|
Bruno Jaschke, (27.07.2002) 2001 hatte das von Wolfgang Pollanz geleitete steirische Label Pumpkins Records eine viel gelobte Kompilation rund um einen problematisch konnotierten Topic herausgebraucht: Sie entriss "Heimat", so hie� die Platte, der Lodenseligkeit einschl�giger Interessensgruppen, unter denen Politiker einer bestimmten Richtung jedenfalls mehr als nur eine Minderheitenfraktion stellen. Nun verschreibt er sich einem Begriff, der zwar keine ideologische Vorbelastung, aber missbr�uchliche Verwendung in endlos inflation�rem Ausma� als Hypothek mitbringt: 19 Interpreten lie�=20 Pollanz antreten, um ihre Visionen, An- und Aussichten von, �ber und auf (k�rperliche, sch�chterne, entt�uschte, platonische) Liebe zu �u�ern. Ein paar auf Englisch, eine Paarung (Clemens Haipl und Galibendo Gn�sdovil mit ihrer Version des Julio-Iglesias-Schlagers "Amor") spanisch, w�hrend "Je t'aime" von Lassos Mariachis mit dem Erotik-Evergreen Serge Gainsbourghs nur den Titel gemeinsam hat, und sich sonst, wie die meisten, der deutschen Sprache anvertraut. Einer der nachhaltigsten Beitr�ge kommt gleich am Anfang dieser CD: "Sex Machine" von Gelee Royal. Auch dieser Song hat mit einem gleichnamigen Klassiker nur den Titel gemein, daf�r wird, zu betont roboterhaftem Elektronik-Backing, unerm�dlich betont: "Ich bin sexuell attraktiv". Wer will, kann sich hier an DAF-Minimalismus erinnert f�hlen, oder auch, nicht weit davon entfernt, an Gr�ueltaten der Neuen Deutschen Welle. Wie auch immer, das Ding setzt sich wie ein Parasit im Hirn fest. �hnliche Kaliber sind Franz Adrian Wenzls "Gib mir dein Geld (wenn du mich wirklich liebst)", das, von einem tiefsch�rfenden Saxophon abgesehen, wie eine besonders sentimentale Nummer aus Depeche Mode's Fr�hzeit klingt, aber auch das spartanisch arrangierte, im Dialekt vorgetragene "Imma wieda" von Der Schwimmer. Ein paar Durchh�nger gibt's schon auch, aber die geh�ren bei einem solchen Projekt gewisserma�en systemimmanent dazu: Wie sonst sollten sich - streng subjektiv nat�rlich - Ma�st�be f�r Gro� und Klein, Gut und B�se, Sch�n und H�sslich definieren lassen? ZUR�CK ZUM PRESSESERVICE
|