Weihnachten. Eigentlich ein Grund, sich zu freuen. Aber hier im Delta Quadranten gab es keine Familien, die einen erwarteten, hier gab es nur den kalten, unendlich schwarzen Weltraum. Ein Grund mehr, ein gro�es Fest zu feiern!
Chakotay und Janeway sa�en auf dem Sofa und sahen sich vertr�umt an.
"Chakotay, was h�ltst Du davon, wenn wir dieses Jahr eine richtig gro�e Weihnachtsfeier veranstalten?"
"Du meinst mit der ganzen Crew?"
Kathryn nickte.
"Aber wer entwirft das passende Programm?"
"Das la� mal meine Sorge sein."
"Torres an Janeway", wurde ihr Gespr�ch unterbrochen.
"Janeway hier?"
"W�re es m�glich, da� Du mal aufs Holodeck kommst?"
"Ich brauche noch ein paar Minuten, dann komme ich."
"Ist Chakotay auch da?"
"Ja, bin ich.", meinte Chakotay.
"Hast Du es ihm schon erz�hlt?" fragte B'Elanna.
"Ich bin gerade dabei. Ich komme gleich. Janeway Ende."
"Seit wann redet ihr euch denn mit Vornamen an?" fragte Chakotay erstaunt.
"Schon eine ganze Weile, genauer, seitdem wir angefangen haben, das Weihnachtsprogramm zu entwerfen." "Um genau zu sein, vor genau drei Monaten, kurz nach B'Elannas Hochzeit mit Tom."
"Ihr seid lustig. Du h�ttest mir ja was sagen k�nnen, oder?"
"Ich mu� jetzt gehen. Du solltest auch gehen, sonst kommst Du zu sp�t zu Deiner Schicht."
"Du hast gut lachen, Du hast ja kaum noch Dienst."
"Daf�r mu� ich auf Elaine aufpassen. Die nehme ich jetzt �brigens mit. Ist sie bei Kes?"
"Da hab ich sie vorhin jedenfalls hingebracht."
Kathryn gab Chakotay einen Ku� und stand dann auf. In der T�r drehte sie sich noch mal um und winkte ihrem Mann zum Abschied.
Auf dem Weg zum Holodeck ging sie noch am Quartier von Kes vorbei und nahm ihre Tochter mit.
"Danke Kes, da� Du auf sie aufgepa�t hast."
"Wo geht ihr zwei denn jetzt hin?"
"Aufs Holodeck. Das Weihnachtsfest weiter vorbereiten. Kommst Du mit?"
"Gern, aber ich mu� mich noch umziehen. ich komm gleich nach."
"Wir gehen schon mal vor. Cat ist schon ganz ungeduldig."
"Bis nachher!" rief Cat, die schon ungeduldig am Turbolift stand.
Kathryn l�chelte und ging ihrer Tochter hinterher. Sie merkte, da� sich noch mehr Crewmitglieder auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereiteten. Wenn sie wirklich vorhatte, alle einzuladen und m�glichst auch alle kommen sollten, dann m�sste sie jetzt schon eine Durchsage machen.
Die T�ren des Turbolifts �ffneten sich und Cat st�rmte ungeduldig hinaus. Langsam ging Kathryn hinterher. In Gedanken war sie bei ihren Eltern, ihrer Schwester, bei Marc und ihrem Hund Gracie. Sie w�rden jetzt wahrscheinlich alle im Wohnzimmer stehen und den Weihnachtsbaum schm�cken, oder die letzten Weihnachtseink�ufe machen.
"Mummy, kommst Du jetzt endlich?" unterbrach Cat ihre Gedanken.
Kathryn l�chelte. Cat war genauso ungeduldig, wie sie fr�her auch gewesen war.
"Ich komme ja schon. Bitte benimm Dich, wenn wir da drin arbeiten, ja?"
Cat nickte. Die T�ren glitten auf, und der Blick fiel auf einen riesigen Raum. Sprachlos sah Cat sich um. Und auch Kathryn war beeindruckt. B'Elanna tauchte hinter einer Ecke auf.
"Hallo, ihr zwei. Na, was sagt ihr dazu?"
"Toll!" meinte Cat und fing an, im Raum herum zu tanzen. L�chelnd beobachtete Kathryn ihre Tochter. Zur Begr��ung umarmten sich die beiden Frauen, dann dr�ckte B'Elanna Kathryn ein PADD in die Hand.
"Lies es Dir durch und sag' mir dann, was wir da dran noch �ndern m�ssen."
"Kes kommt auch gleich noch. Die kann uns dann auch noch helfen."
V�llig au�er Atem kam Cat wieder zur�ck.
"B'Elanna, hier fehlt was."
Fragend sah sie das kleine M�dchen an.
"Hier ist es so ruhig. Kannst Du keine Musik machen?"
"Gute Idee. Computer, Zugriff auf historische Datenbanken der Erde, Weihnachtsmusik."
"Bitte spezifizieren."
"Weihnachtslieder des zwanzigsten Jahrhunderts, Nordamerika"
"Warum gerade dieses Jahrhundert?"
"Das habe ich neulich ausprobiert, es sind die sch�nsten Lieder."
Kurze Zeit sp�ter war der Raum gef�llt mit Musik. Lachend tanzte Cat durch den Raum. B'Elanna und Kathryn schauten ihr zu, bis Kes den Raum betrat.
"Hallo ihr zwei. Warum grinst ihr so?"
Kathryn zeigte nur auf Cat und Kes l�chelte. Die langen kastanienbraunen Haare flogen durch die Luft und ihr gl�ckliches Lachen �bert�nte die Musik. Ihre Wangen waren vor Aufregung err�tet und ihre gro�en blauen Augen strahlten.
"Machen wir uns an die Arbeit." unterbrach B'Elanna.
Kathryn sah sie an.
"Das schwierigste wird wahrscheinlich der Weihnachtsbaum, also fangen wir damit an."
"W�rdet ihr zwei mich mal kurz entschuldigen? Ich werde eine Durchsage an die Crew machen."
Als Kathryn wieder kam, stand ein gro�er Weihnachtsbaum in einer Ecke des Saales.
"Warum in der Ecke?"
"Damit wir in der Mitte mehr Platz zum Tanzen haben, und damit Deine Tochter ihn nicht �ber den Haufen rennt."
Cat lief immer noch kreuz und quer durch den Raum.
"Cat, komm mal her!" rief Kathryn ihrer Tochter zu.
V�llig au�er Atem und mit roten Wangen kam ihre Tochter angelaufen.
"Was denn?"
"Willst Du uns nicht helfen?"
"Darf ich wirklich?"
"Na klar, sonst h�tte ich Dich nicht gefragt."
"Alles was mir aufgefallen ist?"
Kathryn nickte.
"Aber bitte eins nach dem anderen."
"Computer, Helligkeit um 20% reduzieren."
Sofort wurde es dunkler.
"Drei gro�e Kronleuchter mit Kerzen an die Decke."
Staunend sahen die drei Frauen nach oben.
"Sag' mal, woher wei�t Du das?"
"Papa hat mir gestern erlaubt, in den Datenbanken alles �ber Weihnachten nachzusehen. Und da habe ich ein Bild gefunden, das mir gefallen hat."
"Und da waren Kronleuchter drauf", folgerte B'Elanna.
Cat nickte.
"Darf ich noch mehr sagen?"
"Computer, Teppich durch Holzboden ersetzen."
"Jetzt reichts!" meinte B'Elanna lachend, "La� uns auch noch etwas Arbeit �brig, ja?"
"H�tte ich nicht erwartet, da� die junge Dame im zarten Alter von sechs Jahren schon solche Anspr�che stellt."
Kathryn lachte.
"Das liegt wahrscheinlich an der Einstellung ihrer Eltern. Das entspricht n�mlich genau den Vorstellungen von Chakotay und mir. So habe ich mir als Kind immer gew�nscht, Weihnachten feiern zu k�nnen."
"Daddy hat mir versprochen, da� er demn�chst damit anf�ngt, mir wichtige Sachen beizubringen."
"Da werde ich vorher aber noch mal mit ihm reden, bevor er damit anf�ngt."
"Kathryn, meinst Du nicht, da� sie noch etwas jung ist?"
"Erz�hl das lieber Chakotay", seufzte sie. "Schlie�lich kann sie jetzt schon perfekt lesen und schreiben."
"Und was ist mit Rechnen?"
"Das sollte ich ihr beibringen, aber dazu hatte ich noch nicht genug Zeit."
"Dann solltest Du Dir dazu Zeit nehmen. Das ist n�mlich auch wichtig."
"Sie ist erst sechs Jahre alt."
"Ich wei�, im zwanzigsten Jahrhundert haben die Kinder in diesem Alter erst angefangen, etwas zu lernen."
"Was hast Du nur immer mit dem zwanzigsten Jahrhundert?"
"Ich wei� nicht, ich habe erst vor kurzem einige Datenbanken �ber diese Zeit durchgearbeitet, um mein Wissen �ber die Vergangenheit aufzufrischen."
"Warum gerade diese Zeit?"
"Dort wurden einige sehr wichtige Erfindungen gemacht, die auch f�r unsere Zeit noch eine gro�e Bedeutung haben."
"He ihr zwei, k�nnt ihr mal aufh�ren �bers Lernen zu reden? Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns." "Du hast Recht Kes, tut mir leid. Also, was sollen wir arbeiten?"
"Wenn alle Crewmitglieder kommen, dann brauchen wir noch mehr Platz. Ich glaube auch kaum, da� alle hier drin bleiben wollen. Was haltet ihr von einer Au�enanlage?"
"Du meinst einen Garten?"
Kes nickte.
"Das werde ich machen", bot sich B'Elanna an.
"Gut, dann werde ich mich um die Inneneinrichtung k�mmern. Kes, k�nntest Du mit Neelix �ber die Verpflegung reden?"
"K�nntest du das nicht machen?"
"Doch. kann ich auch machen."
Kathryn bi� sich auf die Lippe. Wie konnte sie nur vergessen, da� Kes und Neelix sich getrennt hatten? Sie hatten zwar ein gutes Verh�ltnis, aber Kes meidete seine N�he, sooft sie konnte.
"Ich gehe zu Neelix. Viel Spa� ihr zwei. Pa�t ihr auf Cat auf, oder soll ich sie mitnehmen?"
"Nimm sie lieber mit, ja?"
Kathryn nickte.
"Cat?"
"Ja, Mummy?"
"Kommst Du bitte mit?"
"Klar, komme schon. Wo gehen wir hin?"
"Zu Neelix."
Cat nahm ihre Mutter an der Hand und zog sie ungeduldig hinter sich her.
"Warum hast Du es nur so eilig?"
"Bei Neelix ist es sch�n!"
Die T�ren des Turbolifts �ffneten sich und die zwei begaben sich hinein. Ein junger Mann stand schon darin, vertieft in ein PADD. Cat zupfte ihn an seiner Uniformhose.
"Hallo Tom."
Erschrocken sah der Angesprochene auf.
"Oh, Captain. Hallo Elaine."
"Wie geht es Dir?"
"Mir geht es gut. Was machst Du gerade?"
"Ich gehe mit Mummy zu Neelix."
"Captain, ich mu� Sie warnen. Neelix ist gerade auf der Suche nach Testpersonen f�r seinen neuen Kaffee-Ersatz."
"Oh je. Haben Sie ihn schon probiert?"
"Ja, es blieb mir nichts anderes �brig. Es schmeckt noch schlimmer als das blaue Zeug was er vor einiger Zeit hatte."
"Noch schlimmer? Das geht doch schon gar nicht mehr. Tja, vielleicht kann ich ihn ja davon abhalten. Ich mu� mit ihm einiges besprechen, wegen der Weihnachtsfeier."
"Darf ich Sie etwas fragen, Captain?"
"Was denn?"
"Nehmen Sie spezielle W�nsche der Crew entgegen?"
"F�r was?"
"Spezifikationen f�r das Weihnachtsprogramm."
"Aber immer doch. K�nnen Sie das organisieren?"
"Na klar. Ich mache mich gleich an die Arbeit."
Der Lift hielt an und Tom trat hinaus. Cat winkte ihm hinterher und Tom grinste sie schelmisch an.
"Wie oft habe ich Dir schon gesagt, da� Du die Leute nicht mit Vornamen anreden sollst?"
"Aber Tom hat es mir erlaubt. Ich habe n�mlich schon mit ihm auf dem Holodeck gespielt."
"Gespielt?"
"Ja, wir haben mit B'Elanna Verstecken gespielt."
"Ach so."
Die T�ren �ffneten sich wieder und die zwei gingen in Richtung Casino.
"Hallo Neelix!" rief Cat schon an der T�r.
Neelix' Kopf tauchte hinter dem Tresen auf.
"Hallo Cat, Captain. Wie kann ich Ihnen helfen?"
Zur Begr��ung strich er Cat liebevoll �ber den Kopf und er hatte auch nichts dagegen, da� sie gleich in der K�che verschwand und in die T�pfe sah. Denn Cat war eine der wenigen, die seine K�che zu sch�tzen wu�te. Sie kannte nichts anderes und fand Neelix' Kochk�nste einfach hervorragend, was Kathryn absolut nicht verstehen konnte.
"Sicher kommen Sie wegen dem Essen f�r die, wie nennen Sie es? Weihnachtsfeier?"
"Ja Neelix. Haben Sie schon irgendwelche Ideen?"
"Oh ja. Es haben in letzter Zeit einige Crewmitglieder die W�nsche ge�u�ert, was sie gerne essen w�rden und ich denke, da� ich versuchen werde, genau diese Dinge zuzubereiten."
"Eine wundervolle Idee. Ich mu� leider wieder gehen!"
"Oh, Captain, bevor ich es vergesse, ich habe einen neuen Kaffee-Ersatz. W�rde es Ihnen etwas ausmachen, davon zu probieren?"
"Tut mir leid, Neelix, aber ich-"
"Darf ich, Mummy?"
"Du bist noch zu jung f�r Kaffee."
"Aber Mom!"
"Nein, keine Widerrede."
"Captain?"
Neelix hielt Janeway eine Tasse vor die Nase. Es roch absolut nicht wie Kaffee und sah auch nicht so aus. Sie nahm die Tasse und setzte sie an den Mund. Es schmeckte wie Kaffee! Aber auch nur im ersten Moment, dann �nderte sich der Geschmack und Janeway mu�te sich zwingen, die kleine Menge, die sie im Mund hatte, zu schlucken.
"Was ist das?"
"Ich glaube kaum, da� Du das wissen willst!" rief Cat aus der K�che. Sie hielt einen Beh�lter hoch, in dem sich eine schwarze Substanz befand.
"Ich mu� jetzt wirklich gehen!" sagte Janeway hastig und wollte den Raum verlassen.
"Ich bleibe noch bei Neelix, ja?"
"In Ordnung. Chakotay holt Dich nachher ab. Aber stell nicht zuviel an."
"Aye, Sir."
L�chelnd verlie� Kathryn den Raum und ging zur�ck zum Holodeck.
"Wo hast Du Cat gelassen?"
"Die ist bei Neelix. Ich verstehe meine Tochter nicht. Wie kann sie sein Essen nur gut finden?"
"Wenigstens einer, der Neelix' Kochk�nste sch�tzt. Ich denke mal, da� das Gew�hnungssache ist. Sie kennt ja nichts anderes."
"Ist ja auch egal. Seid ihr zwei schon weiter?"
"Ja, ich habe die Au�enanlage fast fertig. Willst Du mal raus gehen?"
Kathryn nickte.
"Wo ist denn der Ausgang?"
"Hinter dem Weihnachtsbaum."
Kathryn verlie� den Raum und fand sich in einer Landschaft wieder, die ihr sehr bekannt vorkam. Alles war schneebedeckt und die Landschaft erstreckte sich �ber sanfte H�gel bis hin zum Horizont. Tr�nen standen ihr in den Augen, als B'Elanna neben sie trat.
"Es scheint Dir zu gefallen."
Kathryn nickte.
"Woher hast Du das gewu�t?"
"Du hast mir neulich davon erz�hlt. Wei�t Du noch?"
"Du meinst, als ich erz�hlt habe, da� ich Heimweh habe?"
"Ja, und ich dachte, da� es Dir vielleicht gefallen w�rde, wenn ich eine Dir bekannte Landschaft ausw�hlen w�rde."
Pl�tzlich fing es an zu schneien.
"Ich habe mir gedacht, da� es mehr weihnachtliche Stimmung erzeugen w�rde, wenn es in unregelm��igen Abst�nden schneit."
"Es ist zwar auf der Erde von den Umweltkontrollsystemen geregelt, aber ich denke, da� es passt."
"Der Raum ist aus dem 19. Jahrhundert, da hat es auch noch geschneit, ohne das Umweltkontrollsysteme das alles geregelt hat, oder?"
"Schneit es da, wo Du herkommst auch?"
"Ja, aber der Schnee ist nicht wei� sondern gr�n."
"Stelle ich mir komisch vor. Meinst Du, Kes kennt Schnee?"
"Ich glaube kaum. Ihr Volk lebt doch unter der Planetenoberfl�che."
Kathryn steckte den Kopf durch die T�r nach innen. "Kes, kommst Du mal raus?"
"Bin schon unterwegs."
Erstaunt sah sie sich um.
"Was ist das?"
"Was?"
"Das wei�e, das vom Himmel f�llt."
"Das ist Schnee."
"So etwas habe ich noch nie gesehen."
"Habe ich mir gedacht", sagte B'Elanna.
"Es sieht sch�n aus."
Vertr�umt sah sie sich um. Dann beugte sie sich nach unten und fuhr mit der Hand durch den Schnee. B'Elanna und Kathryn beobachteten sie. Als Kes die Blicke f�hlte, richtete sie sich auf und sah die beiden nur an.
"Ich habe drinnen einige Dinge ge�ndert. Kommt ihr mal mit rein und sagt mir, ob wir das so lassen k�nnen?"
Die T�ren zum Holodeck �ffneten sich und Tom betrat den Raum. In der Hand hielt er einen ganzen Stapel PADDs.
"Captain, ich habe hier die W�nsche der Crew."
Er hielt Janeway den Stapel entgegen. Verlegen l�chelte er sie an.
"Das ging aber schnell. Ist das von allen?"
"Nur soviel wie ich in der kurzen Zeit finden konnte. Ich wollte nicht zu lange warten, sonst w�re das Programm ja schon ganz fertig gewesen."
"Ist schon in Ordnung, Tom", sagte B'Elanna aus dem Hintergrund.
Sie kam aus ihrer Ecke und gab ihrem Mann einen Ku�.
"Jetzt geh' aber wieder, sonst ist ja die ganze �berraschung weg."
"Du sollst Dich schonen, ja?"
"Tu ich doch, und jetzt raus hier!"
Energisch schob sie ihn in Richtung Ausgang.
"Was war das? Du sollst Dich schonen? Warum das denn?"
"Wenn ihr das jetzt schon geh�rt habt, kann ich es euch auch schon jetzt sagen. Also, ich bin schwanger."
"WAS?" fragten Kathryn und Kes gleichzeitig.
"Eigentlich wollte ich es erst an Weihnachten sagen, wenn alle zusammen sind."
"Herzlichen Gl�ckwunsch!"
Kathryn nahm B'Elanna in den Arm.
"Im wievielten Monat bist Du denn schwanger?" fragte Kes, und umarmte sie ebenfalls.
"Im vierten."
"Wei�t Du schon, was es wird?" fragte Kathryn.
"Ein M�dchen, wie Deins auch."
"Du warst an Deiner Hochzeit also schon schwanger?" wunderte sich Kes.
B'Elanna nickte.
"Das war ein weiterer Grund, warum wir geheiratet haben."
"Aber schwanger zu sein, ist doch kein Grund zu heiraten." sagte Kathryn vorwurfsvoll.
"F�r uns war es haupts�chlich Liebe."
"Es sollte kein Vorwurf sein."
"Dann halt Dich jetzt mit der Arbeit etwas zur�ck, ja?" sagte Kes.
"Keine Angst", warf Kathryn ein, "Eine werdende Mutter wei� selber, wann sie aufh�ren mu�."
Der Raum f�llte sich immer mehr. Bis auf die n�tige Br�ckencrew und die Notbesatzung waren alle auf dem Holodeck versammelt. Unter dem Weihnachtsbaum stapelten sich Geschenke. Wildman war die erste gewesen, die ihre Geschenke unter den Baum gelegt hatte und die anderen folgten ihrem Beispiel.
Kathryn war in ihrem Quartier und �berlegte, was sie anziehen sollte. In Uniform w�rden sicher einige kommen, aber dann w�rde alles wieder so formal aussehen. Sie entschlo� sich f�r ein langes, dunkelrotes Kleid mit einem weiten Ausschnitt. Ihre Haare lie� sie in frei �ber den R�cken fallen, bis auf einige Str�hnen, die sie hochsteckte. Chakotay kam aus dem Nebenzimmer und sah sie bewundernd an. Sie l�chelte zur�ck. Er hatte dunkelblaue Hosen und ein wei�es Hemd an. An der Hand hielt er Cat, die ebenfalls in dunkelrot gekleidet war. Aber sie hatte eine Hose vorgezogen. Gemeinsam verlie�en sie ihr Quartier.
"Kathryn, warte, wir haben die Geschenke vergessen!" erinnerte Chakotay, kurz bevor sie den Turbolift betraten.
"Darf ich schon voraus gehen?" fragte Cat.
Chakotay sah Kathryn an und nickte dann zustimmend. Sie verlie� ihre Eltern, die Arm in Arm zum Quartier zur�ck gingen.
Cat betrat das Holodeck. Alles war voller Menschen und sie kam sich kurze Zeit ziemlich verloren vor. Bis sie B'Elanna in der Menge entdeckte. Ohne lange zu z�gern bahnte sie sich einen Weg durch die Menge und zupfte B'Elanna am Rock.
"Oh, hallo Cat. Wo hast Du Deine Eltern gelassen?"
"Die sind noch mal ins Quartier gegangen, weil sie was vergessen habe."
Nachdem sie sich im Saal umgesehen hatte, fragte sie B'Elanna : "Wo ist Tom?"
"Der ist noch nicht da."
"Das ist aber gemein. Bist Du dann nicht einsam?"
Lachend sch�ttelte B'Elanna den Kopf.
"Er wird ja noch kommen."
Cat nickte und sah sich wieder um. Ihr Blick fiel durch die ge�ffnete T�r nach drau�en.
"Sagst Du Mom bitte, da� ich bei Molly bin?"
"Bei wem?"
"Molly Delaney. Kennst Du die nicht?"
"Ist das nicht diese junge Frau mit den langen blonden Haaren?"
"Die aus der Stellarkartographie, genau!"
"Hast Du sie schon gesehen?"
"Ja, sie ist da drau�en. Sie hat gesagt, da� sie im Schnee auf mich wartet."
"Na dann geh mal. Ich sag es Kathryn, wenn sie kommt."
Jedes Mal, wenn die T�ren zum Holodeck sich �ffneten, wandten sich alle Blicke automatisch zum Eingang, immer in der Hoffnung, da� ihr Captain kommen w�rde.
"Computer, wie sp�t ist es?" fragte Harry.
"Es ist 20 Uhr 17 Minuten und 26 Sekunden."
"Der Captain ist reichlich sp�t."
"Sie wird schon einen Grund haben!" verteidigte B'Elanna sie.
Die T�ren �ffneten sich und Chakotay betrat den Raum. Hinter ihm flog ein Antigravtransporter mit einem riesigen Berg Geschenken drauf.
"Chakotay, wo haben sie den Captain gelassen?"
"Ich komme auch schon!" sagte sie und trat hinter dem Antigravtransporter hervor.
"Ist Cat hier?"
"Sie ist drau�en, mit einem Lieutenant aus der Stellarkartographie."
"Stellarkartographie? Wo rennt das M�dchen nur immer rum?"
"Chakotay. Du mu�t besser auf Deine Tochter aufpassen!" neckte Kathryn ihn.
"Wu�test Du, dass sie dort war?"
Kathryn nickte.
"Ich habe sie selber dorthin gebracht."
Ein Kreischen aus einer Ecke des Saales lie� sie herumfahren. B'Elanna grinste, als sie sah, was passiert war: Cat hatte durch die offene T�r einen Schneeball geworfen und eine junge Frau getroffen. "Cat, kannst Du Dich nicht benehmen?" rief B'Elanna nach drau�en.
"Ist schon in Ordnung, Lieutenant. Sie hat mich so vor einem Gespr�ch mit Harry Kim gerettet!" fl�sterte sie B'Elanna ins Ohr und strich sich den Schnee aus den Haaren.
Grinsend ging B'Elanna zur�ck zu Kathryn. Mit einem Mal war der ganze Saal leer und man h�rte vergn�gtes Lachen von drau�en. Chakotay sah seine Frau an und stellte die Geschenke unter den Baum. Dann nahm er Kathryn an der Hand und zog sie mit sich nach drau�en. Kaum hatte er den Raum verlassen, traf ihn ein Schneeball mitten im Gesicht. Kathryn prustete vor Lachen und ein hochroter Lieutenant versteckte sich hinter einem Baum.
"Hallo Daddy!" lachte Cat, "Hab ich nicht gut gezielt?"
"Das warst Du?"
"Eigentlich nicht, aber ich hatte etwas Hilfe."
"Um ehrlich zu sein, das war ich." sagte Molly Delaney und trat hinter dem Baum hervor, "Es tut mir leid."
"Ist schon in Ordnung. Ich werde mich im Laufe des Abends revanchieren."
"Das war gemein, Molly."
"Tut mir leid, Kleine, aber-"
"Kein aber, das n�chste Mal werf' ich!"
Zwei junge Frauen kamen durch die T�r auf's Holodeck. Erstaunt sahen sie sich um, als sie niemanden fanden. Die gr��ere von beiden deutete auf die T�r und sie gingen nach drau�en.
"Meg, Moira, ich bin hier hinten!"
Molly richtete sich auf, um ihren Schwestern zuzuwinken. Als sie sich umdrehen wollte landete ein Schneeball in ihrem Gesicht.
"Das war die Revanche, Lieutenant.", lachte Chakotay.
"Solange ich nicht zum F�hnrich degradiert werde ist das in Ordnung."
"Ich kann es mir ja noch mal �berlegen." "Nein danke!"
Chakotay nickte und drehte sich um. Als er einige Schritte gelaufen war, traf ihn ein Schneeball auf den Hinterkopf. Er stolperte und fiel in den Schnee.
"Ich hab getroffen!" jubelte Cat.
"Das war aber unfair! Er hatte gar keine Chance auszuweichen!"
"Eben!"
Chakotay stand prustend auf und klopfte sich den Schnee von der Hose. Kathryn, die die ganze Zeit aus sicherer Entfernung das Geschehen beobachtet hatte l�chelte vor sich hin. B'Elanna kam von der Seite und legte ihr die Hand auf die Schulter. Erschrocken zuckte Kathryn zusammen.
"Warum grinst Du so?"
"Ich beobachte nur die Leute. Das Programm scheint ihnen zu gefallen."
"Da ist doch noch was anderes, oder?"
Fragend sah Kathryn B'Elanna an. Diese warf nur einen Blick auf Janeways Bauch.
"Woher wei�t Du das?"
"Man sieht es Dir an."
"Du bist die erste, die etwas sieht. Ich hoffe, da� Chakotay es noch nicht gesehen hat. Es soll eine �berraschung werden."
"Unter dem Weihnachtsbaum?"
"Ja, sein Geschenk deutet es an. Ich hoffe, er versteht es."
"Bestimmt. Ich werde es nach der Bescherung offiziell der Mannschaft sagen. Du auch?"
"Nein, erst dann, wenn es sich nicht mehr verheimlichen l��t. Warum?"
"Schade. Wir h�tten es auch zusammen sagen k�nnen."
"Dann mu�t Du aber nach der Bescherung noch eine Weile warten, ja?"
"Ich mu� es Chakotay erst noch erkl�ren, wenn er sein Geschenk nicht versteht."
"Einverstanden."
Sie dr�ckte Kathryn die Hand und verschwand dann wieder im Saal. Kathryn winkte Chakotay zu, der daraufhin zu ihr kam.
"Meinst Du es ist Zeit, die Geschenke zu verteilen?"
"Gute Idee. Ich kann es kaum noch erwarten."
Kathryn zog eine Augenbraue hoch und l�chelte.
Der Raum f�llte sich, da alle von drau�en herein kamen und sich um den Weihnachtsbaum versammelten. Chakotay sah sich im Raum um und begann dann mit seiner vorbereiteten Rede.
"Ich freue mich sehr, Sie alle heute abend hier begr��en zu d�rfen. Demnach zu urteilen, wie sie alle den Baum anschauen, glaube ich, da� es keiner mehr erwarten kann, seine Geschenke zu bekommen und zu verteilen."
Kathryn sah ihn fragend an. Zu Hause hatte er eine ganz andere Rede vorbereitet gehabt.
"Kathryn, willst Du auch noch was sagen?"
"Das war aber eine kurze Rede. Ich habe Ihnen heute auch nicht viel zu sagen, aber es kommt von Herzen. Ich w�nsche Ihnen allen ein wundersch�nes Weihnachtsfest und hoffe, da� wir weiterhin so gut zusammen arbeiten, wie in der letzten Zeit. Ich hoffe, sie vermissen Ihr zu Hause nicht zu sehr und genie�en diesen Abend mit uns."
Mit einem leichten Kopfnicken deutete sie an, da� ihre Rede beendet war. Alle applaudierten und Kathryn beugte sich nach unten, um die ersten Geschenke zu verteilen. Sie hatten sich darauf geeinigt, da� alle Geschenke eine altmodische Verpackung bekommen sollten und beschriftet werden sollten. Kathryn und hob das erste Geschenk hoch. "Lieutenant Torres."
B'Elanna ging nach vorne und nahm das Geschenk entgegen. Das n�chste Geschenk nahm Chakotay und las den Namen vor.
"Tuvok."
Er zog eine Augenbraue hoch, eben typisch vulkanisch, und nahm das Geschenk entgegen.
"Megan Delaney."
So ging das weiter, bis alle Geschenke verteilt waren. Cat sa� gl�cklich auf dem Fu�boden und spielte mit ihren Geschenken. Als letztes Zog Kathryn ein kleines P�ckchen unter dem Baum hervor und gab es Chakotay. Neugierig packte er es aus und hielt ein Ei in der Hand. Als er es drehte, lie� es sich �ffnen und ein kleines Tier aus Stein kam zum Vorschein. Er sah Kathryn fragend an. Seine Augen wurden immer gr��er.
"Kathryn, bedeutet es das, was ich denke?"
Sie nickte l�chelnd. Er nahm sie in den Arm und k��te sie. Dann legte er ihr die Hand auf den Bauch.
"Ich hoffe, er entwickelt sich gut."
"Er? Es wird wieder ein M�dchen!"
"Nein, diesmal wird es ein Junge."
L�chelnd beugte sich Chakotay nach unten und zog ebenfalls ein kleines P�ckchen unter dem Baum hervor.
"Das hab ich gar nicht gesehen."
"Macht nichts. Es ist f�r dich."
Sie �ffnete neugierig die Schachtel. Eine Taschenuhr.
"Das war die Uhr meines Vaters, aber ich m�chte, da� Du sie bekommst."
Sprachlos sah sie ihn an, dann fiel sie ihm um den Hals.
"Damit Du immer p�nktlich bist", fl�sterte er ihr ins Ohr.
B'Elanna n�herte sich den beiden und sah Kathryn fragend an. Sie nickte.
"Darf ich kurz um Aufmerksamkeit bitten?" rief Tom.
Alle Augen richteten sich auf die drei. B'Elanna r�usperte sich und sagte:
"Ich freue mich, heute, an diesem besonderen Tag, eine freudige Nachricht verk�ndigen zu d�rfen. Ich erwarte ein Kind von Tom."
Applaus lie� die letzten zwei Worte untergehen, aber das wu�te sowieso jeder.
"Captain Janeway m�chte auch noch etwas sagen!" �bert�nte Paris den Applaus.
"Auch ich habe eine �berraschung. Ich darf Ihnen mitteilen, da� ich auch schwanger bin."
Sprachlos sahen alle ihren Captain an, dann fing Moira Delaney an zu applaudieren und alle folgten ihrem Beispiel.
"Frohe Weihnachten!" fl�sterte Chakotay seiner Frau ins Ohr, als sie Hand in Hand durch die schneebedeckte Landschaft gingen. Der Mond schien und lie� den Schnee glitzern. Cat war schon im Bett und auch viele der Crewmitglieder hatten sich schon verabschiedet, da sie am n�chsten Morgen Dienst hatten. In der Ferne h�rte man das gl�cklich Lachen vieler Menschen und die zwei f�hrenden Offiziere der Voyager wu�ten, da� dieses Lachen noch lange in den G�ngen des Schiffes hallen w�rde und sie die Hoffnung nicht aufgeben w�rden, doch noch einen Weg zur�ck nach Hause zu finden.