DAMALS: Post im 20. Jahrhundert
In der beginnenden Luftfahrt fand die Begeisterung für den technischen
Fortschritt
in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts ihre deutlichste Bestätigung.
Wahre Volksfeste fanden am Rand der Flugfelder statt,
zu denen die Menschen in Massen pilgerten, um die kühnen Aviatiker
zu feiern.
1908 hatten die Brüder Wright - Wilbur in Frankreich, Orville
in den Vereinigten Staaten - erste öffentliche Schauflüge veranstaltet.
1909 überflog Louis Blériot mit einem motorisierten Flugapparat
den Ärmelkanal.
Noch im selben Jahr folgte eine Reihe internationaler Wettbewerbe in
Reims, Brescia und Berlin.
Dem Spektakel der Schauflüge und Demonstrationen angemessen,
galt die Luftpost als ein Terrain, auf dem sich vorerst ausschließlich
Sammler und Kuriositätenjäger austobten.
Bei den Passagierfahrten mit Zeppelinen, die 1910 aufgenommen wurden,
gehörte es stets zu den Höhepunkten, wenn an Bord geschriebene
Bildpostkarten
unterwegs abgeworfen werden konnten.
Dazu bediente man sich eines kleinen Beutels, der mit einem 50-Pfennig-Stück
und dem Hinweis,
der Finder möge ihn beim nächsten Postamt abliefern, versehen
war.
Ein Motorflugzeug des Frankfurter Konstrukteurs August Euler,
das im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Juni 1912 von
einem nahe gelegenen Flugfeld in Richtung Darmstadt abhob,
soll bei seinem Jungfernflug nicht weniger als 48 Kilogramm Briefe
und Postkarten im Gepäck mitgeführt haben.
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