| FEAR FACTORY - Demanufacture |
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| Da stimmt einfach alles: Songs, Riffs, Melodien, Effekte, Produktion. Dabei hat die Band in nahezu jeder Hinsicht große Fortschritte erzielt. Drummer Raymond spielt die schnellsten Doublebassdrums, die ich in letzter Zeit gehört habe, Dinos Gitarrenspiel ist variabler geworden, obwohl er auf Soli gänzlich verzichtet, Basser Christian arbeitet sehr banddienlich, am größten ist die Weiterentwicklung jedoch bei Sänger Burton C. Bell zu erkennen, der seiner Stimme viel mehr als früher zutraut. Davon profitieren vor allen Dingen die zahlreichen genialen, melodischen Parts, die zum unvergleichlichen Trademark der FF-Sounds geworden sind. Ansonsten vertont 'Demanufacture' das textliche Konzept der Platte in allen Stimmungen und Emotionen nahezu perfekt. Der Hauptdarsteller durchlebt die verschiedensten Gefühlslagen, die soundtechnisch entsprechend umgemünzt werden. Melancholie ('Dog Day Sunrise'), Rebellion und Wut ('Self Bias Resistor'), Aggressionen ('New Breed', mit hartem Techno-Beat unterlegt, trotzdem nicht nervig), Frustrationen ('Zero Signal'), blanker Haß ('Hunter Killer'), Aussichtslosigkeit ('A Therapy For Pain'). Womit auch klar sein dürfte, daß 'Demanufature' ein musikalisch vielseitiges Album geworden ist. Was die Scheibe aber so einzigartig macht, ist diese kalte, maschinelle und herzlose Atmosphäre, die sie transportiert. Der optimale Soundtrack der Neunziger, eines Zeitabschnitts, in dem Moral und tiefgehende, warmherzige Gefühle immer mehr in den Hintergrund rücken und stattdessen Machtgier, Egoismus, Korruption und Oberflächlichkeit regieren. Erfolg und schneller Genuß gehen zu Lasten der Individualität - das ist die Aussage von 'Demanufacture', einer Platte, die das musikalische Spiegelbild des Jahres 1995 darstellt. Ein absoluter Geniestreich. |
01. Demanufacture 02. Self Bias Resistor 03. Zero Signal 04. Replica 05. New Breed 06. Dog Day Sunrise 07. Body Hammer 08. Flashpoint 09. H-K (Hunter-Killer) 10. Pisschrist 11. A Therapy For Pain
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11. Juli 2000