgten. Himmel, ich hasste sie wirklich...
"Lasst mich einfach in Frieden, Karana!" sagte ich knapp zu dem braunhaarigen Jungen, und Karana sah mich an und blinzelte.
"Was ist denn mit dir los, bist du krank?" fragte er erstaunt, "Sonst willst du mich doch unbedingt besiegen, Zoras..."
Uh, er hatte meinen Namen gesagt. Respekt, Karana Lyra. Eine Meisterleistung.
"Was scherts dich, Lyra?" gab ich von mir und versuchte, meinen kalten Unterton aufzusetzen, den ich an sich automatisch aufsetze wenn ich krank bin, klappt das manchmal nicht, das war etwas ungünstig, denn die drei Jungen hinter mir stoppten und sahen sich verwundert an. Jetzt hatte ich sie jedenfalls am Hals...
"Er ist doch krank!" jammerte Karana hinter mir, "Hey, willst du einen Keks, Kurzhöschen?? Wir haben gerade etwas eingekauft, weil meine Eltern für ein paar Tage wegfahren!" Was bot die Grinsekatze Karana mir Kekse an? Ich hasste es einfach, dass er dauernd so tat, als würden wir uns gut verstehen. Er wusste genau, dass ich ihn nicht mochte, und an sich war ich der Meinung, dass er mich auch nicht mochte. Wenn er also so tat, als würde er mich mögen, fühlte ich mich verarscht.
Ich drehte den Deppen erneut den Rücken zu und murmelte noch ein grummelndes "Bastard!" vor mich hin, bevor ich wieder gehen wollte und dann kam plötzlich der verhängnisvolle Krampf, der alles verändern sollte. Plötzlich wurde es schwarz um mich herum, und als wäre es Realität, sah ich Bilder vor meinen Augen in tausend Scherben zerspringen, und mit einem Schwindelanfall und einer plötzlich auftretenden Übelkeit sackte der Boden unter meinen Füßen weg, ich fiel in ein unendliches schwarzes Loch, und als ich schreien wollte, versagte mir die Stimme mein ganzer Körper versagte, und als ich plötzlich mit einem harten Knall auf dem Boden aufschlug, wurde es endgültig schwarz um mich herum. Ich nahm eine lange Zeit garnichts wahr.
Als ich mein Bewusstsein zurückerlangte, lag ich in einem Bett. Warum auch immer. Ich fühlte eine weiche Matratze unter und eine flauschige Decke auf mir. Also war es nicht mein eigenes Bett mein Bett bestand nur aus einer verrotteten Matte und ein paar Tüchern. Wessen Bett war es dann, in dem ich lag, zum Geier?
"Oh, oh, oh, er ist wach!! Mutti, er ist wach!!" hörte ich eine vertraute Stimme am Fußende des Bettes, und ich drehte grübelnd den Kopf, um denjenigen anzusehen, der gesprochen hatte ich war überrascht, als ich Karana erkannte, der am Fußende meines vorübergehenden Bettes saß. Karana? Was machte der denn hier? War ich dann etwa...? Oh nein.
"Oh, zum Glück!" hörte ich plötzlich eine sanfte Frauenstimme in meine entsetzenden Gedanken schneien, und ich kannte Leyya Lyras Stimme. Leyya Lyra war Karanas Mutter und eine hervorragende Heilerin. Da sie hier war, konnte das nur bedeuten, dass ich in Lyras Haus war.
Leyya Lyra kam zu mir und ihrem Sohn und musterte mich mit ihren riesigen Augen.
"Fühlst du dich besser, Zoras?" Ich war so verwirrt, dass ich nicht fähig war, zu antworten. Wie zum Geier war ich hierher gekommen? Hatte Karana mich etwa mit nach Hause genommen? Ich war immerhin mitten auf der Straße ohnmächtig zusammengebrochen. Karana würde ich sogar zutrauen, einen wildfremden Amokläufer mit nach Hause zu nehmen, wenn er zusammenbrechen würde. Karana war zu gutmütig für diese Welt. Moment, was dachte ich da? Der Idiot war mein Rivale, wie konnte er dann in meinen Augen gutmütig sein?
"Was machen wir jetzt mit ihm??" wollte Karana von seiner Mutter wissen, die sich vor das Kopfende des Bettes und damit vor mein Gesicht hockte und anfing, mein Gesicht zu berühren. Ich ließ sie gewähren, obwohl ich mich ungern von anderen anfassen ließ.
"Du hast Fieber..." flüsterte die Frau mir besorgt zu, "Du bist ja ganz heiß... Karana, geh und hol einen Lappen aus dem Bad, schnell, ja?"
"Jepp," machte Karana und ging davon. Was war eigentlich los? Wieso kümmerten sie sich so rührend um mich, als ob ich seit langem ein Familienfreund wäre? Hallo? Ich war ihr Feind, aber egal...
"Du solltest über Nacht hier bleiben," sagte Leyya Lyra zu mir, "Ich gehe zwar mit meinem Mann gleich weg, aber Karana wird sich um dich kümmern-... mit dem Fieber solltest du dich schonen. Bleib im Bett liegen, damit du nicht frierst." Von wegen frieren, mir war heiß. Ich sah die Frau völlig verstört an und brauchte eine Weile, um ihre Worte aufzunehmen. Über Nacht hier bleiben? In Lyras Haus? Himmel und Erde. Da kam Karana zurück.
"Mutti, ich kann keinen Lappen finden."
"Was??!" kam von der Frau, "Das kann nicht sein, da muss doch-..."
"Und Vati sagt, du sollst dich beeilen, weil der Wagen gleich ohne euch losfährt," addierte der Junge, "Soll ich sonst ein Handtuch nehmen??"
"Oh mein Himmel," seufzte die Frau und erhob sich. Sie sah mich an, und ich war mit jedem Augenblick verwirrter. "Dann-... dann kühlst du mit Yira etwas seine Stirn, okay? Kümmer dich etwas um ihn, wenn das Fieber morgen weg ist, kann er wieder heim, ja?"
"Okay," sagte Karana, und als ich ihn grübelnd ansah, merkte ich, dass er genauso konfus war wie ich.
Leyya Lyra verschwand aus dem Zimmer und schloss die Tür. Karana und ich blieben allein zurück. Der Junge setzte sich mit einem Seufzen zu mir ans Bett.
"Gib deine Stirn her, ich soll dich kühlen." Ich brummte bloß.
"Zügel gefälligst deine Zunge und kommandier mich nicht herum, Lyra!" Karana hob eine Hand und legte sie etwas unsanft auf meine Stirn, ich zuckte. Der Junge sah mich böse an.
"Was kann ich dafür, wenn du einfach so ohnmächtig wirst??! Schnauz mich nicht an, ich will dir ja nur helfen, du Blödmann!"
"Bastard," grummelte ich, als ich spürte, wie Karanas Hand auf meiner Stirn eiskalt wurde. Yira war ein einfacher Eiszauber, jenen benutzte Karana jetzt zum Kühlen. Ich ließ es über mich ergehen und wartete darauf, dass er aufhörte, mich anzufassen. Ich kam mir bescheuert vor. So schwach... wie ich mit hohem Fieber im Bett lag und unter Karanas Hand war. Ich wollte, dass er endlich aufhörte, ich hasste es, schwach zu sein. Als ich einen Blick auf Karana warf, hielt ich kurz inne. Er sah mich an. Ich sah zurück und sah zum ersten mal, dass er grüne Augen hatte. Er hatte wunderschöne Augen, und der Blick, mit dem er mich jetzt besorgt und beinahe traurig ansah, ließ mich alle bösen Gedanken über ihn vergessen. Ich hatte noch nie erlebt, dass mich jemand so angesehen hatte, schon gar nicht Karana. Zum ersten mal in meinem Leben spürte ich in seiner Nähe keine Abneigung, sondern Geborgenheit, ich hörte auf, mich hilflos unter ihm zu fühlen. Dann wollte ich aber doch wissen, wieso ich hier war.
"Wie komme ich eigentlich her?" fragte ich und zwang mich, an die Wand zu sehen, statt in sein Gesicht. Ich fragte mich einen Moment, warum mir plötzlich komisch wurde, wenn ich ihm ins Gesicht sah. Vielleicht lag es an dem Fieber.
"Naja, ich hab dich hergebracht," antwortete der Schamane neben mir, "Glaubst du, ich hätte dich auf der Straße liegen gelassen? Simu und Neisa sind zu Tayson gegangen, Mutti hat gesagt, es wäre sonst etwas laut hier, und wenn du krank bist, brauchst du Ruhe." Ich sagte nichts. Warum war er dann nicht auch bei Tayson?
Er erriet meine Gedanken.
"Einer muss doch hier bei dir bleiben," meinte er, "Meine Eltern sind nach Vialla gefahren." Ich überlegte, bis mir wieder einfiel, dass Vialla die Hauptstadt des Landes war. Ich rollte mich auf die Seite, von Karana weg, und vergaß, dass er seine Hand noch auf meiner Stirn gehabt hatte, jetzt nahm er sie gezwungenermaßen runter. "Hey..." Ich hatte gar nicht mehr gemerkt, dass seine Hand auf mir gewesen war.
"Mir geht es gut," log ich, ihm jetzt den Rücken zukehrend, "Du kannst gehen."
"Vergiss es!" protestierte der Junge empört, "Ich soll mich doch um dich kümmern! Wer weiß, ob du in der Nacht nochmal ohnmächtig wirst? Ich bleibe heute nacht bei dir, okay?" Ich fuhr herum und starrte ihn an und da war wieder dieser Blick. Diese besorgten, grünen Augen, die mich völlig unschuldig und zärtlich anblickten. Ich hatte das Gefühl, dass mir mein Magen in die Hose rutschte, und ich weitete erschrocken die Augen und sah den Jungen neben mir an ich erwiederte seinen Blick.
Wieso hörte ich plötzlich mein Herz ganz laut klopfen? Etwa seinetwegen? Das konnte nicht sein. Das durfte garnicht sein. Ich hatte so ein Gefühl noch niemals zuvor gespürt... Mir war heiß und kalt gleichzeitig, und ich erzitterte kurz, als das Fieber mich schwindelig machte. Da spürte ich Karanas Hand auf meiner Stirn, ohne den Eiszauber.
"Mmh, du bist ganz schön heiß... du musst ziemlich hohes Fieber haben..." sagte Karana besorgt, "Tut dir sonst irgendetwas weh?" Ich löste mich aus meiner Starre und drehte hastig den Kopf zur Seite. Nichts tat mir weh, aber mein Bauch kribbelte ganz schrecklich.
"Nein," machte ich und versuchte, so kalt zu klingen wie immer, aber der Gefühlsausbruch eben hatte mich völlig verwirrt. Ich konnte kaum noch klar denken. Was sollte das alles? Ich beschloss, dass der beste Weg, dem Chaos zu entkommen, das sich gerade in meinem Geist aufbaute, einfach wegzugehen wäre. Also setzte ich mich schnell auf und robbte auf den Bettrand zu, um aufzustehen. "Ich muss hier raus."
"Haaaalt, liegen bleiben!!!" schrie Karana und sprang auf, "Du hast Fieber, du musst im Bett bleiben, hat meine Mutter gesagt!!" Ich stellte schon die Füße auf den Fußboden und stützte mich mit den Händen am Bettrand ab.
"Schnauze, Bastard!" sagte ich, und plötzlich stand Karana vor mir. Als ich aufsah, fasste er mich an den Schultern, und ich riss reflexartig die Arme hoch und drückte die Hände gegen seine Schultern, um ihn wegzuschieben, da kippte ich nach hinten um ins Bett, und Karana hinterher, und mit einem lauten Schrei von uns beiden landeten wir beide im Bett, Karana halb auf mir. Ich erstarrte.
"Du Idiot, ich hab dir doch-... gesagt, dass du-... liegen bleiben sollst-...!!" stammelte Karana perplex, ohne sich zu rühren, und ich sah, dass er rot wurde. Ich wurde selbst unbeschreiblich rot und konnte ein Keuchen nicht unterdrücken, als er so auf mir lag. Meine Haut war plötzlich wie elektrisiert, und ich spürte, wie mein Herz stärker zu klopfen begann als jemals zuvor.
Er war so süß, wenn er rot war.
Ih gitt, was dachte ich da? Hallo? Das war ein Junge! Und ich war auch einer, zumindest war ich bisher dieser Meinung gewesen.
"Karana..." sagte ich völlig konfus seinen Namen und wurde noch röter. Wieso bewegte er sich nicht? Er lag halb auf mir, er hätte längst runtergehen können. Aber er tat es nicht, nein, er blieb über mir und starrte mich an.
"Liegen... bleiben..." sagte er und versuchte, es mit Nachdruck zu sagen, dabei kam er mir näher, damit ich seine Worte bloß verstand. Mein Herz pochte so heftig, dass ich Angst hatte, Karana könnte das sehen. Ich hätte ihn runterschubsen können. Ja, das hätte ich, ich war normalerweise, was die Muskelkraft anging, viel stärker als er. Aber so, wie er nicht runterging, schubste ich ihn nicht weg. Ich spürte, dass ich garnicht wollte, dass er wegging... Langsam hob ich meinen Kopf ein bisschen, während er mir immer näher kam, und mein Verstand schaltete sich komplett ab. Alles, was ich wollte, war... ... war...
Karana sagte nichts mehr, und meine Hände auf seinen Schultern gaben schließlich nach, womit er jetzt fast gänzlich auf mir lag und mir immer noch näher kam, die Augen leicht geschlossen. Und ich legte meinen Kopf ein kleines bisschen schief, damit unsere Nasen sich nicht gleich trafen es war etwas anderes, das sich treffen sollte. Halb schloss ich die Augen und erwartete plötzlich sehnsüchtig den Augenblick, in dem er mich berühren würde doch auf einmal hielt er inne.
"I-ich Zoras-...!" stammelte er und wurde wieder so niedlich rot, "Ähh, ich kühl dich dann mal-..."
"Bas-...tard!!" keuchte ich und packte den Kragen seines roten Shirts. Wie konnte er es wagen, mich so zu enttäuschen und einfach aufzuhören? So ein Idiot, na warte. Ich verlor die Geduld, zerrte an seinem Shirt und ihn damit zu mir herunter, bis sich unsere Lippen berührten und wir uns küssten.
Himmel. Was für ein Gefühl. Ich hatte das Gefühl, unter ihm zu vergehen bei dem plötzlichen Schwall an Wärme, der in mir hochkam ein Schwall Liebe. So zärtlich berührten sich unsere Lippen, ganz zaghaft, und um es schöner zu machen, schloss ich die Augen ganz. Karana war einen Moment lang wie erstarrt und als ich spürte, wie seine weichen, warmen Lippen meinen nachgaben und den Kuss zärtlich erwiederten, glaubte ich, ich könnte plötzlich fliegen. Langsam bewegte ich meine Hand an seiner Schulter und legte sie auf seinen Nacken. Ich zog ihn zu mir herunter, bis er komplett auf mir lag und sich nur leicht mit den Unterarmen am Bett abstützte. Mein Gesicht brannte, ich wusste, dass ich jetzt etwa die Farbe einer überreifen Tomate haben musste. Als ich kurz die Augen etwas öffnete und in Karanas Gesicht sah, merkte ich, dass er auch komplett krebsrot angelaufen war, so rot wie sein Shirt.
So süß...
Er legte eine seiner Hände neben mein Ohr und streichelte sanft meine Wange, während wir uns weiterhin küssten. Als er sich etwas über mir bewegte, spürte ich seine Zunge über meine Lippen streicheln. Oh mein Himmel. Wo bin ich? Was mache ich hier? Ich gab meinem eigenen Verlangen nach und öffnete leicht den Mund, um seiner Zunge den Eintritt zu gewähren, nebenbei hob ich die Hand, die nicht in seinem Nacken lag, und legte sie auf seinen Rücken, ihn näher an meinen Körper herandrückend. Es tat so gut... diese Wärme... nach einer Kindheit voller Hass und Einsamkeit war das hier das allerschönste, was ich jemals erlebt hatte. Ich wollte, dass es nie aufhörte...
Leider mussten wir irgendwann aufhören, weil wir nunmal auch atmen mussten, und Karana löste sich, wenn auch widerwillig, von meinen Lippen. Er starrte mich an, ich starrte zurück.
"Himmel und Erde..." stammelte er und setzte sich auf, sodass er nun auf meinem Unterkörper saß. Nervös fuhr er sich durch die Haare, ich sah, dass er zitterte.
"Tut mir leid." Das war alles, was ich sagen konnte.
"Blödmann..." sagte Karana, "Warum tut es dir leid?? Ich will nicht, dass es dir leidtut..." Ich wurde rot und sah verlegen auf seinen Bauch.
"Von mir aus, dann tut es mir eben nicht leid," murmelte ich, da beugte Karana sich über mein Gesicht und zog mit zwei Fingern zärtlich mein Kinn hoch.
"Shhht..." machte er und lächelte so hinreißend, dass ich noch röter wurde. Außerdem wurde mir komisch, wenn er so auf meinem Unterkörper saß... Karana beugte sich zu meinem Ohr herunter und flüsterte leise: "Du bist... so süß, wenn du rot bist, Kurzhöschen..." Ich sah ihn an, als er sich wieder über mein Gesicht beugte. Dann lächelte ich auch. Etwas, das ich so selten in meinem Leben getan hatte, dass ich es an den Händen noch hätte abzählen können.
"Du auch," sagte ich leise zu ihm. Er lächelte dann hob er mein Kinn hoch, schloss die Augen und küsste mich erneut. Dass ich Fieber hatte und es mir vor kurzem noch schlecht gegangen war, hatte ich vergessen. Als ich daran dachte, dass all dies ohne mein Fieber nie passiert wäre, wünschte ich mir plötzlich, für immer Fieber zu haben. Und als ich dann den Mund wieder öffnete und unsere Zungen sich ganz zaghaft berührten, zog ich seinen warmen Körper an mich heran und gab mich ihm komplett hin.
~x~x~x~x~
Ich konnte spüren, wie seine Hände über meinen Bauch nach oben fuhren, ganz langsam, und ich hatte das Gefühl, dass mein Körper gerade von einem Magieblitz aufgeladen war wenn ich zum Beispiel einen Zerstörer rief, stand mein ganzer Körper unter Strom, und in etwa so fühlte sich das jetzt auch an, und es kribbelte ganz schrecklich. Als ich es nicht mehr aushielt, löste ich mich von seinen Lippen und drehte rasch den Kopf zur Seite.
"Blubb," machte Karana auf mir, "Soll ich aufhören?"
Gute Frage, du Idiot. Ich überlegte selber eine Weile, weil ich nicht wusste, ob er aufhören sollte. Es war ein wunderschönes Gefühl, von ihm angefasst zu werden, und wenn ich ehrlich zu mir war wollte ich, dass er weitermachte.
"Karana," sagte sich heiser seinen Namen, und er zog eine Schnute. Dann beugte er sich fröhlich grinsend über mein Gesicht und küsste mich kurz auf die Lippen.
"Hmm... du schmeckst gut, weißt du das?" kam von ihm, und ich spürte wieder das Blut in meinen Kopf schießen. Man sah es mir an, wie es schien, denn er kicherte leise. "Du musst-... nicht rot werden, Zoras..." erklärte er mir, "Darf ich dich nochmal küssen?" Ich starrte ihn bloß an.
"Was fragst du so saublöd, du Bastard??!" platzte ich hervor, und er blinzelte erstaunt, und als ich keine Lust darauf hatte, dass er die ganze Zeit die Regeln setzte, was getan wurde und was nicht, zog ihn ihn ohne weitere Worte zu mir herunter und küsste ihn.
Es war ein viel heftigerer Kuss als die zwei davor. Schuld daran war ich weil ich keinen Bock darauf hatte, mich von Karana herumkommandieren zu lassen. Ich öffnete schnell den Mund, während wir uns küssten, und drang mit der Zunge in seinen Mund. Vielleicht etwas zu heftig, dachte ich etwas verunsichert, als er plötzlich auf mir zappelte. Aus einer plötzlichen, mir bis heute unerklärlichen Angst, ihm wehzutun, ließ ich von ihm ab und sah in sein Gesicht mit den weit aufgerissenen Augen. Seit wann scherte es mich, ob ich ihm wehtat? Hallo? Er war immerhin mein Rivale, ich hatte ihm schon sehr oft wehgetan vielleicht nicht im Mund, aber an etlichen anderen Körperteilen.
Er blinzelte und schien sich wieder zu fangen.
"Wow!" machte er erstaunt, "Das kann ich auch, wetten??!" Ich zuckte mit der Augenbraue. Typisch Karana. Natürlich geht es bei ihm nicht durch, wenn ich ihm einmal in etwas voraus bin.
Ehe ich mich versah, presste er seine Lippen wieder auf meine, fast im selben Moment spürte ich seine Zunge über meine streicheln und meinen Mund erforschen.
Verarsch mich ruhig, Lyra, dachte ich dazu und erwiederte dann seinen innigen, leidenschaftlichen Kuss mit eben derselben Hingabe, die er mir auch gab, und den Tanz unserer Zungen hätte man besser Zungenduell genannt.
Wieder spürte ich seine Hände auf meinem bebenden Bauch, sie glitten langsam unter mein schwarzes Shirt und berührten meine nackte Haut. Das Kribbeln verdreifachte sich im selben Augenblick, und ich kniff verspannt die Augen zu, als ich das Gefühl hatte, mir würde vor lauter Herzklopfen übel werden. Oder war es die Aufregung? Um meine Zuckungen abzubauen, berührte ich mit meinen Händen, die wie blöde zitterten, seine Brust und fuhr hastig darauf rauf und runter, dann hin zu seinen Schultern, über seine Arme, mit denen er sich am Bett abstützte, nach unten. Er zog sanft an meinem Shirt, er zog es nach oben, bis es zusammengeknautscht unter meinem Hals hing und meinen ganzen Oberkörper freigab. Ein Schauer fuhr mir über den ganzen Körper, und mit einem zugegeben nicht ganz leisen Keuchen ließ ich von seinen Lippen ab. Er hustete kurz, und als ich ihn ansah, merkte ich erst, dass er auch zitterte.
"W-...was ist-...?" fragte er, "Alles okay, Zoras?"
"Alles okay??!" stammelte ich, "Ich habe Fieber, zu deiner Erinnerung-...!" Warum sagte ich so einen belanglosen Kram? Ich wollte ablenken. Absichtlich ablenken von dem Gefühl, das in mit hochkroch und das mit jeder seiner zärtlichen Berührungen stärker wurde. Ich hatte noch niemals so ein Gefühl gespürt, nichtmal irgendetwas, das vergleichbar war mit diesem plötzlichen Verlangen danach, ihn mehr zu berühren und mehr berührt zu werden.
"Oh..." machte er betreten, "Ja, stimmt-... ähm..." Er machte tatsächlich Anstalten, von mir runterzugehen entsetzt packte ich reflexartig sein Handgelenk.
"Geh nicht weg!!"
Rumms. War mir rausgerutscht. Ich wusste, dass Karana in meinen Augen meine Gefühle sehen konnte, und es war mir furchtbar peinlich, so offen gewesen zu sein. Aber er grinste.
"Süß..." meinte er, "Hey, du magst das wohl, wie??" Er streichelte demonstrativ wieder über meinen immer noch zitternden Bauch hoch zu meiner Brust. Ich sah seiner Hand dabei zu und merkte, wie meine Luft knapper wurde, ich begann, heftiger zu atmen.
"Karana-..." stammelte ich seinen Namen, und er beugte sich über mich und küsste sanft meine nackte Brust. Oh mein Himmel. Ich hatte plötzlich das Gefühl, die Macht von tausend Zerstörern würde mit einem einzigen Blitz durch mich fahren, und mein Körper spannte sich vollkommen an bei der süßen Berührung seiner Lippen. Ich krallte mich an sein T-shirt und sah starr an die Zimmerdecke, als er weitermachte und eine Spur von kleinen, sanften Küssen meine Brust und meinen Bauch hinunter verteilte. Ich zitterte so sehr, dass man das, was ich tat, nicht mehr still liegen nennen konnte. Es wurde noch schlimmer, als Karana sich auf meiner Hose bewegte und ein Stück zurückrutschte, vor Schreck hätte ich fast die Beine hochgerissen und ihn umgeschubst.
Ich spürte seine Zunge über meinen Bauch fahren, dann wieder hinauf bis zu meiner Brust. Ich versuchte, meine Krämpfe unter Kontrolle zu kriegen, und atmete so gut es ging tief ein und aus, die Augen schließend, als mir das Gefühl immer wohler wurde. Es tat gut, so berührt zu werden, stellte ich überrascht fest, und mir fiel ein, dass das das erste Mal war, dass mich jemand dort so berührte. Erst recht nicht so zärtlich. Die meisten Berührungen meines Körpers waren eher schmerzhaft gewesen, wenn ich an die Schläge meines Vaters dachte oder an die Torturen der Räuber aus dem Wald damals, als ich acht gewesen war, oder daran, wie Loron mir früher einmal das Bein gebrochen hatte.
Karana hörte plötzlich mit dem Küssen auf, und enttäuscht sah ich ihn an und wurde noch entsetzter, als er mein Hemd wieder herunterzog. Ich wollte ihm nicht sagen, dass er weitermachen sollte... das war einfach zu peinlich...
"Sekunde, ja?" machte er über mir und fummelte an meinem Shirt herum, "Ist es okay, wenn ich es ganz ausziehe, oder bin ich dir dann gruselig? Das Ding nervt irgendwie..." Ich blinzelte. Ach, das hatte er also vor.
Ich nickte beklommen und verwirrt und sah ihm zu, wie er mein Hemd aufknöpfte. Als es offen war, hob ich kurz meinen Oberkörper an, damit er es mir von den Schultern und den Armen streifen konnte, und etwas achtlos packte er das gute Stück auf den Fußboden, bevor er sich wieder auf meinem Unterkörper zurechtrückte. Ich zuckte bei seiner Bewegung. Als er wieder anfing, sanft meine jetzt komplett nackte Brust zu küssen, ergriff ich zärtlich seine Schultern und zog auch an seinem T-shirt. Er fuhr mit der Zunge meine Rippen nach, und mein Bauch bebte wieder vor Aufregung, als er das tat, wieder schloss ich die Augen, um das schöne Gefühl zu genießen. Aber schnell fiel mir auf, dass mein Körper unruhig wurde ich wollte ihn auch anfassen. Ich musste ihn berühren, oder mein Körper würde mit mir durchgehen. So bewegte ich meine Hände auf seinen Bauch und dann unter sein T-shirt. Als ich das tat, spürte ich, dass er auf mir kurz zuckte, bevor er weitermachte. Seine Haut fühlte sich schön an, und ich ließ meine Hände rauf und runter gleiten. Seine Reflexe waren lustig. Wenn ich mit der Fingerspitze ganz kurz seine Brustwarzen berührte, zuckte er auf mir zusammen und hörte dann kurz mit dem Küssen auf. Aus Spaß an der Freude wiederholte ich diese Berührung immer öfter und freute mich einen Keks, wenn er zuckte bis er plötzlich beleidigt zurückschlug und meine Brustwarze küsste. Augenblicklich ließ ich ihn los, riss die Augen auf und schoss mit dem Kopf hoch ich wollte seinen Namen schreien, aber zu meinem Pech war alles, was ich hervorbrachte, ein leises Stöhnen.
"Heh-..." machte er und hörte auf, mich zu küssen, "So schlimm, Zoras...??" Ich keuchte und starrte ihn empört an, während ich wieder rot wurde, was mich zusammen mit dem empörten Blick ziemlich lächerlich aussehen ließ.
"Bastard!!"
"Ach komm, jeder hat seine Stellen, oder?" kicherte Karana und küsste mich zur Entschädigung auf die Lippen. Als er sich zurückziehen wollte, nahm ich seine Wangen in meine Hände und zog seinen Kopf wieder zu mir, um ihn wieder zu küssen. Seine Hände fuhren langsam über meinen Oberkörper hinab zu meinen Seiten, während ich seine Wangen losließ und sein Shirt hochzuziehen begann. Ich wollte ihn auch halbnackt haben, so, wie er mich halbnackt hatte. Gleichberechtigung für alle und rettet die Wale.
Karana setzte sich auf und unterbrach den Kuss.
"Warte, ich helfe dir mal," meinte er und zog sich das T-shirt dann aus, "Besser so?" Ich sah ihn eine Weile an. Er war wirklich verdammt hübsch. Ich konnte verstehen, wieso die Mädchen ihm alle nachstarrten was die wohl sagen würden, wenn sie erfuhren, dass ihr Schwarm gerade mit einem Jungen rummachte? Hoffentlich erfuhr es niemals jemand.
"Ja, besser," brachte ich leise hervor und wurde schon wieder rot.
"Zoras-..." fing er dann leise an, "Du musst ehrlich sagen, wenn ich zu weit gehe, ja?-... Ich meine du weißt, was ich meine??" Ich blickte ihn erstaunt an.
Nein, ich wusste es nicht.
"Ähm," machte ich bloß.
"Sag einfach Bescheid, wenn ich zu weit gehe, dann höre ich auch sofort auf, ja??" meinte er und sah mich an wie ein Unschuldslamm, "I-ich-..." Er holte Luft und sah dann verlegen auf meinen Bauch, "Ich habe auch-... ein bisschen Angst, okay?-... Ich will dir nicht mehr wehtun..."
"Glaub mir, ich bin gegen Schmerzen abgehärtet," brummte ich bloß, da fuhr er fort:
"Ich liebe dich."
Ich blinzelte.
"Was?" kam es nur aus mir heraus, und er sah verlegen herunter.
"Ich liebe dich!" wiederholte er. Mir fiel nichts dazu ein. Was tat ich denn? Liebte ich ihn wirklich? War es das? Liebe? Dieses seltsame Gefühl in mir? Ich beschloss, es herausfinden zu müssen, und ich fuhr kurz mit den Händen über seine Oberschenkel.
"Karana, bitte..." stammelte ich, "Berühr mich wieder..." Ich konnte das Blut in einer rasenden Geschwindigkeit in meinen Kopf schießen spüren, als ich das sagte, und Karana sah mich groß an.
"Du... meinst es ernst, oder?"
"Ja," sagte ich, ohne lange zu zögern, und ich fuhr mit den Händen über seine Arme ein Stück nach oben, hin zum Bund seiner Hose. Etwas in mir verlangte ganz dringend danach, ihm die Hose auszuziehen, ich hatte keinen Schimmer, was es war. Aber ich wollte ihn nackt sehen ich wollte, dass er mich berührte, wo kein Mensch der Welt mich jemals berühren darf, nicht einmal meine Mutter. Mein Vater schon garnicht, den kann ich nicht ausstehen.
Er beugte sich wieder über mich und küsste meine Wange, während seine Hand meine Stirn anfühlte.
"Du bist ganz heiß..." sagte er besorgt, "Das Fieber ist ganz schön hoch-... bist du sicher, dass es okay ist...?"
"Bitte!" stieß ich zwischen den Zähnen hervor, "Karana, du-... machst mich nervös!! Ich will, dass du mich jetzt berührst!!" Er sah mich eine Weile an.
"Und ich will dich berühren," erklärte er dann mit einem flüchtigen Lächeln. "Schon lange, um ehrlich zu sein..." Ich wurde wieder rot, und dann bewegte ich meinen Körper etwas, damit er besser an mich herankam, als er wieder anfing, mich zu streicheln und zu küssen. Mir war heiß. Ich hatte plötzlich das Gefühl, wie ein Schwein zu schwitzen, aber an sich war es garnicht so schlimm, wie es sich anfühlte. Mein Atem wurde unregelmäßiger, als er plötzlich den Bund meiner schwarzen Hose berührte.
"K-...Karana!!" stammelte ich seinen Namen hervor, als er meine Hose öffnete und mit zwei Fingern hineinfuhr, womit er meine Shorts berührte, aber genau über der Stelle, an der es am schlimmsten ist. Ich zuckte, und er hörte kurz auf, meinen Bauch zu küssen.
"Hm?" machte er lächelnd, "Alles in Ordnung, ganz ruhig..." Er streichelte meine verschwitzte Stirn und küsste kurz meinen Bauchnabel, worauf ich quiekte. Okay. Er hatte recht, es war alles in Ordnung. Ich versuchte, meinen Atem zu beruhigen und ließ ihn gewähren, als er meine Hose langsam auszog, bis ich nur noch in Shorts unter ihm im Bett lag. Mein Körper erzitterte. Ich wusste nicht, wem ich nachgeben sollte ein Teil in mir war heilfroh darüber, dass es so langsam ging, dass Karana sich alle Zeit der Welt mit mir ließ und mir Platz gab, um meine Ängste abzubauen, der andere Teil in mir hätte ihn am liebsten dafür vermöbelt und wollte, dass er sich beeilte, konnte es kaum noch erwarten. Ich spürte zum allerersten Mal in meinem Leben das Verlangen danach, jemanden zu berühren das dringende Verlangen danach, intim zu werden, ich spürte zum ersten Mal diese brennende Begierde, dieses Feuer, das sich in meinen Lenden ausbreitete, während er mich weiter berührte. Er strich mit den Händen über meine Oberschenkel, und ich schloss die Augen, um die aufsteigende Wärme deutlicher zu spüren. Es tat so gut, geliebt zu werden... bis zu jenem Tag waren mir solche Dinge dermaßen abstoßend vorgekommen, dass ich kaum glauben konnte, dass ich es jetzt nun ja, richtig wollte.
Ich konnte meine Hände nicht länger still halten, als ich seine Zunge von meinem Bauchnabel hinunter bis zum Bund meiner Shorts fahren spürte. Meine Hände suchten sich ihren Weg zu Karanas Hose, und ohne hingucken zu müssen konnte ich sie öffnen. Da hörte er mit dem Küssen auf.
"Warte," murmelte er und erhob sich etwas, damit ich ihm die Hose ganz ausziehen konnte und wir nun beide bloß in Unterwäsche dalagen. Karana legte sich wieder auf mich und küsste mich liebevoll auf die Lippen, ich erwiederte seinen Kuss, die Arme um seinen Oberkörper legend. Als unsere Zungen sich wieder berührten und der Kuss plötzlich heftiger wurde, spürte ich seine Hände an meiner Unterhose, und wie sie langsam begannen, an ihr zu ziehen. Ich löste mich aus dem Kuss und brachte ein heftiges Keuchen hervor, als das Verlangen erneut in mir aufflammte. Ja, verdammt! Zieh mir bloß diese verdammte Hose aus, du Arschloch, ich brauche dich, Karana! Ich hatte den Anstand, das nicht laut auszusprechen, allerdings musste mein Blick meinen Gedanken verraten haben, denn Karana grinste. "Heh-... ganz schlimm, was, Zoras?!"
"Bastard!" keuchte ich und klammerte mich an seinen warmen Körper, "Warum hörst du auf?" Er seufzte und küsste sanft meinen Hals hinunter.
"Okay, nur, damit wir uns verstehen ich meine es verdammt ernst, ja, Kurzhöschen? I-ich, ähm... hab das ehrlich gesagt noch nie gemacht, a-aber-... ... ich werde dir nicht wehtun, versprochen..."
"Was glaubst du?" fragte ich ihn, ohne ihn anzusehen, als er sich erhob und meine Shorts ganz auszog, "Du wirst es nicht vermeiden können. In den Arsch gefickt werden tut immer weh!"
"Woher weißt du denn das??" kam erstaunt von ihm, und ich schnappte nach Luft.
Nein. Ich würde ihm nicht von den Räubern erzählen, niemals. Nachher würde dieser gutherzige Idiot sich einbilden, er müsse mich verschonen, und würde es nicht tun aber ich wollte, dass er es tat! Und zwar jetzt, sofort.
Ich konnte die Spannung in meinem Körper steigen spüren, als mir klar wurde, dass ich nackt war. Komplett nackt. Hilfe. Ich kam mir immer so schrecklich wehrlos vor, wenn ich nackt war, so ungeschützt. Karana rappelte sich auf, und als ich kurz verlegen zu ihm aufblickte, hatte er seine eigene Unterhose ebenfalls ausgezogen. Mein Blick blieb unweigerlich in seiner Mitte hängen, und ich wurde rot bei dem Anblick. Verdammt, als ob ich noch einen Schwanz gesehen hätte, erstens stellte Loron seinen dauernd zur Schau und zweitens hatte ich doch auch einen...
Karana hustete und sah mich genauso verlegen an wie ich ihn.
"Ähhm-..." stammelte er, "I-ich naja-... ich bin nervö, tut mir leid-..."
"Ich auch," gab ich zu, "Wahrscheinlich mehr als du, Lyra, okay??! Immerhin wird es dir nicht wehtun!"
"Mmh..." maulte er, "Nenn mich Karana, Zoras! Bitte... nenn mich jetzt nicht so abwertend Lyra, ja?... Ich liebe dich." Wieder dieser gruselige Satz, den ich nicht ganz verstand. Ich wandte den Blick von seinem Unterkörper ab und zog ihn an den Armen wieder zu mir herunter, bis er wieder auf mir laf, nur, dass wir jetzt beide nackt waren. Es folgte ein leidenschaftlicher Kuss mit einem erneuten Zungenduell, und seine Hände ergriffen meine Seiten und fhren etwas heftiger als zuvor darauf auf und ab, dann über meinen Bauch und hin an die Stelle, an der mich keiner anfassen durfte. Ich unterbrach den Kuss augenblicklich und stöhnte leise auf, als das Gefühl des Feuers mit doppelter Heftigkeit in mich zurückkehrte. Mein Bauch bebte wieder vor Anspannung, und ich biss die Zähne verkrampft zusammen und zischte.
"K-...Karana!!!" stieß ich stöhnend seinen Namen hervor, und er brachte ein zaghaftes Keuchen heraus ich spürte mein Verlangen nach ihm in mir ausschlagen, in dem Moment als mein Körper mit mir durchging und jenes Verlangen deutlich sichtbar wurde. Karana spürte das (wortwörtliche) Steigen meiner Aufregung und hielt kurz inne.
"Heh..." machte er wieder mit Blick auf meinen Unterkörper, "Zoras-..."
"Glotz nicht so!!" maulte ich, "Tut mir leid, das passiert einfach! Ich kann das nicht kontrollieren!" Er sah mich an und grinste.
"Natürlich nicht, ist ja okay," kicherte er, "Süß-..."
"Ich will... dass du es tust, du Bastard-..." stammelte ich hervor und wurde rot, als mir klar wurde, was ich da für notgeile Dinge sagte. Zur Antwort küsste er mich verlangend auf die Lippen, es begann ein neuer Zungenkampf, und plötzlich ließ er mein bestes Stück los und umschlang meinen ganzen Körper mit beiden Armen, mich etwas hochziehend. Mir lief ein brennend heißer Schauer über den Rücken, als ich versuchte, mich seelisch auf das Gefühl einzustellen. Aber verdammt, ich wollte ihn.
Er ließ von meinen Lippen ab und erhob sich ein wenig, meinen vor Anspannung zitternden Körper weiter hochziehend, und ich hatte das Gefühl, mir würde schlecht vor Aufregung, bis er meine Seiten losließ und dafür meine Beine hochzog, bevor er mit einem Stoß in mich eindrang.
Der Schmerz zerriss mich augenblicklich, ich riss die Augen wiet auf und stieß einen lauten Schrei aus, mein Körper verkrampfte sich, und es tat dadurch noch viel mehr weh.
"Karana!!" schrie ich und hielt mit Mühe die Tränen zurück, "E-es tut weh, nicht so doll!!" Er sah mich erschrocken und mitleidig an und beugte sich über mich, um meine Lippen zu küssen.
"Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid!" stammelte er mit zitternder Stimme, "Verzeih mir-..."
Ich versuchte schwer keuchend, meinen Atem wieder unter Kontrolle zu kriegen, ich versuchte, mich zu beruhigen, damit der Krampf sich löste und der Schmerz nachließ. Es wurde nur schlimmer, als ich an die Vergangenheit mit den Räubern dachte, die mich mondelang geschändet hatten, als ich klein gewesen war. Verkrampft kniff ich die Augen zu und schnappte nach Luft, aber es tat so dermaßen weh, dass ich kaum noch Luft bekam, obwohl Karana sich nichtmal bewegte. Ich spürte, wie er zärtlich meine Arme streichelte und meinen Hals küsste, um mich zu beruhigen, und es tat gut, dass er das machte. Ich brauchte eine Weile, um mich zu überwinden, dann nahm ich meine Hände hoch und berührte seine Brust.
"O-...okay," stammelte ich, "Du kannst-... dich jetzt bewegen, Karana-..."
"Tut's sehr weh?" fragte er und sah mich mit einem Mitleid erregenden Hundeblick an, dass man hätte denken können, er hätte die Schmerzen, und nicht ich.
"Beweg dich, du Mistkerl!" keuchte ich und krallte mich an seiner haut fest, und er zuckte, bevor er meinem Befehl folgte und sich bewegte. Am Anfang kniff ich vor Schmerzen die Augen zu und ließ die paar Tränen meine Wangen herunterlaufen, doch als mein Körper erneut Feuer fing, verflüchtigte sich jeder Schmerz. Mir war heiß, und als ich den Kopf zurüclehnte und seine tiefe Berührung genoss, brachte er über mir ein leises Stöhnen hervor. Er bewegte sich nur vorsichtig, aus Angst, mir wehzutun, wie ich annahm, und ich war ihm dankbar für seine Geduld bis das Feuer meiner Lenden meine eigene Geduld fortschob. Plötzlich hatte ich das Gefühl, mitten im Feuer zu liegen, mit Karana vereint, und mit jeder seiner Bewegungen wurde mir heißer, wurde mein Körper ungeduldiger. Und verdammt, ich wollte, dass er mich nicht wie ein rohes Ei behandelte. Ich wollte nicht mehr, dass er vorsichtig war.
"Karana doller, verdammt!!" keuchte ich außer Atem, und er sah mich an, bevor ich seine Schultern packte und ihn näher an mich heranzog, im selben Moment wurden die Bewegungen schlagartig verdammt heftig. Mir war schon klar, dass er darauf gewartet haben musste, dass ich darum bat, jetzt konnte er sich wenigstens einen Keks freuen.
Das Feuer wurde heißer, ich hätte fast schwören können, die Flammen zu sehen dieser Schwachsinn musste wegen des Fiebers in meinem Geist hochgekommen sein. Man kann Lust nicht sehen, Zoras, du Vollidiot.
Obwohl Karana jetzt schneller machte als vorher, spürte ich die Schmerzen nicht mehr, sie hatten sich in dem Feuer aufgelöst. Ich bewegte mich mit ihm, so gut ich mithalten konnte, es war nicht leicht. Aber verdammt, es war gut. Es war wirklich gut. Die Welt um uns herum war mir komplett egal, es hätte mich nichtmal geschert, wenn jetzt jemand reingekommen wäre da außer uns beiden keiner im Haus war, war das zum Glück ausgeschlossen, es sei denn, es käme ein Dieb.
"Karana!!" schrie ich laut seinen Namen und strich ihm zitternd über die Brust, "Ohh-... Karana, schneller!-..." Ich sah sein grinsendes Gesicht direkt vor meinem.
"Bittest du mich darum, Süßer??" keuchte er und fuhr mit der Zunge über meine Lippen, und ich brachte nur ein lustschweres Stöhnen hervor.
"Bitte!" sagte ich, und er küsste meinen Hals.
"Komm, wenn du mich ganz lieb bittest, tu ich's vielleicht-..." Ich schnaubte bloß. Hör auf, mich zu ärgern, du Arsch...
"Bitte, bitte, bitte!" jammerte ich, und Karana kicherte, da trat ich mit dem Fuß nach ihm, und er schrie auf.
"Aua!!"
"Verdammt, wirst du wohl endlich schneller machen??!! Himmel, Karana, ich will dich!!!"
Zu meinem Erstaunen (aber zu meiner größten Befriedigung) gehorchte er mir prompt auf's Wort. Ein Schwall Hitze durchfuhr mich, als ich mich fester an ihn klammerte, bis ich seine Hand wieder an der verbotenen Stelle spürte. "Karana...!" brachte ich hervor, und er keuchte.
"Was ist, gefällt dir das?"
"Bastard-...!" stöhnte ich nur und verdrehte vor Erregung die Augen, als eine Stichflamme in mir hochschoss, als er mich heftiger da berührte und mit der Hand rauf und runter fuhr, immer ohne aufzuhören, sich weiterhin in mir zu bewegen. Ich spürte, wie mein Körper sich mehr und mehr anspannte, rein instinktiv wusste ich, dass ich dem Höhepunkt näher kam immerhin hatte ich noch nie einen gehabt (auf jeden Fall nicht bewusst), woher sollte ich das also schon hundert prozentig wissen? "Ohh-... Himmel, Karana Karana!!" stieß ich seinen Namen hervor, "B-bitte-..."
"Bitte was?" stammelte er über mir und ließ seine Handbewegungen abrupt schneller und heftiger werden, ich lehnte rasch den Kopf zurück und stöhnte kurz.
"V-verdammt, mach das nochmal!"
"Was?" fragte er und machte es nochmal, "Das?"
"Oohh, Karana-...!!" Meinen Körper durchlief eine blitzartige Anspannung, und mit einem Keuchen riss ich Mund und Augen weit auf, bevor ich kam. Mein Körper wurde sofort schwach und fiel in sich zusammen. Dann lag ich völlig ausgelaugt im Bett, karana noch über mir und bewegte sich weiter. Mit einem letzten Aufrappeln ergriff ich seinen Arm und küsste zärtlich seine Lippen, und als meine Zunge die seine berührte, kam er auch und schrie meinen Namen in den Raum, als er sich in mich ergoss, und sein Körper brach über mir zusammen. Er zog sich mit einem Stöhnen zurück und legte sich dicht neben mich in das Bett, und eine lange Zeit lagen wir beide schwer atmend da, die Körper noch bebend von der vorigen Ekstase. Es war nicht nur die Erschöpfung, die ich spürte, dachte ich, als ich so dalag und nach Luft rang. Das Feuer verschwand, aber zurück blieb eine unglaublich wohltuende Wärme, die meinen ganzen Körper zu erfüllen schien, das, was die Erwachsenen Erfüllung nannten. Meine Mutter hatte mir ein einziges Mal erklärt, dass man das spürte, wenn es besonders schön gewesen war. Loron und die anderen Jungen hatten immer nur von Befriedigung gesprochen. Ich war in dem Moment sicher, dass das Gefühl in mir mehr als nur Befriedigung war, ich war nicht bloß befriedigt, ich war glücklich. Ich konnte mich nicht erinnern, jemals so glücklich gewesen zu sein, mein ganzes Leben lang nicht, weil ich mein Leben lang nur erniedrigt, geschlagen und geschändet worden bin, weil es außer meiner Mutter niemanden gab, den ich liebte
Karana. Ich sah ihn an, und er drehte sich zu mir und deckte uns beide mit einer Decke zu, bevor er mir ein paar der schwarzen Ponysträhnen aus dem Gesicht strich.
"Na?" fragte er strahlend, "Gehts dir gut, Zoras?" Ich wollte darauf nicht antworten, als ich ihn so hinreißend lächeln sah, dass die Wärme in mir nochmal eine Stufe wärmer wurde. Ich lächelte auch, bevor ich etwas sagte. Etwas, das ich jetzt sagen musste, weil ich mir meiner Gefühle bewusst war.
"Karana, ich liebe dich."
fin