| EISREGEN - Krebskolonie |
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| Weniger an der Musik als vielmehr am inhaltlichen Konzept der Thüringer werden sich garantiert die Geister scheiden. Laut Labelinfo gehört die Band in die Black Metal-Schublade, was zumindest aus musikalischer Sicht okay ist, obwohl das Material des Quintetts nur wenig mit dem gemeinsam hat, was so landläufig unter schwarzem Krawall verstanden wird. Klar, hin und wieder knüppeln die Fünf wie die Berserker und klingen dann ziemlich infernalisch und hektisch, doch die Jungs und das Mädel holzen auch Todesblei und schwelgen gerne mal in abgedrehten oder sogar romantischen Gothic-Passagen. Akzente können hier auf jeden Fall die geschickt integrierten Violinenklänge (die frühen My Dying Bride lassen grüßen) und das Klavier setzen, ohne das das zweite Album um einiges langweiliger ausgefallen wäre. Der kompositorisch beste Song der CD ist 'Scharlachrotes Kleid', da er einen sehr morbiden, melancholischen Grundtenor hat. Im Vergleich zur doch recht konventionellen Mucke bilden die mit bizarr verzerrter Stimme vorgetragenen deutschen Texte jedoch einen krassen Kontrast. Vor allem dann, wenn sie mit eingängigen, netten Melodien unterlegt wurden. In teilweise recht zynischen Worten wird in den Lyrics vom Sterben und Töten, aber auch von Suizid und Leichenfledderei erzählt. |
13. Mai 2000