EIN MANN, DEN SIE PFERD NANNTEN
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Jahr:1970 Regie: Elliot Silverstein Hauptdarsteller: Richard Harris
Der 1970 unter der Regie von Elliot Silverstein gedrehte Film "Ein Mann, den sie Pferd nannten"(A man Called Horse), ist der erste Indianerfilm, in dem Native Americans �ber eine l�ngere Sequenz in ihrer eigenen Sprache miteinander kommunizieren durften. �ber 80-90% der Dialoge werden im Lakota Dialekt gesprochen. Als Statisten wurden etwa 500 Sioux aus der Rosebud Reservation engagiert.
Die Handlung des Films beschreibt das Schicksal des englischen Aristokraten Lord Morgan, der im Jahre 1825 auf einer Jagdexpedition in die H�nde der Sioux f�llt. Kurz bevor sie das Dorf erreichen, wird Lord Morgan vom H�uptling des Dorfes, Gelbe Hand, in einer eindrucksvollen Szene jegliches Menschsein abgesprochen. Auf Morgan zeigend sagt er: "Wicasa wica sni" (Dieser Mann ist kein Mensch). Dann t�tschelt er den Kopf seines Pferdes und spricht weiter: "Sunka Wakan (Pferd)"und t�tschelt dann ebenfalls Morgans Kopf und wiederholt unter dem Gel�chter seiner Gef�hrten das Wort Sunka Wakan. Damit ist Morgans zuk�nftige Stellung im Stamm klar geregelt.
Sofort nach Morgans Gefangennahme, wird der Zuschauer mit dem Sioux Dialekt konfrontiert. W�hrend des ganzen Filmes wird auf Untertitel verzichtet, was es dem Zuschauer erleichtet, sich in die Rolle des Gefangenen Lord Morgan zu versetzen, der seinerseits nur englisch, in der deutschen Fassung nat�rlich deutsch, spricht. Die Verzweiflung des Lords �ber die Verst�ndigungsprobleme kann man nachempfinden, als er nach einem Fluchtversuch gestellt und vom H�uptling des Dorfes zu einem Zweikampf herausgefordert wird. Morgan versteht weder die Gesetze noch die Worte der Sioux und wei� �berhaupt nicht, was sie von ihm wollen, als er die Herausforderung nicht annimmt und sich die Sioux angewidert vor dem vermeintlichen Feigling abwenden, schreit er den sich langsam entfernenden Dorfbewohnern in einem Mischmasch aus Englisch (Deutsch) und Lakota hinterher: "Ich bin kein Pferd. Sunka Wakan nein. Wicasa oder Wasica oder wie immer das Schei�wort hei�t, ich bin ein Mensch."
Das Problem der Verst�ndigung versuchte der Regisseur durch die Rolle von Baptise, einem anderen Gefangenen franz�sisch-indianischer Abstammung zu l�sen.  Babtise ist bereits seit 5 Jahren Gefangener der Sioux und wurde von ihnen wegen wiederholter Fluchtversuche zum Kr�ppel gemacht. Babtise macht Morgan nach und nach mit den Gebr�uchen der Sioux bekannt. Im Gegensatz zu Lieutennant Dunbar in "Der mit dem Wolf Tanzt" erh�lt Morgan keinen Sprachunterricht. W�hrend des gesamten Films �bernimmt Baptise mehr schlecht als recht die Rolle des �bersetzers. Auch wenn man kein Lakota versteht, bemerkt man an der unterschiedlichen L�nge der �bersetzten Originals�tze , da� der Regisseur sich offenbar, trotz der Einf�hrung des Charakters des Baptise, nicht sehr viel M�he mit der �bersetzung&amp gegeben hat. So ungenau wie die �bersetzungen vorgenommen wurden, wurde auch mit den Sitten und Gebr�uchen der Sioux umgegangen. Die Medizinh�tte stammt von den Mandan, ebenso wie die angebliche Sonnentanzzeremonie in Wirklichkeit die Okipa-Zeremonie der Mandan zeigt. Weitere Ungenauigkeiten finden sich bei den Haartrachten, die teilweise von den Mandan, teilweise von den Assiniboine stammen und der Kleidung.
Der Regisseur orientierte sich bei der Produktion stark an den Gem�lden des Indianermalers George Catlin, einer historischen Pers�nlichkeit, die tats�chlich zum Zeitpunkt der Handlung des Filmes, die bereits erw�hnten St�mme besuchte und portraitierte. Catlin berichtet in seinen Reiserz�hlungen zum Beispiel �ber eine �ltere Frau in einem Mandandorf, die von den Bewohnern im Stich gelassen wurde. Dieses Motiv wurde vom Regisseur in der Weise �bernommen, da� er eine Sioux Frau, deren Sohn beim Angriff auf Morgans Jagdlager get�tet wurde, einsam und verlassen in einem Schneesturm sterben lie�. Damit suggeriert der Film dem Zuschauer, da� die Sioux ihre Alten im Stich lie�en, was sp�ter heftige Kritiken von Vertretern der Sioux nach sich zog.
EIN MANN DEN SIE PFERD NANNTEN
(TEIL 2)

The Return of A Man Called Horse
Der Film beginnt mit einer Szene in England. Lord Morgan, ein reicher Aristokrat mittleren Alters, liegt im Zimmer seines Landhauses auf dem Bett und tr�umt von der Vergangenheit. Er h�rt indianische Ges�nge und erinnert sich an sein Leben bei den Sioux, in dessen H�nde er vor Jahren geraten war. Zuerst Gefangener und Sklave, hatte er sich im Kampf mit einem feindlichen Stamm ausgezeichnet und daf�r seine Freiheit wieder erhalten. Nach England zur�ckgekehrt, stellt er fest, dass er dem Leben in der so genannten Zivilisation nichts mehr abgewinnen kann. Morgan vermacht seinem Diener seinen Grundbesitz, reist wieder nach Amerika und begibt sich auf die Suche nach "seinem" Stamm. W�hrend seiner Abwesenheit wurde der gr��te Teil des Stammes von wei�en Trappern und mit ihnen verb�ndeten Arikara dezimiert, ihre gefangenen Frauen in einem Fort zur Prostitution gezwungen. Morgan findet versteckt in den Bergen eine kleine versprengte Gruppe des Stammes, den er vor Jahren verlassen hatte. Die Gruppe besteht haupts�chlich aus Alten, Frauen und Kindern. Gemeinsam mit diesen �berlebenden beginnt er den Kampf gegen die �bermacht der wei�en Trapper und der Arikara. Nat�rlich gelingt es den Sioux mit Morgans Hilfe, das wei�e Fort zu zerst�ren, ihre Feinde zu besiegen und die gefangenen Frauen zu befreien. Diesmal geht Morgan aber nicht wieder nach Hause, sondern bleibt als Mann, den Sie Pferd nannten f�r immer bei Ihnen. Die Handlung des Filmes l�sst zu w�nschen �brig. Wieder einmal ein Wei�er, der den armen unterentwickelten Wilden zu Hilfe eilen muss, weil diese nicht f�hig sind, ihre Probleme selbst zu l�sen. Kaum noch indianische Darsteller und der gr��te Teil der Dialoge ist in Deutsch, bzw. Englisch im Original. Die wenigen Lakotas�tze- und Worte werden mit Untertiteln �bersetzt, die nicht immer den Originalsatz wiedergeben. Trotzdem ist der Film zum Lakota lernen geeignet, weil er kurze, pr�gnante S�tze hat und die Dialoge langsam und deutlich gesprochen werden.
DER MIT DEM WOLF TANZT
Dances With Wolves
Leutnant John J. Dunbar (Kevin Kostner), ein Kriegsheld aus dem B�rgerkrieg, l�sst sich, sehr zur Verwunderung seiner Vorgesetzten, ins Indianerland versetzen. Er m�chte gern "den Westen kennen lernen, solange es ihn noch gibt" An seinem ihm zugeteilten Posten stellt er fest, dass der Armeest�tzpunkt vor einiger Zeit verlassen wurde. Der unverbesserliche Romantiker und Tr�umer l�sst sich jedoch dadurch nicht entmutigen und beginnt mit Aufr�umarbeiten an dem heruntergekommen, verwahrlosten Posten. Als Indianer vom Stamm der Lakota mehrere Male vergeblich versuchen, sein gut dressiertes Pferd zu stehlen, bricht er zu den Indianern auf, um mit ihnen zu sprechen. Unterwegs findet er eine verwundete, trauernde Wei�e, die seit Jahren bei den Lakota lebt, und bringt sie ins Dorf zur�ck. Dort wird er jedoch alles andere als Willkommen gehei�en. Der grimmige Krieger Wind in seinem Hair, dargestellt von Rodney Grant, einem Omaha-Indianer, macht ihm unmissverst�ndlich klar, dass er zu verschwinden hat. Resigniert verl�sst Dunbar das Dorf und begibt sich nach Hause. Seine Ankunft im Dorf l�st jedoch im Rat heftige Diskussionen aus. W�hrend Wind in seinem Haar den Tod des wei�en Eindringlings fordert, raten der H�uptling Zehn B�ren, dargestellt von Floyd Red Crow Westerman, einem Dakota-Indianer, sowie der Medizinmann Strampelder Vogel, dargestellt vom Mohawk-Indianer Graham Green zur Besonnenheit und wollen lieber mit dem wei�en Mann reden. Schlie�lich setzen sich die gem��igten Charaktere durch und man beschlie�t, den wei�en Soldaten in seinem Fort aufzusuchen. Stampelnder Vogel und Wind in seinem Haar reiten zum Fort hinunter und versuchen sich mit dem wei�en Mann, der kein Wort Lakota spricht, zu verst�ndigen. Sie wollen wissen, warum er im Fort ist und ob noch mehr Wei�e kommen werden. Dunbar bewirtet sie und versucht so gut es geht, sich verst�ndlichg zu machen. Er m�chte den Indianern erkl�ren, dass er noch nie B�ffel gesehen hat und mehr aus romantischen Gr�nden ins Indianerland gekommen ist. Am Boden herumkriechend und schnaubend versucht er einen Bison nachzuahmen, was bei Wind in seinem Haar den Eindruck erweckt, er h�tte den Verstand verloren. Nur der geduldige Medizinmann erkennt, dass er versucht einen B�ffel zu imitieren und sagt das Lakotawort f�r B�ffel, "Tatanka". Dunbar sp�rt das er verstanden wird, wiederholt das Wort "Tatanka" und lehrt den Medizinmann die englische Bezeichnung. Einige Tage sp�ter kommen die Indianer wieder und bringen ein B�ffelfell als Geschenk. Dunbar f�hlt sich eingeladen und reitet nun seinerseits in Lakotadorf, wo er freundlich aufgenommen und bewirtet wird. Die Besuche werden h�ufiger und es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihm und den Sioux. Sogar der grimmige Wind in seinem Haar ist ihm pl�tzlich in Freundschaft zugetan und schenkt ihm sogar mehrere Pferde, damit er das M�dchen seines Herzens. Steht mit einer Faust (Mary O'Donnel), die er vor einiger Zeit verletzt ins Dorf zur�ckbrachte, heiraten kann. Als das Dorf von feindlichen Pawnees angegriffen wird, gelingt es den Sioux mit Hilfe von Dunbars Feuerwaffen aus dem Fort, die Angreifer siegreich zur�ckzuschlagen. Als die Armee sp�ter an dem verlassenen St�tzpunkt eintrifft und Dunbar zur�ckkommt, um sein Tagebuch zu holen, wird er von den Soldaten f�r einen Deserteur gehalten und misshandelt. Die Sioux befreien ihren wei�en Bruder und kehren mit ihm ins Dorf zur�ck. Dunbar zieht es vor, den Stamm mit seiner Frau zu verlassen, weil er nicht m�chte, dass die Lakota �rger bekommen. Obwohl dieser Film im indianischen Amerika nicht unumstritten ist, weil wieder mal ein Wei�er die Probleme der Indianer l�sen muss (Angriff der Pawnees), finde ich diesen Film nicht schlecht. S�mtliche Indianer werden auch von Indianern dargestellt. Einige der Hauptcharaktere wie Ten Bears (Floyd Red Crow Westerman) und seine Frau (Doris Leader Charge) werden sogar von Sioux-Schauspielern dargestellt. Auch s�mtliche Nebenrollen wurden mit Sioux besetzt. 80% bis 85% der Dialoge sind in Lakota, mit deutschen, bzw. englischen Untertiteln versehen. Der Film eignet sich hervorragend zum Lernen des Lakota, allerdings nur, wenn man bereits gute Vorkenntnisse hat.
HALBBLUT
Thunderheart
Jahr: 1992 (USA), Regisseur: Michael Apted, Darsteller: Val Kilmer, Sam Shepard, Graham Greene, Fred Ward, Sheila Tousey, Chief Ted Thin Elk, John Trudell
FBI-Agent Ray Levoi (Val Kilmer)  wird von seinen Vorgesetzten auf Grund seiner indianischen Abstammung ins Pine Ridge Reservat der Oglala geschickt, um dort einen Mord aufzukl�ren. Levoi, der seine Blutsverwandschaft mit den Oglala seit seiner Kindheit verdr�ngt hat, wird ohne gro�e Vorbereitung in eine ihm v�llig fremde Welt katapultiert, in der b�rgerkriegs�hnliche Zust�nde herrschen. An ein Leben im Wohlstand gew�hnt, immerhin konnte er sich von seinem Gehalt eine Rolex leisten, wird er auf dem Reservat mit Armut, Alkoholismus und in seinen Augen, spirituellen Hokuspokus konfrontiert. Sein Vorgesetzter Frank Coutell (Sam Shepard) zieht ihn des �fteren wegen seiner indianischen Abstammung auf, worauf Levoi dann ziemlich frustriert seine Wut an den Natives ausl�sst. Bei der ersten Begegnung mit dem Stammespolizisten Walter Crowhorse (Graham Greene), den er irrt�mlicherweise f�r einen Terroristen h�lt, geht er ziemlich brutal mit ihm um. Crowhorse nimmt die ganze Sache mit Humor und zeigt dem �berheblichen Halbblut aus der Gro�stadt, wer wirklich hinter dem Mord steckt, welcher, wie Levoi bald feststellen muss, kein Einzelfall bleibt. Er bringt ihn mit dem alten Medizinmann Grandpa Reaches (Chief Ted Thin Elk) zusammen, der ihm mit gro�er Geduld die spirituelle Welt der Lakota zu erkl�ren versucht und ihn schlie�lich zu seinen Wurzeln zur�ckf�hrt. Der Film ist die fiktive Umsetzung des Fall Leonard Peltiers, der seit �ber zwei Jahrzehnten unschuldig im Gef�ngnis sitzt, f�r einen Mord, den er nicht begangen hat. Der Film zeigt ziemlich genau die Lebensumst�nde auf dem Pine Ridge Reservat in der Zeit um 1973-1976. Au�er den b�rgerkriegs�hnlichen Zust�nden hat sich nicht viel ver�ndert.  Etwa 5 -10 % der Dialoge sind in Lakota. Grandpa Reaches (Chief Ted Thin Elk) spricht mehrmals einen etwa 1 -2- min�tigen Monolog in Lakota. Zum Lakota lernen ist der Film f�r Leute geeignet, die schon gut Lakota beherrschen.
LAKOTA WOMAN Siege At Wounded Knee
Jahr: 1994 (USA), Regisseur: Frank Pierson, Darsteller: Irene Bedard, August Schellenberg, Joseph Running Fox, Floyd Red Crow Westerman, Tantoo Cardinal, Pato Hoffmann, Archie Little, Dave Bald Eagle
Leider gibt es diesen wunderbaren Film nur auf Englisch, im NTSC Format.  Der Film schildert die Ereignisse vor und w�hrend der Besetzung von Wounded Knee nach der Autobiographie "Lakota Woman" von Mary Crow Dog.  Die junge Mary (Irene Bedard) und ihre Schwester Barbara werden als Kinder auf eine katholische Missionsschule geschickt. Dort angekommen, werden ihnen und den anderen Kindern zuerst die Z�pfe abgeschnitten und ihr gek�rztes Haar mit L�usepulver bestreut. Das Leben in der Missionsschule ist langweilig und eint�nig. Barbara l�uft eines Tages mit einem Jungen davon, Mary wird einige Zeit sp�ter wegen aufr�hrerischen Verhaltens von der Schule verwiesen. Sie f�hrt per Anhalter ins Reservat zur�ck, wo sie von ihrer inzwischen mit einem Wei�en verheirateten Mutter mit Vorw�rfen empfangen w�rden.  Sie findet keine Arbeit, gammelt herum und tut was alle jungen Leute auf dem Reservat tun, sie trinkt. Als sie wieder einmal betrunken in einer Ausn�chterungszelle erwacht, trifft sie den Apachenindianer , (Pato Hoffmann), der Mitglied des American Indian Movement ist, einer Organisation, die f�r die Rechte der Indianer k�mpft. Sie nimmt an verschiedenen Protestaktionen teil und beteiligt sich an der Besetzung des historischen Ortes Wounded Knee, wo sie auf den Medizinmann Leonard Crow Dog, ihren sp�teren Ehemann trifft.  Der Film enth�lt verschiedene Passagen, in den Lakota gesprochen wird. Einige dieser Passagen, besonders die kurzen, sind leicht zu verstehen, aber auch die l�ngeren Passagen gesprochen von Dave Bald Eagle und Archie Little sind mit ein bisschen �bung zu verstehen.  Ein sehr sehenswerter Film ohne wei�e Helden und ohne das �bliche Hollywood Happy End.
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