Es regnete und stürmte und es schien, als ob das Gebäude bald einstürzen würde. Wenn das geschehen würde, dann wären sie dem Plasmasturm hoffnungslos ausgesetzt. Schützend hielt Chakotay seinen Arm um ihre Schulter und drückte sie an sich.
Als der Sturm endlich etwas nachließ, beschloß Kathryn, unter dem Tisch hervor zu kriechen, unter dem sie Schutz gesucht hatten. Chakotay folgte ihr zögernd. Der Sturm war noch nicht vorbei und die Wände wackelten immer noch bedenklich.
Kathryn sah ihn an, er erwiderte ihren Blick. Sie kniete noch einmal vor ihm nieder und gab ihm einen Kuß, bevor sie aufstand und ihn mit sich hoch zog. Sie vereinten sich in einer innigen Umarmung.
"Wenn der Sturm sich nicht legt, müssen wir dann unter dem Tisch übernachten?"
"Ja, das wäre das beste."
"Meinst Du das Ernst?"
"Ja, es ist sicherer als in unseren Betten."
Chakotay stand auf und ging zu den Schlafkojen. Er raffte die Decken zusammen und zog sich wieder unter den Tisch zurück. Kathryn lief noch im Haus herum und sammelte einige Dinge ein, ehe sie wieder unter den Tisch krabbelte.
Sie drückte ihm ein Kissen in die Hand, dann lehnte sie sich vor, um ihn zu küssen. Seine Hand suchte nach dem Reißverschluß ihres Kleides. Mit einem leisen Sirren zog er ihn nach unten. Ihre Hand zog sein Hemd aus der Hose und schob es den Rücken hoch. Er sah sie an und nickte leise. Er zog sein Hemd aus und half Kathryn aus ihrem Kleid.
Dann lagen sie nackt in den Decken unter dem Tisch. Der Sturm wurde wieder stärker und übertönte fast das Stöhnen im Haus. Der einzige der es hätte hören können, war der kleine Affe, der sich aber in seinem Bau versteckte und sich die Ohren zuhielt.
Der Sturm wurde schwächer, und unter dem Tisch lagen zwei, sehr glückliche Menschen, völlig außer Atem. Kathryn lag halb auf Chakotays Bauch und ihre Finger spielten mit seinem Brusthaar. Er liebkoste ihre Ohrläppchen. Sie kicherte leise und rutschte dann neben ihn. Er nahm sie in den Arm. Sie vergrub ihren Kopf in seiner Halsbeuge und versuchte zu schlafen. Aber sie war sie viel zu aufgeregt. Sie hörte auf seinen gleichmäßigen Atem. Er schlief auch noch nicht.
"Ich liebe Dich!" flüsterte sie ihm ins Ohr und er fuhr ihr übers Haar.
"Ich Dich auch!" flüsterte er glücklich zurück.
Seine Hand wanderte weiter nach unten, bis er ihre Hüfte umschlang. Er zog sie zu sich und legte sich auf sie.
Der Wind frischte wieder auf und fegte ums Haus. Wieder verbarg er die Geräusche, die unter dem Tisch entstanden.
"..können Sie mich hören?"
"Was war das?"
"Voyager an Captain Janeway. Bitte antworten Sie."
"Die Kommunikatoren!"
"Janeway hier?"
Einerseits war sie glücklich, daß die Voyager sie wieder holte, auch wenn Tuvok direkte Befehle ignoriert hatte. Andererseits war sie traurig, ihr neues zu Hause wieder verlassen zu müssen.
Traurig sah sie auf das Haus, das jetzt verlassen da stand. Ihre gesamte Habe war in Containern verpackt und fertig zum Beamen.
"Janeway an Voyager. Fertig zum Beamen."
Die vertraute Umgebung des Planeten verschwand und wurde ersetzt durch den noch vertrauteren Anblick des Transporterraums.
Es war ungewohnt, wieder so viele Leute um sich zu haben und wieder diese Uniform zu tragen. Sie hatte sich so daran gewöhnt, ihre Haare in einem losen Zopf geflochten und barfüssig durch das weiche Gras zu laufen. Jetzt waren ihre Füße wieder in Stiefel gezwängt und mußten auf den harten Korridoren der Voyager laufen.
Sie sah Chakotay jetzt nur noch auf der Brücke oder auf dem Holodeck bei Sandrine und das schon seit drei Wochen. Sie hatte zwar den Abstand, den sie für nötig gehalten hatte, eingehalten, aber jetzt hielt sie es einfach nicht mehr aus. Sie wußte, daß er gerade keinen Dienst hatte.
"Computer, Commander Chakotay lokalisieren."
"Commander Chakotay befindet sich in seinem Quartier."
Sie ging in ihr Quartier und zog sich ihr Lieblingskleid an. Ihre Haare ließ sie offen. Dann ging sie aus der Tür. Er wohnte nur ein Quartier weiter.
Sie wollte gerade den Türknopf betätigen, als sich die Tür vor ihr öffnete. Erstaunt stand Chakotay vor ihr.
"Störe ich Dich?" fragte sie leise.
"Nein, ich wollte Dich gerade besuchen."
Sie ging auf die Zehenspitzen und küßte ihn. Er legte ihr die Hand um den Nacken und zog sie an sich heran. Sie bemerkten nicht die Blicke, die Harry ihnen zuwarf, als er zufällig vorbei lief.
Harry, der auf dem Weg zum Holodeck war, erzählte die Neuigkeit natürlich sofort B'Elanna und Tom und kurze Zeit später wußte es das ganze Schiff.
Während sich die Nachricht auf dem Schiff wie ein Lauffeuer verbreitete, fing ein unterdrücktes Feuer wieder an aufzulodern: das Feuer der unbändigen Leidenschaft.
Chakotay hob Kathryn hoch und trug sie in sein Quartier. Die Türen schlossen sich und sie waren allein. Es war fast wie auf New Earth: Sie waren allein, sie konnte seinen unverwechselbaren Duft wieder riechen und er konnte sein Gesicht wieder in ihren Haaren verbergen.
Es war, als ob sie nach einer langen Reise nach Hause zurückgekehrt wären. Es dauerte nicht sehr lang, bis sie beide in Chakotays Bett lagen. Nackt und glücklich. Kathryn lag in Chakotays Armen und gemeinsam beobachteten sie die Sterne, die über ihnen vorüberzufliegen schienen.
"Meinst Du, daß der Aufenthalt auf New Earth unser Leben irgendwie verändert hat?"
"Sicher, wir haben endlich zusammen gefunden."
Sie lächelte und kuschelte sich in seine Arme. Er küßte sie auf die Haare und nahm sie fest in den Arm, bis sie eingeschlafen waren.
Sein Blick wanderte über ihren Körper. Ihre Haare lagen in braunen Kaskaden auf dem Kopfkissen verteilt, ihre Brust hob und senkte sich gleichmäßig während sie schlief. Es kam ihm vor wie ein Traum, aber es war Wirklichkeit. Endlich hatte er bekommen, von was er schon so lange träumte, von dem er träumte seitdem er sie das erste Mal gesehen hatte. Er küßte sie sanft auf die Stirn und verbarg seinen Kopf in ihren Haaren, um ihren Duft in sich aufnehmen zu können.
Er beobachtete sie wieder. Sie war sich der Blicke bewußt, die er ihr zuwarf. Sie drehte sich um und lächelte ihm zu. Er lächelte zurück. Da inzwischen die ganze Crew von ihrem Verhältnis wußte, brauchten sie nichts mehr zu verheimlichen. Doch im Dienst war das einzige, was man von ihrer Verliebtheit sehen konnte, die Blicke, die sie sich zuwarfen. Kein flüchtiger Kuß, keine Berührungen. Nur ab und zu verschwanden sie in Kathryns Bereitschaftsraum. Angeblich um Berichte zu prüfen, aber das glaubte keiner, nicht mehr.