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"F�r die einen ist es eine Tiefgarage f�r Hochstapler, f�r die anderen der teuerste Alterswohnsitz der Welt: das Literaturhaus mit dem kunstmarktwirksamen Standort Kulturhauptstadt 2003, Graz, Europa, dessen Hausherr Gerhard Melzer im vergangenen Winter mit seinem "Nussreise"-Projekt auf sich aufmerksam machte. In Zusammenarbeit mit Nachwuchspoeten aus St. Petersburg sollte unter dem Titel "Bolschewik Sprrrachmusssik" eine "serielle Rockoper" (Mika Kyl�st�) mit - scheinbar willk�rlich ausgew�hlten - Motiven aus der Realit�t entstehen, f�r die melodramatische Inszenierung konnte Luciano Berio gewonnen werden. Die "Nussreise" spielt vor der Kulisse eines weltfremden, entr�ckten Vorstadtkleinb�rgertums einer beliebigen Metropole, in der der Protagonist, ein zur Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert lebender Student, in einer (scheinbar) metaphorischen Bewegung ziellos durch eine zunehmend an Sch�rfe verlierende Peripherie schlingert, bis sich die Bewegung zu einer Epiphanie der Kreisf�rmigkeit ausw�chst, die best�ndig auf eine Beschleunigung der Erz�hlstruktur zu dr�ngen scheint. Am Ende steht der Fall des Nichtigen ins Nichts, das Berio dem Publikum - man beachte den humorvollen Anklang an die Romantik - als "gro�es Loch" vor Augen zu f�hren trachtete. Aus all dem wurde nichts: Berio starb vor der Vollendung des Werkes, und Gerhard Melzer konnte nach langen Rechtsstreitigkeiten mit der Nachlassverwaltung wenigstens die Ver�ffentlichung jener bereits fertig gestellten Passagen durchsetzen, die er alleine - virtuos abwechselnd auf Schreibmaschine und Konzertfl�gel in die Tasten greifend - komponiert und aufgenommen hatte. Was mit Melzers Projekt in Zukunft geschieht, steht dennoch in den Sternen und ist auch nicht weiter interessant. Ein anderer Tontr�ger aus dem Literaturhausumfeld wird aber schon demn�chst der Welt�ffentlichkeit pr�sentiert (17. Juli, 20 Uhr, Literaturhaus Graz): Wolfgang Pollanz, Mastermind von "Pumpkin Records", hat �sterreichische SchriftstellerInnen und MusikerInnen eingeladen, musikalische und textliche Kleinode rund um die Themen Pop und Sprache zu fabrizieren. Klingende Namen wie Clemens Haipl, Fritz Ostermayer, Martin Amanshauser, Monika Wogrolly oder Franzobel sind der Einladung gefolgt, und ja: auch wir selbst haben gemeinsam mit Werner Schandor (Text) einen achtstimmigen Kanon beigesteuert. Das Ergebnis ist ein Pl�doyer f�r Eleganz und Seriosit�t im Umgang mit Literatur, eine vorsichtige Bitte um mehr Authentizit�t im Schreiben �ber die und im Beschreiben der Schreibenden. V.A.: Quer. Sampler - Literatur und Pop (pumpkin records, Hoanzl). (DJ Kolchos & DJ Sowchos in Korso, Graz)
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