Lale und Levina

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Hier ist Platz für dich und dein Kind!
Habt ihr schon tolle Feste gefeiert und ihr möchtet es anderen zur Anregung mitteilen? Dann schreibe uns deine Geschichte und du wirst sie hier in Kürze lesen können! Aber auch Berichte, in denen ihr beschreibt, wie ihr lebt möchten wir hier gerne veröffentlichen. Also, habt keine Scheu und schickt uns eure Geschichten!

Erfahrungsberichte:

Unser Namensgebungsritual
*Lale* feiert mit ihren Mädels Lammas
Samhain bei *Levina*
Sommersonnenwende bei *Levina*




Unser Namensgebungsritual

by Sundancer

Zur Namensgebung meiner Tochter war ein Ritual geplant, zu dem auch die Familie eingeladen war. Für uns war es das erste Mal, das wir ein Ritual in einem festgelegten Ablauf zusammen feierten, da wir bislang unsere Sabbate immer aus dem Bauch heraus begangen hatten.
Die grobe Planung f�r dieses ganz besondere Fest lief übers Internet, da wir alle relativ weit auseinanderwohnen, nur die letzten Feinheiten wurden vorher durchgegangen. Besondere Probleme hatten wir mit der Anrufung der Elemente, fanden aber eine Lösung, mit der alle zufrieden waren. Auch die Schwüre der Paten wurden ausformuliert.
Beteiligt waren insgesamt vier Frauen, meine Tochter und ihr Vater und wir waren alle ziemlich nervös. Mein Lebensgefährte sollte zu Hause bleiben und die Gäste zu dem Platz im Wald führen, wo wir feiern wollten. Wir anderen gingen vorher los, um dort alles vorzubereiten.
Es ist für mich ein besonderer Platz, den wir ausgewählt haben, denn dort steht eine wunderschöne gro�e Buche, die wohl vor vielen Jahren einen mächtigen Ast verloren hat und nun wächst dort Farn und ähnliches. Ich habe eine besondere Beziehung zu ihr und sie hat mich schon vieles gelehrt. Da sie direkt an einem Weg liegt und dort ausreichend Platz ist, war von Anfang an klar: Dort wird gefeiert!

An dem Platz angekommen, begrü�ten wir den Baum und machten uns erst einmal mit den Gegebenheiten vertraut um dann mit einem Kompass die Himmelsrichtungen auszumachen um dort die Symbole für das jeweilige Element zu dekorieren, sowie in der Mitte einen Altar zu errichten. Zudem führte eine der Frauen ein Reinigungsritual für den Platz durch, eine andere räucherte dazu mit Salbei und die Nächste reinigte und begrü�te jeden einzelnen von uns im Namen der Göttin.

Anschließend legten wir auf der Wiese nebenan aus weißen Kieselsteinen eine Spirale aus. Dann zogen wir uns um; wir hatten alle für dieses besondere Ritual Gewänder.
Wir gingen ein Stück zurück um dort die Gäste zu empfangen und gingen dann langsam trommelnd mit diesen zu dem Ritualplatz. Zu diesem Zeitpunkt erreichte meine Nervosität den Höhepunkt.
Dort angekommen begann eine der Frauen den Kreis zu ziehen und rief mit einfachen Worten die Mächte des Nordens an. Ich folgte mit dem Osten, dann kam der Süden und zum Schluß kam der Westen. Anschließend traten wir, die Eltern mit unserer Tochter auf dem Arm in die Mitte, wir standen uns gegenüber, trugen die Kleine gemeinsam und baten Göttin und Gott in den Kreis, es war ein unheimlich tolles Gefühl. Unsere Tochter fand das alles allerdings ziemlich zum Schreien und krallte sich in meinen Haaren fest, die sie auch bis zum Schluss nicht mehr los ließ. Nun traten die Paten dazu. Wir sprachen unsere Wünsche aus, als da waren :
- Nehmt euch Zeit für unsere Tochter, denn Zeit ist ein wichtiges Gut
- Seid Vermittler zwischen ihr und uns, wenn es notwendig ist
- unterstützt sie mit eurer Weisheit und eurem Wissen
- Zeigt ihr den Weg der Göttin, helft ihr dabei, dennoch offen zu bleiben und ihr in religiösen Dingen immer die freie Wahl zu lassen, das Urteilsvermögen zu stärken
- Seid für sie da in Notfällen
und nach jedem Wunsch antworteten beide gemeinsam. Dieser Wechselgesang war unheimlich machtvoll und wunderschön.
Wir lösten den Kreis auf und begannen das Kind jedem einzelnen förmlich vorzustellen, zuerst den Paten, und dann allen anderen und jeder begrü�te sie auf dieser Welt. Dies war für unsere Gäste ein ergreifender Augenblick, einige mussten mit den Tränen kämpfen. Diese ritualisierten Worte, immer wieder dasselbe �dies ist unsere Tochter� zu jedem und von jedem ein Willkommensgruß zurück, damit war sie endgültig angekommen und aufgenommen.
Zum Abschluss baten wir jeden Gast sein Wunschsymbol in der Spirale niederzulegen, denn wir hatten auf Geschenke verzichtet, sondern wollten nur, dass jeder dem Kind etwas wünscht und dafür ein Symbol mitbringt, so z.B. ein Kleeblatt für Glück oder ein Samenkorn fürs Wachstum.
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*Lale* feiert mit ihren Mädels Lammas

Ich möchte euch hier kurz erzählen, wie ich mit meinen Kids Lammas gefeiert habe. Naja, gefeiert ist wohl zu viel gesagt, aber wir haben gemeinsam einen Kranz aus Brötchenteig gebacken. Während ich alles f�r den Teig hingerichtet habe, habe ich ihnen erzählt, warum wir das alles machen, natürlich in meinen eigenen Worten und so, dass es die Zwei verstehen. Ich habe ihnen dabei auch erzählt, wie Mehl entsteht und warum wir einen Brötchenteig machen. Nur leider, so glaube ich, haben sie es nicht richtig verstanden. Ich hatte auch kein Anschauungsmaterial da, weil es bei uns nur Mais- und keine Getreidefelder gibt, wo wir hätten hinfahren können und Getreide hätten holen können. Aber im Großen und Ganzen hat es auch so geklappt. Nachdem alles gebacken und ausgekühlt war, haben wir den Kranz gemütlich zum Abendessen verspeist. Es war ein schöner Tag, meinen Mäusen hat er gefallen. Nächstes Jahr möchte ich mit ihnen ein bisschen mit dem Fahrrad durch die Natur fahren, vielleicht finde ich bis dahin doch noch ein Getreidefeld, was wir dann besuchen können.
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Samhain bei *Levina*

Beim letzten Samhain hatte ich nichts vorbereitet. Draußen war es morgens noch nebelig und tagsüber kam dann die Sonne raus. Es war kalt und trocken. Eigentlich optimal für ein Lagerfeuer, war so mein erster Gedanke am frühen Morgen. Erst einmal haben wir uns den gro�en Kürbiss auf dem Küchentisch platziert und ihm eine tolle Grimasse geschnitzt. Meine Kinder haben dabei die Kürbisskerne vom Fruchtfleisch befreit. Die Kleine fand es nicht so toll und hat auch nur kurz mitgeholfen. Später habe ich ihnen dann eine Geschichte über einen Kürbissmann erzählt, wozu anschließend jede ein Bild gemalt hat, welches auch sofort in der Küche aufgehangen wurde. Das gibt es bei uns zu jedem Fest.
In der Dämmerung habe ich dann das Feuer gemacht. Wie gut, das ich vorher schon Holz gesammelt und in unserer Hütte gelagert hatte. Am Feuer hat jeder von mir einen Zettel mit Stift bekommen und sollte darauf einen Wunsch schreiben bzw. malen. Aber keinen Materiellen Wunsch! Das war ein wenig schwierig es meinen Kindern zu erklären. Ich weiß auch nicht, was jede gemalt hatte. Fand ich auch nicht weiter wichtig. Dann wurden nacheinander die Zettel ins Feuer geworfen und wir haben zugeschaut, wie sie verbrennen. Einen Moment war es ganz ruhig und jeder hing wohl so seinen Gedanken nach. Bis meine Kleine dann mal wieder protestierte sie wolle endlich rein. Was sie vorher auch schon mehrmals sagte. Eigentlich wollte ich noch ein wenig über das Fest erzählen, aber das lies ich dann doch bleiben. Über der Glut haben wir dann noch Stockbrot gemacht und gegessen. So langsam wurde mir dann auch kalt und wir sind wieder ins Haus gegangen.
In diesem Jahr möchte ich beim Feuer unsere an Lammas gefertigten Kornpüppchen mitverbrennen. Ein abschließendes Erntedankfest sozusagen. Das Erntejahr hat nun ein Ende gefunden, der Garten wurde auf den Winter vorbereitet und die restlichen Äpfel und Himbeeren und was sonst noch wächst dienen unseren Gartenbewohnern als Nahrung bzw. bekommt Mutter Erde wieder.
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Sommersonnenwende bei *Levina*

Vorbereitungen treffe ich meist so gut wie gar keine. Es wird kurzfristig entschieden, was wir machen möchten. Naja und Wetterabhängig ist das alles natürlich auch noch. Der Tag beginnt und wenn die Mädels in der Schule sind, backe ich meist Muffins. Hat sich vor Jahren einfach mal so ergeben und dabei ist es nun geblieben. Wenn das Wetter gut ist, bereite ich schon mal unser Sonnenwendfeuer f�r Abends vor.
Sind die Kinder wieder da, ernten wir zuerst ein paar unserer Kräuter aus dem Garten. Sie werden entweder zum Trocknen aufgehangen oder aber in Öl eingelegt. Je nach Verwendung! Nachmittags wird dann der Picknickkorb gefüllt und wir radeln zusammen ins Grüne. Wenn wir eine passende Stelle gefunden haben, lassen wir uns dort nieder und beginnen unser Picknick. Zuerst werden natürlich die Muffins gegessen und ich lese den Kindern dann meist eine Geschichte vor oder wir lesen gemeinsam. Je nach Lust und Laune.
Dann erkunden wir auch ganz gerne noch die nähere Umgebung und die Kinder suchen nach "Schätzen", wie Steine, Federn oder ein besonders geformter Ast, etc. Die Kinder pflücken einen Kräuter-Blumenstrauß, wo ich ihnen erkläre, wie die Kräuter und Blumen heißen und wofür sie gut sind und so weiter.
Jedes Jahr werden mehr und vor allem genauere Fragen gestellt. Warum es dieses Fest gibt? Warum nur wir das feiern und die meisten es noch nicht einmal kennen? Für mich ist es jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung ihre Fragen zu beantworten. Irgendwann fahren wir dann wieder zurück und ich bereite den Teig f�r das Stockbrot vor. Gegen Abend entzünde ich dann das schon vorbereitete Feuer. Meine große Tochter spricht hier dann gerne mal ein Dankgebet an die vier Elemente.
Über der Glut wird dann unser Stockbrot geröstet und wir lassen es uns schmecken. Manchmal werden auch bei diesem Feuer Wunschzettel verbrannt, wobei es mir hier Wichtig ist, das keine materiellen Wünsche aufgeschrieben werden.
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