Manfred Holawe
in Skug 52/2002

VA: »LoveSexxxAmour« Pumpkin Records/Hoanzl
Sex kann man (frau) kaufen, aber die Liebe nicht, und sterben müssen wir sowieso alle. Der plüschroten Sampler »LoveSexxxAmour« enthält 19 Tracks von aufstrebenden heimischen Bands, die sich mit den Themen Nummer 1 beschäftigt haben: U.a. Wolfgang Capellari und Dorit Chrysler, Ultrascope, Der Schwimmer, Gelée Royale und Lassos Mariachis. Feju, ein Sideproject von Dr. Nachtstroms gibt sein Debüt. Musikalisch wird ein breiter Bogen gespannt, beginnend mit einem St. Etienne-Intro (TMD) bis hin zu Farinellijüngern (Wolfgang Capellari und Dorit Chrysler) geben sich Einflüsse wie die neue deutsche Welle (Franz Adrian Wenzl), Elektronik im Homerecordingstil (Der Schwimmer), Computerfreaks (Philipp König) und die hohe Kunst der Ironie (Lassos Mariachis) die Klinke in die Hand. Ein bisschen weniger wäre aber auf jeden Fall ein wenig mehr gewesen. Doch die verdammte Zahlenmystik. So ist zum Beispiel Paul Divjaks »No More« so überflüssig und unerträglich wie ein Presslufthammer um sechs Uhr morgens. Aber was soll‘s, jeder Höhepunkt - in diesem Fall Lassos Mariachis »Je t‘aime«, das mit dem Jane Birkin-Haucher den Titel und die Intensität teilt - verlangt irgendwann nach Chill-Out. So ist es beim Sex, in der Liebe, bei der Musik und im Leben sowieso.

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