Lakepoint Sport Club
Die in Europa noch wenig bekannte Wasserskianlage in der thailändischen Provinz Ratchaburi vor den Toren Bangkoks hat einiges zu bieten. Auf einem Terrain von einem Quadratkilometer ist mit beinahe verschwenderischem Prunk vor 13 Jahren der Lakepoint Sport Club im Nirgendwo zwischen Kokosnussplantagen errichtet worden. In dem großen gepflegten Garten des Lakepoint ist neben der Grundausstattung Cable und Restaurant auch ein Resort mit 20 Hausbooten, ein Jetskiteich und eine Golf Driving Range vorhanden. Trotz des momentan herrschenden Wakeboardbooms gibt es nicht zu viele Besucher und eine gespenstische Ruhe liegt in der Luft, ein idealer Platz zum Ausruhen und genau richtig für Dich, weil Du nichts anderes als Wakeboarden im Kopf hast - das Cable wartet schon darauf von Dir geshreddert zu werden, eine Gelegenheit, die Du auf deinem nächsten Asien Trip nicht auslassen solltest.
Von Helge Brand
Eins war ganz klar, die Reise geht auch in diesem Winter nach Thailand, es gibt nichts besseres, vor allem wenn man gerade frisch mit einer Thailänderin verheiratet ist. Doch welche Anlage sollte es diesmal sein ? Wakeboarden im Lakeland in Pattaya macht Spaß aber die Umgebung ist grauenhaft. Der Cable in Bangkok im Club Taco fährt meistens zu schnell und Urlaub in der Großstadt war auch nicht unser Fall. Die Anlage am Südbahnhof in Bangkok am Olarn Lake hat schon vor Jahren dicht gemacht und der Cable auf Phuket ist zwar generalüberholt, hat sich aber, seit dem er nicht mehr in thailändischer Hand ist, vor allem preislich voll auf Touris eingestellt. Aber gab es nicht noch diese Anlage in Ratchaburi von der schon viele erzählt haben, sie gesucht aber nicht gefunden haben ?
Anreise
In Bangkok angekommen fahrt Ihr mit dem Taxi zum Südbahnhof. Von dort nehmt Ihr den Bus nach Ratchaburi (76) oder Damnoensaduak (78). Jetzt wird es richtig schwierig. Im Prinzip würde Euch jemand vom Team des Lakepoint von dort abholen, praktisch ist aber im Lakepoint nur mit großem Glück jemand telefonisch zu erreichen und wenn einer abnimmt, müsstet Ihr schon fließend Thai sprechen, denn Englisch spricht dort niemand vom Team. Es gibt aber die Möglichkeit mit dem Songthaew (Pritschenwagen) von beiden Endhaltestellen in Richtung Korg Farang durchzustarten. Aus Ratchaburi kommend geht es in der ländlichen Umgebung nach ca. 10km am Power Plant vorbei und nach weiteren 5km auf der 3336 direkt zum Lakepoint. Aus Damnoensaduak kommend geht es auf der Gegenrichtung der 3336 nach ca. 5 km durch Korg Farang an Kokosnussplantagen vorbei, um nach 3km vorm Lakepoint zu stehen. Ja, da standen wir auch, sprachlos, ein komplettes Resort wie aus dem Bilderbuch. Wir gehen staunend durch das Eingangsportal am kleinen Wasserfall entlang und schielen schon mal auf den Cable, tatsächlich ein künstlicher See, dahinter ein zweiter zum Jetskifahren. Am 300m langen Golfplatz vorbei geht es zu den Unterkünften am Ende des Resorts. In einem schön angelegten Garten stehen um einen kleinen See unter dichten Bäumen 20 Bootsrümpfe mit integrierten komfortabel eingerichteten AC Bungalows - eine super Idee.
Die Seilbahn
Der erste Start ist ein Traum, das warme Wasser pinkelt Dir ans Bein, Du fährst auf dem ewig glatten Wasser an Palmen vorbei, und setzt ganz relaxt zum ersten Invert an - whow ist die Anlage flach ! Die klassische Wasserskianlage von Alta ist eine echte Herausforderung seine Höhe durch Technik und nicht durch ein Bungeeseil zu pushen. Apropos Technik, technische Probleme, am Cable gab es wenige und wenn es drauf ankommt, dann kann ein Thailänder im Handumdrehen alles mit einem Hammer und einem Stück Draht reparieren. Die zwei Kicker und eine Slider erfüllen ihre Funktion, wer einen Obstaclepark wie auf den Philippinen erwartet, sollte eventuell lieber dorthin fahren. Die Locals benutzen den Kicker gerne, um mit Kneeboards eine große Palette an Inverts zu zeigen, das kann soweit gehen, dass auch mal ein Krankenwagen vorbeikommen muß. Das Personal selber ist immer nett und freundlich und erlaubt ist am Cable das, was gefällt. Etwas negativ waren die dünnen Hanteln, sie graben sich nach einiger Zeit tief ins Fleisch und auch die Wasserqualität könnte besser sein.
Resort
Das Resort ist mit vielen kleinen netten Nebensächlichkeiten und prunkvoller Einrichtung ausgestattet. Die Betreiber sind äußerst freundlich und zuvorkommend und schaffen eine beinahe familiäre Atmosphäre. Im Restaurant neben dem Cable bekommt ihr für wenig Geld den ganzen Tag leckere Thaigerichte gebrutzelt, der scharfe Chilli gibt dann noch mal extra Auftrieb am Kicker. Eis, Bier, Sandwiches und Pommes, sogenanntes Farang-Food, gibt es natürlich auch. Gegenüber vom Cable am gleich großen Jetskisee trainierte vor einigen Jahren noch die thailändische Nationalmannschaft - ca. 200 Pokale, größtenteils gewonnen von Abdul dem jetzigen Chef des Resorts, zeugen noch von dieser Zeit. Neben dem Jetskifahren wird auch Paintball spielen angeboten aber wahrscheinlich seid ihr schon von der Hitze gestorben, bevor Euch der Ball trifft. Am Abend ist es ruhig im Lakepoint, am besten reist Ihr daher mit ein paar Kollegen an und fahrt gelegentlich mit dem Team vom Lakepoint zu den entfernt gelegenen Nachtmärkten und Musikbars. Im Lakepoint selber könnt ihr im Billard Raum Snooker spielen, am Wasser relaxen, grillen oder einfach nur Bier saufen.
Umgebung
Die Umgebung von Damnoensaduak ist landschaftlich sehr reizvoll. Es gibt auch einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. große Höhlen und freche Affen. Um dort hinzukommen könnt Ihr das Team vom Lakepoint darum bitten, Euch mit dem Auto vorbeizufahren. Ganz besonders gefallen hat uns die Fledermaushöhle, aus der sich an jedem Abend ein scheinbar unendliches Band an (stinkenden) Fledermäusen herauswälzt. Wer Größeres vor hat, kann übrigens von Ratchaburi aus mit dem Zug die Golfküste abklappern. Die einfachen Dinge wie Essen kann man im Supermarkt in Damnoensaduak kaufen, dort gibt es übrigens auch das Krankenhaus, wenn es mal sein muß. Interessanter ist es jedoch auf dem Markt im nächsten Dorf Korg Farang einzukaufen - auch für die nicht an Touristen gewöhnten Thais - denn die sind so neugierig, als wärst Du ein Astronaut vom fernen Stern. Nicht zum fernen Stern aber zurück nach Deutschland ging es dann nach drei Wochen und hier endet auch die kleine Wakeboardgeschichte, schließlich war bei der Ankunft bei Tiefkühltruhentemperaturen an Wakeboarden noch nicht zu denken.
Weitere Infos unter www.geocities.com/lakepointwaterski
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http://www.geocities.com/lakepointwaterski/waterskide